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MENTAL HIPPIE BLOOD 1995

Die Schweden MENTAL HIPPIE BLOOD warteten Ende 1993 mit ihrem sensationellen Debutalbum auf. Mit ihrem neuesten Output ´Pounds´ haben sie zwar die Stilistik etwas geändert, wissen aber trotz allem noch voll zu überzeugen. So gelang es auch Michael Oran (vocals) und Mikael Jansson (guitar), mich nach ihrem Gig, im Vorprogramm von ACCEPT, mit ihren Antworten auf meine Fragen zu überzeugen.

Das Debutalbum wurde von MENTAL HIPPIE BLOOD selber produziert. Bei ´Pounds´ hingegen wurde ein Produzent zu Rate gezogen. Warum eigentlich?
Michael:
Bei unserem Debut hatten wir zu wenig Geld zur Verfügung gehabt, so daß wir uns in Folge dessen keinen Produzenten erlauben konnten. Bei ´Ponds´ war es, da wir sehr viele musikalische Elemente aus den 70er Jahren in unsere Musik mit intrigieren, eine sehr große Hilfe, einen Produzenten zur Seite zu haben, der uns viele Tips gab, diesen Sound in den Stil der 90er Jahre zu verpacken.

´Pounds´ wurde von ´Sank´ (u.a. LOVE AND PITBULLS, SHOTGUN MESSIAH und KILLING JOKE) produziert. Eröffnete er Euch, in musikalischer Hinsicht, neue Wege?
Michael:
Das eigentlich nicht so direkt, denn wir haben sehr viele eigene Ideen mit einfließen lassen. Im Grunde war es eine Gemeinschaftsarbeit. Aber trotz allem hat er wirklich das Letzte aus uns herausgeholt. Wir haben auch bei ´Pounds alles einzeln eingespielt, ganz im Gegensatz zu unserem Debut, bei dem wir nur ins Studio gingen, die Songs live eingespielt haben und fertig war das Album.

´Pounds´ ist ja auch wesentlich heavier ausgefallen.
Michael:
Richtig, aber vor allem auch viel aggressiver. Das ist aber auch genau der Sound, den wir mögen.
Mikael: Wir mögen zwar unser erstes Album immer noch, aber mit der Zeit haben sich natürlich auch unsere Gefühle geändert und wir schreiben wirklich nur Songs, wie wir sie fühlen, also so richtig aus dem Bauch.

Textlich lassen MENTAL HIPPIE BLOOD ihren Gefühlen auf ´Pounds´ auch freien Lauf.
Michael:
Richtig, ´Pounds´  handelt von Dingen, die mit Sicherheit jeder schon einmal erlebt. Diese ganzen Sachen haben einem tagsüber so sehr beschäftigt, daß man in der Nacht regelrechte Alpträume davon bekommt. Ein spezielles Problem sprechen wir auf dem Song ´Dead One Morning´ an. Das Stück dreht sich ausschließlich um das Drogenproblem, welches immer größer wird. Genau diese Drogen haben ja auch schon eine Vielzahl an Menschen auf dem Gewissen. Wir wollen aber trotz allem nicht mit unseren Songs den Leuten eine depressive Stimmung vermitteln und ihnen mit unseren Texten etwas aufdiktieren.

Man kann also sagen, daß Ihr mit ´Pounds´ mehr als zufrieden seid.
Mikael:
Auf jeden Fall, denn wir hatten ja für die Recordings mehr Zeit als bei unserem Debut zur Verfügung. Das Debut kam zwar viel direkter, aber für unser neues Album hatten wir durch die längere Zeit die Möglichkeit auf die kleinen Feinheiten zu achten.

Da muß ich Mikael voll Recht geben, denn diese Feinheiten kann man dem Album wirklich anhören. MENTAL HIPPIE BLOOD waren ja 1994 einige Male in Deutschland präsent. Wie sieht denn jetzt die Zeit nach der ACCEPT-Tour, also für 1995 aus?
Michael:
Wir werden im Januar und Februar eine Club-Headlinertour durch Holland und Belgien absolvieren. Dann hoffen wir natürlich noch auf eine Tour, so im März oder April durch Deutschland und andere europäische Städte. Aber genaues ist im Moment noch nicht geplant. Wir rechnen uns aber auch noch eine Chance aus, bei den Sommer-Festivals einige Gigs zu bestreiten. Aber das muß erst noch alles abgeklärt werden.
Bleibt jetzt also nur zu hoffen, daß diese hoffnungsvolle Band aus Schweden hier in Europa ihre Chance bekommt, denn das Zeug dazu haben sie auf jeden Fall.
Story: Gisela