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Melodischer Heavy Metal At It´s Best! Das STRATOVARIUS dieses Prädikat fr sich in Anspruch nehmen dürfen, wissen wir nicht erst seit gestern. Ein ums andere Mal erwartet uns, mit jedem neuen
Werk, ein hochkarätiges Album. Die Finnen sind eine Bank und somit war bereits im Vorfeld klar, daß auch ihr sechster Silberling ´Visions´ ein Leckerbissen sein würde.
Da benötigt man keine Weissagungen....
Trotzdem haben sich die Skandinavier eingehend mit diesem Thema beschäftigt, oder Herr Tolkki? - Eigentlich nur bei einem Song. Da wird ein bißchen viel Wirbel drum gemacht, aber man sollte diese Geschichte nicht
überbewerten. Beim Titelsong haben wir uns mit Nostradamus beschäftigt. Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht man wirklich schlimme Ereignisse. Wenn man sich die Kriege oder Naturkatastrophen vor Augen
führt und sich damit intensiver auseinandersetzt, kann einem schon ein wenig mulmig werden.
Ein Kotzgefühl beschleicht den Hörer bei diesem Song aber trotz des Themas nicht, denn der filigrane, klassisch
beeinflußte Metal, den STRATOVARIUS zu Hauf servieren, ist dafür einfach zu erfrischend. Kein Wunder, daß man sich im Land der aufgehenden Sonne die Finger nach den Skandinaviern leckt. Sind die dortigen Fans doch
gerade für solche Töne empfänglich. Somit sind die Verkaufszahlen in der Megabite-Region auch dementsprechend hoch und dies obwohl auch dort der Markt schwieriger geworden ist. - Richtig! Der Markt in Japan ist
zurückgegangen und es ist definitiv nicht mehr das sagenumwobene ´Goldland´, daß es noch vor kurzem für viele Rockmusiker war - erläutert der Gitarrist - Ich war in den letzten 5 Jahren zehnmal dort und mußte
feststellen, daß auch dort der Gürtel enger geschnallt werden muß. Trotzdem bleibt es ein faszinierendes Land in dem alles anders ist , als wir es normalerweise kennen. Ich liebe es dort zu sein.
Das wäre wohl
auch so mancher Stratovarius-Fan, der neidisch auf die feinen Releases in Japan schaut, die er hier für horrende Summen kaufen muß. Neben den Bonus-Tracks auf den CD´s, gibt es da ja noch eine Live-Mini-CD. Wäre eine
solche Maßnahme nicht auch für unsere Breitengrade interessant? - Darauf bin ich schon angesprochen worden und es ist auch eine logische Konsequenz nach 6 Alben eine Live-CD rauszubringen. Ergo werden wir
nächstes Jahr eine machen.
Wenn das kein Wort ist! Zumal man den vormals erwähnten Aufnahmen eine wahnsinnig gute Atmosphäre nachsagen darf. Zum Teil sicherlich ein Verdienst der guten Produktion, andererseits
weiß man ja wie gut die Finnen live sind. Was macht eigentlich mehr Spaß, das Konzert oder die Studioarbeit? - Derzeit die Live-Konzerte! - beteuert Timo und nutzt die Gelegenheit um auf die anstehende Tour
hinzuweisen - Ich freue mich schon auf die anstehende Tour mit ELEGY und CONCEPTION im August/September dieses Jahres. Mit der letzten Konzertreihe, zusammen mit RAGE, war ich nicht so zufrieden, weil wir Süddeutschland
vernachlässigen mußten. Gerade dort heben wir sehr viele Fans. Im Osten waren wir oft etwas deplaziert, denn dort ist härtere Musik angesagt!
Mag ja sein, aber ist allgemein nicht eine positive Tendenz in Sachen Metal zu bemerken? - Ja doch, auf jeden Fall. Zwar wird der Heavy Metal nicht mehr so mächtig werden wie einst, aber er kommt. Sogar in
Finnland merken wir etwas davon!
Nicht nur als Musiker hat sich mein Gesprächspartner einen Namen gemacht, sondern auch als Produzent. So war er ja z.B. auch für die beiden hervorragenden CD´s von HUNDRED
YEARS als Knöpfchendreher tätig. Was ist eigentlich schwieriger, seine eigene Band zu produzieren oder eine andere? - Auf jeden Fall ist es viel schwieriger STRATOVARIUS zu produzieren, denn hier macht die Nähe
zu dem Projekt ihre eigenen Gesetze. Auch für meine Bandkollegen ist diese Situation nicht immer ganz einfach. Bei den anderen Bands gehe ich mehr auf Vorschläge ein, bei STRATOVARIUS bin ich emotioneller und habe meine
Vorstellungen. Gerade beim Gesang, da lasse ich den armen Timo (Kotipetto) manche Wörter bis zu 50 mal singen, bis sie endlich passen. Da bin ich ein richtiges Arschloch!
Nun, dem kann ich mich, was dieses Gespräch betrifft, nicht anschließen. Story: Gisela |