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EDENBRIDGE Februar 2001

EDENBRIDGE, eine vierköpfige österreichische Band (bestehend aus dem Musik-, Songwriter und Gitaristen Lanvall, der Sängerin Sabine Edelsbacher, dem Bassisten Kurt Bednarsky und dem Drummer Roland Navratil) hat mit "... Sunrise in Eden ..." ihr Debütalbum auf den Markt gebracht. Ihnen ist eine wirklich interessante Scheibe gelungen. Sabines prägnante Stimme wurde in ein mitunter aggressives, hartes Gerüst  in Metal-Manier eingebettet. Auf ihrer Europatour mit Pink Cream 69 und Axxis konnte ich mit den vieren - überwiegend mit Lanvall - über ihr erstes Album reden.

Wann habt ihr euch formiert?
- Die Band besteht in dieser Besetzung seit 1998. Es war zunächst so, dass es eine Vorgänger-Band gab, in der bereits Kurt - unser Bassist, Sabine und ich gespielt haben. Mit dem Einstieg von Roland, unserem Schlagzeuger, war die Band für die CD-Produktion komplett. Georg, unser zweiter Gitarist ist im Februar dazu gekommen.

Wie habt ihr euch gefunden - die Szene in Linz ist ja nicht gerade übersichtlich?
- Sabine und ich sind aus Linz und die anderen beiden sind aus Wien. Ich habe früher  fast acht Jahre in Wien gewohnt. Daher kenne ich Kurt. Und so ist eins zum anderen gekommen.
 
Und wie seid ihr jetzt mit dem Bassisten Dennis Ward von Pink Cream 69 zusammengekommen?
- Das lief über das Label Massacre-Records, die vorgeschlagen haben unsere Platte neu zu mischen, da der erste Mix etwas drucklos war und die haben dann den Dennis vorgeschlagen. Ich habe mir gedacht: "Okay, probieren wir es." Es hat super funktioniert, da in der Tat noch sehr viel Druck dazu gekommen ist.

Das ist euer erster Album. Ist echt toll, gleich mit dem Debütalbum auf Tour gehen zu können?
- Das ist nicht mein erstes Album, aber das erste von EDENBRIDGE. - Das ist wirklich spitze. Und ich bin jetzt nach unserem Auftritt noch sehr happy. Die Tour macht viel Spaß - wir kommen gut mit Pink Cream 69 und Axxis aus.

Wo und wer hat das Album "... Sunrise in Eden ... " produziert?
- Produziert habe ich unser Album und aufgenommen haben wir es in Österreich. Wir waren damals ein Studioprojekt, und haben zuvor niemals miteinander geprobt oder gespielt.
- (Kurt) Man kann fast sagen, dass wir das Album im Wohnzimmer vorproduziert haben. Mit Roland haben wir zuvor überhaupt nicht gearbeitet. Wir haben dann die CD produziert und uns sehr intensiv auf die geplanten Konzerte vorbereitet.
- Wir wussten damals überhaupt nicht, ob unsere Musik ankommen wird. Wir haben praktisch alles letztes Jahr im Sommer in Eigenfinanzierung gemacht und haben die CD dann selbst gemischt. Wir sind nach München gefahren und haben dann dort eine schöne Stange Geld gelassen um einfach so professionell wie möglich bei den Plattenfirmen auftreten zu können. Haben ein schönes Cover gemacht - es war anders als das Jetzige - und die CD dann an ca. 30 Plattenfirmen weltweit verschickt. Zwei Wochen  später hat uns dann Massacre-Rekords einen Vertrag angeboten. Das war natürlich ganz toll für uns, da Massacre-Rekords für uns die Wunschfirma war. Sie haben für uns bislang sehr viel getan auch in der Promotion.

Wann habt ihr mit dem Album begonnen?
- Im Juni 1999 haben wir das Keyboard produziert, dann haben wir im Juli die Rhythmusgitarre und die Drums eingespielt, im August sind dann die Lead-Gitarre und der Gesang dazu gekommen und abgemischt wurde im September. Es lief etappenweise ab. Zwischendurch haben wir dann immer mal etwas Abstand gewonnen und das war ganz gut so. Der älteste Song stammt aus dem Jahr 1995 "In the rain" und der letzte Song den ich geschrieben habe, war aus dem Jahr 1998/1999 "Take me back".

Ziemlich lange Zeit!
- Ja, aber ich war damals noch mit meinem Solo-Projekt beschäftigt - mit der dritten CD - das hat sich aber dann komplett gewandelt. Momentan liegt es auf Eis.

Wie ist denn der Bandname EDENBRIDGE entstanden?
- Entstanden ... es gibt eine Stadt in England in der Grafschaft Kent, die heißt Edenbridge. Dort habe ich den Namen aufgeschnappt. Und wie sich unsere Songs in eine bestimmte Richtung entwickelten, da dachte ich mir, das dieser Name eigentlich perfekt zu uns und unserer Musik passt. Er symbolisiert unsere Musik ...
- (Kurt einwerfend) ... ich fand in diesem Zusammenhang das Bild mit der Brücke eigentlich sehr passend, weil wir mit unserer Musik einiges umspannen.

Wer von euch ist für die Texte und wer ist für die Musik verantwortlich?
- Sowohl die Texte als auch die Musik mache ich allein - komplett. Das hat sich irgendwann herauskristallisiert, da die anderen keine Songs in diese Richtung schreiben - bis auf Georg, der hat ein Nebenprojekt in Wien, bei dem er Hauptkomponist ist; seine Songs gehen allerdings in eine etwas andere Richtung, und die würde nicht so gut zu EDENBRIDGE passen.
- (Georg) Ich will Lanvall da auch nicht dazwischenpfuschen. Er trifft genau unsere Linie und das sagt uns allen sehr zu.
- Ich gebe die Songs und die Lyrik vor und solange die anderen damit zurecht kommen, geht das in Ordnung.

Aber die Bandmitglieder können sich mit den Vorgaben trotzdem noch frei entfalten?
- Also, das ist so. Ich mache eine komplette Vorproduktion, d.h. ich programmiere den Bass, die Keyboards, die Drums -  Sabine gebe ich die Songs vor. Jedem Bandmitglied gebe ich ein komplettes Tape mit der vollständigen Nummer - instrumental - und jeder erarbeitet sich seine Parts selbst. Es ist natürlich so, das ich dem Roland nicht jedes einzelne Break vorschreibe. Bestimmte Figuren sind festgelegt, aber was er letztlich daraus macht ist dann seine Sache. Ich spiele kein Schlagzeug.

Die Ideen zur Lyrik, entstehen sie aus deiner Phantasie oder aus der Realität heraus?
- Weniger aus der Realität heraus, denn sonst würden sie wahrscheinlich erheblich negativer ausfallen. Eigentlich werde ich durch Musik, Filme, Bücher usw. inspiriert. Für mich sollten die Texte immer einen positiven Background haben. Eine Nummer "Midnight at noon" ist etwas negativ angehaucht, aber ansonsten sind die Texte positiv beziehungsweise spirituell angehaucht.

Es ist ein Wunsch von dir, positive Songs zu machen?
- Ich bin immer schon ein optimistischer Mensch gewesen, insofern ist es naheliegend, das meine Texte positiv formuliert sind. Es gibt zu viel negative Energien auf der Welt und es werden zu viele pessimistische Energien verbreitet, so ist es für mich nur natürlich ist, positive Messages zu produzieren.

Wie bist du darauf gekommen, die Texte so poetisch zu machen - durch die Melodielinie werden sie noch hervorgehoben?
- Meine Texte sind eigentlich schon immer in diese Richtung gegangen. Manchmal hat man ein Thema über das man schreiben will und es geht los und manchmal setze ich mich einfach hin und versuche das aufzuschreiben was mir durch den Kopf geht. Ich will die Texte natürlich jetzt auch nicht so wahnsinnig überbewerten. Ich schreibe sehr gerne in Metaphern so dass das Spiel noch situationsfrei ist. So kann sich jeder seinen eigene Meinung dazu bilden.
- (Kurt) Seine eigenen Gedanken darüber machen!
- Genau!

Die Melodielinie ist ganz klar zu erkennen, und wird durch eurem Gitarrensound eingebettet. Ist das Absicht?
- Genau. Also für mich ist es so ... ich starte meistens, wenn ich komponiere, mit der Vocal-line und den Harmonien. Dann kommen die Keyboardharmonien dazu und zum Schluss die Gitarren. Es kann schon mal sein, dass ein Gitarrenriff im Vordergrund steht wie bei "Wings of the wind", aber generell beginne ich mit der Vocal-line. Ich denke mal, wenn man so eine Sängerin hat, dann soll man sie auch in den Mittelpunkt stellen. Mir gefällt an einigen Bands nicht, das sie zuerst die komplette Musik schreiben und den Gesang dann versuchen irgendwie darüber bzw. hinein zu quetschen. Bei uns ist es total umgekehrt, und daher ist die Gesangslinie so dominant. Nach ihr orientiert sich alles andere...
- (Kurt) ... es wird quasi die Musik der Gesangslinie angepasst.

Interessant ist die klare Stimme und der zum Teil aggressive, harte Sound. Warum?
- Warum ... das ist eine Frage ... ich denke mal, da ich mich irgendwie dem Metal verpflichtet fühle bzw. verpflichtet war, aber mit klassischer Musik aufgewachsen bin, war es für mich naheliegend diese beiden Stile miteinander zu verbinden. Deshalb ist der Gegensatz auch so schön - von der Melodie des Keyboards und den Gitarrensoli und dem härteren Riffding.

Obwohl ich manchmal den Eindruck habe, das eure Musik beinahe schon in Progressive geht?
- Das ist lustig ... denn ich würde es nur in der Hinsicht progressiv nennen, da wir versuchen etwas Neues zu machen, das es vielleicht nicht unbedingt so gibt. Einfach durch die Kombination - eine Stimme zu nehmen die nicht Metal ist und eine Musik die sehr bombastisch und melodiös ist. Progressiv ist mittlerweile voll ein Schimpfwort. Progressiv wird nicht mehr so gehandhabt, wie es ursprünglich  mal von der Aussage her war. An sich heißt es "vorwärts schauen".  Und jede Band, deren Musik ein paar Takte davon enthält gilt dann praktisch schon als progressiv.

Was ich spannend finde ist der wechselnde Rhythmus sowohl im Gesang als auch in der Musik.
- Von Tempo ist es durchgehend ... keine Tempohanges.

Nein ... durch den wechselnden Rhythmus und der Breaks entstehen bei mir Bilder.
- Ich denke gerade bei den langen Songs ist es wichtig sie abwechslungsreich zu gestalten ... (in die Runde) sagt was, ich rede mich hier schummrig ...
... auch das Spiel mit den Effekten, z.b. bei "Sunrise in Eden" ergibt eine interessante Spannung.

Wie kommt du auf diese Ideen?
- Ich höre mitunter z.b. auch gerne Newage, Brooke-Musik - Künstler wie Vangelis, Mike Oldfield diese Sparte. Ich versuche die Songs abwechslungsreich zu gestalten und da ich fernöstliche Instrumente und Musik mag, wollte ich sie letztendlich in den Song mit einbringen. Es hat sich einfach angeboten, von den Harmonien her.

Was plant ihr als nächstes?
- Zwei Drittel des neuen Albums sind bereits fertig . Das soll im Frühjahr  herauskommen. Unsere Zukunft ist klar definiert. Zuerst unsere Tour, und diese so gut wie möglich fortsetzen. Dann folgt wieder der Songwriting Prozess - unser nächstes Album. Beim nächsten Mal sollte es dann schon so sein, dass wir als zweite Band spielen und beim dritten Album wäre es dann gut Headliner zu sein. Mein Ziel ist es, EDENBRIDGE so weit wie möglich nach oben zu bringen.
Ich denke, bei diesem Potential kann EDENBRIDGE das gesteckte Ziel durchaus erreichen. Ihre Songs kann man nicht so einfach in eine bestimmte Sparte stecken und ihr Ideenreichtum lässt auf ein interessantes zweites Album hoffen.
homepage über:
www.massacre-records.com
Story: Gabi Peiter