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Während einer US-Show, die MOTÖRHEAD zusammen mit METALLICA und GUNS´N ROSES bestritten, fand Wurzel seinen Platz vor der Boxenwand doch einfach zu laut. Also entschloß er sich links davon
Stellung zu beziehen und lief forsch los und da war es auch schon um ihn geschehen. Er war nämlich an der Seite von der ca. 5m hohen Bühne abgestürzt. Als er am nächsten Abend bandagiert die Bühne betrat, waren alle
Ränder der Bühne mit Markierungsband beklebt und überall hingen Hinweisschilder mit der Aufschrift: ABSTURZGEFAHR!
Soviel zum Thema US-Tour die von den Zuschauerzahlen und den Reaktionen sehr gut für
MOTÖRHEAD gelaufen ist. Wurzel, der mir im Kölner Hotel Chelsea gegenübersitzt ist gerade mit Lemmy auf Promotour für den neuen Longplayer ´Bastard´. Mein Gegenüber erklärt mir, daß diese Platte ´Back To The Roots´
wäre, was ich nach einem ersten Hören voll bestätigen kann. Musikalisch gesehen, hat auch wohl der neue Drummer Micky Dee etliches zur Härte der neuen Scheibe beigetragen.
Zum Thema Texte verteidigt sich Wurzel erst einmal, ´er habe die Texte nicht geschrieben´. Das neue Album habe wieder einmal eine Reihe von Problemtexten, so z.B. einen Song über das Ozonloch. über das Stück
´Don´t Let Daddy Kiss Me´ sagt Wurzel, daß es, musikalisch gesehen ein S.....-Song ist (´Ich hasse Akkustiksongs!”, der Text ihm aber doch sehr am Herzen läge. Es geht in diesem Lied um den sexuellen Mißbrauch von
Kindern. Inspiration für den Song war eine Dokumentation, die er und Lemmy in Los Angeles im Fernsehen gesehen hatten. Wurzel sagt, daß er es nicht verstehen könne, was ein erwachsener Mann an einem kleinen Mädchen
sexuell erregend finden könne und wenn der Text auch nur die Meinung eines Einzigen zu diesem Thema ändern würde, so hätte man damit schon sehr viel erreicht. MOTÖRHEAD haben gerade einen europaweiten Vertrag bei
ZYX-Records unterschrieben. ZYX-Records ist eigentlich ein Disco-Label. Man hatte wohl noch Angebote von anderen Firmen, doch ZYX bot zum einen das meiste Geld und was Wurzel für noch entscheidender hält, man gibt der
Band ein Maximum an künstlerischer Freiheit. Sie erhalten ihr eigenes ´Unterlabel´, auf dem sie auch die Produkte anderer Bands veröffentlichen dürfen. Das bedeutet letztendlich, daß alle wichtigen Dinge, wie z.B.
Aufnahmen, Produktion, Managment und Promotion in den Händen der Band liegen. Das ist laut Wurzel ein sehr wichtiger Punkt, weil die Band in dieser Hinsicht sehr schlechte Erfahrungen gemacht hat. Für die Zukunft
plant die Band unter anderem eine ausgedehnte Europa-Tour, wobei das Hauptaugenmerk auf Deutschland gerichtet ist. ´Wir wissen, daß wir in Deutschland unsere größte Fangemeinde haben!´ Nach weiteren 45 Minuten
lockerer Unterhaltung ber Videofilme (´Ich habe ca. 190 Horror-Filme!´), aktuelle Kinofilme, wie z.B. ´Jurassic Park´ (´ein S......film!´), oder ´Basic Instinct´ (´Klasse´) und einer kurzen Fotosession mit Wurzel und
Lemmy, wurde ich tief beeindruckt nach Hause entlassen. Story: Gernot Sieger |