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Ganz erstaunt war ich, als ich das neueste Werk von SLAUGHTER in meiner Post vorfand. Ein Glück, daß diese wirklich talentierte Band sich nicht aufgelöst hat. Nach fast dreijähriger Abstinenz
sind sie mit einem neuen Album und einer neuen Plattenfirma wieder am Start. ´Fear No Evil´, so heißt das gute Stück, überzeugt durch Vielseitigkeit und einem sehr modernen Arrangement. In Köln konnte ich dann von
Sänger Mark Slaughter und Drummer Blas Elias (der aber schon kurz nach Beginn des Interviews einen anderen Termin wahrnehmen mußte) das nachfolgende Interview führen.
Das letzte Album von SLAUGHTER wurde 1992 veröffentlicht. Was ist denn in der Zwischenzeit so alles passiert? Mark:
Es gab einige Probleme, die wir aus der Welt schaffen mußten. So z.B. hatte unser Gitarrist Tim Kelly mit Schwierigkeiten, wegen eines Drogenvergehens in der Vergangenheit zu kämpfen. Dann brach sich Dana Strum (bass) auch noch das Handgelenk und fiel somit natürlich eine lange Zeit aus. Die Zeit, die er mit Therapien verbrachte nahm fast 9 Monate in Anspruch. Im Anschluß daran starteten wir sofort mit dem Songwriting und den Recordings, welche im Juni letzten Jahres beendet waren.
Das neue Album wurde auch auf einem neuen Label veröffentlicht. Warum eigentlich? Mark:
Unsere damalige Plattenfirma setzten sich nicht mehr so richtig für uns, vor allem in Amerika, ein. Jetzt mit CMC (in Deutschland SPV) sind wir sehr zufrieden. Es ist zwar ein Independentlabel, aber bei dieser Company zählt wenigstens die Band und ihre Arbeit.
Blas: Das Wichtigste überhaupt ist aber, daß wir nun Hand in Hand mit dem Label arbeiten können. Es herrscht eine richtige Zusammenarbeit.
Das Material von ´Fear No Evil´ stammt, wie bereits erwähnt
ja von 1994. Trotz allem ist es sehr frisch, vielseitig und druckvoll ausgefallen. Mark:
Das haben wir schon von vielen gehört. Wir finden aber auch, daß Rock, ebenso auch unsere Musik sehr zeitlos ist. Nimm nur Songs von z.B. LED ZEPPELIN oder QUEEN, die sind heute noch genauso up to date wie früher.
Slaughter ist ja auch sehr LED ZEPPELIN und QUEEN beeinflußt. Jetzt beinhaltet das neue Album einen Song (´It´ll Be Allright´), der auf jedem BEATLES-Album gepaßt hätte. Mark:
Wir stehen auf dem Sound der 60er und 70er Jahre. Man ist heute in der Lage, den Sound der früheren Jahre mit der Technik von heute zu verknüpfen, daß sich das Songmaterial ganz anders, eben frischer, anhört. Wir haben auch bei dem Song darauf geachtet, daß die Instrumente nicht den modernsten Stand besaßen. Aber von der Produktion her ist es schon ein ganz anderer Sound, als wie er bei den BEATLES gegeben war.
Beim Song ´Searchin´ fällt einem eines sofort auf, die Stimme von Mark Slaughter ist viel variabler geworden. Was war denn der Grund für diese Vielseitigkeit in Bezug auf die Vocals? Mark:
Der Hauptgrund lag eigentlich schon im Songwriting. Die Songs wurden von Anfang an schon so ausgelegt, daß ich meine Stimme viel variabler einsetzen konnte. Ich finde auch, daß dadurch das komplette Album viel interessanter geworden ist.
Die Songs sind auch viel komplexer geworden. Mark:
Da muß ich die voll und ganz zustimmen. Das Album wurde auch durch den Wechsel von meinen Vocals viel temperamentvoller. Trotz allem haben die Songs ihre Identität nicht verloren.
Das Stück ´Hard Times´ ist am Anfang sehr düster ausgefallen. Sind die Texte dazu ebenfalls so düster ausgefallen? Mark: Ja, denn dieses Lied kommt den Verhältnissen, die heute auf der Welt herrschen sehr
nah. Dies habe ich auch noch versucht mit starken und sehr intensiven Gesangslinien zu unterstützen. Es gab schon immer Probleme in der Welt. Aber heute sieht es ziemlich schlecht aus in unserer Gesellschaft. Wir haben
aber versucht bei diesem Song zu einem guten Schluß zu kommen, denn nicht alles auf unserer Welt ist schlecht. Alleine schon deswegen sollte man nicht alles so schlecht sehen, denn das Leben geht einfach weiter.
Wie sieht denn der Markt im Moment für euch in Amerika aus? Mark:
Ich würde sagen nicht so gut, obwohl wir ja doch eine große Fangemeinde besitzen. Der Musikmarkt wird aber im Moment fast ausschließlich von Alternativ-Bands beherrscht. Viele sagen ja, Metal ist zur Zeit nicht angesagt und wir wären eine Metal-Band. Ich sehe es so, daß METALLICA eine Metalband und wir eine reine Hardrockband sind. Die Welt ist zwar heute sehr aggressiv geworden, aber ich will einfach keine Musik machen, die diese Aggressionen auch noch schürt. Wir haben sehr viel Erfolg in Japan, bei uns in Amerika sieht es auch verhältnismäßig gut aus und in Europa liegen wir auch ganz gut im Rennen. Das ist doch schon ganz in Ordnung. Was aber wichtig ist für uns, daß wir immer das machen werden, was wir auch wollen.
Das ist doch eine klare Aussage, die ich auch total in Ordnung finde. Man muß dieses Rückgrat in der heutigen Zeit einfach besitzen um in diesem harten Business überhaupt zu überleben. Aber wie sieht es denn
jetzt mit euren Plänen für die nächste Zeit aus. Was steht denn bei euch auf dem Terminkalender? Mark:
Ich hoffe, daß es im September mit einer Tour durch Europa klappen wird. Wir würden dann auch gerne ein Headlinertour absolvieren. Ich finde auch, daß dieser Zeitpunkt sehr günstig für uns liegt, denn im September sind noch nicht allzu viele Bands auf Tour.
Worin ich Mark recht geben muß, denn auch ich hoffe, daß dieses Konzert mit mehr Leutem besucht ist als manch andere Konzerte in der letzten Zeit. Aber es sind ja auch einfach zu viele Angebote für Konzerte und
die ´kleineren Bands´ haben darunter natürlich am meisten zu leiden. Story: Gisela |