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Special

IQ

Am 12.06.93 hatten die Freunde progessiver Rockmusik wieder einen großen Tag. In Kleve spielten die Briten IQ in der Stadthalle ihr einziges Konzert bis September. Insofern war es nicht verwunderlich, das Karten bis in 900 Kilometer Entfernung verkauft worden waren. Punkt 21.00 Uhr standen IQ auf der Bühne. Da die Band eine Live-CD und ein Video aufzeichnete, legten sie sich natürlich mächtig ins Zeug. Besonders gelungen waren, showmäßig gesehen, die Einlagen von Sänger Peter Nicholls, als er erst mit einer weißen Maske - und einen Song später als Tod verkleidet auf die Bühne kam. Auch an der Lightshow gab es nichts auszusetzen.

Doch der absolute Höhepunkt war und blieb die Musik. IQ hatten bereits beim Soundcheck die gesamte Show durchgespielt, mal abgesehen von zwei zusätzlichen Zugaben die auf Grund der Publikumsreaktionen noch gespielt wurden. Die fünf Perfektionisten boten in ihrem fast dreistündigem Set einen Querschnitt durch ihre gesamten Alben. IQ gaben keinen Grund zur Kritik an ihrem Konzert und ich kann nur jedem empfehlen sich eines der Konzerte im September anzusehen. Der weiteste Weg lohnt sich! Nach dem Konzert hatte ich Gelegenheit in lockerer Atmosphäre ein Interview mit Martin Orford (Keyboards) und Paul Cook (Drums) zu führen. Die beiden waren so gesprächig, daß ich gar nicht mehr erst zum Nachfragen kam. Was letztendlich dabei herausgekommen ist steht nachfolgend (gekürzt) zu lesen.
Wofür stehen die Buchstaben IQ?
Paul:
Intelligenzquotient....
Martin: Ja, erst mal sollte es Intelligenzquotient heißen, doch dann dachten wir das die Buchstaben IQ sehr gut aussehen würden. Wir hatten auch noch einige andere Namen zur Auswahl doch IQ erschien uns am besten.

Was denkt Ihr ist der Unterschied von IQ 1983 zu heute?
Paul:
Was der Unterschied ist? Nun es sind 10 Jahre vergangen, wir sind 10 Jahre älter...
Martin: Ich denke wir sind heute bessere Musiker und bessere Songwriter als damals.
Paul: Martin ist der bessere Songwriter und ich bin der bessere Musiker...
Martin: Es ist eine lange Zeit sich weiterzuentwickeln. Ja, ich denke es ist so, wir sind auch nicht mehr so ungeduldig wie damals. Wenn wir ´Toys In The Lush Attic´ heute machen würden, wäre es mit Sicherheit anders ausgefallen.
Paul: Es war ein großartiges Album, typisch IQ, doch heute würde es halt anders ausfallen, du verstehst?

Was machte Peter in den Jahren in denen er IQ verlassen hatte?
Martin:
Er machte Illustrationen, was er, denke ich, sehr gut macht. Er illustrierte einige britische Comic-Bücher, was er heute auch noch macht.

Es sieht so aus als wären IQ auf dem Weg eine der erfolgreichsten progressiven Rockbands der Welt zu werden. Denkt Ihr das auch? (Länger anhaltendes Lachen meiner Gesprächspartner)
Paul:
Nein, eine erfolgreiche Band schon aber nicht so stark...
Martin: Für eine Band die keinen Major-Deal hat sind wir schon sehr erfolgreich.

Was ist aus Eurer Sicht die erfolgreichste und was die schlimmste Situation in Eurer Bandgeschichte?
Martin:
Die erfolgreichste Station war der heutige Abend und die Tatsache das wir im Sommer auf diesem riesigen Rockfestival in Los Angeles spielen dürfen. Die schlimmste Situation, hm, ich glaube es war ein Gig in Brighton...
Paul: Nein, die Show in Stafford war schlimmer. Wir spielten für eine Biker-Band Support, alle diese Leute, teilweise gewalttätige Leute die Heavy hören wollten und selbst die Fahrt zurück nach Hause war frustrierend

Nun meine letzte Frage, was plant Ihr für die Zukunft ?
Paul:
Wir wollen bekannter als alle anderen werden...hahaha!
Martin: Wir machen im September eine Tour, dann wollen wir noch in diesem Jahr das Video und die Live-CD veröffentlichen, die wir heute aufgenommen haben. Tja, dann werden wir ein neues Studioalbum aufnehmen.
Nachdem die Beiden mir in 11/2 Stunden ein Kotelett ans Knie geredet hatten ließen sie mich sichtlich erschöpft die Heimreise antreten.
Story: Gernot Sieger