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Special

SODOM
In War And Pieces
Steamhammer/SPV
47.05 
Nach 4 Jahren Album Pause erscheint, von der sehr begeisternden DVD "Lords Of Depravity Part 2" mal abgesehen, endlich wieder ein neues Album der Ruhrpott-Heroen SODOM. Das Trio hat sich mit Produzent Waldemar Sorychta (Tiamat, Lacuna Coil, The Very End und Moonspeel) zusammen getan und der hat der Band einen wuchtigen klaren Sound auf den Leib geschneidert. Dadurch klingen SODOM um einiges frischer und weniger Old School als bisher. Besonders das Schlagzeug hat ordentlich an Power zugenommen und Gitarrist Bernemann entlockt seinem Arbeitsgerät so einige Kabinettstückchen die man so nicht oft auf einem SODOM-Album findet. Tom singt einen Hauch höher, grimmiger und facettenreicher als wir es von ihm gewohnt sind und kommt so um einiges angepisster rüber! Aber das sollte alte Fans nicht verschrecken den das Gesamtpacket was die drei Thrash Veteranen raus gehauen haben hat es verdammt in sich und trotz einiger kleiner Änderungen sind sich SODOM doch treu geblieben. Die Songs an sich müssten auch die DIE HARD Fans überzeugen. Los geht es mit dem atmosphärischen Groover "In War And Pieces" mit donnernden Doublebass im Refrain und tollen Lead Gitarren, zu Schluss kommt der Song so richtig in Fahrt. Die folgenden zwei brutalen Thrasher "Hellfire" und "Through Toxic Veins" (Die alten Zeiten lassen grüßen) dürften sich mit ihren eingängigen Refrains wohl bald im Liveset der Band wieder finden. Brutaler Stoff um sich im Mosh-Pit eine blutige Nase zu holen. Hymnisch geht es mit "Nothing Counts More Than Blood" weiter, der Song besitzt viele abwechslungsreiche Tempowechsel und variable Gitarren mit klassischem Heavy Metal Feeling. "Storm Raging Up" ist wieder das volle Thrash-Brett mit gegröltem Refrain. Auch mit viel Atmosphäre kommt "Feigned Death Troes" daher und Tom bellt etwas dunkler ins Mikro. "Soul Contraband" deckt die ganze Spannbreite des Albums ab mit Groove-Parts schnellem Thrash-Gebolze und Tom singt, brüllt variantenreicher als je zuvor. Sehr abwechslungsreicher und etwas sperriger Song mit düsterer Stimmung. "God Bless You" ist ein melodischer Doublebass Brocken der aber leider das Level nicht so ganz halten kann. Auch "The Art Of Killing Poetry" ist sperrig ausgefallen, wächst aber bei mehrmaligem hören. Mit "Knarrenheinz" geht es in bester "Ausgebomt" Tradition weiter, der deutsch gebrüllte Song hat verdammt viel Hitpotenzial, vor allem Live müsste der Song extrem ballern.Thrash Geschrotte vom feinsten kann man da nur sagen. Simpel aber voll auf die Zwölf. Mit dem rockigen "Stypic Parasite" mit "The saw is The Law" Touch und dichtem Doublebass-Teppich endet das Album. Man kann getrost sagen das SODOM 2010 immer noch in der Lage sind ein mehr als amtliches Thrash Metal Brett abzuliefern und das sie sich auch hinter den ganzen neuen jungen Thrash Bands keinen Millimeter verstecken müssen. Ganz im Gegenteil mit "In War And Pieces" lassen sie die meisten neuen Bands alt aussehen! Wir kennen ja den Spruch aus der Halsbonbon Werbung "Wer hat`s erfunden?"
Tracklist
1. In War And Pieces, 2. Hellfire, 3. Through Toxic Veins, 4. Nothing Counts More Than Blood, 5. Storm Raging Up, 6. Feigned Death Throes, 7. Soul Contraband, 8. God Bless You, 9. The Art Of Killing Poetry, 10. Knarrenheinz, 11. Styptic Parasite 
www.sodomized.info
8,5/10 Punkte
Carsten
VÖ: 19.11.2010

SOUL DEMISE
Sindustry
Remission Records
35.02
Das siebte Lebenszeichen von SOUL DEMISE knüpft fast nahtlos an den Vorgänger "Acts of Hate" an, wobei man doch sagen muss das die Band doch um einiges aggressiver und härter auf den Putz haut als in der Vergangenheit. Auch wenn die letzten Alben nicht gerade Weichspüler waren. Man frönt mit Hingabe dem melodischen Death Metal der klar angesiedelt ist bei At The Gates, Devil Driver, In Flames in ihrer Frühphase und ein wenig Heaven Shall Burn. SOUL DEMISE begehen, dem Metal Gott sei dank, aber nicht den Fehler ihre Songs mit kitschigen Melodien und rührseligen Clean Gesang aufzupeppen. Melodien dürfen zwar sein, aber trotzdem sollte es immer noch brutal nach vorne ballern. Ihr reifes Songwriting beinhaltet durchweg eingängige Melodien, Brachial-Brutal-Riffing, Midtempo-Power-Grooves, High-Speed-Geknüppel nahe an Blast-Beats und Aggro-Kreisch-Vocals, also alles ist vorhanden was der Melodic Death Metal Fan der "alten" Schule möchte. Die 10 Nummern an sich sind wie man es von den Nürnbergern bereits gewohnt ist äußerst brutal, hektisch und manchmal abgehackt, wobei auch die abgefahrene Drum-Arbeit besonders erwähnt werden sollte, dabei wird der melodische Anteil allerdings nie in den Hintergrund gedrängt, im Gegenteil, eine ausgewogene Mischung beider Aspekte erstreckt sich über die ganze Scheibe hinweg. Das einzige was so ein wenig an den Nerven sägt, im Verlauf der Scheibe ist der hysterische Kreisch Gesang. Man versucht zwar das ganze mit einigen tieferen Grunz-Parts aufzulockern aber so richtig optimal gelingt das für meinen Geschmack nicht so souverän wie das Songwriting. Trotzdem haben SOUL DEMISE ein sehr starkes Album rausgehauen das sich nicht verstecken braucht und ein fettes Ausrufezeichen setzt hinter dem Begriff (brutal) Melodic Death Metal!!!
Tracklist
1. Deathless 2. The Pawn 3. Cerebral Tumour 4. World without Conscience 5. Indifference 6. Nature's Bullheads 7. Rupture 8. Torn Apart 9. Try to Remember 10. Nodule of the Beauty
www.souldemise.de
www.myspace.com/souldemise
7/10 Punkte
Carsten
VÖ: 26.11.2010

SKUM
Skumworks Vol. 2 & Promo 2010
Eigenproduktion
Dass man in Kölle auch ohne Karneval mit schrägem Humor glänzt beweist die kölsche Band SKUM. Die feiert nicht ihr rundes Band Jubiläum sondern ihren 11. Geburtstag mit einer 4-Track "Promo 2010" CD und einer Neuauflage ihrer 2008 erschienenen 2. Scheibe "Skumworks Vol.". Die wurde noch von 6 Leuten eingespielt und auf der neuen Promo ist fast eine neue Mannschaft mit an Bord und dort ist das Line Up auf 4 Personen geschrumpft. Im Line Up geblieben sind Sänger Nikola Grigic und Schlagzeuger Christoph Buchheim. Die Band spielt auf "Skumworks Vol.2" (2004 erschien Skumworks Vol. 1) grenzübergreifenden Thrash der bunt gemischt wird mit Death Metal, Rotz´n Roll, Hardcore und einigen elektronischen Überraschungen. Auch beim Gesang liebt man die Abwechslung zwischen Grunzen, Gröhlen, abgedrehte Sprechpassagen und der Versuch auch mal melodisch zu klingen. Auch bei den Texten fährt man nicht nur auf der englischen Schiene sondern gibt der Heimat Sprache auch eine Chance. Also insgesamt eine sehr bunte Mischung Musik. Leider verbinden SKUM das alles nicht gerade immer schlüssig und Song dienlich. An manchen Stellen passt da so garnichts zusammen und man bleibt als verwirrter Hörer zurück. Nichts gegen Experimente und verschiedene Stile aber es sollte doch beim Songwriting darauf geachtet werden das ein Lied nicht nur um der Abwechslung Willen komplett zerfahren daher kommt. Auch der Gesang klingt oft gekünstelt und nervig und gerade bei den melodischen Parts wird es besonders bitter, sowie auch bei Sprechpassagen. Zwar finden sich auf der Scheibe immer wieder gute Ideen und auch so mancher Groove-Teppich lädt zum mit- nicken ein aber unterm Strich den ragt das zynische "Panzer fahr´n " und "Hold In the Sky" besonders heraus aus den 9 Songs und der Rest hat manche gute Ansätze aber die gehen durch das oftmals wirre Songwriting unter. 4 PunkteAuf "Promo 2010" haben sich aber SKUM dann doch sehr gesteigert und merklich weiter entwickelt. Als erstes fällt auf das die 4 Songs um einiges härter ausgefallen sind und das es ihnen gelungen ist ihre bunten Mix aus verschiedenen Stilen besser zu verknüpfen und sie packen nicht mehr alles in einen Song. Die Songs gehen einfach leichter ins Ohr und man wird nicht erschlagen von seltsamen Sound-Experimenten. Abwechslungsreich sind SKUM immer noch aber sie haben das Chaos gestrafft und geordnet ohne ihr Identität zu verlieren. Und mit dem kroatisch gesungenen "Napa" ist ihnen sogar ein kleiner Hit gelungen der viel Rock´n Roll Flair mitbringt. Auch der Gesang hat sich merklich verbessert und Sänger Nikola kommt sicherer und selbstbewusster rüber. Damit darf man durchaus gespannt sein ob SKUM diese positive Entwicklung weiter vorführen können auf ihren nächsten Werken und ob sie auf einer Full-Lenght Platte auf ganzer Strecke überzeugen können. Auf My Space kann man sich das Promo komplett anhören.
Tracklist "Skumworks II" (42:17):
01. Der Schnitter, 02. Leave me, 03. This Is Our Life, 04. Ignorance, 05. Hold The Line, 06. Panzer Fahr'n, 07. Anthem, 08. Down, 09. I Don't Want You
Tracklist "Promo 2010" (13:26):
Koloss, 02. Brandrodung, 03. Nada, 04. Schlachtpark
www.skum.de
6,5/10 Punkte
Carsten
VÖ: August 2010

SIDEBURN
The Demon Dance
Record Haven/Transsubstance
SIDEBURN aus Schweden warten mit einem Album auf, auf dem Songs vertreten sind, die coolen Hardrock präsentieren. Verfeinert wurden die Stücke mit leichtem Stonerrock, was die Sache ziemlich interessant macht. Die Songs sind allesamt sehr eingängig, was aber kein Nachteil ist.  Hinzu kommen auch noch progressive Parts, die der Komplexität zugute kommt. Sehr gut setzt ihr Sänger die Stücke in Szene, denn mit seiner tollen Stimme verleiht er den Stücken das besondere Etwas. Die Stücke sind fast komplett im Midtempobereich angesiedelt. Das Problem dabei ist, dass durch die Eingängigkeit das Album auf Dauer an Reiz verliert. Trotz allem sind die Stücke vom Songwriting her schon ziemlich hochwertig. Als Tipps kann ich euch wärmstens „The Demon´s Dance“, Rainy Days“ und „Shapes“ empfehlen. Durch diese Songs kann man sich einen guten Gesamteindruck von „The Demon Dance“ machen. Das Album verbreitet jedenfalls gute Laune.
Tracklist:
1. Doomherren, 2. Wings Of Sorrow, 3. Song For Hope, 4. Fallen Sun, 5. Dyin' Day, 6. Shining, 7. The Demon's Dance, 8. Rainy Days, 9. Hold Me In Your Light, 10. Shapes
www.myspace.com/sideburnsweden
7,5/10 Punkte
Gisela
VÖ: 24.09.10

STONE SOUR
Audio Secrecy
Roadrunner Records
54:00
Die Herren aus Des Moines haben ihr 3. Album am Start, früher war das das Make-it-or-break-it Album. Nachdem man 2002 das Debüt Stone Sour veröffentlicht, 4 Jahre später legte man mit Come What(ever) May nach. Und weitere 4 Jahre später ist die Zeit reif für Audio Secrecy, aber Corey Taylor und Jim Root haben keine Zeit verschwendet, denn man war sehr aktiv mit Slipknot. Man ließ sich Zeit, schließlich wollte man kein halbgares Album abliefern. Audio Secrecy beginnt mit dem gleichnamigen Instrumental, einem melancholischen Intro. Man startet voll durch mit Mission Statement, einem harten Rocker, den viele Fans schon kennen werden, da man den Song als kostenlosen Download angeboten hat. Der Song macht es einem einfach Zugang zu Audio Secrecy zu finden. Corey Taylor's ist kraftvoll, melodisch und teilweise auch aggressive und passt so herrlich zu den harten Gitarrenriffs von Jim Root und Josh Rand. Nach dem flotten Digital (Did You Tell) lassen sie es etwas langsamer angehen mit Say You'll Haunt Me, das heraussticht durch Roy Mayorga's Drumming und Corey Taylor's ausdrucksvollem Gesang. Ein echter Ohrwurm und so ist es keine Überraschung, das man den Song als erste Single-Auskoppeling von Audio Secrecy gewählt hat. Stone Sour nähern sich mit dem neuen Werk mehr Nickelback an als zu vor, das zeigt sich gut bei Dying, das balladeske beginnt und dann regelrecht explodiert. Der folgende Song wird von einem metallischen Riff dominiert, das Let's Be Honest einleitet - und wieder kombiniert der Fünfer gekonnt schwere Riffs mit tollen Melodien. Ziemlich hart für Stone Sour-Verhältnisse ist Unfinished, einer meiner Favoriten auf Audio Secrecy - neben Pieces, das weniger hart ausfällt als Unfinished. Geht dafür aber gleich ins Ohr. Hesitate ist balladesker, aber ich vermisse etwas... Der Song ist sicher nicht schlecht, aber er berührt mich nicht. Ein echter Metal-Song ist Nylon 6/6 und dieser Track wird sicher nicht häufig im Radio laufen. Ein wenig erinnert mich der Song an Extreme's Pornograffitti... Mit Imperfect gibt es dann eine Ballade mit akustischer Gitarre und Gesang. Sehr schön geraten! Den Abschluss bildet Threadbare, das langsam beginnt, dann aber Tempo aufnimmt und zu seinem harten, aber melancholischen Track wird. Die ersten Tracks sind die Stärkeren, leider können sie das Level nicht ganz halten, aber gegen Ende steigern sie sich wieder mit Songs wie Pieces, Threadbare und The Bitter End. Stone Sour anno 2010 ist eher Alternative Rock als Metal, obwohl sich noch einige Referenzen zum alten Sound finden. Stone Sour ist interessant für alle, die harte Riffs und tolle Melodien lieben, für Fans des Alternative Rock / Metal. Antesten!
Tracklist:
Audio Secrecy (Instrumental), Mission Statement, Digital (Did You Tell), Say You'll Haunt Me, Dying, Let's Be Honest, Unfinished, Hesitate, Nylon 6/6, Miracles, Pieces, The Bitter End, Imperfect, Threadbare
http://www.stonesour.com/
8/10 Punkte
Claudia Ehrhardt
VÖ: 03.09.10

SKY's SHADOW
Romeo & Juliet
Hammersound
46:21
Die deutsche Band Sky's Shadow hat ihr zweites Werk am Start und es ist ein sehr ambitioniertes Konzeptalbum, das sich Shakespeare's Romeo & Juliet annimmt. Der Fünfer hat eine Symphonic Rock / Metal Opera kreiert, was an sich keine Überraschung ist, da Gitarrist Tobias Schaaf und Gitarrist / Violinist Christoph Wansleben eine klassische Ausbildung genossen haben und bei Sky's Shadow ihre Liebe zur Klassik und zum Metal verbinden wollen. Sänger Tim Schneider übernimmt alle männlichen Gesangsparts und die weibliche Stimme kommt von Daniela Sandhofer, die man für das Album gewinnen konnte und die sonst zum Ensemble von We Will Rock You gehört. Das Album verbindet progressiven Metal mit symphonischen Rock und bombastischen Sounds - was immer die Geschichte verlangt, man liefert es ab. Ich denke zwar, es wäre besser gewesen, die Gesangsparts aufzuteilen, so hätte man der Geschichte besser folgen können, aber was soll's. Beim balladesken Blessed Night zeigt Tim Schneider eine bessere Leistung als bei anderen Songs, aber bei den Duetten, im direkten Vergleich mit Daniela zeigt sich, dass er nicht die Erfahrung hat. Bei den Texten verwendet man Originalzitate, was dem Ganzen Tiefe verleiht. Der Anfang von Hatred ist Riff-lastig, dann werden harte Riffs mit bombastischen Sounds verbunden um die gewünschte Atmosphäre zu kreieren. Es finden sich aber auch klassische Gitarre mit einem Schuss Flamenco in dem Song. Wirklich cool. Melancholisch beginnt das symphonische Banished, dann nimmt man aber Tempo auf und der Song wird härter. Eine akustische Achterbahnfahrt, die zu der Gefühlslage einer solchen Situation gut passt. Ein Höhepunkt des Albums ist Dangerous Love, ein flotter Rocker, der durch den Gesang hervorsticht.
Die Balance zwischen den Instrumenten ist nicht perfekt und so gehen einige Details fast unter. Es gibt natürlich immer etwas, was man verbessern könnte, aber da es sich nicht um eine Band handelt, die Monate im Studio verbringt und einen bekannten Produzenten an der Seite hat, geht das schon in Ordnung. Eine Band, die sich an so ein ambitioniertes Projekt herantraut verdient es unterstützt zu werden, oder etwa nicht? Also einfach mal antesten!
Tracklist:
Overture, Two Households, Masquerade, Blessed Night, Hatred, Banished, Dangerous Love, Devil's Draw, The Last Prayer, Another Dawn
http://www.skys-shadow.com/
http://www.myspace.com/skysshadow
8/10 Punkte
Claudia Ehrhardt
VÖ: 13.08.10

SUBWAY
Lola´s Theme
Fastball Music/Sony
55:56
SUBWAY ist vielen älteren Anhängern des Hardrocks mit Sicherheit ein Begriff. Schon 1986 gab es erste Lebenszeichen der deutschen Band. Im Jahre 1990 erschien das Debutalbum „Dangerous Games“ und mit ihrem Werk „Hold On To Your Dreams“ konnten sie 1992 sogar auf Platz 37 in den Schweizer Charts vordringen. Die Aufnahmen zum dritten Album „Taste The Difference“ wurden 1994 in Los Angeles getätigt und gerade zu dieser Zeit ereignete sich dort ein großes Erdbeben. Zum Glück geschah der Band nichts. Das vierte Album „Subway“ erblickte dann 1998 das Licht der Welt. Im Jahre 2003 wurde die Band aufgelöst. Das wollte Sänger Francis Soto aber nicht auf sich beruhen lassen und reanimierte die Band mit einem neuen Line-up wieder. Nun stehen sie mit „Lola´s Theme“ wieder in den Startlöchern um sich Gehör zu verschaffen. Das Album wird als Melodic-Rock Scheibe angeboten, was ich aber nicht so sehe, denn die Songs beinhalten zwar de melodischen Part, aber trotz allem geht es hardrockähnlich zur Sache. Der Albumtitel ist ganz einfach erklärt, denn er handelt von Francis Freundin Lola Moreno und über deren Beziehungsgeschichte. Na ja werden jetzt einige denken, auch nicht das Ei des Kolumbus, aber es gibt schlimmeres. Dass die Band ihr Handwerk versteht hört man den Songs an, denn neben effektvollen Riffs kommt „Lola´s Theme“ kompakt und kraftvoll daher. Der Einstieg ins Album wurde mit „My Life“ sehr gut gewählt, denn es rockt wie verrückt. Die ersten Songs reißen einen beim ersten Mal nicht direkt vom Hocker, aber das ändert sich ab der Mitte des Albums. Hervorzuheben sind der epische Song „The Journey“, den sanften Rocker „Dedicated“ die tollen Balladen „Don't Cry“ und „Old Photographs“ (A-Capella mit Piano) oder der rockige „Control And Power“. Das Album ist zwar nicht Up To Date, aber durch die Versiertheit der Musiker hebt sich das Werk doch über dem Durchschnitt ab. Hört rein und macht euch selber ein Bild vom Album. Ich finde es jedenfalls das beste Album was SUBWAY in ihrer Laufbahn veröffentlicht haben.
Tracklist:
1. My Life, 2. Lola’s Dream, 3. Still Want The Moon, 4. Sunglasses At Night, 5. Control And Power, 6. Don’t Cry, 7. Dedicated, 8. Wasting My Time, 9. Metalapolis, 10. The Journey, 11. Save Me From Myself, 12. Old Photographs, 13. Talk
http://www.myspace.com/subwaymaniac
7,5/10 Punkte
Gisela
VÖ: 08.10.10

STIER
Reden
Fastball Music/Sony
45:22
Man gehe zurück ins Jahr 1980. Zu dieser Zeit hatte die Törner Stier Crew einen eindrucksvollen Auftritt beim Rockpalast. Die Band um H. Martin Stier und Charlie Steinberg brachte es sogar fertig dem legendären Frank Zappa bei einem Festival die Show zu stehlen. 1982 löste sich die Band leider auf. H. Martin Stier wurde ein gefragter Schauspieler (u.a. zu sehen in Wim Wenders „Himmel über Berlin“) und Charlie Steinberg begab sich unter die Erfinder (Erfinder der Musiksoftware Cubase). Sie spürten aber den Drang, dass sie es noch mal wissen wollten. Und somit holten sie sich Gitarrist Lee C. Pinsky und Drummer Tom Guenzel an Bord und nahmen endlich nach 30 Jahren ihr Debutalbum auf. Eins kann ich schon mal vorweg sagen, die 13 Songs krachen, dass es eine wahre Freude ist. Das ist Rock & Roll, wie er leibt und lebt. Teilweise sind die Stücke etwas düster angehaucht, sodass sich Querverweise zu Namen wie Joachim Witt aufdrängen. Auch textlich wissen sie zu überzeugen. So gibt es kleine Geschichten, die teilweise schon satirisch angehaucht sind, einfach Spitze! „Reden“ macht einfach nur Spaß und Songs wie „Ich will dich küssen“, mit der Textzeile „Füße riechen wie die Käsesektion eines kalten Büffets“, oder „Online macht süchtig“ würde ich nur zu gern mal live sehen. Allen Scheuklappendenker sei gesagt, gebt dem deutschsprachigen Album eine Chance, denn ihr werdet es nicht bereuen. Kleiner Tipp noch am Rande, schaut dringend auf der Homepage der Band unter www.stierrocks.de vorbei, denn eine solch toll gestaltete Seite hab ich noch nie gesehen. Hoffentlich gibt es diese Band bald mal live zu begutachten.
Tracklist:
1. Dieses Mal, 2. Ich will dich küssen, 3. Tanzen, 4. Übers Meer, 5. Gier, 6. Reden!, 7. Du tust uns weh, 8. Online macht süchtig, 9. Auf der Flucht, 10. Es ist Winter, 11. Alles über dich, 12. Stalker, 13. Warum
http://www.stierrocks.de
8,5/10 Punkte
Gisela
VÖ: 01.10.10

STRAIGHT TO YOUR FACE
The Struggle
Demons Run Amok Entertainment
27.05
Man ist ja aus Dänemark eigentlich fast nur Gutes gewohnt wenn es um Thrash/Hardcore Angelegenheiten geht. Wenn dann auch noch darauf hingewiesen wird, dass die neue Scheibe von STRAIGHT TO YOUR FACE auch noch von Jacob Bredahl (Barcode, Last Mile, ex-Hatesphere) gemixt und gemastert wurde, dann schaut, oder besser gesagt, hört man doch um einiges gespannter hin ob sich das auch auf die Qualität auswirkt. Eigentlich halte ich nicht so viel von Stickern die Werbung machen mit bekannten Namen aber bei "The Struggel" stimmt eigentlich beides was drauf steht. Erstens ein mächtig klarer, fetter und drückender Sound und zweitens liefern STRAIGHT TO YOUR FACE dazu musikalisch die sprichwörtliche Hardcore Abrissbirne der brutalen Art! Ihr Name ist also Programm, direkt auf die Fresse ballern, mit allem was weh tut und was der Aggro-Hardcore so hergibt und das alles ohne Gnade. Auch der Vergleich mit Bands wie Terror, Backfire und Barcode seitens des Labels kann man so stehen lassen wobei man auch noch leichte Einflüsse von Hatebreed raushören kann. Wer also mit Though Guy und dicke Hose Geprotze keine Probleme hat und einfach brutale und bis in die Haarspitzen aggressive Hardcore Vollbedienung such der wird bei dieser Band absolut fündig. Mit voller Wucht wird hier Vollgas gegeben wobei man auch gelegentlich im Thrash-Metal rumwildert, wütende Gang-Shouts rausgehauen, zentnerschwere Gitarrenwände ausgepackt, der Moshdampfhammer geschwungen und mit Kraftausdrücken nur so um sich geschmissen. Freunde des brutalen Hardcores kann ich diese vertonte Hass und Wut-Orgie sehr ans Herz legen und alle anderen Feingeister sollten gewarnt sein.
Tracklist:
The Struggle, Back In The Ring, Speak Up, Bleeder, Special Talent, Behind My Back, Lana's Choice, Never Give Up, Broken Promises, Thou Shall Not Kill, Salvation 
www.myspace.com/straighttoyourface
8,5/10 Punkte 
Carsten
VÖ: 27.08.2010

SKI´s COUNTRY TRASH
Trash Valley
Rodeostar/ Sony Music
53:44
Die ersten 17 Jahre lebte Ski in den Staaten, zog von einer Stadt in die nächste und landete schließlich, der Armee sei Dank, bei uns in Nürnberg, wo er zunächst einmal unter dem Pseudonym „Ski King“  lustig Elvis – Songs trällerte und irgendwann auch bei Johnny Cash und sogar Frank Sinatra gelandet ist. Mitte 2007 veröffentlichte er seine CD „Early One Morning – A Tribute to Johnny Cash“. Der Umstand, dass er seinem sicherlich geneigten Publikum zwischendurch aber auch Motörhead und die Ramones präsentierte, hilft dem Schreiber dieser Zeilen doch gewaltig den Bogen zu der vorliegenden Kritik zu spannen. Nun folgt also das Album seiner Band „Ski´s Country Trash“ und ich muss sagen, es gefällt mir außerordentlich gut.  Den Hörer erwartet eine sehr gelungene Mischung aus Rock´n´Roll und Country Music. Immer mit einer guten Portion angenehmer Dirtiness und jeder Menge Spaß. Hört Euch doch einmal das groovige „Don´t shoot me down“, dass sie mit der Sängerin  Sarah Blackwood aufgenommen haben. Nein, die Gute kommt nicht aus dem Schwarzwald, sondern aus Kanada und war vor ihrer Solokarierre bei der Psychobilly - Band  „The Creepshow“ tätig. Zurück zum Song: Ich  hätte nie gedacht, dass mir Banjo so gut gefallen könnte….cool! Genauso gelungen ist das Cover der New Yorker  Sex Slaves “Jack Daniels“ (im Original „Thank god for Jack Daniels“), welches prädestiniert für meine nächste Party ist, oder das balladeske „Join me“ oder das flotte „Rose of Ballymore“, oder, oder , oder… Ein Album ohne Ausfall, das Leute die sich gerne mal sowas wie deutlich rockig angehauchte Westernmucke geben könnten,  unbedingt Beachtung schenken sollten! Großartig!
Tracklist
1. Country Trash, 2. Don't Shoot Me Down, 3. Remedy, 4.That's Alright, 5.Rose Of Ballymore, 6. No Other One, 7. Wonderland, 8. Jack Daniels, 9. Damn Right, 10. White Trash, 11. Generation Download, 12. Running Man, 13. Spaceman, 14. Candy, 15. Burning Love, 16. Join Me
www.ski-king.de
www.myspace.com/skiscountrytrash
9/10 Punkte
Guiid
VÖ: 03.09.2010

SOULFLY
Omen
Roadrunner Records
40.32
Das siebte Album von Max Calvaleras Hauptband SOULFLY stellt im Großen und Ganzen eine Fortführung des "CONQUER" Albums dar. Großartige Veränderungen finden nur Minimal statt. World-Musik und Ethno-Elemente hat der Gute deutlich in den Hintergrund gestellt und es gibt überwiegend die volle Breitseite Thrash-Metal,Hardcore und Punk Attitüde. Richtig schnörkellos donnern schnelle Riffsalven, fette Grooves und filigrane Solis über einen her. Böse Zungen würden jetzt sagen das SOULFLY die Abwechslung abhanden gekommen ist und stagniert. Da muss ich aber deutlich wieder sprechen, auch wenn Soulfly sich nicht gerade weiterentwickelt haben (muss man das denn immer) ist "Omen" ein eindeutiges Bekenntnis zu seinen musikalischen Wurzeln und der liegt nun mal im Thrash Metal und Hardcore. Ich finde es klasse und bekomme von dem Album gar nicht genug. Max klingt fast schon mehr nach Sepultura als die Band selbst. Gleich beim Opener "Bloodbath and Beyond" gibt es kein Intro sondern man ist mit einem Schlag im Song drin und das ist das volle Punk-Thrash Gebolze mit Crustcore Feeling und melodischem Breakdown. "Rise of the Fallen" ist ein böser Groove-Bastard mit Gast Sänger Greg Puciato von THE DILLINGER ESCAPE PLAN. Max rülpst den Titel und Greg kollabier förmlich an seinen Lyrics. Mit Thrash im 80iger Style geht es mit "The Great Drepression" weiter, wo deutlich Max seine Sepultura Vergangenheit durchkommt. Gewürzt wird der Song mit einem eingängigen groovigen Refrain, fast genauso ist auch der Track "Vulture Culture" angelegt. Verdammt schnell und schnörkellos noch vorne preschend und dazu atmet der Songs ein wenig Nailbomb ein. Auch "Mega Doom" ballert in die Thrash-Richtung und spielt schön mit der schnellen und langsamen Geschwindigkeit. "Jeffrey Dahmer" ist ein klasse Mit-Gröhlsong und dürfte bei Konzerten für ordentliche Stimmung sorgen. Auch "Kindom" wird bestimmt ein absoluter Live-Kracher werden und ist mit fetten Riff-Salven und megafies gebrüllten Refrain ausgestattet. Eine schöne Verbindung von Soulfly und Prong stellt der Groover "Lethal Injection" dar und ist natürlich wenn der Name Prong fällt mit Tommy Victor als Gastmusiker. Das gesamte Album ist einfach gesagt ein brutaler Schlag in die Fresse geworden und wenn man Soulfly Stagnation vorwerfen kann, muss man sagen das ist auf einem extrem hohen Niveau! Ich finde das Album verdammt klasse und bin richtig süchtig geworden von "Omen". Da kann mir doch eine Weiterentwicklung so was von egal sein, Hauptsache es kracht.
Tracklist:
Bloodbath & Beyond, Rise Of The Fallen, Great Depression, Lethal Injection, Kingdom, Jeffrey Dahmer, Off With Their Heads, Vulure Culture, Mega-Doom, Counter Sabotage, Soulfly VII
8,5/10 Punkte
Carsten Bahr
VÖ: 21.05.2010

SALTATIO MORTIS
Manufactum II
Napalm Records
71:59
5 Jahre nach dem ersten Livealbum „Manufactum“ veröffentlichen SALTATIO MORTIS nun „Manufactum II“. Viel hat sich für die Band zwischen den beiden Livealben geändert. Mit ihrem letzten Album "Wer Wind sät" haben sie den Durchbruch geschafft, denn fast alle Shows waren ausverkauft.  Über eine akustische Live-Scheibe kann man sich natürlich streiten, denn viele hätten sich sicher lieber ein Rock-Album gewünscht. Trotz allem werden die Fans es lieben, denn es unterscheidet sich von der Songauswahl ganz wesentlich vom ersten Akustikalbum. Außer die "Merseburger Zaubersprüche" und das "Palästinalied" sind vollkommen neue Songs auf dem Album.
Die Songs setzen sich zusammen aus den unterschiedlichsten Rocktitel wie "Prometheus" oder "Spielmannsschwur" und Klassiker wie "Evve Gratum" und "Douce Dame Jolie". Soundtechnisch hat man auch sehr gute Arbeit geleistet, denn von der Stimmung her wurde der Auftritt bestens eingefangen. Vielleicht hätte man dies auch noch visuell festhalten sollen, denn ich denke eine DVD wäre doch auch was Schönes gewesen. Die spielerische Leistung von SALTATIO MORTIS ist ebenfalls hervorzuheben, denn und man merkt sehr gut wie Sänger Alea mit dem Publikum, welches sehr zahlreich vor der Bühne stand, spielt. Er hat nun mal definitive Entertainerqualitäten, die er live auf der Bühne, sowie auf "Manufactum II" hervorragend ausleben kann. Bei „Manufactum II“ kann jeder Fan von SALTATIO MORTIS zugreifen, denn mit dieser Scheibe holt man sich ein Stück Mittelalter-Feeling auf sehr hohem Niveau nach Hause. Vielleicht wäre es schön, wenn man so etwas auch noch als DVD in der nächsten Zeit bekommen würde, denn solche Events strahlen in jedem Fall etwas Besonderes aus. Empfehlenswert für Fans und für solche, die das Mittelalterflair mögen. Traut euch!
haben wirklich
Tracklist:
01. Merseburger Zauberspruch, 02. Varulven, 03. Dr Eisenhans, 04. Skudrinka, 05. Douce Dame Jolie, 06. Dessous Le Pont De Nantes, 07. Equinox, 08. Prometheus, 09. Le Corsaire, 10. Ali Ben, 11. Veitstanz, 12. Drunken Sailor, 13. Tulla, 14. Palaestinalied, 15. Spielmannsschwur, 16. Loch Lomond, 17. Evve Gratum
www.saltatio-mortis.com
ohne Wertung
Gisela
VÖ: 30.04.2010

SOUL DOCTOR
Way Back To The Bone
Metal Heaven
49:35
SOUL DOCTOR bleiben am Ball und mit “Way Back To The Bone” veröffentlichen sie zu ihrem 10-jährigen Bandbestehen das 5. Studio-Album. Wie immer setzt SOUL DOCTOR auf ihre Trademarks, die im klassischen und melodischen Hardrock liegen, aber dieses Mal fügen sie noch andere Nuancen hinzu. So kommen dieses Mal auch melodischer 80iger Jahre Heavy-Rock zum Zuge, der aber das Gesamtergebnis nicht schmälert. Dafür sorgt schon die unverwechselbare Stimme von Tommy Heart und die heavy ausgelegten Riff von Gitarrist Chris Lyne, denn ihre Leistung ist schon beeindruckend. Der erste Song des Albums „First Man On The Moon“ startet mit Wild-West-Flair a la Bon Jovi. Im Verlauf des Songs entwickelt sich daraus eine tolle Nummer mit sehr viel Tiefgang. Das folgende Stück "Lightning And Thunder" kommt in ohrwurmartiger Hardrock-Manier daher. Ein absolutes Highlight auf dem Album ist der nächste Song "Can´t Stand Losing", denn vor allem durch Tommy Hearts Stimme, die so ungezügelt daherkommt, bekommt man wirklich eine Gänsehaut. So fantastisch habe ich ihn noch nie gehört. Dies trifft auch auf die Ballade "Times Of Yesterday" zu, bei der die Gefühle im Vordergrund stehen. Richtig bluesig kommt "Love Crashed Down (Boom Down!)" daher und mit einer superben Gitarreneröffnung kann man Parallelen zu großen Hardrockbands ziehen. Ebenso gefühlsbetont klingt das Stück "Here Comes The Night" und der Song "Heartache Heartbreak" wurde mit tollen Keyboardpassagen unterlegt. Hammonds sind beim Song "Take It While It´s Hot" auszumachen und bei „Coming Home“wird man ganz stark an Gotthard erinnert, eine tolle Nummer. Zwar ist im Grunde bei SOUL DOCTOR alles beim alten geblieben, aber durch die variabler angelegten Gesangseinlagen klingen die Songs lebendig und den letzten Schliff erhalten sie durch die gezielt eingesetzten Gitarrenriffs. Man kann zwar den klassischen und melodischen Hardrock nicht mehr neue erfinden, aber bei SOUL DOCTOR bekommt man immer einen optimalen Hörgenuss präsentiert. Das beweisen sie uns schon seit 10 Jahren. Tolles Album, welches keiner verpassen sollte.
Tracklist:
First Man On The Moon, Lightning And Thunder, Can´t Stand Losing, Love Crashed Down (Boom Down!), Times Of Yesterday, Here Comes The Night, Heartache Heartbreak, Coming Home, Welcome To The Party, Take It While It´s Hot
http://www.souldoctorrocks.com
8,5/10 Punkte
Gisela
VÖ: 20.11.09

SUPERBUTT
You And Your Revolution
Edge Records
39:11
Das mittlerweile 4. Album veröffentlichte gerade die ungarische Band  SUPERBUTT (Superarsch). Ich habe mich schon immer gefragt wie man sich so nennen kann, aber da der Name ja auf Englisch ist, finde ich es schon sehr witzig. Der Sound der Band, die sich im Fahrwasser von Alternativem Rock, versehen mit Modern Metal und einer kleinen Prise Nu Metal befindet, wird auf ihrem neuen Album konsequent fortgesetzt. Doch muss ich gestehen geschieht dies auf dem neuen Album noch professioneller und vor allem rockt das Album wie Hölle. Die kraftvolle Darbietung bringt das Blut in Wallung und genau das ist doch was wir wollen. Sehr abwechslungsreich sind die Gitarrenparts angeordnet und durch die markanten und sehr abwechslungsreichen Gesangseinlagen sind SUPERBUTT auch auf diesem Gebiet auf der Gewinnerseite. Vor allem kann man das bei Rocksongs wie "Blister" und "Gone Far" ausmachen. Es gibt aber auch ruhige Phasen auf dem Album, die vor allem bei „Lift Her“ sehr gut auszumachen sind. Besinnlich und ergreifend kann ich da nur sagen. Der erdige Song „White Nails“ hätte selbst Meister Lemmy Kilmister nicht besser intonieren können. Frech und aus dem Bauch heraus, so wie gute Rock- oder Metalsongs klingen sollen. Es gibt aber auch Songs, wie zum Beispiel der Titelsong, dem einfach die Inspiration fehlt, Ausfälle auf dem Album. Die halten sich aber in Grenzen. Auf „Last Call“ konnte man sogar auf Hilfe von Zak Tell (Clawfinger) zurückgreifen. Alles in allem ein Album, welches man in jedem Fall antesten sollte. Den talentierten Ungarn sollte man in jedem Fall eine Chance geben.
Tracklist:
01. Last Call (mit Zak Tell von Clawfinger), 02. Killer, 03. Figure, 04. In Vain, 05. Lift Her, 06. With Nails, 07. You And Your Revolution, 08. Mother's Day, 09. Gone Far, 10. Blisters
www.myspace.com/superbutt
7,5/10 Punkte
Gisela
VÖ: 06.11.09

SHADOWS FALL
Retribution
Spinefarm
SHADOWS FALL ist zurück mit “Retribution”, ihrem 6. Studioalbum. Produziert wurde es wieder von Zeus und somit kann man sich nicht über den Sound beklagen. Wollen wir mal sehen, was sie uns dieses Mal zu bieten haben. Langsam starten sie mit „The Path To Imminent Ruin”, einem Intro dann wird es schnell mit „My Demise”. SHADOWS FALL präsentieren weniger Thrash-Attacken sondern frönen mehr dem modernen Metal, die versehen wurden mit heavy Riffs, aggressiven Shouts sowie melodischen Passagen mit cleanen Vocals. Genau diese cleanen, ohrwurmartigen Vocals verbinden sich sehr leicht mit dem anderen Sound. Der langsamere und atmosphärische Teil, wie z.B. bei „My Demise“, zeigt uns, dass die Jungs aus Massachusetts reifer geworden sind. Sie verbinden sehr gekonnt heavy und aggressive Teile mit atmosphärischen Elementen. „Still I Rise” beinhaltet nicht nur ausgezeichnete Gitarrenparts, sondern der Song offeriert uns auch unterschiedliche Drumparts an. Irgendwie kann man „Retribution“ mit „The War Within“ vergleichen. Die Elemente und das Songwriting folgen demselben Muster, aber es scheint mir, dass sie technisch noch besser geworden sind, besonders SHADOWS FALL´s Gitarristen Matt Bachand und Jonathan Donais. Festzustellen ist auch, dass Drummer Jason Bittner ein Genie an den Drums ist. Ein Höhepunkt auf dem Album ist „Picture Perfect”, welches langsam, in halbakustischer Form beginnt und dann explodiert. Aggressive Gitarrenriffs und Shouts folgen ins Ohr gehende und melodische Parts, eine richtige Achterbahnfahrt und ein regelrechter Ohrwurm. Bei „A Public Execution” stürmen sie wieder nach vorne. Der Song ist ein Heavy und aggressiver Thrasher mit tiefen Shouts geworden. Die Luxusausgabe hat 3 Bonus-Songs – “Bark At The Moon” (Ozzy Osbourne cover), “Age Of Quarrel” (Cro-Mags cover) und “Critical Mass” (Nuclear Assault cover). Die Bonus-DVD bietet einige Live-Aufnahmen (5 Lieder) an, aber was sie noch interessanter macht, ist, dass das Band einige Unterrichtsvideos und eine Drum-Lesson hinzufügte!
Track list:
The Path To Imminent Ruin, My Demise, Still I Rise, War, King Of Nothing, The Taste Of Fear, Embrace Annihilation, Picture Perfect, A Public Execution, Dead And Gone
http://www.shadowsfall.com/
8/10 Punkte
Claudia Ehrhardt
VÖ: 19.09.09

SCOURGED FLESH
Welcome To The End Of The World
Soundmass
54.06
Im extrem Metal-Bereich kommt leider nicht allzu viel vom Australischen Kontinent und jeder denkt wohl sofort an AC/DC und Rose Tattoo, aber nicht sofort an Death Metal. SCOURGED FLESH sind mit ihrer 3. Scheibe am Start und haben sich dem Groovig-Stampfenden Death Metal verschrieben. Da kommen einem Entombed , Carcass zu Heardwork Zeiten und ein klein wenig Arch Enemy in den Sinn, wenn man die Songs von "Welcome To The End Of The World" auf sich wirken lässt. Im Info-Blatt werden auch noch die göttlichen Bolt Thrower erwähnt, aber da höre ich nur Minimale Parallelen (Shadow Storm) und an die Briten kommen die Jungs von Down Under lange nicht heran. Dazu sind sie nicht intensiv genug und lassen nicht so zermalmende Grooves vom Stapel. Wo die Obituary Vergleiche herkommen, kann ich nicht heraus hören, wie einem das Blatt weiß machen will. Fakt ist, das leider die Songs überall zwar gute Ansätze haben, aber auf die Dauer doch recht langweilig rüberkommen. Es bleibt kaum etwas großartig im Ohr hängen, kein geniales Riff macht sich breit und auch an der Intensität mangelt es der Scheibe. Das liegt auch etwas an der drucklosen Produktion, da kann ich der Band keinen Vorwurf machen. Ein solides Album ist es geworden ohne große Momente die einen mitreißen und ordentlich bei den Eiern packt.
Trackliste:1. Death And Destruction , 2. War Machine , 3. Chains Of Slavery , 4. Shadow Storm , 5. Extinct , 6. Waves Of Disaster , 7. Napier , 8. Episodes Of Hate , 9. Blood On Thy Hands , 10. Unleashed
www.myspace.com/scourgedflesh
5/10 Punkte
Carsten
VÖ: 30.10.09

SCHATTENSPIELER
Babel
Dr. Music
71:51
SCHATTENSPIELER beschreiben ihren Sound als Darkrock. Ich würde das Debut „Babel“ eher als düsteres melodisches Heavy Metalalbum bezeichnen. auch wirklich treffend bezeichnen. Die Band kann schon auf 2 Eigenproduktionen zurückschauen, welche auch sehr gut bei der Presse ankamen. Was von Anfang an klar wird, langweilig werden die 8 Songs nicht, denn sie sind sehr vielseitig angelegt. Einige Punkte tragen aber dazu bei, dass der Gesamteindruck etwas negativer ausfällt. So sind nennenswerte Gitarrensolos Mangelware und bei den Riffings verlässt man sich oft auf die üblichen Standards. Trotzdem haben es SCHATTELSPIELER geschafft dem Album wenigstens in Ansätzen ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Doch leider bemerkt man immer wieder, dass sie ihre eigene Identität noch nicht gefunden haben. Gute Ansätze sehe ich in den starken Melodien und den gut durchdachten Strukturen der einzelnen Songs. Das hat zur Folge, dass man sich passagenweise auch mitreißen lässt. Fazit: SCHATTENSPIELER zeigen einige gute Ansätze, bewegen sich aber auch des Öfteren auf den Pfaden der Belanglosigkeit. Vielleicht sind sie zu oft auf der Suche nach dem optimalen Sound. Vielleicht sollten sie ein wenig mehr Emotionalität in ihren Songs walten lassen und somit ein „eigenes“ Werk zu schaffen.  Die Songs spiegeln für mich nicht so recht das Können der Musiker wieder, aber das werden sie mit Sicherheit noch lernen. „Babel“ ist ein nettes Album und alle Fans von düsteren  Melodik-Metal sollten wenigstens mal reinhören. Ich denke, beim nächsten Album haben sie den Bogen raus.
Tracklist:
1. Sister Terror, 2. Das Böse Lebt, 3. Totes Glück, 4. Violence, 5. Der Weisse König, 6. Let Me Go, 7. The Last Stand, 8. In Ewigkeit Amen
www.schattenspieler.de
www.myspace.com/schattenspielermusic
6/10 Punkte
Gisela
VÖ: 21.08.09

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Q + R

S

T

U + V

W-Z + Various