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Zwei Jahre sind ins Land gezogen bis der Hunger der Fans in Form eines neuen Albums gestillt werden konnte. Das neue Werk von SALTATIO MORTIS trägt den Titel „Aus der Asche“, was man ein wenig auch auf die Band beziehen kann. Viel hat sich in der letzten Zeit geändert, denn aus ehemals 7 Musikern sind nun 8 geworden. Das Besetzungskarussell hat sich mächtig gedreht. Nach dem Ausstieg von 3 Bandmitgliedern dachten viele, das war es wohl. Falsch gedacht, denn mit 4 motivierten Musikern begab man sich ans neue Album. Vor ihrem Auftritt beim Feuertal Open Air in Wuppertal unterhielt ich mich mit Alea, dem Bescheidenen (Sänger) und Lasterbalk, dem Lästerlichen über das Album und anderen Sachen.

Als ich das erste Mal in das neue Album „Aus der Asche“ hineinhörte fiel mir sofort auf, das die Songs wesentlich ausgereifter und erwachsener klingen Kommt dies vielleicht daher, dass ihr euch mit 4 neuen Musikern verstärkt habt?
Lasterbalk:
Jein, man merkt zwar die Handschrift der neuen Leute, aber wenn jemand neues einen alten Song spielt klingt der immer anders als vorher. Was die Songs erwachsener klingen lässt ist die Tatsache, dass wir einen anderen Weg beim Songwriting gegangen sind. Wir haben nicht wie früher alle zusammen im Proberaum geschrieben, sondern wir haben dieses Mal schon fast fertige Songs vorgeschlagen und diese dann mit der kompletten Band diskutiert. Das hatte den Vorteil dass viele Streitereien überhaupt nicht mehr entstanden sind, wie es noch bei „Des Königs Henker“ der Fall war.

Dieses erwachsene Feeling trifft auch voll auf Aleas Stimme zu. Er passt sich sehr gekonnt den gegebenen Stimmungen der einzelnen Songs an. War dies jetzt „dein“ Lernprozess gewesen?
Alea:
Es ist in jedem Fall ein Lernprozess gewesen, so wie jeder Musiker besser werden sollte im Verlaufe seiner Zeit. Für einen Sänger ist dies manches Mal noch wichtiger wie bei den anderen Musikern. Man bekommt neue Eindrücke, oder die Einflüsse ändern sich mit der Zeit und dies schlägt sich dann auf die Interpretation nieder. Zudem ist die Stimme ein Muskel, den man immer trainieren muss und mit der Zeit schafft man Dinge die man früher immer mal machen wollte. Die Stimme wird in jedem Fall immer mehr zum Instrument, wenn man sie unter Kontrolle hat. Man muss aber auch sagen, dass sich nicht nur die Stimme den Songs angenähert hat, denn auch der umgekehrte Fall trifft auf die neuen Songs zu.

Wie kann ich das denn verstehen?
Alea:
Dadurch das ich dieses Mal intensiv an den Grundideen der Songs mit verantwortlich war, ist es halt so, dass ich keine Songs geschrieben habe, die über oder unter meiner Stimmhöhe lagen. Es bewegt sich alles vollkommen im Rahmen den ich gut abdecken kann ohne mich zu verbiegen und ich kann demzufolge einfach meinen Gefühlen und meiner Stimme freien Lauf lassen.

Ich denke aber auch, dass die vielen Auftritte die ihr in den vergangenen Jahren bestritten habt sehr dazu beigetragen haben, deine Stimme besser auszureizen.
Alea:
Das kommt in jedem Fall noch hinzu. Man versucht immer wieder etwas Neues, so lange es im eigenen Rahmen bleibt.

 

Ich möchte kurz auf den Ausstieg von 3 Bandmitgliedern eingehen. Hatten diese Ausstiege zu tun mit den ganzen Touren die ihr im Laufe der letzten Jahre bestritten habt. Ihr wart ja unentwegt auf Tour.
Lasterbalk:
Ich glaube nicht, dass es an den vielen Touren lag. Ich würde eher sagen, dass die, welche geblieben sind, unserem Credo, ein Spielmann der modernen Zeit, treu geblieben sind. Wir sehen es als einen Art Lifestyle. Die Bandmitglieder, die uns verlassen haben, hatten mit diesem Lifestyle am Ende ein sehr großes Problem gehabt. Ich denke nicht dass es ein Problem ist in einem Jahr 100 Tage auf Tour zu sein, wenn man sich nicht mit dem Ganzen identifiziert. Es waren also keine musikalische oder gar persönliche Motive, die zum Ausstieg führten. Von uns allen wird dieser Lebensstil vollkommen getragen und es kommt auch vor, dass wir uns in eine Fußgängerzone stellen und Straßenmusik machen.

Was ihr heute immer noch macht?
Lasterbalk:
Wir machen solche Aktionen heute wieder mehr denn je, weil diese Schranken weggefallen sind. Ich denke, dass  sich dies auch wieder in unsere Musik niedergeschlagen hat.

Diese Freude merkt man den neuen Songs auch an. Ich finde aber auch, dass ihr in Punkto Härte gegenüber dem letzten Album ein wenig zurückgeschraubt habt.
Alea:
Ich würde es anders sagen, wir sind in der Härte nicht zurückgegangen, sondern sind dem Melodischen wieder ein wenig näher gekommen. Die Position der Melodie ist wieder sehr stark in den Vordergrund gekommen und deswegen klingen die Songs wesentlich entschärfter. Es ist ja auch so, wenn ich das härteste Rockgerüst mit einer schönen Melodie verknüpfe, dann wird es weicher.
Lasterbalk: Dazu kommt auch noch, dass die Texte sich verändert haben. Nach der letzten Scheibe „Des Königs Henker“ fragte mich eine Freundin: „Wie viele Tote hast du eigentlich auf deinem Album?“ Das war nicht ganz aus der Luft gegriffen, denn wenn man durchzählt waren es schon einige. Beim neuen Album ist es jetzt so, dass ich vollkommen andere ruhigere Texte geschrieben habe. Das hat lange nicht funktioniert, wenn man bedenkt, was vorher in unseren Texten alles passiert ist. Das war auch der Befreiungsschlag für uns, dass wir uns auch wieder dazu entschlossen haben ab und zu wieder auf die Straße zu gehen.

Ihr habt ja auf eurer Myspace-Seite schon Songs vorgestellt. Wie waren denn auf den letzten Konzerten die Reaktionen der Fans?
Lasterbalk:
Das war eine richtig lustige Sache. Obwohl es die Platte ja noch nicht gibt, waren die Fans schon sehr textsicher. Das hat uns doch schon richtig verblüfft. Angekommen sind die Songs wirklich sehr gut und wir freuen uns jetzt, nachdem die Open Air-Saison beendet ist im Herbst wieder auf ausgedehnte Tour zu gehen.
Das kann ich mir vorstellen, denn die Konzerte von SALTATIO MORTIS versprechen immer was sie halten, eben Freude pur.
www.saltatio-mortis.com
www.myspace.com/mittelelterpunk
Story: Gisela