GÄSTEBUCH

HM BREAKDOWN
CD-Kritik
Konzerte
News
Tourdates
Archiv
Kontakt
Interviews
Pub-Führer
Studio-Report
Partnerseiten
Disclaimer
Special

SUBSTYLE August 2002

Mit unzähligen Shows im Vorprogramm von IN EXTREMO, DIE HAPPY oder den EMIL BULLS haben sich SUBSTYLE in die Köpfe der Musikliebhaber gebrannt. Mit ihrer schweißtreibenden Show erreichen sie jeden im Saal und wird in ihren Bann gezogen. So kam es dann auch, dass ihr Debut ´On The Rocks´ euphorisch aufgenommen wurde. Ich war natürlich gespannt auf das neue Album, welches jetzt endlich vorliegt. ´Out To Lunch´ ist die konsequente Fortsetzung ihres eigenen Stils. Dies war Grund genug für mich, Tobias Schellin einige Fragen zu stellen, über das Vergangene, das Gegenwärtige und das Zukünftige.

Für mich persönlich ist ´Out To Lunch´ wesentlich kompakter und wesentlich mehr auf den Punkt ausgefallen. Wie seht ihr das?
- Das sehen wir eigentlich genauso, denn wir hatten zum Ersten das Doppelte an Zeit und Zweitens mehr Geld zur Verfügung gehabt. Damals zur ersten Scheibe haben wir gesagt, es ist halt so gewesen, aber im Endeffekt hätte alles noch viel konsequenter werden können. Das war aber durch die knapp bemessene Zeit für ´On The Rocks´ nicht möglich gewesen.

Ich habe mir die zwei Alben genau angehört und mir kam es so vor, als hättet ihr irgendwie eine Richtung auf dem ersten Album gesucht.
- Ich glaube nicht, dass es davon kommt, denn wir suchen eigentlich keine Richtung, denn wir machen Musik, wie sie uns gerade einfällt und natürlich auch gefällt. Das ist nun mal ein großes Problem eines Newcomers, der mit seiner ersten Platte immer mit irgendeiner Richtung verglichen wird. Ich denke aber, dass wir trotz unseres Gitarrenrocks ein sehr breites Spektrum vorweisen können.

Du sagtest gerade verglichen und genau dieses, muss ich ehrlich zugeben, ist mir auch passiert, denn ich hörte bei der ersten Scheibe große Anleihen an FAITH NO MORE heraus.
- Das hat fast jeder zur ersten Platte gesagt. Ich kann das auch vollkommen nachvollziehen, weil es durch die Arrangements wirklich in diese Richtung ging. Obwohl wir durch die Geigen und die Keyboards doch ein wenig anders sind, hört man trotz allem den typischen Sound heraus. Von der journalistischen Seite ist das meiner Meinung nach auch nötig, denn wenn man etwas schreibt, kann man es mit Vergleichen sehr viel besser vermitteln. Wenn das aber jetzt bei jeder Platte kommt, wäre ich aber doch sehr enttäuscht, denn wir haben uns doch, meiner Meinung nach sehr stark weiter entwickelt.

Dem kann ich nur zustimmen, denn SUBSTYLE sind sehr eigenständig geworden. Man hört auch dieses Mal die Geigenparts fast gar nicht mehr heraus. Habt ihr sie überhaupt mit eingebaut?
- Wir haben sie auch dieses Mal wieder mit eingebaut, aber es ist diese Mal genau so wie bei ´On The Rocke´, dass das, was die Leute für Geigen gehalten haben, überhaupt keine waren. Das kommt daher, dass wir die Geigen nie in den Vordergrund gestellt haben, sondern eher synthiemäßig eingebaut haben. Für das neue Album wäre es unsinnig gewesen, mehr auf die Geigen zurück zu greifen, weil wir im Studio technisch so viele Sachen am Start hatten, dass es besser war, die Geigenparts verstärkt live einzubauen.

Auf ihrer ersten Tour mit IN EXTREMO mussten SUBSTYLE schon nach drei Tagen den Ausverkauf ihrer Demo-CD erklären. ´On The Rocks´ war ebenfalls sehr erfolgreich. Ihr habt ja auch einiges an Shows absolviert. Wie seid ihr denn bei den Zuschauern aufgenommen worden und wie waren die Reaktionen?
- Das lief eigentlich ganz gut. Nur bei den NU-Metalkids ist es so, wenn sie nicht zwei Stunden durchhüpfen können, finden sie alles nicht mehr so toll. Trotz allem waren auch die Reaktionen von diesen Leuten, dass sie die Show sehr cool fanden. Das andere krasse Extrem war natürlich IN EXTREMO, wo wir eine ganz andere Reaktion erwartet hätten, aber im Endeffekt hat es perfekt gepasst.

Ich war auch sehr erstaunt über diese tolle Aufnahme der In Extremo-Fans, aber die kommen ja bekanntlich auch aus den verschiedensten musikalischen Richtungen.
- Das haben wir auch sehr positiv verbucht. Das andere gegensätzliche Beispiel war natürlich MOTÖRHEAD, bei denen wir zwei Shows im Vorprogramm absolvieren konnten. Wir haben alle gewusst, dass dies eingefleischte Fans sind und wir haben auch nicht die Illusion gehabt, dass sie nun richtig abgehen, aber trotzdem waren wir auch bei diesen Shows überglücklich über die Resonanz der Leute. Zudem haben weder schwere Verletzungen ertragen noch sind wir von der Bühne geschmissen worden. Es war aber trotzdem eine richtig gute Erfahrung gewesen. 

Die Shows kamen ja auch sehr kurzfristig für euch.
- Das war total krass. Unser Manager hatte Kontakt zur Bookingagentur von MOTÖRHEAD und da sie keinen Support hatten, bekamen wir die Chance dort zu spielen.

´Out To Lunch´ ist ja jetzt auch bei Motor Music erschienen. Das ist ja super, dass ihr jetzt ein Majorlabel im Rücken habt.
- Das ist auch eine tolle Sache. Trotzdem muss ich sagen, dass wir so zufrieden waren mit unserem Label Stars At The Dark, denn man hat so viel für uns getan, dass wir eigentlich gar nicht wegwollten. Aber ein Majorlabel eröffnet uns jetzt vielleicht noch ein wenig mehr die Türen. Warten wir es ab!

Kommen wir doch einmal zu eurem neuen Album. Mit ´Cotton Candy Club´ habt ihr ja eine sehr außergwöhnlichen Titel auf dem Album, der mit Bläsern aufgepept wurde. Wer hatte denn die Idee zu einem solchen Stück?
- HeiWi unser Hauptsongwriter kam mit dieser Idee. Die Idee wurde auch von allen Bandmitgliedern sofort angenommen.

Der Song ist ja auch ein wenig an die Musik der dreißiger und vierziger Jahre angelehnt.
- Wie du ja weißt, haben wir keine Probleme mit irgendwelchen Stilrichtungen. Wir sind eigentlich offen für alles was gut ist. Da wir diese Idee sehr gut fanden und trotz allem sehr zeitlos ist, konnten wir dementsprechend den Song noch gut ausarbeiten. Es hat auch allen sehr viel Spaß gemacht, einen solchen Song auszuprobieren.

Mir persönlich gefallen auf dem Album vor allem der Powersong ´Quarantine´, der Ohrwurm ´Neo´ und die Ballade ´Drop Into Silence´. Bei all diesen Songs spürt man sehr stark das Herzblut, welches in den Songs fließt.
- ´Quarantine´ ist ja auch der klassische Rocksong schlechthin. Das ist auch das Problem, was ich bei den meisten Nu-Metalacts habe, denn sie bringen als Hauptpotential die Aggressivität mit in die Songs. Das passt ja auch in die heutige Zeit, aber bei uns nicht der Fall, denn man kann mit einem solchen Sound vielleicht zwei oder drei Scheiben machen, aber dann ist es schon genug, denn man schränkt sich selber viel zu stark ein. Bei uns hat sich glücklicherweise das nie so ergeben, denn wir haben auch keine Angst davor mal eine Schnulze auf das Album zu packen. 

SUBSTYLE haben auch keine Berührungsängste mit Popsongs. Schon im letzten Interview kann man nachlesen, dass sie auch Songs von Britney Spears gut finden.
- Man kann auch nicht sagen, dass alles von Britney Spears schlecht ist, denn immerhin hat sie über 2 Millionen Platten verkauft.

Das ist auch genau meine Meinung, denn man sollte in der heutigen Zeit nicht mehr so engstirnig sein und mit den besagten Scheuklappen herumlaufen.
- Richtig, denn du merkst ja auch, dass die Musik, welche die meisten Leute anspricht, ist meistens eine Mischung aus verschiedenen Richtungen.

Ich glaube auch, dass die Songs sehr gut live herüber kommen.
- Die Erfahrung haben wir auch schon gemacht, denn wir haben schon einige Songs in den vergangenen Monaten live gespielt. Die Reaktionen darauf waren wirklich sehr gut gewesen.
Dem kann ich jetzt nichts mehr hinzufügen, außer schaut euch doch einfach SUBSTYLE live an. Ihr werdet nach einem Konzert mit mir einer Meinung sein, dass sie wirklich das Zeug von einer ´großen´ Rockband haben. In diesem Sinne, Tourdaten folgen in Kürze.
www.substyle.de
Story: Gisela