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Mit dem letzten Teil der Trilogie „Terra Incognita (The Undiscovered World) gelang dem CONSORTIUM PROJECT III ein kleines Meisterwerk. Die Story, welche in der entfernten Zukunft spielt, wurde
soundmäßig in einer wahren Meisterleistung umgesetzt. Kein Wunder bei dieser Schar an hochkarätigen Musikern, wie Songwriter Ian Parry (Elegy, ex Vengeance, ex-Hammerhead), Drummer Casey Grillo (Kamelot), Sascha Paeth
(Heavens Gate und Produzent von Bands wie Rhapsody oder Angra), Jan Bijlsma (Vengeance) oder Stephan Lil (Vanden Plas). Ein Feuerwerk an symphonischen und progressiven Powermetal bricht über einen herein. Um noch mehr
zu erfahren, führte ich das nachfolgende Interview mit Ian Parry und er war mal wieder nicht zu stoppen mit seinen Antworten.
Das letzte Album behandelte das Thema der näheren Zukunft. „Terra Incognita“ ist eine
Story, die in der weiteren Zukunft, etwa 375 Jahre weiter, spielt. Von wo bekamst du deine Inspiration für dieses Thema? - Im Projekt Consortium II nahm ich meine Inspirationen aus den täglichen Nachrichten und
habe sie auf die nahe Zukunft bezogen. Darin spiegelten sich Themen wie die globale Erwärmung wider. Zusätzlich habe ich in dieser Story das Thema eingefasst, wie es ist, wenn die Frauen die Weltherrschaft übernehmen
würden. Auf diese Idee kam ich, weil es in der heutigen Zeit doch so ist, dass die meisten Aggressivität der Männer immer mehr außer Kontrolle geriet. Für Consortium III habe ich diesen Faden einfach weiter gesponnen.
Durch die ganzen Abgase die in die Luft gebracht wurden hatte sich eine andere Art von Atmosphäre entwickelt. Die Welt ging also zugrunde. Dieses Szenario kam vor allem durch die immense technische Entwicklung, welche
die Welt in den letzten Jahren erfahren hat. Das hatte zur Folge, dass die Menschheit nicht mehr in der Lage war, weiter zu leben. Deswegen erschuf ich eine neue Spezies. Diese entwickelte sich in den vielen Jahren
danach aus den übergebliebenen Menschen. In dieser neuen Generation gibt es keine Kriege oder ähnliches. Viele Ideen für diese Story bekam ich aus der Bibel. Auch Nostradamus hatte vieles niedergeschrieben, was ich für
die Story verwenden konnte. Durch all diese Inspirationen erschuf ich also die neue Welt. Es ist alles zu einer Einheit zusammengewachsen, denn auch das Cover haben wir in die Story mit eingebunden.
Das Cover ist wirklich exzellent ausgefallen. Es fügt sich nahtlos in das Konzept ein. War das beabsichtigt? - Auf jeden Fall, denn das Konzept sollte bis ins Detail eine Einheit bilden. Ich persönlich lege auf
die Details sehr viel Wert. Für mich persönlich sieht das Cover sehr mystisch aus und ich bin immer noch beeindruckt, was die Entwickler dieses Artwork, für eine tolle Leistung vollbracht haben.
Liebst du es, von der Zukunft zu schreiben? - Das ist schwer zu beantworten. Da ich aber schon die beiden ersten Alben der Trilogie in dieser Art gemacht hatte, musste ich diesen Faden einfach weiter spinnen. Es
ist einfach ein ganz natürlicher Vorgang gewesen, denn ich hatte damit angefangen und musste es demzufolge auch beenden.
Wenn man sich die Story von der nahen Zukunft durchliest, wird einem bewusst, dass
vielleicht vieles wirklich wahr werden könnte. - In gewissen Punkten kann es schon passieren, aber das Szenario, wie ich es beschrieben habe, wird wohl nicht zutreffen. Aber ich muss in gewissen Teilen zugeben,
dass die Welt immer aggressiver wird und die Menschen nur noch sich sehen. Trotz allem gibt es noch sehr viele gute Menschen in der Welt, die dieses mit Sicherheit zu verhindern wissen.
Darin besteht ja auch
die größte Hoffnung, dass die Menschen sich wieder auf das Gute besinnen. Kommen wir aber jetzt zur Produktion. Du hast selber das Album produziert. War es einfacher für dich, somit auch deine eigenen Ideen umzusetzen?
- Ich denke schon, aber ich hatte auch schon einiges an Erfahrung mitgebracht. So habe ich ja auch die beiden ersten Alben vom CONSORTIUM PROJECT und auch das letzte ELEGY-Album produziert. Ich denke, wenn man
so involviert ist ins Songwriting, weiß man am besten, wie die Songs am Ende auch klingen sollten.
Auf „Terra Incognita…“ sind sehr viele femal vocals zu hören. War das eine logische Schlussfolgerung oder
warum hast du dich dafür entschieden? - (Ian lacht)
Es ist doch immer besser, wenn man mit hübschen und netten Sängerinnen arbeitet, als die ganzen Zeit nur mit Männern bei den Aufnahmen zu verbringen. Das war doch eine gute Entscheidung, denn besser hätte ich die Aufnahmezeit doch nicht verbringen können. Die Wahrheit ist aber, dass durch die Story es unbedingt erforderlich war, die weiblichen Stimmen einzusetzen. Viel habe ich mit Ingeborg Vieten zusammengearbeitet. Sie ist hier in Holland sehr bekannt durch die Fernsehserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ auf holländisch. Ich kenne sie schon sehr lange und ist in Holland eine sehr bekannte Schauspielerin. Sie hat auch eine richtig tolle Stimme. Ich bin sehr stolz darauf, sie auf dem Album zu haben. Zu Ingeborgs Stimme gesellten sich noch andere Sängerinnen hinzu, wobei eine Sängerin Casey Grillo hinzusteuerte. Ihr Name ist Brenda Davies und sie singt bei Kamelot auch die Backingvocals. Sie kommt mehr aus dem Rockbereich, was die Sache natürlich sehr interessant machte. Ich finde persönlich, dass diese Sängerinnen den Songs mehr Atmosphäre und vor allem Dynamik verliehen haben.
Dem kann ich nur zustimmen, denn es hört sich wirklich toll an und wenn ich mir vorstelle, dass Backgroundsänger diesen Job übernommen hätten, wären die Songs nicht mehr so emotional herüber gekommen. Das
bezieht sich aber auch auf die symphonischen Elemente, die den Songs auch das gewisse Etwas verleihen. - Das sehe ich genauso und ich muss an dieser Stelle meinem Kollegen von ELEGY, Joshua Dutrieux ein großes
Kompliment aussprechen. Er versteht es ausgezeichnet neue Sounds aus einem Keyboard herauszuholen. Joshua und ich kooperieren auch sehr gut, denn wir haben schon einige Shows mit ELEGY zusammen gespielt. Er hat mir auch
sehr viele Inspirationen zu den Songs gegeben. Er hat auch fünf Stücke zum Album beigetragen.
Auf „Terra Incognita…“ gibt es auch wieder einige Gäste zu hören. - Richtig, da wären Sascha Paeth,
Produzent von Rhapsody und Angra und Gitarrist von Heavens Gate. Er spielt ein Solo auf dem Titelsong. Mit Mike Chlasciak, von der Halford-Band habe ich jemanden auf dem Album,womit ich eigentlich nicht gerechnet hätte.
Wie kam denn dieser Kontakt zustande? - Er hat das Material vom ersten und zweiten Teil gehört und war richtig beeindruckt von den Songs. Ich kenne Mike von einem Projekt her. Im Dezember 2001 war ich
in Florida und hab ihn kennen gelernt. Er schrieb mir danach eine E-Mail, dass er gerne etwas zum neuen Album beitragen würde. Das hat mich sehr stolz gemacht. Casey Grillo kenne ich von der letzten Tour mit Kamelot
zusammen. Thomas Youngblood von Kamelot ist dieses Mal nicht dabei, aber hat ja schon auf den zwei Vorgängeralben mitgewirkt.
Wie sehen denn deine weiteren Aktivitäten für das CONSORTIUM PROJECT III aus.
- Wenn die Fans das Album annehmen, werden wir in jedem Fall eine Tour zusammenstellen. Das ist ja schon seit langem mein Wunsch. Wenn es dazu kommt, denn eine Tour kostet ja meistens sehr viel Geld, werden wir von
der kompletten Trilogie Songs spielen. Es sieht ja nicht so rosig im Moment aus, mit der Musikindustrie, aber ich hoffe trotz allem, dass es möglich ist, den Fans das Material live zu präsentieren. Das hoffe ich
auch, denn ich habe jetzt schon seit drei Alben auf eine Tour vom CONSORTIUM PROJECT gewartet. Ganz kurz nebenbei, es soll demnächst auch wieder etwas Neues von ELEGY geben. Für mehr Information könnt ihr auch auf die
Homepage von Ian Parry oder dem CONSORTIUM PROJECT gehen. www.consortiumproject.com www.ianparry.com
Story: Gisela |