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Mit ihrem dritten Album "Directors Cut" liefert CROSSCUT das bislang vielseitigstes Werk ab. Mir war schon bei ihrem Debut klar, dass man von der Band aus dem Ruhrgebiet einiges
erwarten musste. Die Stilistik geht von Nu-Metal über Thrash bishin zu Hardcore. Trotz allem werden die Stücke alle durch eine unter die Haut gehende Melodik. Um noch ein wenig mehr zu erfahren, unterhielt ich mich mit
Gitarrist Frank Holtmann. Los geht´s.
Wenn man die drei Veröffentlichungen von CROSSCUT miteinander vergleicht, merkt man, dass sie sich von Album zu Album weiter entwickelt haben. Bei "Directors
Cut" verspürt man eine wesentliche Veränderung in Bezug auf die Härte. War dies geplant, oder hat sich das im Verlauf des Songwritings ergeben? - Als Wunsch kann man es nicht bezeichnen, aber es ist doch
wiederum so, dass nicht in unbewusster Absicht geschehen ist. Es ist eigentlich daraus entstanden, dass wir bei Konzerten zu unserem letzten Album "Nonesizefitsall" doch live nur harte Songs spielen. Da wir
eine Band sind, die im Livebereich aufblüht, haben wir uns gedacht, dass wir dies auf dem neuen Album auch einfangen müssen. Hinzu kommt auch noch, dass die Produktion wesentlich härter ausgefallen ist.
Die Songs klingen aber auch so, als wenn sie alle live eingespielt worden wären. - Das ist lustig, denn in einem Interview beim Eldorado-Radio in Dortmund meinte man genau dasselbe. Das Gefühl entsteht dadurch,
dass die Produktion wesentlich rauer ausgefallen ist. Es sollte keine aalglatte Produktion herauskommen und es ist schön, wenn es auch so gesehen wird.
"Directors Cut" ist zudem auch ein Album,
worauf man auch nach mehrmaligem Anhören immer wider neue Highlights entdecken kann. Einen wichtigen Punkt ist auch, dass ihr trotz der Härte immer wieder eingängige Melodien mit in die Songs einfließen lasst. Darauf
legt ihr auch viel Wert. - Das auf jeden Fall, denn das haben wir uns ganz dick auf unsere Fahne geschrieben. Wichtig war uns, dass wir die harten Sachen noch härter machen, speziell den Gesang und aber auf der
anderen Seite auch Ruhepole in die Songs zu bringen. Ich bin auch der Meinung, dass selbst der härteste Songs ohne melodische Parts auf Dauer sehr langweilig klingt. Ich sehe es aber genauso wie du, dass man das Album
entdecken muss, denn manche Songs sind doch sehr umfangreich ausgefallen. Ich finde auch, dass einige Wellenbrecher auf einem Album vertreten sein sollten, denn sonst wird man von der härte regelrecht erdrückt.
Mit den Wellenbrechern meinst du sicher "Personal Demon" oder "Zone Of The Sphinx", die ja doch sehr ruhig ausgefallen sind. Ich finde es auch sehr beruhigend, denn nach diesen Songs ist man
wieder bereit auf härtere Songs. - Das ist vollkommen richtig und genau deswegen fallen solche Songs auch stark auf. Viele denken sicher was ist denn das jetzt.
Bin ich noch im selben Album.
- Genau, keine Schreierei mehr und dafür jetzt Akustikgitarre, was ist los?
Das zeigt aber eure Vielseitigkeit auf. Ihr habt ja durch eure doch sehr unterschiedliche Vorgängeralben bewiesen, dass ihr das
Potential für mehr habt. Das ist natürlich auch auf anderer Weise gut, denn somit habt ihr die Option, dass ihr durch "Directors Cut" auch noch andere Fanschichten ansprecht. - Das ist natürlich ein
großer Wunsch von uns. Wir haben aber auch bei den Konzerten zu den letzten beiden Alben gemerkt, das die unterschiedlichsten Leute auf unser Material abfahren.
Der Titel "Directors Cut" bezieht der sich auf die rauere Fassung, oder wie kann man ihn definieren? - Eigentlich war "Directors Cut" zuerst nur ein Songtitel gewesen. Nach einige Überlegungen
dachten wir, dass dieser Titel auch zum Album passen könnte. Diesen Titel kennt man eigentlich ja nur aus dem Filmbereich und bedeutet so viel wie ein mehr an Filmszenen. Im Grunde ist es auf dem Album jetzt so, dass
wir nicht darauf geachtet haben, wie lang die Songs ausfielen. Wir haben überhaupt nicht mehr darauf geachtet, ob ein Song 3 Minuten dauert, oder eben über 4 Minuten. Wir wollten die Songs so auf dem Album bringen, wie
sie uns am besten gefielen. Es ist eben die für uns gefühlte Zeit und wenn sie passt, warum soll man es nicht über 4 Minuten lange Songs auf das Album bringen. Wir haben also nicht darauf geachtet, dass alle Songs nur
so lange dauern, wie eben eine Single für das Radio sein sollte. Wir haben uns deswegen auch viel mehr auf dem Album ausgelebt. Es ist jetzt aber nicht so, dass wir die längsten Songs auf dem Album haben, aber wir
wollten die Songs nicht abrupt abbrechen.
Es ist ja auch nicht so, wenn man einen Song komponiert, dass man nach 3 1/2 Minuten aufhört. Hinzu kommt noch ein Problem, wo wird denn heute noch Metal im Radio
gespielt. - Das ist richtig und wir haben auch bei den vorangegangenen Veröffentlichungen gemerkt, dass die Media-Control-Sender, wie z.B. Eins Live uns überhaupt nicht spielen würden. Bei den freien
Radiosendern ist das überhaupt kein Problem, denn diese spielen auch die längeren Songs.
Du schreibst ja die Songs fast im Alleingang. Wie lange hast du für das Songwriting benötigt? - Ich mache das
Grundgerüst und der Rest ist dann eine Arbeit der kompletten Band. Ich habe aber schon sehr früh angefangen. Im letzten Jahr im August habe ich ein Praktikum bei der BMG in München absolviert. Meine Gitarre war mit im
Gepäck und in dieser Zeit sind schon einige Stücke entstanden. Wir hatten uns auch vorgenommen so früh wie möglich mit den Songs fertig zu sein, denn somit blieb uns noch genug Zeit um an dem Feinschliff zu arbeiten.
Das Ganze hat sich dann ein gutes Jahr hingezogen. Man kommt auch nicht jeden Tag dazu neue Songs zu schreiben, denn es gibt ja auch Zeiten, wo einem nicht viel Kreatives einfällt. Man hat ja auch noch einen Job zu
erledigen. Gut ist, das ich heute abschätzen kann, ob es ein guter Tag oder ein achlechter Tag zum Songschreiben ist. Wenn ich heute eine Minute meine Gitarre in der Hand halte, merke ich ja oder nein. Wenn nicht, dann
lasse ich es auch sofort sein.
Es ist ja auch nicht einfach innerhalb eines Jahres wieder ein neues Album vorzulegen. - Das ist sowieso nicht möglich, weil wir alle noch einer Arbeit nachgehen und
deswegen, jetzt greife ich schon mal vor, das nächste Album erst 2006 geben.
Jetzt ist aber erst mal das aktuelle Album "Directors Cut" wichtig, das ihr ja sicher mit einer ausgedehnten Tour promoten
werdet. - Das in jedem Fall, obwohl wir doch verstärkt nur Freitags bis Sonntags unsere Gigs legen werden. Erstens liegt das an unserer Arbeit und zweitens nehmen wir auch Rücksicht auf die Fans, denn in der
Woche müssen die meisten doch auch, genau wie wir, am nächsten Morgen wieder früh aufstehen. Ich persönlich gehe auch lieber am Wochenende auf ein Konzert. Ich bin jetzt schon gespannt, wie das neue Songmaterial
live klingen wird. Unter Tourdates stehen jetzt schon die ersten Dates fest. Watch out for CROSSCUT! www.crosscut.tv Story: Gisela |