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STIGMATA 1998

Endlich einmal wieder eine österreichische Band, die das Zeug dazu hat den Alpenstaat ein wenig aus seinem Dornröschenschlaf in Sachen Metal zu erwecken. Lange haben STIGMATA ja auf einen Plattendeal warten müssen, aber jetzt ist es endlich soweit. Mit ihrem gradlinigen Power-Metal wissen sie jedenfalls zu überzeugen. Kurz vor der Veröffentlichung von ´Solum Mente Infirmis´ konnte ich dann auch das nachfolgende Interview für euch machen.

STIGMATA, die schon auf eine gut siebenjährige Zusammenarbeit zurückblicken können, stehen jetzt endlich in den sogenannten Startlöchern. Waren denn für euch die langen Jahre des Wartens nicht frustrierend für?
- Über die ganze Zeit kann ich dir leider keine Auskunft geben, aber vor drei Jahre sah es so aus, daß sich STIGMATA so gut wie aufgelöst hatte. Man kann sagen, die Band war sehr frustriert. Als ich im Oktober 1994 einstieg, haben wir dann aber doch wieder begonnen.

Die Band veröffentlichte auch etwas später eine CD in Eigenproduktion. Soll diese demnächst auch für jeden käuflich zu erwerben sein.
- Wir wurden hierauf noch nicht von der Plattenfirma angesprochen, aber wir werden das gute Stück auf unserer Tour demnächst verkaufen.

Sprechen wir doch jetzt einmal von eurem Album. Ich halte ja nicht allzuviel von der Namensgebung für eine Richtung und ich würde den Sound als traditionelle Mucke mit progressivem Einschlag definieren. Bei dem Songmaterial sind der Titeltrack und ´The Fool´ Konzeptsongs. Ist nun das ganze Album als Konzeptalbum anzusehen?
- Aus einer weiteren Sicht gesehen könnte man es so bezeichnen, aber ich sehe dieses Konzept eher in den beiden Songs.

Textlich ist es auch sehr interessant: Ein Mann wird Zeuge eines Kindermord, weil er damit aber nicht klarkommt, wird er in die Anstalt eingewiesen und mit Psychopharmaka vollgepumpt und wird im Geiste selbst zum Kindesmörder.
- Das ist richtig, denn der ´Geist´ dringt - durch die ganzen Mittel - in seinem Kopf ein. Im Grunde ist es eine ziemlich lange Geschichte.

Das ist ziemlich phantasievoll und alle Achtung wem so etwas einfällt. Trotzdem sind da ja auch zum Teil mystisch angehauchte und sehr realitätsnahe Stücke auf ´Solum Mente Infirmis´. So ein Stück über die Ermordung der Wale und über Antifaschismus.
- Es sind zum größten Teil Anklagenschriften gegen unsere Gesellschaft, vor allem der Mensch der eigentlich immer  wegschaut und desinteressiert ist. Die Geschichten sind alle ziemlich überzogen, aber trotz allem wird dies eine spannende Sache, wenn wir diese live präsentieren.

´Solum Mente Infirmis´ ist ja auch ein sehr ungewöhnlicher Titel für ein Album. Welche Bedeutung steckt denn darin?
- Der komplette Titel heißt eigentlich ´Solum Mente Infirmis Manes Possunt Videre´, was so viel bedeutet wie nur der Verrückte oder die Schwachen  von den Dämonen .

Am Anfang hatte ich leichte Schwierigkeiten mit dem Songmaterial, denn es ist sehr anspruchsvoll. Aber nach dreimaligem Hören wurde sie dann doch eingängig und es gab vor allem immer wieder etwas Neues zu entdecken.
- Das ist auch sehr wichtig, denn sonst wird es nach einer gewissen Zeit langweilig. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, daß du ein Probleme damit hattest, aber das ist ja das Interessante an der Scheibe.  Mit unseren neuen Album, wir sind nämlich mit dem Songwriting schon ziemlich weit vorgeschritten, werden wir es dem Zuhörer aber ein bißchen leichter machen.

Noch eine Besonderheit ist die Länge der einzelnen Songs, die zum Teil 13 Minuten (´Sacred Man´) Spiellänge erreichen.
- Das ist mit der Zeit gewachsen, denn ich persönlich höre sehr gerne Musik aus den 70er Jahren, wo es manchmal auch Stücke gab die fast 20 Minuten lang waren und es wurde mir einfach nicht langweilig. Das einige Songs so lang geworden sind liegt daran, daß ich immer wieder meine Nischen gesucht habe, wo ich immer  noch ein wenig Gesang einfügen konnte. Einige Songs haben wir auch schon gekürzt, denn in der Rohfassung waren sie noch einige Minuten länger gewesen. 

Manches Mal sind lange Stücke eine Gratwanderung, sie müssen vom Zuhörer auch akzeptiert werden.
- Das ist richtig, denn eine Aufnahme ist keine Live-Situation, denn im Studio wurde mit mehr Samples gearbeitet. Dadurch das diese bei den Live-Auftritten fehlen, wird unser Material noch druckvoller rüberkommen. Es kann vielleicht sein, daß wir nur drei oder vier Songs live spielen können, aber bis jetzt lief immer alles gut und die Zuschauer konnten es gut nachvollziehen. Dadurch das wir die Keyboards weiter live in den Hintergrund stellen, wird das Material auch dem Metaler zusagen.
Ein Bild können wir uns ja jetzt auf der Tour von VIRGIN STEELE machen, denn da absolvieren STIGMATA den Support.
Story: Gisela