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APOCALYPTICA, STURM & DRANG, STAM1NA Dienstag, 30.Oktober – drei finnische Bands aus den unterschiedlichsten Musikgenres finden sich im
nicht ganz ausverkauften Kölner E-Werk zu einer langen Rocknacht ein. Vorher gab es für zwanzig Fans ein Meet & Greet mit den Headlinern des Abends in der noch leeren Halle. Eicca, Perttu, Paavo und Mikko
stellten sich zwanzig Minuten lang entspannt Fotos, Autogrammen und Small-Talk, bevor sie sich wieder hinter die Bühne verzogen. Kurze Zeit später füllte sich das E-Werk schnell mit erwartungsvollen Musikfans, von
jungen Mädchen bis alteingesessenen Metallern jenseits der 50 war wieder einmal alles vertreten.
Um kurz nach 20Uhr ging das Licht zum ersten Mal aus und STAM1NA, eine Trash Metalband aus der tiefen
finnischen Provinz, betrat die Bühne. Das bizarre Intro, in dem eine finnische Stimme ihre „Deutschkenntnisse“ zum Besten gibt, ließ schon mal eine Vorahnung auf Stam1nas Selbstironie erkennen. Obwohl sie in Finnland
mit ihrer Musik schon größere Erfolge erzielen konnten, stießen sie im Publikum auf geteilte Meinungen: einige fanden sie zu hart, anderen war die Musik zu eintönig.
Trotzdem legte die Band eine sehr gute Show ab und heizte dem Publikum ordentlich ein. Sie nutzten jeden Zentimeter der sehr engen
Bühne, was zugegebenermaßen zwischen drei Schlagzeugen und vielen Verstärkern ein Kunststück war, und zogen durch ihre humorvollen
Ansprachen die meisten auf ihre Seite. Die Band fühlte sich offensichtlich sehr wohl vor deutschem Publikum, obwohl ihr Frontmann - die
irritierten Blicke ignorierend – am liebsten auf finnisch redete, genau wie alle Lieder ebenfalls auf finnisch gesungen wurden.
Nach einer Umbaupause – jetzt waren es immerhin nur noch zwei Schlagzeuge – betrat die junge finnische Metalhoffnung STURM & DRANG
die Bühne. Auch wenn diese in Deutschland schon angepriesen worden waren und in Finnland in den letzten Jahren einige
Bühnenerfahrung gesammelt hatten, wirkten sie eher hilflos. Bei dem Durchschnittsalter von 16 Jahren war dies nicht verwunderlich – jedoch hätte man sie vielleicht vor Stam1na auftreten lassen sollen.
Sänger André sang die Lieder ihres ersten Albums „Learning to Rock“ fast gequält herunter ebenso wie der Rest der Band eher einen
verbissenen Eindruck machte. Auch die Lieder ließen auf die noch mangelnden Erfahrungen im Songwriting schließen. Aber was nicht ist,
kann ja noch werden. Spielvermögen hatten Sturm & Drang auf jeden Fall und es bleibt ihnen nur zu wünschen, dass sie sich in den
nächsten Jahren im Musikgeschäft etablieren können. Mit „Fear of the dark“ als Hommage an ihre Idole Iron Maiden wirkten sie schon viel
sicherer und selbstbewusster, und bekamen auch vom Publikum die erwünschte Resonanz und gebührend Respekt.
Nach Sturm und Drang wurde endlich die Bühne für AAPOCALYPTICA
hergerichtet – die schwarz verhängten großen Holzstühle der Cellisten und das letzte gebliebene, fast durchsichtige Schlagzeug von Drummer Mikko wurden sichtbar. Auch die neue Leinwand, ein
beflügeltes Cello das über stürmischem Wasser schwebt, sorgte für Begeisterung im Publikum, das schon beim Anblick der herbeigebrachten Bögen in Applaus verfiel. 
Um kurz nach 22.00Uhr wurde es endlich dunkel, sehr dunkel. Der ruhige Anfang von dem Albumopener „Worlds Collide“ war zu hören –
aber nicht zu sehen. Scheinwerfer von der Decke beleuchteten dann den jeweils spielenden Cellisten, bis mit Einsatz des Schlagzeuges auch die ganze Bühne in Licht getaucht wurde.
Apocalyptica hatten nach der ausgiebigen Tour zum letzten Album viele Veränderungen versprochen und dieses Versprechen auch voll und
ganz gehalten. Nicht nur die Lichtshow, die wortwörtlich manche Lieder „in ein ganz neues Licht tauchte“, war ein Erfolg auf der ganzen
Linie, auch die sonstige Bühnenaufmachung, die Liederauswahl, die teilweise neuen Arrangements und die Umsetzung der neuen Songs von ihrem aktuellen „Worlds Collide“-Album ließen keine Wünsche offen. 
Eicca und Perttu waren zwar deutlich gesundheitlich angeschlagen, taten aber ihr Bestes, um dem hochgesetzten Standard eines
Apocalyptica-Konzertes gerecht zu werden. Auch wenn dies bei Perttu am Ende fast in Ohnmacht endete…
Neben alten Klassikern wie „Refuse/Resist“ gleich nach dem Opener oder „Fight Fire with Fire“ standen die Instrumentalversionen der
Lieder des neuen Albums, „I’m not Jesus“ (mit Corey Taylor), „S.O.S“ (im Original mit Christina Scabbia von Lacuna Coil) und, mit Gänsehaut-Garantie, David Bowies „Helden“, auf der CD gesungen von Till Lindemann. 
Auch die Erfolge des „Apocalyptica“-Albums von 2005 wurden gespielt: bei „Bittersweet“ stellte sich allerdings eher eine negative
Gänsehaut ein durch das sehr schräge Mitsingen des Publikums. Genau wie bei der ersten Zugabe „Nothing else matters“ konnte dies der
Musik aber nichts nehmen. Keinen Kontrast erzeugend, sondern eher harmonisch wurden solche Balladen neben Metalsongs wie „Seek and Destroy“ und „Inquisition Symphony“ eingebaut.
Mit den Tönen zu Rammsteins „Seemann“ erreichte das Konzert nach eineinhalb Stunden Rockmusik und vier Zugaben seinen glorreichen Abschluss und Apocalyptica bedankten sich bei den begeisterten Fans.
Die Europa-Tournee läuft noch bis Ende des Jahres! Story: Katharina |