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THRESHOLD 1995

Einige Änderungen hat es seit dem letzten Album ´Wounded Land´ bei der englischen Band THRESHOLD gegeben. So haben sie z.B. in Nick Harradence einen neuen Drummer (Tony Grinham, der letztes Jahr zum zweiten Mal Vater wurde, beschloß seine Zeit mehr der Familie zu widmen) und das neue Album ´Psychodelicatessen´ ist im Gegensatz zu erstklassigen Debut ´Wounded Land´ viel heavier ausgefallen. Zu diesen, aber auch zu anderen Themen, hatte mir Gitarrist Karl Groom einiges zu erzählen.

Zu allererst muß ich die Band herzlichst zu ihrem fantastischen neuen Album beglückwünschen. Trotz des heavieren Sound ist es ein Bombast-Album geworden. Warum habt Ihr Euch dazu entschieden die Songs noch härter werden zu lassen?
- Das hat eigentlich alles mit der musikalischen Weiterentwicklung von uns tun. Durch die ganzen Auftritte, die wir absolviert haben, merkten wir, daß viel mehr in uns steckt.

Auf ´Psychodelicatessen´ sind auch die Gitarren viel mehr in den Vordergrund gestellt worden. Trotz allem wurden die Keyboardpassagen sehr effektvoll eingesetzt. Die Songs kommen somit viel powervoller rüber, als die Stücke von ´Wounded Land´.
- Das ist richtig. Wir haben auch für dieses Album mehr Songs geschrieben, wo die Gitarrenparts stärker vertreten waren. Für uns ist dies ein viel besserer Mix.

Für Glynn Morgan war ´Psychodelicatessen das erste Album gewesen. er stieg ja, wie ihr sicher wißt, Ende 1993 bei THRESHOLD ein und bestritt somit auch die Tour mit CONCEPTION. Bekamt Ihr durch Glynn sehr viele neue Einflüße in Euer Songwriting?
- Auf jeden Fall. Er übernahm auch das alleinige Songwriting für zwei Songs. Glynn ist im Grunde für die melodischen Parts bei uns zuständig.

Schreibt Glynn denn die Texte der Songs alleine?
- Nein, Jon Jeary, unser Bassist schreibt die Texte der Lieder. Er schrieb ja auch schon die Texte des ersten Albums. Es ist eigentlich eine gute Kombination, so wie es jetzt läuft.

Wie schon bereits erwähnt, haben THRESHOLD mit Nick Harradence einen neuen Drummer. Nick und Karl kennen sich aber schon seit längerem. Sie spielten sogar schon in einer anderen Band zusammen. Tun sich denn jetzt, seit dem Einstieg von Nick Harradence, neue Wege für Euch auf?
- Das in jeder Hinsicht. Obwohl Nick erst kurz vor den Recordings zu uns gestoßen ist, hat er doch schon sehr viel zum Sound beigetragen. Er hat natürlich jetzt auch noch keine Live-Erfahrungen mit uns sammeln können. Den ersten Gig. den er mit uns bestritt war das Via-Rock-Festival in Belgien und danach ging es ja sofort ins Studio.

Apropos Festival oder Gigs. Ihr habt ja eine Vielzahl an Auftritten im letzten Jahr bestritten. Wie waren denn die Reaktion der Zuschauer gewesen? Verlief alles zu Eurer Zufriedenheit?
- Man kann sagen, daß die Reaktionen sehr gut waren. Es war ja auch immerhin unser Debut-Album, mit dem wir die ganzen Auftritte bestritten haben und dafür lief alles aber gut. Wir wollen aber jetzt nicht irgendwelche Kompromisse in Bezug auf unsere Songs machen. Entweder die Leute mögen unsere Songs oder sie mögen sie nicht.

Wir sprachen ja damals von der englischen Szene. Ihr habt ja auch einige Dates in England gehabt. Liefen diese Auftritte in England gut für Euch?
- Im Großen und Ganzen ja. Das Album erhielt gute Kritiken in England, was sich natürlich auch auf die Besucherzahl in England auswirkte. Obwohl die Szene in England etwas härter ist, waren die Auftritte doch sehr gut gewesen.

Kommen wir doch noch einmal zurück zum Album. Wer hatte denn die Idee zum Titel und was soll er aussagen?
-  Die Idee für diesen Titel hatte Jon. Der Name des Albums ´Psychodelicatessen´ hat im Grunde keine Bedeutung. Es ist einfach eine Mischung aus zwei Wörter, nämlich aus ´Psycho´ und ´Delicatessen´. Er fand diesen Titel gut und ich muß gestehen, daß er mir auch sehr gut gefällt, denn er hört sich doch wirklich gut an.

Was sind denn jetzt Eure nächsten Aktivitäten für dieses Jahr
- Wir wollen eigentlich zu Anfang des Jahres eine Tour in Deutschland absolvieren. Im Anschluß daran soll es nach Holland, Belgien, Frankreich und auch Luxemburg gehen. Genaues, ob als Support oder Headliner kann ich noch nicht sagen. Es ist im Moment auch sehr schwer eine gescheite Tour zu bekommen. Wir stehen somit also in Wartestellung.
Wie so viele andere Bands auch, die einfach keine Tour bekommen. Ich finde es sehr schade, daß man den Leuten diese wirklich tolle Material einfach vorenthält. Aber was nicht ist wird mit Sicherheit noch werden.
Story: Gisela