GÄSTEBUCH

HM BREAKDOWN
CD-Kritik
Konzerte
News
Tourdates
Archiv
Kontakt
Interviews
Pub-Führer
Studio-Report
Partnerseiten
Disclaimer
Special

BÖHSE ONKELZ 1997

Zu zwei Open Airs hatten sich die BÖHSE ONKELZ angesagt. Ziemlich überraschend kam für mich die Zusage zu dem nachfolgenden Interview, welches ich 40 Minuten vor ihrem Auftritt im Georg-Melches Stadion führen konnte. Ziemlich nervös, weil mir einfach die Zeit für die Vorbereitung fehlte, betrat ich den Umkleidecontainer der Band. Es herrschte schon rege Treiben hinter den Kulissen, aber Stephan Weidner gab mir sehr locker und total freundlich Antworten auf meine Fragen.

Im Sommer 1997 wurde das Album ´Live in Dortmund´ veröffentlicht. Kurze Zeit später lag das lang erwartete Buch vor, worauf die Fans schon mit Sehnsucht warteten. Warum habt ihr dieses Buch überhaupt gemacht?
- Über uns kursieren so viele Gerüchte und der Grund für dieses Buch war der, daß es endlich an der Zeit ist, die Wahrheit über uns auszusprechen. Dies geschah, ohne etwas zu beschönigen, etwas wegzulassen oder aber dazuzudichten. Ich glaube das wird einiges erklären: Warum sind wir so geworden wie wir sind! Das Buch wird auch einige Gerüchte, die über uns im Umlauf sind, korrigieren. Wir haben das Buch nicht für die Journalisten gemacht, sondern ausschließlich für die Fans, damit sie alle kapieren, wie wir in Wirklichkeit drauf sind.

In den vergangenen Jahren schlug einem ja immer wieder die Intoleranz der Journalisten entgegen, die überhaupt kein gutes Haar an der Band ließen.
- Ich mach mir eigentlich wenige Gedanken darüber, wie sie drauf sind, das ist deren Problem. Sie unterliegen natürlich gewissen Regeln und den Redakteuren. Sie schreiben für ein Publikum, das spezielle Dinge hören will und werden somit ziemlich unglaubwürdig.

Die Songs werden fast alle von Stephan selbst geschrieben. Die Texte sind sehr persönlich gehalten. Schreibst du eigentlich sehr viel über dein eigenes Leben?
- Nicht so sehr. Viel mehr über uns oder von dem Leben anderer Leute. Dadurch das wir sehr viel gemeinsam erleben sammeln wir natürlich demzufolge auch viele Erfahrungen. Es sind aber auch sehr viele persönliche Eindrücke dabei, aber ich versuche diese nicht zu persönlich rüberzubringen, sondern lasse noch so viel Platz, damit jeder noch genug Platz in den Texten findet, um seine eigenen Emotionen mit einzubringen. Es sind Geschichten wie es mir oder auch uns widerfahren ist und wir haben daraus gelernt. Dann stellt sich natürlich die Frage ob es den Fans ebenso ergeht.

Die Band gibt es jetzt seit 17 Jahre. Hast du in dieser Zeit gemerkt, daß sich das Musikbusiness negativ verändert hat?
- Ich würde sagen, daß es für neue Bands immer härter wird. Die Plattenfirmen geben ihnen keine Möglichkeiten sich zu entwickeln. Entweder sie kommen in die Charts oder sie gehen den Bach hinunter. Es ist hart geworden. Ich denke aber, daß sich Qualität immer noch durchsetzt, vor allem wenn eine Band einen langen Atem hat und über Jahre durchhält. Bei vielen ist es doch so, daß sie auf den schnellen Erfolg hoffen und wenn sie den nicht bekommen sind die meisten enttäuscht und hören auf. Du mußt, um als Band zusammenzuwachsen, erst einmal durch eine miese Zeit gehen, aber viele dieser Newcomerbands sind einfach zu sehr verwöhnt. Es ist wichtig immer am Ball bleiben und es ist hart immer wieder an sich zu arbeiten.

1997 habt ihr nur drei Konzerte die ihr bestritten habt. Was habt ihr für dieses Jahr geplant?
- Im Oktober 1998 gehen wir wieder auf Tournee. Im Spätsommer wird das neue Studioalbum erscheinen und wir arbeiten zur Zeit an neuem Material.
Das ist ja noch eine lange Zeit bis dahin, aber die Fans haben ja mit dem Live-Album, daß wirklich mit einem tollen Sound versehen ist und mit dem erschienenen Buch erst einmal etwas zu tun. Ich hoffe nur, daß es in der nächsten Zeit wieder diese tollen Shows mit den BÖHSE ONKELZ gibt, wobei die Freude am Spielen und die große Party mit den Fans an erster Stelle steht. Vielleicht werden dann auch die letzten Zweifler verstehen, daß es der Band tatsächlich nur darauf ankommt, zwei gute Stunden mit den Fans zu verbringen um sie dem grauen Alltag zu entreißen.
Story: Gisela