GÄSTEBUCH

HM BREAKDOWN
CD-Kritik
Konzerte
News
Tourdates
Archiv
Kontakt
Interviews
Pub-Führer
Studio-Report
Partnerseiten
Disclaimer
Special

UNREST November 1999

Die Norddeutschen holen zum vierten Streich aus. Die Rede ist von UNREST. Mit ihrer neuen Scheibe ´Cold Steel Whisper´ beschreiten sie konsequent ihren Weg weiter. Traditioneller Metal, der sich durch Power, Melodik und harten Gitarrenriffs auszeichnet sind für UNREST ein Muß bei den Songs. Für mich ist es bis heute noch unverständlich, warum eine solche Band es noch nicht weiter geschafft haben. Das Potential ist mehr als vorhanden. Zusammen mit Gitarrist Claus Wiechert versuchte ich das Phenomen UNREST unter die Lupe zu nehmen.

Schon beim ersten Anhören viel mir bei ´Cold Steel Whisper´ auf, daß die Songs viel melodiöser klingen als das alte Material. An Power verlieren die Stücke dadurch aber keinesfalls. Worauf ist dies denn zurückzuführen?
- Dadurch das wir uns mit der Zeit weiterentwickelt haben sind die Songs schon melodiöser geworden. Dann trägt Sönke auch einen großen Teil dazu bei. Früher sang er rotzig frech, aber im Laufe der Zeit wurde er in seinem Spektrum immer breiter. Ich singe selber auch bei zwei Songs mit, die denn durch den Choreffekt auch melodisch und weicher klingen.

Das sich UNREST weiterentwickelt haben, bedarf keiner Frage. Aber sie sind ja auch nicht erst seit gestern im Geschäft. UNREST können auf ein gewaltiges Potential an Songs zurückgreifen. Aber leider gibt es ein Problem für die Fans, denn dadurch das keine Texte im Booklet abgedruckt werden, können sie die Songs ja gar nicht beim Konzert mitsingen. Warum druckt ihr diese nicht ab?
- Das ist Sönkes Entscheidung und ich weiß auch nicht so richtig, warum er es nicht will. Es stimmt schon,  daß der ein oder andere Fan sich sagt, daß es geiler wäre wenn Songtexte im Booklet ständen, um mitlesen oder auch mitsingen zu können. Aber Sönke will es nicht und wir akzeptieren es dann auch.

Interessant für alle Fans ist die Tatsache, das jetzt auch die beiden ersten Scheiben ´By The Light Of The Moon´ und ´Taste It´ wieder veröffentlicht werden. Warum habt ihr diesen Schritt unternommen?
- Damals gab es ja unsere Firma Black Arrow noch nicht. Zuvor sind wir zweimal richtig auf die Nase gefallen. Zuerst bei Inline Music und anschließend beim Label von Axel Morgan. Es gab eine Menge Leute die immer wieder nachgefragt haben, aber es gibt sie einfach nicht mehr zu kaufen.  Die ´Taste It´ war nur ganz kurz im Vertrieb und eine Abrechnung über den Verkauf haben wir nie zu Gesicht bekommen. Die Firma Inline war wirklich der letzte Laden.  Sogar der Musikerverband ist gegen diese Firma angegangen und danach haben sie dann Konkurs angemeldet. Die Firma hat die Bands abgezockt ohne Ende. So haben sie skandinavische Bands CD-Produktionen machen lassen, die niemals veröffentlicht wurden. Sie haben noch nicht einmal die CD´s pressen lassen und die Bands haben bezahlt und gewartet.

Das es so etwas wirklich gibt kann man sich gar nicht vorstellen, aber schwarze Schafe gibt es überall.
- Das ist ja so schlimm für junge Bands. Sie vertrauen einem Label, freuen sich über einen Vertrag und werden dann so über den Tisch gezogen.  Das ist auch der Grund dafür, daß wir alles alleine machen. Dadurch das noch ein eigenes Label dabei ist, haben wir die Möglichkeit auch andere Bands zu produzieren. Für diese bleibt dann aber auf jeden Fall etwas übrig. Bei einer großen Plattenfirma bist du als Newcomer nur ein kleines Licht und darfst auch noch für alles zahlen. Die meisten Labels wollen eben kein Risiko eingehen. Hauptsache ein Trend der schon gut läuft.

Dann kann man die hundertste Kopie der Band Muster auch noch vermarkten um somit auf den Kohlezug aufzuspringen.  Man sollte wirklich nie etwas aus der Hand geben, oder nur ein wenig, damit man den Überblick behält.
- Seitdem wir alles machen läuft es ja auch bei uns. Wir haben in Point Music einen guten Vertrieb gefunden, Sie stehen voll hinter uns und vor allem geht alles korrekt über die Bühne.

Mit Point Music habt ihr auch einen guten Fang gemacht, denn Harry Enzian (vielleicht kennt ihr Harry noch von RAILWAY) ist ja zudem noch ein Fan dieser Musik.
- Er mag solche Musik und trotzdem läuft es verkaufstechnisch gut. Harry gibt sich auch viel Mühe und versucht auch aus uns das Letzte herauszuholen, aber nur im positiven Sinne.

Da kommt mal wieder der Virus Idealismus zum Vorschein, von dem wir alle befallen sind. Das ist aber ganz gut so. Jetzt aber zu einem anderen Thema. Vor zwei Jahren, zur letzten Album ´Watch Out´ wart ihr ja ziemlich erfolgreich als Support von W.A.S.P. Warum ist den jetzt zu ´Cold Steel Whisper´ noch keine Tour gelaufen?
- Geplant war, daß wir mit QUIET RIOT auf Tour gehen sollten. Diese wäre im Mai gewesen. Aber aus Gründen, die uns nicht genau bekannt sind,  wurde diese Tour gecancelt. Es sind viele Gerüchte im Umlauf warum dies geschah, aber genau weiß ich es nicht. Dann sollten wir in Markneukirchen zusammen mit KROKUS spielen, der dann aber auch gecancelt wurde. Somit blieben dann noch drei Gigs, einer in München, in Ludwigsburg und in Nürnberg zusammen mit SHAKRA und CRISTAL BALL übrig. Das war gut, denn in den Rockfabriken fielen die Auftritte im Rahmen von einem Metal-Abend. Somit waren immer ca. 400 Leute bei unserem Gig.

Das Album ´Cold Steel Whisper´ ist ja jetzt auch schon seit Januar auf dem Markt. Habt ihr denn schon wieder ein neues Album ins Auge gefaßt?
- Wir wollen versuchen, daß wir dieses Jahr noch eine Scheibe einspielen, damit wir Anfang nächsten Jahres sofort wieder mit einem neuen Produkt am Start sind. Dann soll aber auch eine Tour gemacht werden, denn für dieses Album ist es zu diesem Zeitpunkt fast schon zu spät.
Bleibt jetzt nur zu hoffen, daß UNREST nicht zu sehr frustriert ist und im nächsten Jahr mit frischem Mut wieder ans Werk geht. Verdient haben sie es allemal. Good Luck!
Story: Gisela