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1993TOTEN HOSEN Unpolitische Band mit politischen Standpunkten Das Katastrophenkommando hatte in die ausverkaufte Bochumer
Zeche geladen, um ihr neuestes Werk, ´Kauf mich´ darzubieten. Vorher waren Kuddel und Breiti zu einem kurzen Interview (´höchstens 1 Stunde´O-Ton Kuddel) bereit. Hier die ´geringfügig´ gekürzte Fassung
Kuddel, ein
Mann der ungern an die Zukunft denkt, höchstens einen Tag im voraus, philosophierte über die Zukunft der Hosen, daß sie, wenn sie mal richtig alt sind ihren Namen in ´Die Rentner´ abändern und dann im Altersheim bis zum
bitteren Ende spielen. Meine beiden Gesprächspartner verteidigen sich vehement, als ich sage, daß viele Leute behaupten, es gäbe bei den TOTEN HOSEN keine Weiterentwicklung. Kuddel und Breiti sind der Meinung, daß da
schon eine massive Entwicklung vorliegt, welche aber halt in eine Richtung geht. Die TOTEN HOSEN sind keine Band die sich von einer Plattenfirma Vorschriften machen läßt. Sie liefern nur ein fertiges Produkt ab (Songs,
Cover ect.). Das liegt wohl an dem großen Zusammenhalt in der Band, denn sie verbringen sogar teilweise ihren Urlaub zusammen. Breiti findet das auch sehr wichtig, denn schließlich haben sie sich gerade auf dieser Tour
nur auf der Pelle gehangen. Sie spielten in Wohnzimmern, Partykellern und auf Berghütten. Halt überall dort, wo man spielen kann. Die TOTEN HOSEN sind in sofern keine politische Band, als das sie sich auf die Bühne
stellen und dem Publikum sagen, was es zu tun oder zu lassen hat. Auf der anderen Seite bezieht die Band sehr klar Stellung, man nehme nur mal den Song ´Sascha´, was den HOSEN dann prompt eine Klage der Republikaner
einbrachte. Das Verfahren wurde jedoch nie eröffnet, da für die Staatsanwaltschaft kein Straftatbestand vorlag. Durch die Knüppel, die rechte Gruppen trotzdem versuchten den HOSEN zwischen die Beine zu werfen, wird
klar, wieviel Macht und Geld diese Leute haben.
Als ich nach dem Interview in die Halle kam war diese bereits proppenvoll und tobte zu den Rhythmen von SCHLIESSMUSKEL die als Anheizer
die Situation voll im Griff hatten. Um 20.30 Uhr gingen nach kurzer Umbaupause die Lichter wieder aus und Campino stürmte auf die Bühne. Er hatte auch prompt einen Fussballspruch auf Lager, so nach dem Motto ´Absteiger
unter sich´. Die TOTEN HOSEN peitschten das Publikum so richtig auf, so das die Stage-Hands alle Hände voll zu tun hatten. Mein Kompliment für die Ruhe die sie bewahrten. Nach 1 1/2-stündiger Show, die auch den Song
´Happy Birthday´ für Promoterin Andrea beinhaltete, die just an diesem Tag Geburtstag hatte, verließen die TOTEN HOSEN sichtlich zufrieden und erschöpft den Ort des Geschehens. Story: Gernot Sieger.
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