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Ganz schön starker Tobak, was die Mannen von OBITUARY auf ihrer neuen Hammerscheibe ´World Demise´ zu bieten haben. Sie machen dem Werbesöogan ´Spiel mir das Lied vom Tod´ alle Ehre, denn
´World Demise´ reflektiert den alltäglichen Wahnsinn dieser Welt. Genau diese geballte Mischung aus Härte, Wut und Trostlosigkeit, wird bestimmt nicht nur Death-Metal-Fans vom Hocker reißen. Anläßlich der
Veröffentlichung von ´World Demise´, konnte ich es mir nicht entgehen lassen ein Interview mit den Jungs zu führen und ein sichtlich gutgelaunter Donald Tardy stand mir gern Rede und Antwort.
Wie schon Eure
letzte Scheibe ´The End Complete´ hat Eure neue kein anderer produziert als der Metal-Guru Scott Burns. Weshalb habt Ihr Euch erneut für ihn entschieden und wie seid Ihr mit ihm zurechtgekommen? - Wir sind sehr
eng mit ihm befreundet. Außerdem setzt er genau den Sound um, den wir uns wünschen. Wir vertrauen ihm und kennen ihn inzwischen schon seit Jahren, deshalb war es für uns kein Thema uns nach einem neuen Produzenten
umzusehen. Davon mal ganz abgesehen, wäre es sicher keine leichte Aufgabe, einen Produzenten zu finden, der mit ihm mithalten könnte. Die Presse reagierte auf unsere Entscheidung überraschenderweise sehr positiv. Es
hieß, wir könnten uns mit einem Produzenten wie Scott nicht weiterentwickeln, worüber ich nur lachen kann, wenn man das Resultat hört. Außerdem finde ich es überhaupt lächerlich, wenn man krampfhaft versucht den ´Style´
zu ändern, indem man z.B. den Produzenten wechselt. Änderungen müssen sich immer zum positiven entwickeln.
´World Demise´ ist ein pures Death-Metal-Album mit dem ureigenen OBITUARY-Stil. Stimmst Du mit dieser
Beschreibung überein? - Nicht ganz, ich meine es ist Heavy-Metal mit dem unverkennbarem OBITUARY-Sound, aber nicht Death-Metal. Meiner Ansicht nach ist es sehr naiv, sich mit solchen Begriffen kategorisieren zu
lassen. Vor ein paar Jahren wäre das noch OK gewesen. Inzwischen gibt es aber sehr viele Bands, die sich als Death-Metal bezeichnen und nur mit den wenigsten haben wir musikalisch etwas gemeinsam. Auf ´World Demise´sind
einige Songs, die an Härte wohl mit unserer ersten Scheibe ´Slowly We Not´ zu vergleichen wären. Einige andere Songs hingegen beinhalten Riffe und Rhythmen die wirklich groovy und funky sind. Du merkst selbst we konfus
es klingt, wenn man ein und dieselbe Musik einerseits als Death-Metal beschreibt und dann im selben Atemzug von funky und groovy spricht-das alles paßt einfach nicht unter einem Hut.
Ein Großteil der Songs auf
´World Demise´ sind im Mid-Tempobereich eingespielt worden, was ja nicht gerade typisch für OBITUARY ist. Aber irgendwie sind es gersde die langsameren Songs, die das Album heavy machen. - Ja es ist ziemlich
schwer, es jemanden klar zu machen, der das Album noch nicht gehört hat. Sie fragen nach unserem ´neuen´ Sound und ich antworte immer darauf, daß es eines der härtesten Alben ist, die wir herausgebracht haben. Man muß
nicht unbedingt extrem schnell spielen damit ein Song heavy wirkt, das haben wir inzwischen uns und den Fans bewiesen. Der Sound sollte heavy sein, aber dennoch gängig für die Ohren Außenstehender, die mit ´Death-Metal´
nichts zu tun haben... and that´s really important, right now.
Was denkst Du, wo liegen die größten Unterschiede zwischen Eurem letzten Album und ´World Demise? - Ein Unterschied liegt auf jeden Fall in
der Produktion. Ansonsten haben wir unsren Sound beibehalten, mit dem Unterschied, daß die Songs viel grooviger rhythmischer sind. Ich bin mir sicher, daß viele Kids auf das neue Zeug abfahren werden (da kannst du dir
sicher sein - Anm. d. Verf.)
Obwohl ich ansatzweise hier und da einige Textzeilen Eurer Songs verstehen konnte, blieb mir der Rest dennoch in groben Zügen unverständlich. Was wollt Ihr z.B. mit Songs wie
´Don´t Care´ oder ´World Demise´ ausdrücken? - Das ist wirklich schwer zu erklären. Mein Bruder John hat seine eigene Art Songs zu schreiben. Manchmal schreibt er sie noch nicht einmal in vollständigen Sätzen,
sodaß die Lyrics für einen außenstehenden meistens keinen reellen Sinn ergeben. Es sit eine Art Worspielrei. Ein Schlüssel zum Verständnis ist z.B. die Aufmachung der CD, wie unter anderem das Cover oder die Songtitel.
Das Konzept beschränkt sich auf die Verschmutzung unserer Umwelt. Wir wollen den Leuten klarmachen, daß wir noch einige Zeit auf dieser Erde zu leben haben und sie sollen einen Beitrag dazu leisten, um diesen Planet
wieder lebenswerter zu machen. Die Zeit ist reif zu handeln!!!
Eure letzte Scheibe ´The End Complete´ war sehr erfolgreich und ich denke der Hauptgrund ist, daß Ihr ununterbrochen auf Tour wart. Habt Ihr
dieses nicht langsam satt? - Nein auf keinen Fall (lacht), das ist ausschließlich mein Job. Wir sind ständig unterwegs, ungefähr 7 Monate im Jahr und die übrigen Monate verbringen wir zu Hause. Also ehrlich, ich
kann mich eigentlich nicht beklagen. Was mich allerdings verdammt stört, sind die beschissenen Hotels oder die unbequeme Pritsche unseres Tourbusses, in dem wir uns täglich aufhalten müssen. Aber auch das nehme ich in
Kauf für die Live-Gigs. Es ist echt ein verdammt gutes Gefühl auf der Bühne zu stehen und die Freaks ausrasten zu sehen. Das hält mich über all die Monate an der Stange, das motiviert weiterzumachen, das kannst du mir
glauben!!
Wo wir gerade bei Live-Gigs waren, worin unterscheiden sich europäische von amerikanischen Gigs? - Die Audienz hier in Europa ist wesentlich größer, die Shows sind gut besucht und natürlich
gibt es hier auch die größeren Festivals. Es mangelt hier also nicht gerade an Auftrittsmöglichkeiten. In Amerika sieht vieles ganz anders aus. Die Clubs sind meistens sehr klein, sodaß nur eine geringe Zahl der Fans
die Show ansehen können, that sucks. Verkaufstechnisch steht es fünfzig zu fünfzig. Obwohl unsre Shows in Europa viel besser besucht sind, sagen diese Zahlen womöglich wenig aus, da es die individuellen OBITUARY-Fans
überall gibt
Was ist eigentlich mit Eurem Side-Projekt MEATHOOK SEED los? Offensichtlich werdet Ihr die MEATHOOK-Scheibe nicht mehr richtig promoten können!? - Ja, das ist leider wahr. MEATHOOK SEED ist
eine verdammt gute Band und ist, wie du sicherlich weißt, quasi ein Side-Projekt der am meisten beschäftigsten Bands der Welt - nämlich NAPALM DEATH und OBITUARY. Mitch und Shame von NAPALM DEATH sind gerade unterwegs
und promoten ihr neues Album; genau dasselbe tun John und ich (grinst) für unsere Hauptband OBITUARY. Es ist Jammerschade, daß wir für MEATHOOK SEED promotionstechnisch nichts tun können, aber dafür werden wir
sicherlich, nach den Touren mit unseren Hauptbands, noch eine Platte für diese Jungs produzieren. Nach diesem doch recht ausführlichem Interview, kann ich mich nur noch bedanken und den Jungs weiterhin alles Gute
wünschen. Story: Akif Güzelsoy |