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LOST CENTURY 1994

Das Düsseldorfer nicht nur gut Eishockey spielen können sondern auch gut Musik machen, beweisen uns, mit ihrem Debutalbum ´Complex Microcosm´, die Power-Metaller von LOST CENTURY. Die schon 1990 gegründete Band arbeitete immer schon fleißig an neuem Material. So haben sie neben zwei Demos, einer selbstproduzierten EP (´Natural Process Of Progression´) auch ihr Debut selbst in die Hand genommen. LOST CENTURY, die aus Andreas Lohse (vocals), Martin Bayer (guitar), Jens Schäfer (guitar), Rudi Görg (bass) und Jason Kubke (drums) besteht, macht eine Mucke, die man auf jeden Fall nicht in die Vielzitierten Schubladen stecken Kann, sondern ihre Musik zeichnet sich durch abwechselnd aggressiv/depressiv und melacholisch/melodische Kompositionen nahe dem orchestralen Powermetal aus. Aber lassen wir doch jetzt die Band, oder besser gesagt Andreas Lohse und Rudi Görg zu Wort kommen.

Seit ihrer Gründung hat LOST CENTURY schon zwei Gitarristenwechsel zu verzeichnen.
Andreas:
Richtig, das war so, daß der erste sehr gut Gitarre spielte, aber es klappte auf dem menschlichen Sektor nicht so richtig. Bei unserem zweiten war dieses genau umgekehrt . Na ja und Jens beherrscht sein Instrument sehr gut und auf der menschlichen Basis ist auch alles in Ordnung. Jens trägt auch sehr viele zum Songwriting bei, weil er auch schon vorher in seiner früheren Band die Songs mit geschrieben hat.
Rudi: Er paßt total in unser Konzept.

Bleiben wir doch direkt einmal beim Songwriting. Wird dieses von der kompletten Band gemacht?
Andreas:
Das arrangieren wird von der Band in Gemeinschaftsarbeit gemacht. Normal ist es so, daß einer mit einer Basisidee oder vielleicht mit einem kompletten Song ankommt. Dann wird diese Idee von der Band aufgegriffen und jeder kann seinen Teil dazu beitragen, bis der Song denn steht. Die meisten Ideen kommen von den beiden Gitarristen, von Rudi und mir. Jason hält sich dabei etwas im Hintergrund, weil ihm auch einfach das Know How vom Gitarre spielen fehlt. Früher war es so, daß unser erster Gitarrist alles alleine schrieb. Aber heute geht alles viel leichter von der Hand, wenn vier Mann mit Ideen ankommen.
Rudi: Es kommt somit auch kein Stress auf, denn wenn wir an einem Song nicht mehr weiter kommen, machen wir eben an einem anderen weiter.
Andreas: Manchmal arbeiten wir an drei Songs gleichzeitig. Es ist ja so, daß wenn mehr Input vorhanden ist, gibt es dementsprechend auch mehr Output.

Das Album ist ja auch sehr vielseitig geworden. Man kann Euch jedenfalls nicht in irgendeine Schublade stecken.
Andreas:
Das stimmt, denn es sind stilistisch sehr viele Sachen auf der CD vertreten. Es sind balladeske Sachen ebenso vertreten, wie dynamische, aggressive und melancholische Songs. Genau das, spricht eigentlich für die Band.
Rudi: Es ist ja auch so, wenn wir jetzt sagen würden, wir sind ja anders als die anderen, würden die meisten behaupten: ´Das sagt ja jeder.´ Aber wenn uns schon Fachzeitschriften nicht irgendwo einordnen können, ist das schon eine andere Sache.

LOST CENTURY hatte ja auch schon mit ihrer EP einen Vertrieb in Skandinavien und Deutschland in Eigeninitiative auf die Beine gestellt, welches ja sehr beachtlich ist.
Andreas:
Es waren zwar alles nur kleine Sachen, wie Magazine, die die EP mit in ihre Mailorder aufgenommen haben, oder hier in Deutschland hatten wir Ragna Röck, der schon CONCEPTION entdeckt hat und auch noch einen kleinen Vertrieb in Bielefeld. Wir hatten auch sehr viele Beziehungen zu Magazinen im Ausland, die uns auch immer geholfen haben.

Ihr habt ja auch das Album, so wie es jetzt veröffentlicht wurde, alleine gemacht.
Andreas:
Ja, bis auf das Mastern ist alles von uns gemacht worden. Die Produktion, das Cover, die Bilder, einfach alles.
Rudi: Es sieht jetzt auch so aus, daß wenn wir noch eine Platte machen werden, diese im T&T-Studio aufgenommen wird. Wir hätten auch denn 14 Tage Zeit, um das neue Album zu recorden und das müßte mehr als genug sein.

Es ist ja auch besser ein Album in kurzer Zeit zu recorden.
Andreas:
Auf jeden Fall, denn es ist viel spontaner und die Ideen sind viel frischer. Denn die Gefahr ist die, daß wenn man zu lange im Studio ist, die Frickelei immer größer wird und im Endeffekt ist man denn gar nicht mehr mit dem Resultat zufrieden und man kann es live nicht mehr rüberbringen.

Andreas hat auch einige Zeit Unterricht in klassischem Gesang gehabt, welches auch sehr stark auf dem Album herauszuhören ist.
Andreas:
Der Hauptauslöser, warum ich das überhaupt gemacht habe, war eigentlich Geoff Tate von QUEENSRYCHE. Mich hat seine Stimme immer fasziniert. Es ist auch heute so, daß ich, nachdem ich diesen Unterricht absolviert habe, eine ganz andere Atemtechnik besitze. Früher ist mir nach einigen hohen Passagen fast der Kopf geplatzt. Heute passiert mir das aber nicht mehr. Man kann das alles mit einbringen, nur man sollte es nicht übertreiben.

Kommen wir doch jetzt einmal zu den Texten, die ja von Andreas geschrieben werden.
Andreas:
Ich habe eigentlich zwei Grundthematiken, daß sind Liebe und Religion. Das soll man jetzt aber nicht falsch verstehen, denn Religion steht für mich für Unterdrückung. Schau dir doch nur die Geschichte an, wie z.B. die Inquisition oder die ganzen heiligen Kriege. Das alles spricht doch nur für die Unterdrückung, vor allem der Frauen. Ja und die Liebe, das sind sehr persönliche Texte für mich. Mit diesen texten versuche ich die ganzen Beziehungen, die in der letzten Zeit für mich zerbrochen sind wieder aufzuarbeiten. Ich verfasse die Texte auch sehr bildlich, so daß sich keiner in den Texten wiedererkennen wird. Im Grunde sind es alle kleine Gedichte, die ich da verfasse. Ich muß mich auch wohlfühlen bei den Texten die ich singe, deshalb schreibe ich auch die Lyrics jetzt alleine.

Das Material von ´Complex Microcosm´ ist ja mittlerweile schon etwas älter. Habt Ihr denn schon wieder neue Songs geschrieben?
Andreas:
Ja und soviel möchten wir verraten, daß wir für das neue Album schon ein Konzept haben. Es soll sich dabei um die vier....
Rudi: Mehr wird jetzt aber nicht verraten.
Wir werden es ja mit Sicherheit zu hören bekommen, worum sich das neue Album dreht. Um LOST CENTURY live erleben zu können, müßt ihr fleißig die Tour-Kalender lesen, denn im Moment sind einige Gigs geplant, aber leider wartet die Band noch auf deren Bestätigung. Einen Termin habe ich euch aber noch zu bieten:
Story Gisela