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Mit THE ORDEAL strahlt wieder ein neuer Stern am deutschen Metal-Himmel. Die Band veröffentlichte vor einiger Zeit ihr Debutalbum "Kings Of Pain". Dies beinhaltet eine Mischung aus
traditionellem 80iger Metal der Ära Black Sabbath, DIO oder Rainbow. Die Gründung der Band geht ins Jahr 2002 zurück. Die Bandmitglieder sind im Einzelnen: Sänger Oliver Oppermann, der in vielen musikalischen Richtungen
zu Hause ist, Gitarrist Kai Reuter, der schon mit JANE und VIVA gearbeitet hat, Drummer Philippe Candas, der unter anderem schon Touren mit FAIR WARNING bestritt und Bassist Cyborg Haines der bei BIRTH CONTROL in Dienst
steht. An einem Day off Tag ihrer Tour, als Support von RAGE traf ich mich mit Oliver Oppermann und unterhielten uns ein wenig über die Platte, die Band und andere Sachen.
"Kings Of Pain" ist ja euer erstes Album. Wie habt ihr eigentlich zusammengefunden? - Das war ein glücklicher Zufall, denn eigentlich habe ich vorher in einer Flamenco-Band gespielt. Der Bassist aus
meiner Band kannte Kai Reuter. Da ich aus alter Liebe zum Metal wieder angefangen hatte Metal-Songs zu schreiben und um diese Songs auch umzusetzen kam ich dann mit Kai in Kontakt. Der fand die Songs von Anfang an gut
und durch ihn fanden wir noch unseren Drummer und den Bassisten Hannes kannte ich noch von früher aus Hannover. Wir sind damals zusammen zur Schule gegangen. Für die jetzige Tour haben wir uns auch noch mit Sascha als
Keyboarder verstärkt. Es ist auf Tour wesentlich effektiver den Keyboard-Sound live zu bringen, denn dies wirkt viel authentischer. Sascha spielt mit Hannes zusammen bei Birth Control.
Philippe hat ja auch zusammen mit Hannes Bauer (ehemals Gitarrist von Udo Lindenberg) das Gnadenlos-Orchester gegründet.
- Richtig und ebenfalls hat er zusammen mit Fair Warning gearbeitet. Er spielt aber nun schon gut 10 Jahren mit Hannes Bauer zusammen.
Jetzt ist der Sound auf "Kings Of Pain" im Stil der 80iger und
90iger Jahre angelegt. Trotzdem klingt er sehr frisch, weil sehr viele moderne Elemente mit eingebaut wurden. Ist euch diese "Modernität" wichtig? - Das ist im Songwritingprozess entstanden. ich habe
die Songs ja alleine geschrieben Ich stehe auf Musik der 80iger Jahre, aber ich mag auch Bands wie Rage Against The Machine. Es war jetzt nicht gerade ein Anliegen die modernen Sounds mit zu verarbeiten, aber ich
habe es einfach ausprobiert. Es ist ja auch sehr interessant die Musikrichtungen zu verbinden.
Die Fans werden ja auch immer jünger und hören demzufolge auch moderne Sachen. - Genau obwohl ich das
jetzt nicht aus kommerziellen Aspekten sehe. Ich finde es einfach gut und deswegen habe ich es einfach versucht. Es gibt aber auch viele neue Bands, die ich überhaupt nicht gut finde, denn viele von ihnen sind keine
guten Instrumentalisten. Darauf lege ich aber viel Wert, denn ich habe Musik und Flamenco-Gitarre studiert. In der Beziehung bin ich sehr konservativ eingestellt.
Du hast ja als Gitarrist angefangen. Wie kam es dazu, dass du nun den Gesangspart übernommen hast? - Eigentlich habe ich immer schon gesungen, denn für meine Flamenco-Sachen habe ich immer schon die Melodien
entworfen und als Gitarrist ist man sowieso jemand, der am melodischsten denkt und somit nah am Gesang liegt. Man hat somit also immer mit Gesangslinien zu tun. Irgendwann habe ich denn selber mal probiert und ich war
mir in den Anfangstagen gar nicht so sicher ob es überhaupt funktionieren würde.
Das klingt aber sehr gut. - Finde ich auch. Ich habe dann auch angefangen mit Gesangsunterricht, den ich bis heute noch
nehme. Man muss einfach an sich arbeiten und dann klappt das auch.
Du hast ja Flamenco-Gitarre studiert und ebenfalls in einer Flamenco-Band gespielt. Das ist aber doch ein sehr großer Schritt, von der
musikalischen Seite, zum Metal zu wechseln. - Im Grunde ja, aber wenn man sich näher damit beschäftigt, bemerkt man, dass Flamenco und Metal sehr viel gemeinsam haben. Beide sind in eine düstere Welt angesiedelt
und auch die Themen sind oftmals sehr gleich. Im Flamenco gibt es den Begriff "Duende" den man mit dem dämonischen Metal verbinden kann. Im Flamenco gibt es eigentlich nur schwere Themen zu hören und
Sunshine-Sachen gibt es überhaupt nicht. Eine andere Gemeinsamkeit ist die Gitarre, denn sie ist in beiden Stilen die tragende Rolle. ich persönlich kenne viele Heavy Metal-Gitarristen die auf Flamenco stehen, weil der
Flamenco auch eine virtuose Form des Gitarre Spielens ist. Umgekehrt ist das aber auch der Fall.
Viele Bands arbeite ja auch mit spanischen Gitarren in ihren Songs. - Richtig und vor allem von
Metallica gibt es sehr viele Songs die solche Passagen besitzen. Wir werden dieses Thema auch noch weiter ausbauen, denn es gibt nur wenige Bands, die einen ausgebildeten Flamenco-Gitarristen in ihren Reihen haben.
Sind Flamenco-Gitarren auch anders von der Bauweise? - Völlig anders, denn sie sind vollkommen anders gebaut. Sie haben im Korpus eine andere Bebalkung und auch das Holz ist ein anderes. Hinzu kommt aber
und das ist das Wichtigste, ist die Spielweise total anders, den durch die Technik des Gitarre Spielens bekommt man völlig andere Klänge.
Euer Album ist ja schon im Mai veröffentlicht worden und jetzt seid ihr auf Tour mit RAGE. Hat sich das Warten gelohnt? - Auf jeden Fall. Wir hatten zwar schon im Vorfeld eine Option mit SOULFLY auf Tour zu
gehen, aber leider sind wir von einer Agentur über den Tisch gezogen worden.
Vielleicht hätte es auch nicht so gut gepasst. - Vielleicht nicht, obwohl ich der Meinung bin, dass es mir nicht so wichtig
ist, denn wenn man gut ist, gefällt es auch den Leuten. Mit RAGE ist es aber jetzt perfekt und die Resonanzen sind sehr gut.
Was habt ihr denn für das nächste Jahr geplant? - Wir werden ein neues Album
aufnehmen. Geplant ist aber auch, dass wir ein Video zu "Aliens in Spain" drehen wollen. Wir haben auch schon einen Video-Produzenten an der Hand, der sehr gute Ideen hat dieses Thema umzusetzen.
Dann kann ich euch nur alles Gute für die Zukunft wünschen und ich freue mich schon jetzt auf neues Material von euch. www.theordeal.de Story: Gisela |