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Nachdem die HEROES DEL SILENCIO lange Zeit nicht mehr bei uns zu sehen waren, kamen sie doch wieder pünktlich zur Open-Air Saison, um uns im Anschluß daran, mit einer kleinen Hallentour durch
die deutschen Landen zu entschädigen. Das Konzert, welches im Hammer Maximilianpark stattfand, war auch sehr gut besucht und es herrschte, wie immer eine tolle Stimmung. Kurz vor dem Konzert konnte ich Enrique Bunbury
einige Fragen zur Band, was sie so alles erlebt haben und vor allem etwas zu ihren nächsten Aktivitäten entlocken.
Das aktuelle Album der HEROES DEL SILENCIO ist nun schon fast ein Jahr auf dem Markt. Was
ist denn in der Zwischenzeit alles bei euch passiert? - Nachdem wir unsere Tour im November in Europa beendet hatten, haben wir erst einmal ein wenig Urlaub gemacht. Im Januar sind wir dann auf Tour in Amerika
gegangen. Dort haben wir uns bis zum Mai aufgehalten. Wir waren fast die ganze Zeit nur auf Tour. In Amerika haben wir fast alles mitgenommen, was wir bekommen konnten. Nun sind wir wieder zurück in Europa und haben
jetzt eine kleine Tour in Spanien und einige Festivals hinter uns. Die kleine Tour jetzt in Deutschland ist erst einmal die letzte hier in Europa, denn im September werden wir wieder für einige Zeit wieder auf
Tour in Amerika sein.
Die Band hat ja auch sehr stark den südamerikanischen Kontinent betourt. Ist denn der Südamerika besser als Europa für euch? - Das würde ich nicht so direkt sagen. Es ist viel
einfacher für uns in Südamerika. In Deutschland ist es immer wieder schön, denn ich liebe es in Deutschland zu spielen. Die Reaktionen des Publikums sind hier mit der Besten überhaupt. Aber in Südamerika ist es deswegen
leichter für uns, weil die Leute dort die Texte verstehen. Wir können zu den Journalisten in unserer Muttersprache reden. In Amerika ist es fast dasselbe, denn viele Amerikaner sprechen auch Spanisch.
Glaubst du denn, daß dies die einzigste Erklärung dafür ist? - Es gibt zwei Seiten, wie die Leute die HEROES DEL SILENCIO sehen. Die europäischen sehen uns als eine fremdländische, oder besser gesagt südländische
und vor allem sehr heiße Band. Die Südamerikaner dagegen sehen uns nicht als Südländer, sondern als europäische Band. Ich glaube auch, daß die Auftritte in diesen Ländern deswegen so gut sind, weil sie so etwas
überhaupt nicht haben.
Nach fast einem Jahr nach der letzten Veröffentlichung ´Avalancha´ interessiert es euch sicher, ob die HEROES DEL SILENCIO schon neues Material geschrieben haben, oder eine neue
Veröffentlichung in Aussicht ist? - Zuerst einmal werden wir eine Doppel-Live-CD auf den Markt bringen. Diese wird dann unsere ganzen Hits, oder besser gesagt die populärsten Songs beinhalten. Das Album wird
hauptsächlich für den amerikanischen Markt veröffentlicht, weil die meisten Alben dort nicht auf den Markt kamen. Das trifft vor allem für einige Staaten in Südamerika zu. Der Hauptgrund für diese Veröffentlichung ist
für uns aber, daß wir einen Überblick über das bekommen, was wir in den vergangenen 9 Jahren gemacht haben. Danach werden wir erst einmal eine Pause einlegen.
Um ein neues Kapitel zu starten? - Ja, ein
ganz anderes Kapitel wollen wir dann beginnen. Ich denke, daß dies die letzte Tour für die HEROES DEL SILENCIO in diesem Soundgewand ist. Im Moment sind wir eine Rock´n Roll-Band, aber wir wollen dies ändern. Wir
möchten gerne anderes machen.
Diese Entwicklung konnte man ja schon vom ersten Album ´El Mar No Cesa´ bis zum aktuellen ´Avalancha´ sehr gut mitverfolgen. - Das ist vollkommen richtig. Ich finde, daß
das erste Album mehr in die Pop-Ecke angesiedelt war, aber im Laufe der Jahre haben wir doch mehr der härteren Ecke zugesprochen. Wir spielen im Moment hauptsächlich Rock´n Roll, aber wir wollen einen viel
persönlicheren Sound kreieren. Im Grunde ist jedes Album eine persönliche Visitenkarte von uns, denn auch wir haben uns in der gesamten Zeit verändert. Das trifft in menschlicher wie in musikalischer Hinsicht zu. Wir
suchen jetzt nach einer neuen Formel um das neue, was uns beschäftigt mit in die Musik einzubauen.
Habt ihr denn schon Ideen für die neuen Sachen? - Ja natürlich, aber ich denke, daß es jetzt noch zu
früh dafür ist, über das, was in unseren Köpfen vorgeht, zu sprechen. Ich möchte aus dem Grund nicht darüber reden, weil die Ideen einfach wild durcheinander laufen und es bedarf noch einiger Zeit des Nachdenkens.
Gerade jetzt denke ich über mehr Technik nach und gleichzeitig erforsche ich die Roots. Ich denke auch, daß Spanien eine sehr interessante Geschichte besitzt. Diese ganzen Sachen kann man mit afrikanischen musikalischen
Kulturen verbinden. Wenn man dazu noch die südafrikanischen Musik, mit all den lateinamerikanischen Einflüssen einbringt, glaube ich, daß eine sehr interessante Musik dabei herauskommt. Wichtig ist aber, daß die Technik
europäisch bleibt. ich denke, wenn wir diese drei Dinge mit Rock´n Roll mixt wird die ganze Sache wieder interessanter. Wir sind jedenfalls in der Lage, da wir dieses alles in unseren Köpfen haben, diese Wünsche wahr
werden zu lassen.
Das Wichtigste aber ist, daß du in Spanisch weiter singst. - Das ist mir auch sehr wichtig, denn nur so kann ich meine ganzen Gefühle und Emotionen, die in mir stecken, besser
rüberbringen. Der Grund dafür, daß wir in Spanisch singen ist nicht, daß wir Patrioten sind. Es ist nun mal meine Muttersprache, in der ich denke und vor allem fühle. Man sollte auch akzeptieren, daß jede Band in ihrer
eigenen Sprache singt. Wir mögen es auch, wenn andere Bands in ihrer Heimatsprache singen. Ich finde auch, daß jede Band in ihrer eigenen Sprache singen sollte. Wie meinte Enrique so treffen: ´Nur in der eigenen
Sprache kann ich meine Gefühle so ausdrücken, wie ich sie auch meine.´ Zu Hoffen bleibt jetzt nur noch, daß die HEROES DEL SILENCIO nicht allzu lang pausieren werden, denn solch interessante Bands gibt es wirklich nicht
oft. Story: Gisela |