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DEATH 1995

Seit 10 Jahren sind DEATH ein fester Bestandteil der gleichnamigen Metal-Szene . Ihr '86 erschienenes Debüt "Scream Bloody Gore" ist Cover- und Musikmäßig immer noch Kult. Von Album zu Album entfernte man sich dann vom (genialen) Krach der Anfangstage und gehört heute zu einer der technisch versiertesten Bands des Genres. Jetzt haben DEATH mit "Symbolic" ihr mittlerweile 6. Album am Start und es ist eine konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Weges. Im April spielten sie auf den Full of Hate Easterfestivals in Deutschland. Gute Gelegenheit mal kurz mit Drummer Gene Hoglan zu plaudern.

Gene, der ein total cooler und netter Typ ist und bis zur Auflösung von DARK ANGEL dort an der Schießbude saß, ist ja ein alter Hase im Musikgeschäft. Bei DEATH ist er seit dem letzten Album "Individual Patterns". Wie aber siehts aus mit den beiden Neuzugängen Bobby an der Gitarre, sowie Kelly am Bass? Auf dem neuen Album haben beide ja gute Arbeit geleistet.
- Well, die Beiden passen hervorragend zu Death. Kelly spielte vorher bei einer Speedcoreband namens Wasicant. Bobby kommt mehr aus der Jazzecke. Als er 1987 DARK ANGEL mit POSSESSED gesehen hat, war er hin und weg und ist seitdem in der Thrashscene aktiv. Wir haben alle 4 unterschiedliche Roots aber eine Basis, wir sind alle alte Metalfans.

Na hoffentlich bleibt es bei diesem Line-up, Besetzungswechsel waren in der Vergangenheit ja nicht gerade selten. Diesmal jedoch wurde nur der Produzent gewechselt. Nachdem jahrelang Scott Burns Death produziert hat, saß diesmal Jim Morris an den Reglern.
- Scott hatte einfach nicht die Zeit und auch nicht das nötige Interesse. Also mußten wir uns nach jemand anderem umschauen. Jim der auch schon an den Demos für "Human" gearbeitet hat, war sofort bereit, DEATH in seinem Studio zu produzieren. Wir sind mit seiner Produktion 100%ig zufrieden. Alle, die das neue Album bis jetzt gehört haben, waren von seiner Produktion begeistert.

Zu Recht finde ich. Das Cover von "Symbolic" ist ja wieder von Rene Miville. Ich nehme an, daß es sich auf einen oder mehrere der Songs bezieht?
- Ja, alles was du siehst, das Auge, die Hände, die 2 Figuren und die Berge im Hintergrund, bezieht sich auf die Lyrics. Ich mag Renes Fotomontage. Es war Chucks Konzept, schließlich sind es ja seine Lyrics.

Musik und Lyrics kommen also wie immer von Chuck, manchmal hat man den Eindruck, daß DEATH genau wie BATHORY ein Ein-Mann Projekt ist, bei dem die anderen Musiker schmückendes Beiwerk sind. Aber gut, Herr Schuldiner ist nun mal ein begnadeter Musiker, was sagt er uns denn diesmal, nachdem er auf dem letzten Album "Individual" ziemlich Frust abgelassen hat?
- Yeah, auf "Individual" war Chuck sehr zornig und dementsprechend waren seine Texte sehr haßerfüllt. Auf "Symbolic" ist er glücklicher und sehr persönlich. Es geht um das Leben, wie es verrinnt und um die glücklichen Momente darin. Es geht um die Kindheit. Chuck hatte eine glückliche Kindheit, warum soll er nicht darüber singen? Positive Kindheitserlebnisse beeinflussen unser Leben sehr stark. Eine glückliche Kindheit ist viel wert, schließlich prägt sie unser ganzes weiteres Leben. Es sind die glücklichen Momente die wir aufnehmen, diese kleinen symbolischen Dinge.

Nun hatte Herr Schuldiner nicht nur glückliche Momente in den letzten Jahren, im Gegenteil, er war ja des öfteren negativ in der Presse. Ich kann mich auch noch gut an die "Fuck Chuck" Rufe seiner ehemaligen Kollegen auf der 90er Tour mit KREATOR erinnern. Ist er wirklich manchmal ein Arschloch?
- Nein, er ist kein Arschloch oder roher Kerl, als den ihn manche gerne hinstellen. Er führt auch kein mysteriöses Leben, wie manche Leute denken. Er ist einfach nur ein sehr netter Mensch und ich bin froh ihn zu kennen. Chuck liebt Frauen, Kinder und Tiere. Er ist ein ´happy guy´ und haben eine gute Zeit. Diese "Fuck Chuck" Rufe sind Bullshit, wenn das jemand vor mir sagen würde, er würde die richtige Antwort bekommen. ´Fuck you´ zu jedem der das sagt. Dieses Theater gibt es sowieso nur in Deutschland, da haben gewisse Magazine ihren Anteil dran. Fuck them.
Daß Gene Chuck gut leiden kann glaube ich ihm aufs Wort, so wie er sich aufsetzt und mich durch die Sonnenbrille mustert. Eingedenk der Tatsache, daß der Mensch das Doppelte seines Körpergewichtes schlägt, verabschiede ich mich von 21/2 Zentner Gene, natürlich mit dem Versprechen im September zur DEATH-Europatour wieder vorbeizuschauen.
Story: Steffen Keßler