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Special

Mit dem neuen Album „Domino Effect“ beweisen GOTTHARD sehr eindrucksvoll das sie wirklich rocken können. Viele hatten es ihnen ja, was ich wirklich nicht nachvollziehen kann, in der Vergangenheit abgesprochen. Fest steht, dass GOTTHARD eine Ausnahmeerscheinung in diesem Business sind, denn wie keine andere Band können sie noch die Massen bei einem Konzert begeistern. So geschehen am letzten Donnerstag im Kölner E-Werk, im Rahmen ihrer „Domino-Effect Tour 2007“. Vor dem grandiosen Konzert hatte ich aber noch die Gelegenheit ein Gespräch mit Gitarrist Leo Leoni zu führen.

Bei eurem neuen Album „Domino-Effect“ fiel mir sofort auf, dass es wesentlich mehr Live-Feeling besitzt als eure vorangegangenen Veröffentlichungen. War der Grund dafür, dass ihr euch kurz vor den Recordings noch auf Tour befunden habt und ihr dieses Gefühl mit auf die Scheibe bannen konntet?
- Eigentlich nicht, denn der Hauptgrund war der, dass wir es uns mit den Songs einfacher machen wollten sie auch live besser präsentieren zu können. Ich muss dir aber Recht geben, dass dieses Feeling verstärkt auf diesem Album zum Vorschein kommt. Ein solches hatten wir bis jetzt noch nie auf einem Album bannen können, aber es ist fandienlicher ein solches Album aufzunehmen, denn so wissen die Fans schon was sie alles erwartet. Ich denke aber auch, dass es eine normale Entwicklung bei GOTTHARD ist ein solches Album aufzunehmen.

Das sehe ich auch so, denn die Entwicklung ging ja von knackigem Hardrock, über etwas ruhigere Zeiten, nun wieder zurück zum Hardrock. Um zum Live-Feeling zurück zu kommen denke ich auch, dass „Homerun“ und „Open“ nicht so einfach war die Songs live zu präsentieren, oder?
- Das stimmt, obwohl das Album „Open“ ein komplett anderes Album war. Die Scheibe folgte ja sofort nach dem Akustik-Album „De-Frosted“ und dieses Album lag uns sehr am Herzen, denn alle standen hinter diesem Akustik-Album. Die logische Weiterentwicklung war demzufolge „Open“ und dann schließlich „Homerun“. Es war wirklich nicht so einfach diese beiden Alben live zu präsentieren, aber die Metal-Heads waren auch bei diesen Auftritten zugegen und auch sie hatten das Lächeln auf den Lippen.

Ich denke auch, dass eure Entwicklung genau richtig war, denn man sollte ja auch solche Songs aufnehmen, wonach einem gerade der Sinn steht und wenn alle dahinter stehen ist das vollkommen richtig.
- Dazu muss ich auch noch bemerken, dass man uns mit dem ersten Album in eine vollkommen falsche Ecke gedrängt hat, denn man hat uns als Metalband bezeichnet. Das sind wir nie gewesen, denn wir waren schon immer eine Rockband gewesen, die immer wert auf Balladen gelegt hat.

Nimm nur die Balladen „Let It Be“ oder „One Life One Soul“ die einfach unschlagbar sind.
- Genau, aber viele dachten wir wären eine Metalband. So befinden sich auf „Domino-Effect“ auch wieder Balladen, weil wir diese auch sehr wichtig für uns sind.

Es wäre ja auch eine Schande wenn ihr diese Balladen nicht machen würdet, denn durch Steve´s Stimme, werden genau diese zu Highlights. Bei solchen Songs kommt die außergewöhnliche Stimme von ihm natürlich total zum Ausdruck.
- Genau und deswegen haben wir überhaupt keine Probleme mit Balladen. Wir können unsere Gefühle jedenfalls zeigen und das sehr gerne.

Das neue Album rockt total. Hängt der Sound auch ein wenig mit Freddy, eurem neuen Gitarristen der ja nun zum zweiten Album mit dabei ist, zusammen?
- Das kann schon ein wenig mit einfließen, denn auch Freddy ist natürlich am Songwriting beteiligt. Aber das kommt meines Erachtens nicht so sehr zum Tragen, denn genau wie sich die Zeit geändert hat, änderten wir uns natürlich auch als Mensch und demzufolge kommt es auch zu einem veränderten Sound. Freddy wollte schon immer bei uns mitmachen, aber leider war er damals, als Mandy zu uns kam noch an einer anderen Band gebunden.

 

Die Schweiz ist ja auch von den Musikern her gesehen ein „kleines Land“, denn jeder kennt im Grunde jeden.
- Das ist wirklich so und es gibt auch nicht so viele Rockmusiker.

Nach so vielen Alben auf einem hohen Level ist es da nicht schwierig sich immer wieder zu Höchstleistungen zu motivieren?
- Das ist in jedem Fall schwierig, aber bis jetzt ist es uns immer wieder gelungen diesen hohen Level zu behalten. Das zeigen uns ja auch die Leute, die immer wieder zu unseren Konzerten kommen. Wir machen uns diesbezüglich aber nicht die ganz großen Gedanken, denn eigentlich sind unsere Songs immer noch die, welche uns gefallen und wir gerne auf einem Album haben wollen.

Das beweist uns ja auch das Album, obwohl die Songs sehr schnell entstanden sind.
- Das ist wahr. Wir waren sehr viel auf Tour und als wir dann mal zu hause waren, hat sich jeder Gedanken gemacht und seine Ideen festgehalten. Im Zeitalter des Internets und des Handys ist dies ja auch kein Problem seine Ideen den anderen mitzuteilen. So fügten wir am Ende unsere Ideen zusammen und arbeiteten sie aus. Das ging relativ schnell und vor allem sehr unkompliziert. Das Problem ist eigentlich, wenn du ins Studio gehst und zu viele Songs hast, musst du anfangen auszusortieren und das fällt uns in den meisten Fällen sehr schwer. Deswegen war das Songwriting für „Domino Effect“ zwar ziemlich schnell, aber effektiv.

Der „Sonntagsblick online“ hat euer Video „The Call“ als „Gotthard schockt“ bezeichnet, obwohl ich es überhaupt nicht als so schockierend empfunden habe.
- Aber für die Schweiz war es schockierend. Als im Video Steve´s Frau das auf einem Teller servierte Herz verspeiste, waren alle geschockt. Es ist aber mehr als Metapher zu sehen. Aber das wurde irgendwie falsch verstanden.

Ihr habt ja auf eurer letzten Tour, die sehr ausgiebig war, in vielen neuen Ländern gespielt. Wie war das so für euch?
- Wenn man in „neuen“ Ländern spielt ist es immer aufregend. Trotz allem sind es Rockfans, die sich auf die Show freuen und wir freuen uns auch für die Leute in Ländern zu spielen, wo wir vorher noch nie gewesen sind. So sind die Konzerte in England und Spanien wesentlich mehr geworden und das freut uns sehr. Was uns auch freut ist, dass unser neues Album nun auch in Amerika veröffentlicht wurde. Aber wir sind nicht so blauäugig, dass wir dort auch auf Tour gehen können, denn dazu ist dieses Land einfach zu groß. Trotz allem wäre es toll.
Lange genug arbeiten GOTTHARD ja nun schon an dem Plan in Amerika eine Tour zu absolvieren. Vielleicht klappt es doch noch, ich würde es ihnen wünschen. Jetzt aber sind sie erst noch hier in unseren Landen und in den angrenzenden Ländern bis Ende Dezember unterwegs. Laßt sie euch in keinem Fall entgehen, denn die Show ist Spaß pur!
www.gotthard.com
www.myspace.com/officialgotthard
Story: Gisela