GÄSTEBUCH

HM BREAKDOWN
CD-Kritik
Konzerte
News
Tourdates
Archiv
Kontakt
Interviews
Pub-Führer
Studio-Report
Partnerseiten
Disclaimer
Special

METAL CHURCH 1994

Power-Metal in Vollendung bieten die aus Sattle stammende Band METAL CHURCH ihrem Publikum. Das jetzt schon seit 11 Jahren. Aber leider blieb ihnen bis dato der ganz große Durchbruch, wie es z.B. bei METALLICA der Fall war versagt. Aber was nicht ist.... Bei der gerade abgelaufenen ´Power Force of Metal´-Tour, die über den ganzen europäischen Kontinent verstreut ging, entstand das nachfolgende Interview, welches ich mit Bassist Duke Erikson führte.

Von ihrem aktuellen Album ´Hanging In The Balance´ wurden 10 der 11 Songs, die auf diesem Album vertreten sind, von Kurdt Vanderhoof, ehemaliges Mitglied aus den Anfangstagen der Band geschrieben. Ist er der heimliche Kopf des Songwritings?
- Eigentlich nicht so ganz, aber wir haben eine sehr enge Beziehung zueinander. Er würde uns auch nicht vorschreiben, was wir zu machen haben. Er ist aber sehr ins Songwriting intregiert. So beteiligt er sich auch, zusammen mit Mike Howe (vocals), am Songwriting zu den Texten. Er ist außerdem ain sehr schneller Songwriter, daß es uns die ganze Sache vereinfacht, wenn wir auf Ideen von ihm zurückgreifen. Ich kann heute gar nicht mehr sagen, wieviele Songs wir für ´Hanging In The Balance´ zur Auswahl hatten. Es waren auf jeden Fall sehr viele gewesen. Im Endeffekt sind die Songs genommen worden, die allen zugesagt haben und da waren eben 10 Songs von Kurdt dabei. Ob es jetzt auf der neuen Platte ähnlich laufen wird, wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Es ist aber auf jeden Fall gut zu wissen, daß er uns immer mit guten Ideen zur Seite steht.

Bleiben wir doch direkt bei den Songs. Der Song ´No Friend Of Mine´ spiegelt ja die Verhältnisse in Amerika zum Teil wieder.
- Ich habe nicht den Text zu diesem Song geschrieben. ´No Friend Of Mine´ bezieht sich vor allen Dingen auf den immer größer werdenden Rassismus in der Welt. Das hört man im Grunde ja schon aus dem Titel heraus. Es ist zur Zeit auch mit das größte Problem, was Amerika hat. Es ist ganz schlimm mit ansehen zu müssen, wie Neger, Indianer usw. regelrecht diskriminiert werden.

Die Band, die mittlerweile schon seit 1983 besteht, hat in der vergangenen Zeit nur zwei Line-up Wechsel zu vermelden. Kürzlich stieg aber Euer Gitarrist John Marshall aus. Warum eigentlich?
- Bei John war es eigentlich so, wie es seinerzeit bei Kurdt der Fall war. Er hatte einfach keine Lust mehr immer nur auf Tour zu sein. Wir sprachen im Sommer darüber, daß wir die Möglichkeit hätten diese Tour zu machen. Ja und John sagte uns denn, daß er keine Kraft hätte diese Tour durchzustehen. Er bat uns deshalb darum, daß wir uns für ihn einen neuen Mann suchen sollten. Das heißt aber jetzt nicht, daß wir uns im Streit von John getrennt haben, denn wir verstehen seinen Grund vollkommen, denn es ist wirklich hart, immer auf Tour zu sein.

Kannst Du mir denn einiges über Euren neuen Gitarristen sagen? Ist er ein unbeschriebenes Blatt?
- Nein, eigentlich ist er kein unbekannter Gitarrist. Er ist ein Freund von mir aus Denver. Wir waren erst ein wenig skeptisch, denn er ist gersde erst 21 Jahre alt und wir sind ja mittlerweile alle schon um die 30 Jahre. Aber er ist nun mal ein großartiger Gitarrist. Er spielte in kleineren Club-Bands und außerdem ist er Gitarrenlehrer.  Ich sprach dann mit ihm und gab ihm 16 Songs von uns, die er einfach mal einspielen sollte. Er lernte in nur zwei Tagen die ganzen Songs, was wirklich eine tolle Leistung war. Wir entschlossen und dann, obwohl wir immer an den Altersunterschied dachten, für ihn, weil es vielleicht für uns auch ganz gut ist frisches Blut, in Form eines 21-jährigen, in unserer Band zu haben. So fiel denn die Entscheidung auf Jason.

Er bringt ja auch mit Sicherheit neue Einflüße mit in die Band.
- Auf jeden Fall, denn das haben wir jetzt schon bei einigen Sessions, vor Tourstart, bemerkt. Wir sind jetzt ganz zufrieden mit unserer Entscheidung.

Ihr seid ja jetzt in Europa sehr erfolgreich. Wie sieht es denn in Amerika aus?
- Das ist von Staat zu Staat in Amerika verschieden. Es liegt vielleicht daran, daß es einfach zu viele unterschiedliche Stilrichtungen in Amerika gibt. Obwohl wir doch eigentlich ganz erfolgreich sind. Aber daß alles ist nichts in Bezug auf unsere Popularität hier in Europa und vor allem auch in Japan.

Ihr kommt ja aus Seattle. Wie sieht es denn dort mit der Musik-Szene aus?
- Oh, in Seattle sind eigentlich nur Bands angesagt, die irgendwie dem Trend folgen. Wir z.B. liegen nicht im Trend und deswegen ist Seattle auch kein Markt für uns. Es sind Sachen wie z.B. Grunge oder Hardcore dort sehr stark angesagt.

Wie sieht es denn jetzt mit einer neuen Veröffentlichung von Euch aus?
- Geplant ist was. Wir werden sehr wahrscheinlich im nächsten Jahr zum Recorden wieder ins Studio gehen, aber vorher wird wohl sicher noch einiges in Amerika und vielleicht auch Japan anliegen.
Bleibt jetzt nur noch zu hoffen, daß es dieser Band auch in Zukunft gelingen wird, den selben Status zu erlangen, den METALLICA heute schon innehaben.
Story: Volker Raabe