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Mit ´Beyond The Maze´ liegt nun endlich der ersehnte Nachfolger des 1996 veröffentlichten Albums ´Buried Again´ vor. Überrascht war ich ja schon, denn was die Berliner Gothic-Rocker auf ihrem
neuen Output vorlegen, ist sehr anspruchsvoll und man braucht einige Zeit um mit dem Material warm zu werden. Im Februar gab es dann auch endlich wieder ein Lebenszeichen der überdurchschnittlichen guten Band, in Form
eines Live-Auftrittes im Vorprogramm von Paradise Lost, den sie auch mit Bravour meisterten. Vor ihrem Auftritt kam dann auch das nachfolgende Interview, welches ich zusammen mit Drummer Ron Thiele und Sangesakrobat
Sven Friedrich führte, zustande.
Wie schon erwähnt hatte ich einige Durchgänge nötig, um mit dem Material vertraut zu werden. Es ist wesentlich anspruchsvoller und vor allem ruhiger ausgefallen als noch ´Buried
Again´. Warum habt ihr diesen Schritt gemacht. Sven:
Für uns gab es keine anderen Alternativen als jetzt diese Platte heraus zu bringen. Wir hätten natürlich noch weiter in Richtung Metal gehen können, aber genau das wollten wir nicht. Wir haben dieses Mal nicht so sehr die Gitarren in Vordergrund gestellt, sondern haben auf andere Instrumente zurückgegriffen. Das ist auch sicher der Grund dafür, daß ´Beyond The Maze´ nicht auf Anhieb ins Ohr geht, denn man entdeckt bei jedem Durchgang wieder etwas Neues. Ich finde es auch besser wenn eine Scheibe nicht so eingängig ist, denn dann kann man sich ein Album auch über einen längeren Zeitraum intensiver anhören.
Genau so ist es mir auch ergangen, denn ich habe fast 10 Anläufe benötigt, aber bei jedem Durchgang entdeckte ich wieder etwas Neues. Eine gewisse Faszination war also von Anfang an voehanden, denn sonst
hätte ich mit sicher nicht die Mühe gemacht ´Beyond The Maze´ zu entdecken. Ron:
Das sieht auch jeder anders, denn bei uns war es so, daß wir immer weiter an den Songs gefeilt haben und uns auch immer etwas Neues zu den Stücken einfiel. Vielleicht ist es auch deswegen so komplex ausgefallen.
Kommen wir aber doch gleich mal zum Detail. Im Gegensatz zum letzten Album haben die DREADFUL SHADOWS sehr viel Wert darauf gelegt, daß auch die orchestralen Teile von einem richtigen Orchester eingespielt wurden.
Ebenso hört man auf dem Album Gesang von Felicia (Impressions Of Winter). Wie kamt ihr denn auf solch eine Idee? Ron:
Wir wollten einfach den von Samplern eingespielten Parts entgegen wirken. Man hört es auch sehr gut heraus, denn für solche Streicherparts braucht man eine kleine Ewigkeit um sie zu samplen. Das Album hat durch diese Einsätze eben auch seinen eigenen Flair erhalten, denn man hört doch auch ab und zu ein paar Noten, die ein wenig quer liegen. Um auf die Sängerin zu kommen, fanden wir, daß es einfach eine Bereicherung des Gesamtsounds war. Wir konnten uns diese Stellen auch nachher nicht mehr anders vorstellen. Es war sehr wichtig gewesen an diesen Stellen auch eine Sängerin zu hören, denn sonst hätte das Ganze nicht mehr zu den Chören gepaßt.
Ich finde es lockert das doch etwas düstere Soundmaterial ziemlich stark auf. Das Album ist ja doch sehr melancholisch ausgefallen. Schlägt sich diese Melancholie auch auf die Texte nieder? Sven:
Es geht bei diesen Texten sehr viel ums Leben und um den Menschen. Im Grunde sind es alles Sachen, die mich sehr stark beschäftigt haben. Teilweise geht es auch noch etwas weiter und zwar in das Innere des Menschens.
Die Songs gehen alle nahtlos ineinander über. Kann man ´Beyond The Maze´ als Konzeptalbum ansehen. Sven:
Nein nicht direkt, aber die Stücke gehören nun mal alle zusammen. Man muß die Songs auch alle erst einmal zusammen hören und danach merkt man, das man nach den Songs nicht einfach aufhören und eine kleine Pause machen kann. Für uns war es auch sehr schwierig sich für ein Stück zur Singleauskopplung zu entscheiden. Man kann dieses Material einfach nicht auseinander reißen.
Warum habt ihr denn jetzt zuerst eine Single veröffentlicht? Ron:
Es ist immer ganz gut, wenn man zu den Radiostationen eine Single schicken kann. Dadurch wird den Redakteuren im Radio die Entscheidung darüber abgenommen, was sie denn wohl spielen sollen. Durch diese Veröffentlichung ist es uns jetzt auch bei einem Berliner Sender in den Hörercharts von 0 auf Platz 18 einzusteigen. Dadurch ist es ganz gut erst einmal eine Auskopplung zu veröffentlichen um dabei darauf hinzuweisen, daß da noch ein Longplayer kommt.
DREADFUL SHADOWS haben ja jetzt eine kleine Tour mit PARADISE LOST bestritten. Nur kurz nebenbei bemerkt hat mir die Band wesentlich besser gefallen als der Headliner, denn sie waren wesentlich spielfreudiger
und es war eine wahre Wonne ihnen zuzuschauen. Jetzt steht aber eine eigene Tour an. Ron:
Richtig, im April werden wir zuerst in Deutschland unterwegs sein und im Anschluß daran geht es auch noch nach Österreich und der Schweiz. Danach werden wohl einige Open-Airauftritte folgen. Im Herbst ist geplant noch einmal eine kleinere Tour durch deutsche Landen zu machen um im Anschluß daran ins Ausland zu gehen, denn bei unserem letzten Auftritt in London waren wir so verblüfft über die Reaktion der Zuschauer, denn sie konnten fast die ganzen Songs auswendig.
Das sie ihren Fankreis immer weiter vergrößern konnte man schon beim Konzert mit Paradise Lost feststellen, denn ich glaube, daß einige Fans wirklich nur für die DREADFUL SHADOWS gekommen sind. Zu wünschen wäre
es ihnen! Story: Gisela |