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BIG CHIEF 1994

Detroit, hoch oben im Staate Michigan gelegen, ist kein besonders gemütlicher Ort. Deshalb spiegelt sich auch in der Musik von BIG CHIEF, die genau dort herkommen, die Härte und Rauheit wieder. Vor kurzem wurde ihr neuestes Album ´Platinum Jive´ veröffentlicht, wozu mir Drummer Mike Danner einiges an Information mitteilen konnte.

BIG CHIEF wurde 1989 aus den Resten der Hardcore-Punkband NEGROS gegründet
.
- Ja, wir kommen alle aus der frühen Hardcoreszene von Detroit. In der früheren Zeit, spielten wir schon über 14 Jahre in diversen anderen Bands, die teilweise durch Bands wie BLACK SABBATH, aber auch durch psychodelisches Material beeinflußt wurden. Ebenso hatten wir sehr viele Punkrock-Ideen nachdem wir uns 1989 zusammenschlossen. Wir veröffentlichten dann im Anschluß daran 3 Singles.

Die ja heute sehr gesucht sind.
- Richtig, sie sind sehr rar. Die Singles wurden damals beim Sub Pop-Label veröffentlicht.

Euer erstes Album ´Face´ enthielt bereits ein frühes HipHop-Remix-Experiment. Wie kamt Ihr denn zu dieser Idee?
- Wir sind eigentlich sehr in diese Schiene, die sich natürlich auch auf die Rap-Musik erstreckt, intrigiert. Das ist bei uns eigentlich so, daß wir uns gar nicht auf eine bestimmte Schiene festlegen wollen. Wir wollen auch nicht, wenn wir auf Tour, oder im Studio sind, einfach nur Rocksongs singen. Wir lieben die Vielseitigkeit. Es sind nämlich außer dem HipHop-Remix noch Jazz-Remixes auf dem ´Face´-Album vertreten. Genau das ist es was wir mögen. Wir wollen einfach nicht zwei dieselben Alben veröffentlichen, auf dem der Sound einfach gleich ist.

Deswegen auch die Vielseitigkeit, die sich von Album zu Album fortführt.
- Genau, denn höre dir doch von einigen Bands die Erste und dann vielleicht die Vierte Scheibe an und man wird merken, daß sich diese Bands immer noch an der gleichen Stelle befinden. Aber das wird bei uns nie der Fall sein.

Das neue Album ´Platinum Jive´ wurde von Phil Nicolo produziert. Hat er der Band mehr Möglichkeiten gegeben bzw. neue Wege geöffnet?
- Auf jeden Fall, denn er produzierte so verschiedene Bands, wie URGE OVERKILL, CYPRESS HILL und auch AEROSMITH. Er eröffnete uns Wege, die wir vorher einfach nicht kannten. Es war eine wirklich sehr lehrreiche Produktion für uns. Wir sind auch mit dem Resultat sehr zufrieden und das können wir nur Phil verdanken. Ich würde sagen, daß diese Produktion ein sehr großer Schritt nach vorne für uns ist. Wir haben auch bei dieser Produktion gelernt, mit sehr wenig Equipment bei den Recordings auszukommen. Es kommt alles sehr natürlich.

So natürlich wie die Produktion sind ja auch Eure Texte gehalten.
- Ja, sie sind zwar aussagekräftig, aber jeder kann trotzdem unsere Texte so auslegen wie man sie haben will. Wir wollen keine Message mit unsren Texten verbreiten. Wir wollen den Leuten nicht dagen, was sie zu tun oder zu lassen haben.

Ihr habt jetzt auch ein eigenes Label gegründet.
- Wir haben dieses Label eigentlich nur gegründet, weil wir so besser arbeiten können. Wir machen so jetzt alles selber und das spiegelt sich auf jeden Fall in unserer Musik wieder.

Habt Ihr denn jetzt schon eine Tour für die nächste Zeit ins Auge gefaßt?
- Ja, wir werden Ende Februar bzw. Anfang März in Deutschlan auf Tour sein und ich kann nur sagen, daß ich mich richtig darauf freue, denn das Publikum hier in Deutschland erinnert mich immer an die Zuschauer in Detroit, die genau so begeisterungsfähig sind.
Na wenn das nicht mal ein tolles Kompliment an die deutschen Konzertbesucher ist. In diesem Sinne wollen wir natürlich BIG CHIEF bei ihrer Tour durch Deutschland nicht enttäuschen.
Story: Gisela