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Gespannt war ich schon auf den Auftritt der „Helden Des Schweigens“, aber ich kam nur kurze Zeit in den Genuss dieses genialen Sets. Leider musste in dieser Zeit noch ein Interviewtermin
wahrgenommen werden. Trotzdem gab es noch 20 Minuten Musik vom Feinsten, die sich vor allem durch die überragende Bühnenperformance von Sänger Enrique Bunbury und einer Raum ausfüllenden Gitarrensektion auszeichnete.
Trotz des strömenden Regens hatten die HEROES DEL SILENCIO ihr Publikum voll im Griff. Kurze Zeit nach diesem, unter die Haut gehenden Auftritts, hatte ich die Gelegenheit mich mit Enrique Bunbury und Alan Boguslavsky
(Gastgitarrist) zu unterhalten und somit auch eine Weile im Trockenen zu sitzen (es regnete wie aus Kübeln). Den ersten Eindruck, den ich von Enrique und Alan hatte, war ein sehr respektvoller und ich hatte ganz schönes
Lampenfieber. Na dann mal los mit den Fragen.
Das Debutalbum von den HEROES DEL SILENCIO ist, so viel ich weiß noch nicht in ganz Europa veröffentlicht. Ich denke aber das dies doch bald geschehen wird.
Enrique:
In einigen Staaten von Europa ist es mittlerweile schon käuflich zu erwerben, aber noch nicht überall. Das wird sich aber in der nächsten Zeit ändern, denn das Label arbeitet verstärkt daran. Dann müssen die Fans dieses Album auch nicht mehr als Import kaufen. Wann das aber jetzt genau geschieht kann ich dir nicht sagen, denn das ist Sache des Labels.
Ich war ja schon sehr überrascht das ihr euer letztes Album „Senderos De Traicion“ in einer Zeit von nur 15 Tagen aufgenommen habt. War das bei eurem neuen Album „El Espiritu Del Vino“ auch wieder der Fall?
Enrique:
Nein, denn wir bekamen dieses Mal keine Vorschriften zum Ablauf oder ein Zeitlimit. Wir benötigten 3 Monate für die Recordings, denn wir legten dieses Mal sehr viel Wert auf die Feinheiten. Schön das man uns diese Zeit zugestanden hat.
Eure Musik ist ja sehr eigenständig und Vergleiche möchte ich jetzt nicht anstellen. Von welchen Musikern wurdet ihr eigentlich hauptsächlich beeinflusst. Ich denke, dass doch eine große Bandbreite darin
vorkommt. Enrique:
Das ist vollkommen richtig, denn die Einflüsse sind wirklich sehr breit gefächert. Die Haupteinflüsse stammen aber von Bands wie QUEEN und LED ZEPPELIN. Natürlich aber auch Musik aus der heutigen Zeit und ein wenig spanische Einflüsse.
Was mich an der Musik von HEROES DEL SILENCIO am besten gefällt ist die spanische Sprache. Ich finde sie hat einen speziellen Ausdruck und den findet man heute nicht mehr allzu oft. Wollt ihr weiter in eurer
Muttersprache singen? Enrique:
Ich denke ja, denn es ist nun mal unsere Muttersprache. Mit der Sprache können wir unsere Gefühle und Erlebnisse wesentlich besser zum Ausdruck bringen. Wir haben es bei den Recordings zum Album schon mal versucht, aber die Stimmungen kamen einfach nicht ehrlich rüber und somit haben wir diesen Plan wieder verworfen.
Wer schreibt denn bei euch die Songs? Enrique:
Das ist die Arbeit der kompletten Band. Jeder trägt seinen Teil dazu bei. Das ist uns auch sehr wichtig, denn dadurch stehen wir erstens voll hinter den Songs und zudem ist die Vielfältigkeit im Sound vorprogrammiert, denn jeder hat seinen eigenen musikalischen Background.
Im Herbst geht ihr ja wieder auf Tour. Führt euch diese durch ganz Europa? Enrique:
Ja, das ist geplant und ich denke, dass es eine ganz spannende Sache ist. Wir haben durch unsere spanische Sprache in vielen Ländern einen Exotenbonus. Aber die Reaktionen sind auch sehr gut, also ist die Sprache auch kein Problem.
Jetzt habe ich eine Frage, die ihr sicher schon nicht mehr hören könnt, aber mich interessiert es halt. Steckt etwas besonderes hinter dem Bandnamen Heroes Del Silencio, denn in Wirklichkeit schweigt ihr ja
nicht? Enrique: Eine Bedeutung hat der Name nicht wirklich, aber er gefiel uns sehr gut und ganz ehrlich er klingt doch sehr gut, oder?
Ich finde ihn sogar richtig passend. Ihr habt ja in Spanien einen
riesigen Erfolg. Wie sieht es denn mit der Rock-Szene dort aus? Enrique:
Das ist sehr rückläufig. Die Szene war vor Jahren noch riesengroß. Leider gibt es heute nicht mehr so viele Bands. Sie haben vielleicht kein Durchhaltevermögen, denn das Business in Spanien ist doch sehr traditionell und die Leute stehen auf normalen Pop, den sie auch in den Radios hören.
Jetzt habe ich mich so lange mit Enrique unterhalten und ich möchte jetzt doch ein wenig auf Alan eingehen. Durch seine Gitarrenarbeit klingen die Stücke live noch wesentlich dynamischer. Ist er jetzt fest in
der Band oder nur als Verstärkung bei den Live-Gigs? Enrique: Leider ist Alan nur auf Tour mit von der Partie, aber vielleicht ändert sich das noch im Laufe der nächsten Zeit.
So jetzt aber zu Alan, der
wirklich sehr diskret zugehört hat. Aber trotz allem möchte ich von ihm auch noch etwas erfahren. Woher kommst du eigentlich, auch aus Spanien? Alan:
Nein ich komme aus Mexiko und habe die Band auf der letzten Tour kennen gelernt. Nach einigen Sessions, die wir zusammen hatten, merkten wir sofort, dass der Funke übergesprungen war. Ich bin dann mit den Jungs zusammen nach Zaragoza gegangen, wo ich auch seitdem wohne. Ich bin nur stolz darauf in einer solchen Band mitspielen zu können.
Enrique: Das war nun die Interviewpremiere von Alan. Es ist das erste Mal das er zu einem Termin mitgeht, aber er muss es ja auch mal erleben, oder? In jedem Fall und ich hoffe das ich beim nächsten
Interview noch ein wenig mehr mit Alan plaudern kann und vor allem dann mit weniger Nervosität von meiner Seite. Vielleicht lag es auch einfach nur daran, dass das Wetter nicht so mitspielte, denn dieses Mistwetter
benötigte viel Energie. Nach dem Interview ging es dann auch wieder ab in den Regen. Story: Gisela |
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