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ANATHEMA 1997

Es hat sich ja einiges bei der englischen Band ANATHEMA getan. Nicht nur das Darren White die Band verließ es gab auch in Bezug auf das Songwriting einige Änderungen. ANATHEMA kommen mir vor wie die PINK FLOYD´s der 90er Jahre. Das neue Machwerk ´Eternity´ kommt mir durch seine sphärische Dichte wie ein Bombastalbum vor. Zusammen mit Bassist Duncan Patterson konnte ich mir dann die vorangegangenen Punkte erörtern.

Zuerst einmal war da der Weggang von Darren White. Wie ist es denn dazu gekommen?
- Wir hatten das Studio für die Recordings schon gebucht und das Songwriting war schon fast beendet, da erklärte uns Darren, das er sich mit dem Material nicht identifizieren könnte. Das war nicht so ganz einfach für uns. Ich zog mich dann ein wenig zurück und überlegte, was wir nun machen könnten. Wir kamen dann zu dem Schluß, daß eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich war und so hat Darren dann die Band verlassen.

Der neue Sänger von ANATHEMA ist Gitarrist Vincent Cavanagh. Das neue Songmaterial ist Vincent ja auch wie auf den Leib geschnitten.
- Das finden wir auch, denn er hat wirklich eine gute Stimme und er kann sich total mit dem Writing identifizieren.

Das neue Material ist ja doch ganz anders ausgefallen als das vorangegangene. Wer zeichnete sich denn für diese Änderung verantwortlich?
- Die Songs werden ganz alleine, bis auf kleine Ausnahmen, von Daniel Cavanagh (guitar) und mir geschrieben. Wir tätigen eigentlich nie mit der kompletten Band das Songwriting. Das Ausarbeiten wird dann erst im Proberaum zusammen gemacht. Für uns ist das der beste Weg und es klappte bis heute immer sehr gut.

Die Texte handeln im Grunde von Liebe, Religion und Tod. Was wollt ihr denn mit diesen Texten sagen?
- Im Grunde wollen wir damit ausdrücken, was uns an der ganzen Gesellschaft nicht paßt. Es sind auch alles realistische Themen, die von uns behandelt werden. Wir mögen es nicht mit Phantasietexten zu arbeiten. Ich könnte auch nicht mit Texten leben, die wir einfach frei erfunden haben.

´Eternity´ wird verglichen mit dem Pink Floyd-Klassiker ´The Wall´. Kannst du diese beiden Alben miteinander vergleichen?
- Vergleichen kann man die beiden Alben schon, denn es sind beides sehr tiefe Veröffentlichungen. Ich würde auch sagen, daß bei beiden Alben die atmosphärische Dichte voll zum Tragen kommt.

Wie sieht es denn jetzt in England für euch aus?
- Es ist nicht ganz einfach für uns in England, denn das Business ist bei uns sehr trendy. Es gibt auch nicht allzu viele Magazine bei uns. Als Metalband hat man es im Moment nicht leicht in England. Hier in Deutschland ist es wesentlich einfacher.
Obwohl es hier auch nicht so ganz rosig aussieht. Aber man soll ja die Hoffnung bekanntlich nicht aufgeben, denn alles ist wieder irgendwann einmal zurück gekommen. In diesem Sinne kann man solchen Bands nur Geduld und viel Glück wünschen.
Story: Gisela