GÄSTEBUCH

HM BREAKDOWN
CD-Kritik
Konzerte
News
Tourdates
Archiv
Kontakt
Interviews
Pub-Führer
Studio-Report
Partnerseiten
Disclaimer
Special

APOPTYGMA BERZERK September 05

APOPTYGMA BERZERK stehen mit einem neuen Album und einem neuen Label im Rücken in den Startlöchern. Sehr zur Freude vieler Hardcore-Fans waren sie auch auf dem Bochum Total Festival zu Gast und brachten die Meute zum Kochen. Zusammen mit Stephan und Geir konnte ich dann auch einige Fragen, die mir auf den Fingern brannten erörtern. Los geht es!

Warum habt Ihr Euch für den Bandnamen Apoptygma Berzerk entschieden und was bedeutet er?
Stephan:
Wir haben ihn gewählt weil wir verrückt sind. Es ist ein sehr schwieriger Name, es ist schwer ihn richtig auszusprechen, aber es ist auch ein Name an den man sich erinnert. Es ist auch immer lustig zu hören wie Radiosprecher unseren Namen aussprechen.

Ich persönlich finde die neue Single „In This Together“ absolut klasse. Hast Du nicht Angst das Ihr in, Anbetracht das der Song deutliche Brit-Pop-Einflüsse hat, Eure Fans enttäuscht? 
Stephan:
Ich denke auch dass einige Fans überrascht sind. Ein neues Album von einem kreativen Künstler ist immer ein bisschen anders und man braucht ein wenig Zeit. Setzt Dich hin, höre das Album immer und immer wieder und ich bin mir sicher das auch die Fans an irgendeiner Stelle sagen das Album ist OK. Es ist drei Jahre her das wir unser letzten Album veröffentlich haben. Dies ist eine lange Zeit, vieles ist in meinem Leben passiert, ich habe vieles verändert (hoffentlich auch unsere Fans). Für mich war es zu dieser Zeit das Richtige und ich bin mir sicher das unsere Fans dem Album eine Chance geben und es verstehen. Es gibt da ein sehr gutes Beispiel der hervorragenden Band Depeche Mode, als diese ihr Album „Ultra“ veröffentlichten hasste ich es, für mich war es ein schlechtes Album und heute ist es mein bevorzugtes DM-Album. Ich habe einige Zeit gebraucht es mir in Ruhe anzuhören und zu verstehen. Es ist immer so dass der Künstler einige Schritte weiter ist als die Fans. Also gibt dem Album eine Chance und Ihr werdet es lieben.

Du sagest gerade, dass es 3 Jahre her ist seit Euer letztes Album erschienen ist. Was habt Ihr in dieser Zeit alles gemacht?
Stephan:
Seit wir das „Welcome To Earth“ Album veröffentlicht haben waren wir auf Tour und nachdem wir diese beendet haben begannen wir das neue Album zu schreiben. Und dann gehen wir wieder auf Tour. Aber ich brauchte natürlich auch ein wenig Zeit zu erholen, es gibt mehr im Leben als Musik. Mache immer das was Du machen willst, dieses funktioniert. Ich hatte eine kurze Pause und diese gab mir eine Menge Energie, genug Energie um zu starten ein neues Album zu schreiben.

Wann hast Du angefangen am neuen Album zu arbeiten?
Stephan:
Am Ende der Harmonizer-Tour (lacht). Aber ich schreibe eigentlich immer Songs, den ganzen Tag kleine Stücke. Es ist ein kreativer Prozess, ich bin immer kreativ. Manchmal mache ich Dinge dir nicht wirklich gut sind und welche ich verwerfe. Und ein anderes Mal mache ich zum Beispiel einen chorus welcher wirklich gut ist. Und irgendwann setzte ich alle Stücke zusammen und entsteht ein neues Album. Für das neue Album haben wir ca. 1,5 Jahre gebraucht.

Ist denn die neue Single „In This Together“ typisch für das neue Album oder sind die Songs unterschiedlich dazu?
Geir:
Es sind eine Menge unterschiedliche Sachen auf dem neuen Album, aber die meisten Songs sind schon powervoll.
Stephan: Auf jedem Album gibt es eine Menge unterschiedliche Stile. Dies ist nicht wirklich neu. Wir haben hier eine Synth-Pop-Song, hier einen Techno-Song, dann einen Industrial-Song und eine Menge anderes. Ich mag es wenn ein Album vom ersten Song wie ein Abenteuer ist und nicht 12 Songs gleich sind.

In der letzten Zeit gab es zwei Veränderungen bei Euch. Ihr habt das Label gewechselt und seit nun bei GUN. Außerdem kam Anders Odden zurück zu APB. Hat dieses Eure Arbeit beeinflusst?
Stephan:
Ja Anders ist vor anderthalb Jahren zurückgekehrt als wir begannen das neue Album zu schreiben.

Und hat er Einfluss auf das neue Album gehabt?
Stephan:
Ja. Er ist ein sehr guter Gitarrenspieler und von daher kann er zu unseren Songs eine ganz andere Dimension hinzufügen. Ich spiele selber Gitarre, aber sehr schlecht. Ich bin der schlechteste Gitarrenspieler der Welt. Ich kann Ideen aufbringen und Anders kann diese Ideen aufgreifen und in die Realität umsetzen. Wir arbeiten zusammen in einem Weg der sehr interessant ist. Er besitzt einen Metal-Hintergrund, bei uns in Norwegen gibt es eine große Metal-Szene. Er kann Einflüsse dieser Musik in unsere Lieder einbringen und dieses ist fantastisch. Also gesamt gesagt er hatte einen großen Einfluss. Auch der Wechsel zu Gun hatte natürlich Einflüsse weil diese einen Einfluss auf die Produktion hatten, sie haben uns begleitet, haben gesagt ihr habt dieses zu machen, ihr habt  jenes zu machen. Ich habe „Fuck Off“ geantwortet und dann nach nachdenken gedacht vielleicht haben sie recht und es ausprobiert. Und meistens hat es geklappt denn sie wissen was sie tun. GUN ist ein sehr erfolgreiches Label, sie wissen was sie machen und wir haben eine Menge zusammen gearbeitet.  Es war sehr interessante und es hat sich definitiv ausgezahlt.

Gehen wir zurück in die Geschichte von APB. Gibt es einen Song welchen Ihr besonders gerne auf der Bühne spielt und wenn ja warum?
beide einstimmig: „Starsign“
Stephan:
Irgendwas ist anders mit diesem Song
Geir: In diesem Song gibt es keinen langsam Part, alles ist powerful - „kicks us in the ass and also the audience“

2004 hast Du das Nebenprojekt Fairlight Children ins Leben gerufen. Ruht dieses Projekt nur und können wir hier auch etwas neues erwarten oder ist das Projekt schon beendet?
Stephan:
Ich habe bereits ein halbes Album fertig , aber im Moment und für das nächste halbe Jahr hat Apoptygma Berzerk zu 100% Priorität. Ich denke das ich ich nächsten Jahr ein neues Fairlight Children Album veröffentlichen werde. Fairlight Children ist für mich ein Projekt wo ich kreativ sein kann, wo ich Sachen machen kann die man nicht machen sollte.

Heute werdet Ihr auf einem großen Festival spielen, auf der anderen Seite spielt ihr auch in kleinen Clubs. Was bevorzugt ihr?
Stephan:
Es sind zwei ganz unterschiedliche Sachen. Ich glaube ich bevorzuge das spielen in Clubs, weil das Publikum nahe bei der Bühne stehen kann, es ist intimer. Auf Festivals wie heute kennen vermutlich 90% der Leute die Musik von Apop nicht, aber es ist auch interessant hier zu spielen. Also eigentlich mag ich beides.

Eine Frage der weiblichen Redaktionsmitglieder an Dich. Auch äußerlich hast Du Dich (positiv) verändert. Was war der Anlass dazu?
Stephan:
Ich mache das jedes Jahr, bei jedem neuen Album gibt es einen neuen Look. Wir haben ein neues Logo, neue Songs und dann auch einen neuen Haarschnitt.

Hast Du Wünsche für die Zukunft, sei es privat oder auch für die Musik?
Stephan:
Ja ich habe viele Wünsche für die Zukunft. Ich hoffe dass sich alle Apop-Hardcore-Fans die Zeit nehmen und dem Album eine Chance geben. Ich denke wenn sie dieses machen werden sie ein großartiges Album entdecken. Ansonsten wünsche ich jedem für die Zukunft sei glücklich und habe ein großartiges Leben.
Geir: Und kauft das Album (lacht)
Macht das auch, denn es zählt zu den Highlights der Band. Bis bald auf Tour.
Story: Holger