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Da haben wir den Beweis mal wieder. GOTTHARD steht wieder, mit ihrem neuesten Album ´G.´ für gutgemachten Hardrock. Ich hatte auch nichts anderes erwartet, denn schon die beiden ersten Alben
wiesen einem ganz eindeutig den Weg. ´G.´ ist für mich eine Mischung aus ihrem Debut und von ´Dial Hard´, auf jeden Fall aber ein ganz großartiges Album. Mehr zum Album und dem ganzen drumherum erzählt euch gleich
Sänger Steve Lee und Bassist Marc Lynn, die mir in gewohnt lustiger Form, auf allen meinen Fragen, zufriedenstellende Antworten gaben.
Das neue Album wurde schlicht ´G.´ betitelt. Was hat es mit dem G. eigentlich auf sich? Marc:
Das ist ganz einfach zu erklären. G steht für GOTTHARD und wir haben die ganze Geschichte GOTTHARD einfach auf den Punkt gebracht. Nimmt man die erotische Bezeichnung für G. möchte ich sagen, daß wir mit diesem Album bei vielen diesen Punkt erreichen. Wir sind überzeugt davon, daß wir eine gute Platte gemacht haben.
Steve: Wir sind immer sehr für das zweideutige gewesen, aber vorrangig war, daß wir die Sache einfach auf den Punkt bringen wollten.
Das ganze Songwriting war ja auch eine sehr intensive Phase gewesen. Steve:
Wir waren auch schon einen Monat vor den Aufnahmen in Amerika gewesen und haben dort eigentlich erst die zweite Hälfte des Songwritings gemacht. Wir hatten schon bei den ersten beiden Alben das Gefühl gehabt, daß dies den Effekt bringen wird. Du bist ganz einfach im Land des Rock´n Rolls.
Ihr habt ja auch das Material teilweise in Amerika live vorgetragen. Marc:
Ja, aber nur teilweise. Uns kennt ja auch noch fast niemand, bis auf ein paar Insidern vielleicht. Es ist aber immer positiv, wenn man merkt es kommt an oder nicht. Wir sind auf jeden Fall vollkommen zufrieden mit unserem neuen Album.
´G.´ ist eine Kombination aus powervollen Hardrocksongs wie sie GOTTHARD bei ihrem Debut darboten und aus bluesigen Sachen. Wie kommt es denn, daß das neue Album so ausgefallen ist? Lag es vielleicht an
der intensiveren Vorbereitungsphase? Marc: Die Songs kamen einfach aus unserem Bauch heraus. Steve:
Das was Marc sagte ist auch sehr wichtig, denn wir sind nicht ans Songwriting gegangen und haben uns gesagt, daß wir jetzt einfach anknüpfen an unserem letzten Album. Es sollte einfach ganz spontan und vor allem aus dem Bauch heraus geschrieben werden. Ich bin, für meinen Teil sehr froh, daß
´G.´ viel farbiger ausgefallen ist. Wir haben z. B. durch den Einsatz von Mundharmonikaeinsätzen, den Blues viel mehr verstärkt. Zusätzlich haben wir noch Pianoteile mit dabei, die von Udo Jürgens, der bei uns im
Studio vorbeikam, gespielt wurden. Die Sache mit Udo Jürgens war nicht abgemacht gewesen, sondern kam total spontan.
Kanntet ihr Udo Jürgens denn vorher schon? Steve:
Ja, wir haben mit ihm schon einmal zusammen gespielt und zwar damals auf seiner ´60 Jahre-Party wo wir einen Song von ihm gespielt haben. Ja und auf dieser Party haben wir ihm denn vorgeschlagen, daß wenn wir in Amerika im Studio wären, könnte er doch mal vorbei schauen. Wir haben, als wir im Studio waren gar nicht mehr daran gedacht, daß er kommen würde, aber auf einmal stand er bei uns im Studio und alles ging ganz spontan über die Bühne.
Marc:
Er kam sogar mit einem Fotografen in unser Studio, denn Udo Jürgens ist ja auch ein cleverer Typ. Wir konnten ihm so natürlich auch noch ein wenig helfen, was das junge Publikum betrifft. Es war aber eine ganz lustige Sache.
Steve: Das alles bringt eben einfach mehr Farbe ins Spiel und deswegen ist das neue Album eine Scheibe, die man nach mehrmaligem Hören immer wieder in den CD-Player schieben kann.
Der Sound ist aber
immer noch im Stile von GOTTHARD und ich denke, daß sie mit diesem Album nun endlich den oberen Rock-Olymp erklimmen werden. GOTTHARD hat ja nicht nur Kontakte zu Udo Jürgens, nein auch Harold Faltermayer hatte
Interesse einen Song, nämlich die Ballade ´Father...´ von der Band zu übernehmen. Steve: Richtig und das hat mich auch total stolz gemacht. Marc: Es war natürlich auch von einer anderen Seite her sehr
interessant für Steve gewesen. Es war ja immer bekannt, daß die Texte nicht allzu tiefsinnig waren, aber Harold Faltermayer hat den Song einfach nur genommen, weil er textlich zu der Sendung paßte. Steve:
Nimm nur den Song ´In The Name´, der handelt von den Religionen die einem manches Mal sehr zusetzen. Marc: Da gibt es aber auch Songs, wie ´Ride On´, die einfach nur über das Motorradfahren handeln. Aber man
kann jetzt nicht sagen, daß diese Songs nicht aussagen, denn derjenige hat mit Sicherheit noch nie eine längere Tour mit dem Motorrad gemacht.
Ich finde auch, daß die ganze Sache mit den Texten viel zu sehr überbewertet wird. Steve:
Ich bin auch zufriedener, wenn jemand zu mir sagt, daß der Song geil ist. Mir macht es Spaß zu singen, aber dafür schreibe ich nicht so gerne Texte. Ich finde auch, daß man das schöne vom Leben erleben möchte.
Deswegen finde ich auch, daß partymäßige Musik viel besser in die Zeit paßt, als irgendwelche depressive Musik. Aber kommen wir doch jetzt zu einem ganz anderen Thema. GOTTHARD ist ja im asiatischen Sektor sehr gut
vertreten. Gibt es dort auch noch Länder, die ihr noch erobern müßt? Steve: Auf jeden Fall. Wir haben mitbekommen, daß z.B. Thailand jetzt auch ´Bock Auf Rock´ bekommen hat. Die Verhandlungen laufen gerade.
Es ist also auch euer Wunsch dort vertreten zu sein? Steve: Unser Wunsch ist es, auf dem ganzen Erdball vertreten zu sein. Marc:
Wir möchten auch gerne im kleinsten Land, nämlich in San Marino ein Open-Air bestreiten. Es gibt aber selbst in Europa noch Länder, die es für uns zu erobern gilt. Nimm nur Spanien. Die Leute von der Plattenfirma in Spanien wagen es noch nicht, das Risiko auf sich zu nehmen, denn sie denken immer noch, daß die englische Sprache dort nicht ankommen wird. Sie meinen immer, daß die Texte nicht verstanden werden. Ich finde aber, daß es auf das Verständnis der Texte überhaupt nicht ankommt, denn auch die HEROES DEL SILENCIO haben hier in unseren Graden auch Erfolg. Ich glaube auch, daß die Menschen im südländischen Raum viel mehr auf die Musik abfahren und eine Veröffentlichung deswegen überhaupt kein Nachteil wäre.
Der Meinung bin ich auch. Aber in der nächsten Zeit wird sich mit Sicherheit für GOTTHARD dieser Punkt auch noch erledigen, denn gute Rockmusik kennt eben keine Grenzen. Story: Gisela |