GÄSTEBUCH

HM BREAKDOWN
CD-Kritik
Konzerte
News
Tourdates
Archiv
Kontakt
Interviews
Pub-Führer
Studio-Report
Partnerseiten
Disclaimer
Special

„Wir sind der Beginn von Allem, wir haben angefangen, Strom in die Synthesizer zu schicken und sogar das WGT erfunden“ ..An Überzeugung zu dem, was Projekt Pitchfork machen, scheint es Peter
Spilles, dem Sänger der seit 1989 existierenden Band Projekt Pitchfork nicht zu mangeln. Auf dem Blackfield Festival, das am 20./21. Juni 2009 im Gelsenkirchener Amphi-Theater stattgefunden hat, stand uns Peter Spilles auf einer Steintreppe im Backstagebereich mit Freude Rede und Antwort zu Musik, Festivals, Fremdfans und blinden Malern…

Warum habt Ihr euch ausgerechnet für das Blackfield Festival entschieden?
- Die Location ist einfach der Hammer, hier so direkt am Kanal. Das erinnert einen an Hamburg, da sind ja auch überall Kanäle.

Findest Du aus dem Aspekt heraus Festivals besser als Konzerte?
- Konzert ist Konzert. Das ist kein Unterschied, ob man jetzt alleine spielt, oder auf einem Festival. Für das Publikum ist ein Festival wahrscheinlich attraktiver, weil Du für weniger Geld mehr geboten bekommst, allerdings ist es auch anstrengender, weil es länger dauert. Aus der Sicht einer Band ist ein „Einzelkonzert“, bei dem man ja auch die ein oder andere Band mitnimmt, auch reizvoll, weil man garantiert bekommt, dass die Leute die da sind, auch wirklich für die Bands da sind. Wenn man hier teilweise auch vor fremdartigem Publikum spielt, oder vor Leuten, die erstmal sagen: Joa, das will ich mir mal angucken… Fremdfans eben. Ist ja auch völlig okay, im Endeffekt ist das eine Familie hier, von daher kann da nichts schiefgehen.

Als Drittletzte Band, also als Co-CO-Headliner, habt Ihr nicht trotzdem das Gefühl, dass die Leute auch wegen euch kommen? Fast so sehr wie bei einem Konzert?
- Ich bin einfach zu lange dabei, um da noch irgendwelchen Illusionen nachzuhängen. Fakt ist,
Leute, die aufs Festival gehen, gehen da hin, ob man spielt oder nicht. Das ist auch ein Event für die Leute selber. Sei es darum, um Freunde zu treffen, die man immer wieder auf Festivals sieht oder um bei den Ständen abzuhängen, das ist eine ganz eigene Dynamik. Ob man da jetzt Headliner ist oder als drittletzte Band spielt oder als Opener, es ist relativ schnuppe…

     

Da spricht Peter aus Erfahrung, mit Projekt Pitchfork war er schon oft Headliner auf Festivals. Mit seinem Solo-Projekt „Santa hates you“ sieht das schon anders aus. Damit rockte er am zweiten Festivaltag als zweite Band trotz der frühen Stunde das Blackfield. Obwohl seine beiden Projekte vor Elektronik strotzen, sind sie doch recht unterschiedlich, zumal bei „Santa hates you“ auch seine Lebensgefährtin als Keyboarderin mit an Bord ist.
Umso spannender zu erfahren, was der Herr Spilles denn so zu Hause für Musik hört…
- Ich persönlich höre zum Beispiel Combichrist, Skinny Puppy oder Zombie Girl und noch vieles mehr. Ich bin auch ständig auf der Suche nach Unterground-Sachen. Ansonsten alles war laut und elektronisch ist, wobei ich nicht gegen Gitarrenmusik bin. Ich bin nur ein unglaublicher Rhythmus-Typ, wenn das Schlagzeug gleichbedeutend mit der Gitarre ist, dann finde ich das gut.

Hörst Du auch deine eigene Musik?
- Ich denke, das ist Pflicht. Ich höre ständig meine eigenen Songs. Gerade in der Produktionsphase ist man ja selbst Fan, ich glaube es gibt kaum jemanden, der meine Songs öfter gehört hat, als ich selbst.
Das ist ja so wie ein Maler, den Du fragst, ob er sich seine Bilder anguckt und der sagt: Nö, ich male blind.

Wie wichtig ist euch der persönliche Bezug zu den Fans?
- Wir sind eine Band, die aus der Szene kommt, und auch schon immer kein Problem damit hat, sich zur Szene zu bekennen. Von daher ist der Bezug zu den Leuten superwichtig. Wir selbst sind Gothics. Wir haben das WGT erfunden, so lange gibt es uns schon….
Projekt Pitchfork gibt es tatsächlich schon etwas länger als das WGT. Das WGT selbst gibt es offiziell seit 1992. Das Musikfestival findet jedes Jahr am Pfingstwochenende im Leipzig statt und ist mit 18.000 Besuchern nach dem Mera Luna in Hildesheim das zweitgrößte Festival der Schwarzen Szene in Deutschland. Ich bedanke mich bei Peter Spilles für das Interview und die neu errungenen Kenntnisse über blinde Maler.
Story: Anne Schweizer
www.pitchfork.de
www.myspace.com/projectpitchfork