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ELOY 1994

Es war schon beeindruckend,was ELOY nach 10 Jahren Bühnenabstinenz auf den Brettern des Kölner E-Werkes dem Publikum bot. Tolle Lightshow, eine sehr gute Performance und ein klarer Sound bestimmten den kompletten Ablauf ihres Gigs. Vor diesem Konzert konnte ich noch mit Gründungsmitglied Frank Bornemann ein wenig über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft plaudern.

Nach mittlerweile 17 Alben (inkl. ein Live-Album), gibt es jetzt zum 25-jährigen Bestehen das aktuelle Album ´The Tide returns Forever´. Vor kurzem wurde die beiden Alben ´Chronicles I + II´ veröffentlicht. Diese beide Alben gaben den Fans die Möglichkeit die Highlights aus 25 Jahren ELOY auf zwei CD´s vereint zu hören. Warum habt Ihr Euch zu diesen Veröffentlichungen entschieden?
- Wir bekamen immer zu hören, daß unsere Musik einfach zeitlos ist. Aber der Sound ist bei weitem nicht zeitlos. Wir hätten zwar jetzt das ganze Material remastern können, um das Rauschen und das Knistern heraus zu bekommen, aber im Endeffekt bringt das ja auch nichts. So entschieden wir uns dann dazu, die ganzen Songs noch einmal neu einzuspielen. Ich rief damals die ehemaligen Leute an und fragte ob sie denn nicht Lust hätten diese Sache mit mir durchzuziehen. Sie waren auch einverstanden und so kam es, daß wir das alte Material einspielten. Am Ende waren wir alle sehr überrascht, wie authentisch das alles klang.

Es ist der Sound der 70er Jahre, der verpackt wurde in die Technik der 90er Jahre.
- Das wollten wir auch. Wir haben auch mit der alten Röhrentechnik und alten Synthys gearbeitet. Ich habe sogar meine alte Klampfe wieder aus dem Schrank geholt. Das war auch ausschlaggebend für uns gewesen, die alten Songs, wie sie ja auf ´Chronicles´ vertreten sind mit dieser modernen Technologie von heute zu recorden. Die Songs sollten aber trotzdem am Sound des alten Materials angelehnt bleiben.

Also ganz anders als die ´92 Veröffentlichung ´Destination´.
- Auf jeden Fall. ´Destination´ war viel kälter als unser neues Album ´The Tide Returns Forever´ gewesen. Der rockige Einschlag war auch sicher eine Folge davon, daß ich zu dieser Zeit sehr viele Metal-Bands produziert habe. Das neue Album ist einfach eine ganz andere Welt. Als wir die fertige Produktion gehört haben, hat es uns einen richtigen Schreck eingejagt, denn wir haben nicht gedacht, daß es so gut werden würde.

Ihr habt ja 1982 und 83 zwei zusammenhängende Konzeptalben auf den Markt gebracht. Ist das neue Album auch wieder ein Konzeptalbum geworden?
- Nein, das haben wir seit damals nicht mehr gemacht, obwohl sich ´Metromania´ und ´Destination´ jeweils um eine Thematik drehen. Das neue Album ´The Tides Return Forever´ sollte auch deshalb kein Konzeptalbum werden, weil sich die Songs um uns selber drehen. Wir wollten einfach mit dieser Scheibe eine Reflektion auf unsere gesamte Arbeit der letzten 25 Jahre wiedergeben.

ELOY hat auch erst seit 1989 einen Deal in Japan. Warum eigentlich so spät?
- Die ganzen Sachen, in Bezug auf das Ausland, haben bei uns immer sehr gehangen. Wir hatten zwar einen Majordeal, aber was ich damals noch nicht wußte war das, daß die Major-Companie im Inland zwar sehr gut arbeitet, aber das war leider im Ausland nicht der Fall. Die guten Resonanzen kamen eigentlich von ganz alleine oder irgendwelche ausländischen Plattenfirmen hatten sich versucht bei unsrem Majorlabel einzukaufen, was aber nicht so ganz einfach war. Nimm z.B. Amerika Anfang der 70er Jahre. Wir hatten zur damaligen Zeit einen Radiohit drüben, der natürlich sehr viel auslöste. Aber zum Schluß ging die Plattenfirma in Amerika pleite. Somit standen wir denn wieder in Amerika ganz am Anfang. In England hat eine Plattenfirma 1981 eine horrende Summe bezahlt um unsere Platten auch in England auf den Markt zu bringen. Wir waren auch dort sehr erfolgreich. Der Sound war ja auch zur damaligen Zeit sehr gefragt gewesen. Wir hatten aber auch damals schon einige Angebote aus Japan bekommen, aber leider waren wir hier in Deutschland zu sehr gebunden und die Preise für die japanischen Labels waren einfach viel zu hoch. Nach unserem Split im Jahre ´84 und der ersten Veröffentlichung, bei einem kleineren Label, nach dem Zusammenschluß der Band gab uns natürlich die Möglichkeit nun endlich mit Japan in Verhandlung zu kommen, was auch funktionierte.

Kommen wir doch zu einer ganz anderen Sache, n<\d>mlich dem Cover-Artwork. Die ganzen Cover von ELOY bestechen durch wirklich originelle Artworks. Wer macht denn diese Cover bei Euch?
- Das ist sehr unterschiedlich. Bei ´Destruction´ war es ein Bild von Albert Velasco, welches es schon gab. Nur einen Haken hatte die Sache, es war schwierig daran zu kommen. Zum Schluß haben wir dann doch noch einen Abdruck für 2500 DM bekommen und wir hatten wirklich sehr viel Glück dabei gehabt. Das Bild für das Cover der neuen Scheibe, habe ich in einem Katalog gesehen und fand es einfach fantastisch.

ELOY ist im Moment nach 10 Jahren wieder auf Tour. Habt Ihr vor dies nun wieder als ständige Einrichtung für die Zukunft mit einzubauen?
- Um Bei der Wahrheit zu bleiben, hatte ich diese Tour gar nicht vor. Aber als Matze zusagte waren wir schon zu zweit. Dann bekam ich auch noch in Bodo Schopf (drums) und Steve Mann (guitar) (beide ex-MSG) die Musiker, die ich mir immer schon gewünscht habe. So stand der Tour also nichts mehr im Wege. Wir wollten eigentlich auch nur diese 6 Dates in Deutschland machen. Aber mittlerweile haben wir schon Angebote aus dem Ausland, wie z.B. Paris, Athen und London, daß es schon wieder ganz neue Aspekte für uns sind. So viel Zuspruch können wir einfach nicht ignorieren und ich selbst bin sehr dankbar dafür. Ich denke, daß wir vielleicht demnächst alle zwei Jahre eine Scheibe veröffentlichen könnten, denn für jedes Jahr wird die Zeit bei uns einfach zu knapp. Jeder von uns hat ja auch noch seine eigenen Sachen, die man sich ja in der Zwischenzeit aufgebaut hat. Aber das bleibt jetzt erst einmal abzuwarten.
Nach dem grandiosen Konzert vor ca. 800 geschätzten Zuschauern, denke ich mir, daß wir in Zukunft noch einiges von der Legende ELOY hören werden.
Story : Gisela