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FACE DOWN 1996

Mit den Schweden von FACE DOWN war auf der Tour von NAPALM DEATH eine Band, die einschlug wie die besagte Bombe. Die Band besitzt die Heavyness und Aggression, die eine Band heute haben sollte. Da ich selber leider nicht, bei ihrem Konzert als Support von NAPALM DEATH in Essen sein konnte, kam das nachfolgende Interview mit Gitarrist Joacim Carlsson telefonisch zustande.

Im Jahre 1993 wurde FACE DOWN gegründet. Laut Info waren sie in den Anfangstagen dem Alternativ-Rock verfallen, was ich mir aber überhaupt nicht vorstellen konnte.
- Das ist auch nicht richtig, denn die Band spielte schon seit der Gründung immer Songs, die an SLAYER, SEPULTURA und vor allem den früheren BLACK SABBATH-Liedern angelehnt waren. Das Info ist deswegen total falsch.

FACE DOWN hieß ja auch in ihren Anfangstagen MACHINE GOD. Wie kam es denn zu der Namensänderung?
- Der Grund war der, daß zur gleichen Zeit MACHINE HEAD groß wurden und das hätte vielleicht zu Komplikationen und Verwechslungen geführt.

Der Name FACE DOWN ist ja auch sehr eingängig. Kommen wir aber doch jetzt zur Szene in Schweden. Wie sieht es denn für Bands wie euch in eurer Heimat aus?
- Die Szene hat sich in der letzten Zeit sehr gewandelt in unserer Heimat. Vor ein paar Jahren gab es noch genug Death-Metal Bands in Schweden. Im Moment wird der Markt aber fast ausschließlich von Hardcore-Bands beherrscht. Aber auch Punk-Bands, wie z.B. MILLENCOLIN sind sehr angesagt. Der Death-Metal ist zwar immer noch da, aber niemand kümmert sich im Moment darum.

Der Sound und die Texte von FACE DOWN sind ´straight ahead´. Kannst du mir im Groben ein wenig zu den Texten sagen?
- Die Texte sind sehr emotional gehalten und wir wollen das, was wir selber erleben, zum Ausdruck bringen. Wir haben in unseren Texten auch keine Messages für die Fans. Jeder kann für sich selbst seinen Teil hinein interpretieren.

Das ist auch der beste Weg, denn Bands mit Messages und politischem Zeugs sind ja auch nicht der Renner.
- Wir wollen auch nicht unsere Meinungen jemanden anderes aufzwingen. Das ist nicht gut, denn wir wollen auf jeden Fall glaubhaft bleiben.

´Mindfield´ wurde in zwei Monaten aufgenommen, was für eine Newcomerband ja doch sehr lang ist.
- Das kam dadurch, daß das Label Soundfront Records, bei der wir in Schweden unter Vertrag stehen, ein eigenes Studio besitzt. Das war auch der Grund dafür, daß wir uns sehr viel Zeit lassen konnten. Wir hatten auch sehr viel Glück, dass Daniel Bergstrand (MESHUGGAH, CRAWLEY, LOST SOULS) an den Reglern saß. Es war wirklich toll mit ihm zusammen zu arbeiten. Wir haben uns auch noch sehr gesteigert im Verlaufe der Aufnahmen.
Das kann man auch dem Album vollkommen anhören. Daniel Bergstrand hat wirklich alles aus FACE DOWN herausgeholt. Aber nicht nur auf Platte, sondern auch Live strahlen sie, wie man mir mitteilte, eine Aggression und Heavyness aus, wie man sie wirklich lange suchen muß.
Story: Gisela