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„Leave and enter empty rooms“ ist der Name des Albums, mit dem Österreichs neuster Musikexport Mely ein bisschen Traurigkeit in unsere Vorweihnachtszeit bringt.

Wie man auf eurem neuen Album „Leave and enter empty rooms“ deutlich hören kann ist Melancholie das dominante Motiv in eurer Musik. Ist in der Schwermut euer Sinn für Ästhetik zu finden?
- Hallöle! Ich sag´s mal so, wir machen unsere Musik vor allem aus Gefühlen heraus, diese fühlen sich umso besser/intensiver/was auch immer an, je größer die Räume werden, die durch sie entstehen. Hä? Wird sich jetzt der eine oder andere denken, ist aber ganz einfach. So ziemlich jeder kennt wohl den Moment, wenn es dir eine Gänsehaut bei deinem Lieblingssong aufzieht und du aber gar nicht weißt warum, machst aber die Augen zu, bist in deiner eignen Welt. Das nennen wir Raum und dieses Gefühl suchen wir. Finden tut es sich eben in „Schwermut-Songs“. So gesehen passt der Begriff Ästhetik in Verbindung mit Schwermut ganz gut auf uns.

Wenn man sich so sehr auf ein Konzept versteift, dass man es sogar im Bandnamen festschreibt, setzt man dann nicht der eigenen Kreativität Schranken?
- Nie und nimmer! Das lässt alles offen, da darin alles enthalten ist, was du brauchst. Melancholie findest du in den besten Songs der verschiedensten Musikrichtungen. Es ist scheinbar so, dass Musiker vor Kreativität überschäumen solange sie irgendwelche Problemchen verarbeiten können, somit brauchst dir um uns glaube ich keine Sorgen machen... haha

Eure ersten zwei Alben waren Eigenproduktionen. Aber auch ohne Label habt ihr es auf die Hauptbühne beim Metalcamp 2006 geschafft und einige große Bands (u.a. Leaves Eyes, Graveworm) supportet. Wie ist euch das gelungen?
- Na ja, so viele Gigs spielen wie irgend möglich, Kontakte sammeln, ins Gespräch kommen, auch nicht vor Kartenverkäufen für die Veranstalter zurückschrecken, die übliche Palette halt. Der Metalcampgig begann eigentlich ja schon mit dem Gig auf der Talentstage ein Jahr zuvor. Wir haben damals scheinbar überzeugt, worauf man uns im darauf folgenden Jahr auf der Mainstage eine Chance gab. Die Supportgigs verliefen eigentlich ähnlich, teilweise über Kontakte, teilweise auch über Kartenverkäufe  und zu einem Teil weil man uns bereits gesehen hatte und vor allem auch zutraute unsere Sache gut zu machen. Die Gigs waren alle sehr genial und die Erfahrungen sehr wichtig für uns.

Seit Mai seid ihr nun bei BBE unter Vertrag. Wie konntet ihr – trotz der genannten Erfolge – so lange ohne Label bleiben, während viele weniger interessante Bands irgendwo unterkommen?
- Wenn wir das wüssten hätten wir schon länger einen Label! (-; Warscheinlich war es wohl die Tatsache, dass wir erst mit „...reel through my wave...“ auch im Ausland für offene Ohren sorgten. Da, wie wir leider feststellen mussten, die Labelwelt auch sehr Genre-spezialisiert zu Werke geht ist es für eine Band wie uns, die nicht unbedingt in eine Schublade gesteckt werden kann, wohl doch eher schwer einen Plattendeal zu ergattern. Die angesprochene Spezialisierung ist zwar marketingtechnisch nachvollziehbar, aber ich finde es sehr schade, da doch einige wirklich gute Bands aufgrund ihrer Offenheit für verschiedenste Elemente nicht die notwendige Aufmerksamkeit bekommen.

Die Bewertungen für „L.a.e.e.r.“ waren zwar nicht übel. Es drängt sich aber der Eindruck auf, dass manche Rezensenten nicht mit der Aufmerksamkeit gelauscht haben, die eure Musik verlangt. Seid ihr enttäuscht?
- Nein, im Gegenteil! Man hört zwar nicht gerne, dass das ein Schei* is was man macht, man hat aber auch nicht den nötigen Abstand seine Songs auch objektiv beurteilen zu können. Was uns von Anfang an klar war ist, dass man das aktuelle Songmaterial nicht einfach nur hintenrum hören kann, dazu stecken zu viel Material in jedem Song. Deshalb waren wir auch eher skeptisch bezüglich Reviews bzw. den Schreiberlingen. Es ist zwar deren Job CDs intensiv anzuhören und sie dann auch dementsprechend zu bewerten, doch glaube ich gibt es nicht wirklich viele, die das auch hauptberuflich machen können. Da ist es dann verständlich, dass der eine oder andere Rezensent auch aus Zeitmangel mal nicht so genau reinhört und halt einfach was hinschreibt. Noch dazu ist jedes Review eine Abbildung des eigenen Geschmacks und jedem kann Mely nicht gefallen, so förderlich das für unsere Verkaufszahlen auch wäre. haha Deshalb sag ich mal, dass wir zufrieden sein können!

Was treibt ihr, wenn ihr keine Musik macht?
- Helmut und Martin studieren, der Rest geht eher technischen Jobs nach, alles in allem weit weit weg von jeder Art von Musik und auch nicht wirklich interessant da drüber zu quasseln. Privat geht’s dann fast nur um das Thema Mely. Klingt triste, ist es aber nicht! Ich spiel nebenbei noch in einer Coverband namens Painkilla, wo wir so die Metalklassiker von Judas Priest über die ältern Metallica, Megadeth usw. zum Besten geben. Auch ganz lustig!

Eure Live-Aktivität beschränkt sich bislang weitestgehend auf eure heimatlichen Gefilde. Darf man erwarten, dass ihr in absehbarer Zeit einen Eroberungsfeldzug nördlich der Alpen führt?
- Eroberungsfeldzug klingt gut! Die Release war bis jetzt Thema No1 und gehen somit erst jetzt so richtig dran wieder Gigs aufzustellen. Eine Tour solls dann auch geben, wo, wann, mit wem und wie können wir zwar noch nicht verlautbaren, es sollte aber möglichst intensiv und umfangreich zur Sache gehen. „Schau ma mal!“ wie der Ösi so gerne sagt...