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"SKEW SISKIN", eine Berliner Band, die sich auf eine Mischung von Rock und Metal mit Punk Elementen spezialisiert hat. Zur Formation gehören Nina C. Alice (Gesang), Jogi
Rautenberg (Baß), Carsten `Crash´ Klick ( Schlagzeug) und Jimi Voxx (Gitarre). Mit dem Album "WHAT THE HELL" haben sie ihre dritte Scheibe auf den Markt gebracht. Nina stand mir für ein ausführliches Gespräch
zur Verfügung.
Lemmy Kilmister hat bei einer eurer Produktionen mitgemacht? - Ja, bei dem Album "Electric Chair Music". Sagen wir mal 50:50 hat er Mitschuld an Text und Gesang, und auf dem neuen
Album ist er an zwei Songs mitschuldig.
Und wie ist das gekommen, daß ihr an Songs miteinander gearbeitet habt? - Also die Geschichte war die, daß wir etwas von ihm wollten. Aber Lemmy ist auf uns
zugekommen. 1992 hat er uns eigentlich schon angeboten mit uns etwas zusammen zu machen, aber das Album war von der Musik her schon fertig. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich unheimlich wenig Selbstvertrauen daher war ich
völlig platt, daß Lemmy sich uns anbot. Das hat dann noch 3 Jahre gedauert, bis ich den Mut dazu gefasst hatte ja zu sagen. Die Frage war, wie würde er mit mir arbeiten, wäre er kooperativ ... ich bin ja nun auch ein
Mädchen ...? Aber es hatte funktioniert. Den Song "B4" fand er auch gleich gut, obwohl er noch nicht ganz fertig war und Lemmy fragte, ob er diesen Song weiterschreiben dürfe. Ich fand das super. Er kam dann
nach Berlin. Das erste Eis war gebrochen. Als der Song soweit stand, wollte er Backing singen, das fand ich aber zu wenig - und am Ende haben wir zusammen losgebrettert.
Wie ist denn euer Bandname entstanden?
- "Skew" ist ein Metallstab für Barbecue, ein Fleischspieß und "siskin" heißt Vogel. Wir saßen alle im Studio, und überlegten, was namensmäßig passieren sollte. Die besten Namen wie Motörhead
oder AC/DC waren ja schon vergeben, und ein Name wie Metallica verpflichtet zu sehr, das war für uns zu krass. Tiere finde ich gut in Bandnamen - ich stehe besonders auf Vögel. Es sollte etwas Verbindendes und
Verrücktes sein. Und Vögel stehen im Bereich der Rockmusik für Freiheit.
Wenn ich schon bei Namen bin, wie entstand der Name des Albums - zu deutsch: "Was ist die Hölle"? - Da gab es viele
Varianten. Durch unser Dasein, wie wir so sind. Irgendwann muß man ja mal sagen "Fuck the world and save youself". Die Hölle ist allgemein ja auch ein Platz, wo sich die Leute gerne aufhalten. Jeder bastelt
sich seine eigene Hölle.
Seit wann ist eure CD auf dem Markt? - Seit dem 13. September.
Euer Album ist sehr rockig, hart, aggressiv und sehr schnell - so richtige Balladen habt ihr eigentlich
nicht - etwas ruhiger ist der Song "Jesse James". - Der ist unsere Pseudoballade. Wir haben nie geplant, eine Ballade zu schreiben oder aufzunehmen. Wir schreiben drauf los, man nimmt sich die Gitarre,
macht `nen Riff, dann schreibt man einen Song draus. Mit den Texten warte ich immer bis ich die Riffs habe.
Wie würdet ihr eure Musik einstufen? - Es gibt jemanden, der sagt "Punk and Roll",
aber da steht der Punk zuerst. Eigentlich ist es "Rock and punkig", oder so ... Es ist ja auch nur der Song "Let´s Get Drunk & Screw", der so`n bißchen angepunkt ist. Kommt aus meiner früheren
musikalischen Karriere, ich habe früher Punk gespielt, war eine Punk-Rockerin. Es gibt einen Unterschied zwischen Punk und Punk-Rockerin.. Ich fand die Texte immer geil. Mit 13 oder 14 fing das so an.
Du kümmerst dich um die Texte? - Ja, ich befasse mich mit den Texten, aber ich lasse mir von den Jungs auch gerne mal einen Tip geben. Wenn mir einer aus der Band sagen würde, wollen wir nicht, dann muß ich halt
mal gucken, ob ich das mit meiner Meinung vereinbaren kann, ob ich das Thema wirklich brauche oder nicht. Andererseits kann man die Texte ja auch so schreiben, daß sie universal einsetzbar sind.
Wer macht die Musik und wie geht ihr dran? - Wir zusammen. Musikalisch geht jeder seinen Gefühlen nach, da die Texte noch nicht da sind. Wir müssen uns gegenseitig vertrauen können. Der Text kommt bei mir erst an
zweiter Stelle. Ich möchte als erstes ein Gefühl ausdrücken. Wenn die Leute unsere Texte nicht verstehen, dann wenigstens die Titel. Die dürfen nicht einfach so untergehen. "Ins Gehör vorne reingehen und irgendwo
hängenbleiben." Vielleicht auch - oder hoffentlich - provozieren. Um diverse Gemüter mal wachzurütteln oder einmal wachzukitzeln. Und wenn sie gar nichts verstehen, dann sollen sie wenigstens von der Musik
angepeilt werden.
Was plant ihr als nächstes? - Ich glaube, am 22.Oktober geht die Tour los - 3 Wochen Skandinavien, und Deutschland ca. Mitte bis Ende November/ Anfang Dezember. Eine richtig fette
Tournee. In der Zeit von Januar bis April ist geplant neue Songs zu schreiben. Story: Gabi Peiter |