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59 TIMES THE PAIN 1996

59 TIMES THE PAIN hatten bei mir mit Ihrem Album "More Out Of Today" einen guten Eindruck hinterlassen, bin ich doch für eine gute Hardcorekelle immer zu haben. Da die 4 Schweden gerade mit den Ska/Punkrockern MILLENCOLIN die deutschen Lande beehrten, war die Gelegenheit zum Interview günstig und so saß ich in den heiligen Hinterzimmern des AJZ zu Wermelskirchen und sprach mit Magnus und Micke, die nicht gerade mit Redseligkeit glänzten.

Da 59TIMES THE PAIN (noch) nicht zu den bekannten Namen im Hardcore gehören mußte ich als erstes natürlich nach dem Alter der Band fragen.
Magnus:
Wir haben uns Ende '92 gegründet.

Gab es vorherige Bands?
Magnus:
Nein, 59TIMES ist unsere 1. Band.

59 TIMES THE PAIN ist ja ein ungewöhnlicher Name. Wie seid ihr denn darauf gekommen?
Micke:
Diesen Namen haben wir von einem alten HÜSKER DÜ Song. Wir fanden ihn einfach geil, anders.
Magnus: Eine besondere Bedeutung steckt nicht dahinter, wir fanden ihn gut.

Eure Texte sind ja ziemlich realistisch und direkt, wer macht die bei euch?
Magnus:
Für die Texte bin ich verantwortlich. Sie sind auf der einen Seite pessimistisch, durch die Situation der Jugend und die ganze Scheiße halt die heute überall abläuft. Auf der anderen Seite sind sie auch positiv, da es irgendwie immer weitergeht. Unsere Musik ist ein gutes Ventil für unsere Aggressionen.

Wie ist  denn die Situation im ehem. Sozialstaat Schweden, speziell von eurer Generation?
Magnus:
Schlecht. Der Sozialstaat ist in die Hose gegangen. Micke: Wir haben über 10% Arbeitslose und da sind auch viele frustrierte Jugendliche dabei.

Eurer Album wurde von Dan Swanö produziert. Nun ist ja Dan ein bekanntes Allroundtalent, aber als Produzent bisher eher für Death Metal bekannt. Wie kommt ihr da als Hardcoreband ran?
Magnus:
Neben seinen eigenen Bands (EDGE OF SANITY und NIGHTINGALE) produziert Dan auch andere Bands, aber er ist da nicht auf Death Metal festgelegt.
Micke : Unsere Labelkollegen MILLENCOLIN hat er zum Beispiel auch produziert.

Und wie war die Zusammenarbeit?
Micke:
Echt gut, Dan ist ein wirklich netter Typ. Und ein Naturtalent, von dem kannst du eine Menge lernen. Wir hatten eine gute Zeit mit ihm in seinem Studio (Unisound Studio).

Was mir auf der Rückseite eurer CD auch aufgefallen ist, war das Bild mit den gefalteten Händen. Habt ihr etwa was mit Krishna Hardcore zu tun?
Magnus:
Das sind meine Hände und ich halte mein Amulett auf dem die Zahl 59 drauf ist. Mit Krishna haben wir nichts zu tun.

Straight Edge?
Beide:
Nein.

Vegetarier?
Magnus:
Nur ich, die anderen (zeigt auf Micke) mampfen alles in sich rein.

Magnus, in eurem Info stand, daß Du und euer Drummer Toni in der Hockey Liga spielt. Eishockey?
Magnus:
Ja, Eishockey.

Und wie kriegst du das unter einen Hut, Sport und Musik?
Magnus:
Gar nicht, deshalb habe ich vor einem Monat aufgehört. Du kannst dich nur auf Eins konzentrieren und ich habe mich für die Musik entschieden.

Wo kommt ihr eigentlich genau her?
Magnus:
Aus Fagersta einer Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern nördlich von Stockholm.
Micke: Na ja 50.000 würde ich sagen.

Und das erste Mal in Deutschland?
Beide:
Ja.

Und wie gefällt euch das Publikum hier?
Micke
: Super, die Leute hier sind echt gut drauf. Außer in ...(Wo sonst) da war das Publikum etwas reserviert und hat lieber an der Bar sein Bier festgehalten.
 
Ja, ja das liebe Bier. Wie fühlt man sich denn hier, wenn das Bier plötzlich um über die Hälfte billiger ist als zu Hause?
Magnus:
Mir ist das egal, ich trinke keinen Alkohol, aber die (zeigt wieder auf Micke der mit seiner Bierflasche schmust) trinken für 10.
Ich bedanke mich bei beiden und schalte das Aufnahmegerät aus. Beide setzen sich ruckartig auf, schauen mich etwas verdaddert an und wollen gar nicht so ganz glauben, daß ich schon fertig bin. Ich habe doch noch gar nicht nach den musikalischen Einflüssen und der Musikszene in Schweden gefragt und überhaupt.... Also gut die Jungs sind beeinflußt von SICK OF IT ALL, AGNOSTIC FRONT und vor allem der Straight Edge Legende YOUTH OF TODAY. Und das, finde ich, hört man "More Out Of Today" auch an.
Story: Steffen