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Nach Veröffentlichung ihres ersten Albums "Skin" wurde die Band um den Sänger Neville in Fachkreisen als die Newcomer des Jahres gehandelt. Mit dem neuesten Output "Lucky"
muß SKIN nun beweisen, ob sie die bereits erhaltenen Vorschußlorbeeren auch zurecht bekommen haben? In dem folgenden Interview mit Neville (Vocals) habe ich versucht, ein wenig mehr über die Band und die neueste CD zu
erfahren.
Welche Erwartungen hattet ihr an euer erstes Album "Skin"? - Der Deal mit unserer erste CD kam für uns überraschenderweise sehr schnell. Die Aufnahmen zu diesem Album wurden in Los
Angeles gemacht und von Keith Olsen produziert. Wir waren zwar noch sehr naiv, aber trotzdem war es eine riesige Herausforderung. Durch diesen Deal und die Aufnahmen waren wir derart motiviert, daß wir nun unsere
Touraktivitäten noch verstärkten. Dadurch angespornt wuchsen wir nicht nur als Band, sondern auch als Menschen und Musiker, wir veränderten uns zusehends.
War dies die sogenannte Eintrittskarte für SKIN ins Rock-Biz? - Natürlich war es für uns, als eine neue Band, ein toller Einstand. Wir sagten uns, entweder es klappt oder es klappt nicht, genauso fühlten wir uns
auch. Die Spielfreude, Naivität und die Tatsache, daß wir uns alle schon lange kannten, spiegelte sich gerade auf der ersten CD wieder.
"Lucky" ist zum Teil softer und zum Teil härter als eure
letzte. Ist es das Resultat eurer bisherigen Tour- und Lebenserfahrungen? - Ich denke, es ist etwas von beidem. Die gesammelten Erfahrungen und neuen Eindrücke, die wir während unserer Touren nach der ersten CD
machten, finden sich auf "Lucky" wieder.
Ich habe den Eindruck, daß viele eurer Songs verdammt nah am wirklichen Leben sind. Soll "Lucky" eine Special-Message an eure Fans sein, oder ist es
einfach eure ganz eigene Meinung über das Leben? - Es ist eigentlich nichts anderes als unser derzeitiges Lebensgefühl. Für mich als Musiker ist ein Song nicht nur Mittel zum Zwecke des Erfolgs, sondern auch und
vor allem, die Möglichkeit Freude und Ärger über gewisse Zustände musikalisch darzustellen. Wenn dann noch diese Songs veröffentlicht werden, und wir von Fans gesagt bekommen, wir denken genauso wie ihr es in euren
Songs beschreibt, dann hat die Musik zum nachdenken angeregt, und genau das wollen wir erreichen.
Nach eurem Album "Skin" wart ihr in Fachkreisen die absoluten Newcomer des Jahres, doch der
Durchbruch war es trotzdem noch nicht. Meint ihr mit "Lucky" diesen jetzt zu schaffen? - Das hoffen wir natürlich und unterstützen das Album mit einer entsprechenden Tour-Präsenz in Japan, Deutschland
und dem restlichen Europa. Doch bekanntlich ist es ja für europäische Rockbands im Moment sehr schwer den Erfolg zu bekommen. Denn gerade "Lucky" ist wesentlich intensiver und realistischer als unsere erste.
"Lucky" zeichnet eine große Mischung der unterschiedlichsten Musikstile aus. Denkst du, daß ihr der angehende Prototyp der neuen Rockband-Generation seit? - Unserer Meinung nach, sollten sehr
viele Stile einen entsprechenden Einfluß in der heutigen Rockmusik haben. Bei uns sind dies z.B. Grunge, Hardcore oder der Stil der WHITE ZOMIES. Gerade Jugendliche sind heute offen für fast jeden Stil, und dies sollte
auch beim Rock so sein.
Was ist deiner Meinung nach der Unterschied zwischen japanischen und europäischen Fans? - Während unserer Japan-Tour als Support für HELLOWEEN hatten wir die Möglichkeit die
dortigen Fans kennen zu lernen. Bei neuen Bands sind sie sehr vorsichtig und fast schon ruhig. Da wir aber z.B. in Tokyo viermal spielten, steigerte sich zusehends die Unterstützung der Fans. Wenn man die Japaner erst
einmal auf seiner Seite hat, sind sie sehr loyal, d.h. egal was passiert, sie bleiben deine Fans. In Europa ist dies leider nicht ganz so. Hier springen die Fans sehr häufig von Band zu Band. Den Bandmitgliedern
von SKIN ist zu wünschen, daß sie mit "Lucky" den bereits mit der ersten CD erwarteten Erfolg bekommen. Denn wie ihr aus der weiter hinten zu lesenden CD-Kritik entnehmen könnt, ist sie allemal ein absoluter
Hörgenuß. Story: Bernd Honett |