|
Das neue Album "Pure" der Essener Kultgruppe DILDO BROTHERS ist zur Zeit in aller Ohren und Munde. Wie alles begann und weitergeht, fragte ich den Gitarristen Jens Bürger vor dem
Jahresabschlußkonzert der "Brüder" im Julius-Leber-Haus.
Ende 1991 war Euer Gründungsjahr. Wie habt Ihr Euch kennengelernt? - Aus einer Bierlaune raus haben wir uns damals im Jugendhaus
Papestraße zusammengeschlossen. Richtig ernsthaft wurde die Sache mit der Musik aber erst 1993. Die heutigen Dildos gibt es 2-3 Jahre.
Wie oft trefft Ihr Euch zum Proben? - Wir sehen uns ca. 4 mal die
Woche für einige Stunden. Die Musik ist im Moment mein zweiter Job, da ich alleine noch nicht von ihr leben kann. Wenn man nebenbei seinen Lebensunterhalt verdienen muß, bleibt sehr wenig Zeit für die Band übrig. Du
hast auch nicht genug Urlaub, um auf Tour zu gehen.
Was mir aufgefallen ist, daß Ihr Euch sozial sehr engagiert. - Wir treten sehr gerne bei Benefizveranstaltungen auf. Leider wissen wir durch unser
Umfeld nur zu gut, wie stark bei der öffentlichen Arbeit gekürzt wird.
Euer neues Album ist ein reiner Selbstläufer. Geht Ihr demnächst auf Tournee?
- Die CD läuft so gut, wie wir es nie erwartet hätten. Wir hoffen auf eine gute Supporttour mit einer großen Band.
Als Support hat man es nicht immer leicht. Habt Ihr eigentlich keine Angst davor?
- Ich denke, daß unser Sound so vielseitig ist ,daß für jeden was dabei ist. Das liegt daran, daß jeder von uns eine andere Musikart bevorzugt. Da wäre z. B. Metal, Hardcore oder auch Grunge.
Ihr habt schon einige Liveerfahrungen gesammelt. Ist Euch da mal was ganz schräges passiert ? - Bei einem Konzert haben wir so abgefeiert, daß die ganze Bühne, die aus Paletten bestand, zusammengebrochen ist.
Dabei ist auch noch die Lichtanlage zu Bruch gegangen. Oder die Geschichte als ich auf einem Mikrofonständer getreten bin, ihn dabei hochkatapultiert habe und danach minutenlang regungslos am Boden lag. Bei diesen
Auftritt kam es auch zu einem witzigen Zwischenfall. Die Dildos mußten zeitweise im Dunkeln spielen, da die Lichtanlage nicht so wollte wie sie sollte. Doch das tat der ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch.
Lustig und vergnügt wurden gefüllte Nikolausmützen während des Konzerts verlost, und so manch einer hatte sein Herz fürs Stagediving entdeckt. Story: Kerstin |