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VOODOOCULT 1994

Philip Boa, der Meister des Avantgarde-Pops steht mit einem tollen Projekt mit dem Namen VOODOOCULT am Start. Dieses Projekt, bei dem solche renomierte Musiker wie Dave Lombardo (SLAYER), Chuck Schuldiner (DEATH), Mille (KREATOR), Gabby (CROW MAGS) und Taif (Ex KILLING JOKE) neben Philip mitwirken, wird von Topmusiker- und Produzent Waldemar Sorychta produziert. Kurz vor Fertigstellung des Endmixes hatte ich Gelegenheit mit Philip Boa im neueröffneten Hagener Woodhouse-Studio ein Interview zu führen. Hier das Ergebnis.

Was mich natürlich als erstes interessiert, wie bist Du auf die Idee gekommen ein solches Projekt zu starten?
- Richtig ist, es war am Anfang ein Projekt, aber heute sehe ich es als Band. Ich komme ja eigentlich aus einer anderen Szene, nämlich aus der Pop-Ecke. Aber das stimmt auch wiederum nicht so ganz, denn wir haben auch Rock und ziemlich ausgeflippte Musik gemacht. Es war so eine Art Designermusik. Irgendwann einmal hatte ich die Idee zu einer Metalplatte, die kein Prosarock sein sollte, sondern hart, aggressiv und sehr viel Power beinhalten sollte. Mit diesen Gedanken im Kopf gab mir vor 2 Jahren auf Malta, wo ich auch zeitweise lebe, ein SLAYER-Fan ein Tape dieser Band. Nach mehrmaligem Anhören wurde ich ein richtiger SLAYER-Fan. Vor allem wurde ich Fan von Dave Lombardo. Ein Jahr später verweilte ich wieder, zusammen mit meinem englischen Bassisten Tauf auf Malta und uns kam die Idee mit Dave ein Projekt zu starten. Diese Idee wurde immer größer, nachdem ich erfuhr, daß Dave bei SLAYER ausgestiegen war. Mein Manager trat dann in Verbindung mit Daves Management und nachdem Dave die letzte VOODOOCLUB-Platte gehört hatte, meldete er sich sofort persönlich bei meinem Manager. Ich schickte ihm dann sofort meine Metal-Demos und er hat dann sofort, ohne über das Finanzielle zu verhandeln, zugesagt. Wir sind dann für 2 Wochen nach Los Angeles geflogen und haben die Drums aufgenommen. Danach hatten wir überhaupt keine Probleme andere für dieses Projekt zu gewinnen.

Wie z.B. auch Chuck Schuldiner von DEATH.
- Ja genau. Aber auch SEPULTURA, die alle Fans von Dave Lombardo sind, waren an der Sache interessiert. Aber sie haben im Moment auch keine Zeit, nachdem ihr Album so erfolgreich ist. Dann war auch noch Jim Martin von FAITH NO MORE sehr interessiert, aber sein Management hat ihm da einen Riegel vorgeschoben. Ja und danach bin ich dann von den großen Bands auf kleinere Kultbands ausgewichen und fand in Gabby von den CROW MAGS, Mille von KREATOR und meinem englischen Bassisten Taif, der früher bei KILLING JOKE gespielt hat, die passenden Leute.

Also ist das Ganze wirklich zu einer Band herangewachsen.
- Ja richtig und das aus dem einfachen Grund, weil jeder an den Songs mitgeschrieben hat.

Ja, und dann ist da noch Waldemar Sorychta!
- Genau, Waldemar, hat früher bei DESPAIR und TIAMAT gespielt. Auch er hat ein Stück dazu beigetragen. Das Album wird auch von ihm produziert, welches er wirklich toll gemacht hat.

Also waren alle Mitglieder voll an diesem Album beteiligt?
- Ja, deshalb stehen auch alle zu dieser Band und würden sich auch jetzt für eine Tour freimachen. Denn ich möchte diese Band auf einer Tour vorstellen.

Hier im Hagener WOODHOUSE-Studio findet im Moment der Endmix statt, aber aufgenommen wurde alles an verschiedenen Orten.
- Ja und zwar in Los Angeles, Florida, New York, Dortmund und jetzt hier in Hagen, denn das WOODHOUSE-Studio ist von Dortmund jetzt nach Hagen umgezogen.

Wie ist der Sound auf dem Album?
- Es ist kein Death-Metal im üblichen Sinn. Aber trotzdem hat es manchmal Geschwindigkeit und die Power, auch von den Texten her, wie Death-Metal. Aber auch der Gesang ist nicht so tief wie bei Death. Waldemar hat mich regelrecht dazu erzogen, so zu singen wie gewisse Helden, z.B. SLAYER oder Dave Mustaine, welches mir natürlich sehr entgegen kam. Ich habe mich also sehr der Musik untergeordnet, um sie auf keinen Fall zu stören, denn ich hätte sonst einiges zerstören können. Das war eine ganz harte Schule für mich.

Wann habt Ihr denn jetzt vor auf Tour zu gehen?
- Geplant haben wir eigentlich den April oder Mai, denn das Album soll im Februar veröffentlicht werden. Aber genaue Daten stehen zur Tour noch nicht fest.
Neugierig kann man wirklich sein, denn das Album soll ein sehr vielseitiges sein, indem auch so viele Einflüsse mit einfließen. Aber im Moment können wir nur bis zur Veröffentlichung des Albums warten und uns auf die anschließende Tour freuen.
Story: Gisela