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Die Mönchengladbacher Band SYBSTYLE konnte schon auf der letztjährigen Tour zusammen mit IN EXTREMO viel Erfolg aufweisen. So gingen ihnen, während der Tour im Dezember letzten Jahres,
mittendrin die CD´s aus. Das Interesse für eine ungewöhnlich innovative Band war geweckt. Bei der Weihnachtstour von IN EXTREMO waren sie wieder dabei. Mitgebracht hatten sie das neue Album ´On The Rocks´. Eine Mischung
aus Faith No More-Klängen gewürzt mit Stoner-Rock und einer satten Prise Metal, ein Album, das sich sofort in den Gehörgang festsetzt. Für mich Grund genug der ´Sache´ SUBSTYLE ein wenig auf den Grund zu gehen. Mit
Sänger Guido Böckem hatte ich auch einen ziemlich redseligen Gesprächspartner.
Als ich zum ersten Mal, das war vor gut einem Jahr in Krefeld, SUBSTYLE beim Konzert sah, wurde ich sofort an die Ära Faith No More
erinnert. Der Hauptgrund dafür ist mit Sicherheit der Gesang von Guido. - Wir haben uns auch nicht hingesetzt und wollten wie irgendeine Band klingen. Das kam alles ziemlich spontan und aus dem Bauch heraus. Wir
haben auch keine Scheu irgend etwas anderes auszuprobieren, denn wenn man nicht flexibel ist, kann einem passieren, daß man plötzlich in eine Ecke abgeschoben wird, oder man hat ein Thema ausgereizt. Deshalb ist bei uns
die Devise, alles aus dem Bauch heraus zu machen und da kann es passieren, daß wir vielleicht auch mal ein wenig schnulzig werden.
Ich habe aus dem Info erfahren, daß ihr eure Einflüsse zudem auch ein
wenig von den Songwritern von Britney Spears und den Backstreet Boys bezieht. - Das ist jetzt nicht so ganz ernst gemeint, aber wenn es gute Melodien sind, würden wir uns auch gegen solche Musik nicht streuben.
Trotz allem sind wir sehr breit gefächert in unsren Einflüssen. Nimm nur unseren Gitarristen HeiWi. Er hört sich gerne Jazz oder Stücke aus den 30iger und 40iger Jahre an und es klingt manches Mal sehr gut, wenn solche
Passagen in den Songs enthalten sind. Das macht für mich persönlich auch den Crossover aus, der von Bands, wie z.B. den H-Blockx in nur eine Schiene gepreßt wurde. Eigentlich hat der Crossover keine Grenzen. Man
sollte diesen Crossover nicht nur an einem Song festmachen, sondern sollte dies auf ein ganzes Album beziehen.
Das spricht ja auch von Spontaneität, die das Album auch auszeichnet. - Wir machen uns beim
Songwriting nicht allzuviele Gedanken, denn wenn es paßt, dann paßt es eben. Wir haben natürlich auch Songs dabei, die wir sofort wieder verwerfen, aber bei uns zählt die Devise: Was geht, das machen wir!
Das
spricht ja auch dafür, daß SUBSTYLE schon dreimal im Vorprogramm von IN EXTREMO spielen, obwohl dies ja doch verschiedene Welten sind. - Das war auch unsere größte Angst gewesen, denn stilistisch liegen wir ja
doch auf einer ganz anderen Wellenlänge. Aber die Zweifel wurden ziemlich schnell zerstreut. Das liegt vielleicht auch daran, daß dieses Publikum auch ziemlich breit gefächert ist und wir somit ziemlich gute Chancen
hatten. In Braunschweig war es z.B. so, daß komplette Familien zum Konzert kamen. Die Altersgrenze lag zwischen 15 und 50 Jahre. Hinzu kommt auch noch, das Publikum von IN EXTREMO ist ein sehr dankbares Publikum, das
heißt, sie nehmen die Vorbands sehr fair auf.
Ich kann mich da nur an das Konzert im Dezember 1999 in Krefeld erinnern, wo ihr ja doch ziemlich abgefeiert wurdet. - Das war wirklich genial. Diese
Reaktion haben wir aber nicht in allen Städten bekommen. Besonders in den neuen Bundesländern sind wir nicht immer auf offene Ohren gestoßen. Das ist aber in Ordnung für uns, denn man kann es nicht jedem recht machen.
Ihr hattet ja auch bei der letzten Tour mit IN EXTREMO Probleme mit den CD´s gehabt, die ziemlich schnell ausverkauft waren. - Wir haben auch nicht damit gerechnet, daß so viele unsere CD haben
wollten. Vor der Tour haben wir zwar CD´s bestellt, die aber nicht rechtzeitig fertig wurden. In Eigenregie wurden dann von uns Exemplare, in einer Nacht und Nebelaktion gebrannt, die dann aber sehr schnell
vergriffen waren. Dann haben allen Ernstes Leute ihre Adresse auf ein Blatt Papier geschrieben, die 12.-DM bezahlt und auf unser Wort vertraut, daß wir die CD´s zuschicken. Dieses Vertrauen hat uns ziemlich berührt. Wir
haben nach den beiden Touren nachgerechnet und sind auf eine Zahl von ca. 1500 verkauften Scheiben gekommen. Für uns war es unfaßbar, daß wir an manchen Abenden bis zu 90 CD´s verkauft haben. Das war schon irre.
Jetzt aber noch ein wenig zurück in die Vergangenheit. Ihr habt die Band 1993 unter dem Namen LETHARGIE gegründet. Warum habt ihr euch denn nun in SUBSTYLE umbenannt? - Das kam daher, daß HeiWi und David die
Band LETHARGIE gegründet haben. Sie spielten zu dieser Zeit Deutsch-Punk. Nach einer gewissen Zeit hat sich die musikalische Richtung in eine etwas düstere geändert und somit wurde der Name in FAKE umbenannt. Ich
persönlich habe zu dieser Zeit noch in einer Hardcore-Band gesungen und dann sprach mich David an, ob ich nicht Lust hätte bei der Band mitzumachen. Nachdem wir dann einige Songs zusammen geschrieben hatten, kamen auch
die positiven Reaktionen von der Industrie. Nur mußten wir dann wieder einmal den Namen wechseln, denn eine Band namens FAKE gab es schon. Wir haben viel über einen neuen Namen nachgedacht, aber im Großen und Ganzen ist
ein Name Schall und Rauch in Bezug auf den Hintergrund. Ich habe dann darüber nachgedacht, wie kann man die Band nennen. Zuerst kam mir in den Sinn Sub Zero, aber diese Band gibt es ja auch schon. Das Sub gefiel mir
aber so gut und so fiel mir dann schlie0lich SUBSTYLE ein. Dieser Vorschlag wurde auch sofort von den anderen angenommen. Obwohl wir nicht darauf aus waren, daß der Name sich auf die Musik bezieht, ist dies dann doch
passiert. Man SUBSTYLE auch so auslegen, daß man sich nicht festlegen will und unter den verschiedenen Stilrichtungen durch rutschen will.
Es ist ja heute auch so, daß die meisten Bands viel flexibler
geworden sind, was die verschiedenen Stilrichtungen in Sachen Musik angeht. - Das ist richtig, denn noch vor einigen Jahren schaute eine Band nicht über den eigenen Tellerrand hinaus. Aber auch bei den Leuten hat
sich einiges getan, denn wenn man sich heute die Charts anschaut, ist darin alles vertreten, von Techno, über Pop bis hin zum Rock und Metal. Das ist natürlich auch ein großer Vorteil für uns.
Woher kommt denn die Vielfalt bei euch. Liegt es bei den Einflüssen der Musiker? - Das mit Sicherheit, aber wir finden immer einen Konsens, auf den wir uns einigen können. HeiWi als Mastermind und Songwriter der
Band hat natürlich einen großen Einfluß auf die Richtung. Wir als Band legen unser Schicksal vertrauensvoll in seine Hände.
Das war auch sehr geschickt, denn die Vielfalt spricht, wie schon des öfteren
erwähnt Bände. Gibt es aber nicht doch, ab und zu mal Reibereien? - Nein, denn wir wollen alle nicht unbedingt und mit aller Macht unseren Stil durchzusetzen. Das ist uns auch sehr wichtig und wir können alle
mehr als gut mit dieser Scheibe leben. Dort fängt für mich auch schon die Professionalität an. Wir sind mehr als zufrieden mit dem, was am Ende dabei heraus gekommen ist.
Ihr habt nun einen Vertrag von dem
Plattenlabel ´Stars in The Dark´ erhalten. Auf diesem haben ja auch schon Bands wie SUBWAY TO SALLY und IN EXTREMO begonnen. Seid ihr mit dem Label zufrieden? - Auf jeden Fall, denn man kümmert sich persönlich um
uns. Wir spielen auch lieber in der zweiten Reihe, als in der ersten auf der Bank zu sitzen. So sieht es doch bei den Majors aus. Man gammelt dort vor sich hin und keiner kümmert sich um einen. Deswegen sind wir mehr
als zufrieden bei einem solchen Label unter Vertrag zu stehen. Ich denke auch, daß SUBSTYLE dort gut aufgehoben ist und wir sie mit Sicherheit noch des öfteren in dem ein oder anderen Club live zu sehen bekommen.
Sobald sich diesbezüglich etwas tut, wird dies sofort in der Rubrik ´Tourdates´ verkündet. Falls ihr in der Zwischenzeit einen kleinen Blick auf die Web-Page von Substyle werfen wollt, könnt ihr das machen unter: www.sybstyle.com Story: Gisela |