Am Sonntag dem 04.07.2010 rockte es mächtig am Campus der Universität in Essen. Das Devil Side Festival machte in diesem Jahr
unter dem Motto „Campus To Hell“ dort Station. Es herrschte eine tolle Stimmung und vor allem war das Wetter super. Einen Tag zuvor hatte es zwar schwere Unwetter gegeben, aber pünktlich zum Festival hatten sich diese
wieder verzogen und zum Glück war es nicht mehr so heiß wie in den Tagen zuvor. Das Festival fand in diesem Jahr
wieder auf 2 Bühnen statt, der Hell Stage und der Devil Stage und der Ablauf war so, dass es keinen Leerlauf gab. Beendete eine Band auf der eine Bühne ihren Set, startete auf der gegenüberliegenden Bühne die nächste
Band ihren Auftritt. Da die Entfernung in diesem Jahr nicht so groß war wie im letzten Jahr, verlief auch alles reibungslos.Leider habe ich die ersten 3 Bands (THE BLACK SPIDERS, V8 WANKERS und THROWDOWN
) verpasst, denn irgendwie hat es nicht so geklappt mit dem frühen Aufstehen, denn das Festival startete schon um 10.00 Uhr. Für mich mitten in der Nacht. Ich erreichte das Campusgelände als THE HAUNTED
auf der Hell Stage fast ihren Auftritt beendet hatten. Das Gelände war schon gut gefüllt und alle feierten mit den Schweden eine große Party. Danach ging es im Eiltempo zur Devil Stage, denn NEAERA, die auch schon im letzten Jahr den Landschaftspark in Duisburg gerockt hatten starteten mit ihrem Programm. Die
Band aus Münster in Westfalen hat vor einem Jahr ihr viertes Album "Omnicide - Creation Unleashed" veröffentlicht, welches sie
auch sehr eindrucksvoll präsentierten. 
Ihre brutalen Moshparts, versehen mit aggressiven Blasts, verpackt in leidenschaftlichen Melodien luden die Fans zu den ersten Circlepits
ein. So richtig heizte Sänger
Benny Hilleke die Fans ein, als er von der Bühne stieg und sich über die ersten Reihen tragen ließ, aber immer festgehalten von der Security. Nach 30 Minuten hatten sie ihren Auftritt beendet und man kann NEAERA
bestätigen, dass sie sich im Vergleich zu letztem Jahr enorm gesteigert haben. Toller Einstieg ins Festival!Hell Stage Weiter ging es mit SONIC SYNDICATE Falkenberg in Schweden. Sie machten sich mit ihrem modernen Rock versehen mit Metalcore schon viele
Freunde. Dies merkte man auch bei ihrem Auftritt, denn die Fans standen doch in großer Anzahl vor der Bühne. Zusätzliche Vielfalt bringen sie auch
mit 2 Sängern (Richard Sjunnesson und Nathan James Biggs) ins Spiel. 
Optisch und auch spielerisch boten sie dem Publikum eine Menge. Vor allem ihre Bassistin Karin Axelsson konnte bei den Fans punkten. Für mich
das erste Highlight des Tages. Bin ja jetzt mal gespannt wie ihr neues Album „We Rule The Night“, welches am 27. August veröffentlicht wird, denn mit jedem Album haben sie sich weiter entwickelt.
Devil Stage
Schon sehr früh, um 12.40 Uhr, enterten die Kalifornier DEVIL DRIVER die Bühne. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerband NEAERA suchten sie weniger
den Bezug zum Publikum. Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass sie total abgefeiert wurden. Kein Wunder wenn man einen Sänger wie "Dez" Fafara in den Reihen hat, der die Fans mitzieht.

Sehr professionell absolvierten sie die 30 Minuten Spielzeit, was den Fans eigentlich zu wenig war. Kann ich nachvollziehen, denn eine solche Band
hätte wenigstens 45 Minuten spielen sollen. So ging die Zeit viel zu schnell vorbei, aber vielleicht habt ihr noch die Möglichkeit sie auf einem anderen Festival zu sehen. Übrigens haben DEVIL DRIVER
kurz vor der Festivalsaison Ihr neues Album im Studio fertiggestellt, welches voraussichtlich im Frühjahr 2011 bei Roadrunner Records veröffentlicht werden soll. Hell StageWieder zurück zur Hell Stage, denn dort wurden die Kieler SMOKE BLOW
erwartet. In über 10 Jahren, wo sie schon im Business sind haben sie sich
wirklich jeden einzelnen Fan hart erspielt. Es fällt einem auch nicht schwer gefallen an ihrem Auftritt zu finden, denn diese sind energiegeladen und sehr abwechslungsreich. 
Letten und Koeter, die beiden Sänger der Band peitschten auch an diesem Sonntag die Fans mit ihrer Mischung aus Punk, Hardcore und Metal zu
Höchstleistungen. Man merkte auch dass sie sehr viel Spaß auf der Bühne hatten, denn sie ärgerten sich gegenseitig, sehr zur Belustigung der Fans.
Der musikalische Mix ließ ihren Auftritt zu einem kurzweiligen Erlebnis werden. Natürlich hatte sie auch neue Songs aus dem am 05.02.2010
veröffentlichten Album „The Record“, welches das Siebte in ihrer Karriere ist, mit im Gepäck. Devil Stage
Auf der Devil Stage sollte bei der nächsten Band ein anderer Sound aus den Boxen dringen. MR. IRISH BASTARD
aus Münster haben vor 3 Monaten ihr neues Album „A Fistful Of Dirt“ veröffentlicht auf dem sie punkige Töne in irischem Gewand präsentieren. Dies war auch eine schöne Abwechslung zu den beiden Vorgängerbands
DEVIL DRIVER und NEAERA.
Das Publikum fing sofort bei den ersten Tönen an zu tanzen. Vor allem kam die Coverversion vom Sisters Of Mercy Hit „Temple Of Love“ beim Publikum
sehr gut an. Eine tolle Idee so etwas umzusetzen. Auch sonst hatten sie richtig Spaß auf der Bühne. Dies übertrug sich auf das Publikum und nach
gut einer halben Stunde waren die Fans sichtlich enttäuscht, dass der Auftritt schon zu Ende war. Selbst mich, der ein wenig daran zweifelte, dass sie gut ankommen würden, hatten sie überzeugt
Devil StageNach
MR. IRISH BASTARD hatten die EMIL BULLS ihren Auftritt absolviert, aber irgendwie verspürten ich den Drang nach einem Kaffee um den Tag
noch gut zu überstehen. Also begab ich mich nach der kurzen Auszeit wieder zur Devil Stage. Dort waren dann, Deutschlands Psychobilly Band Nummer 1, MAD SIN
an der Reihe. Die Band beschreibt sich selbst so: “Stray Cats on speed meeting the Misfits/Sam Hain and Motörhead partying with a psychotic 50's Elvis!” 
Genau das bewiesen sie auch auf der Bühne. Die Berliner versprühten mit ihrem energiegeladenen Set pure Freude, die sich auch auf das Publikum
übertrug. Die Menge pogte und hatten sichtlich Spaß an dem was sie zu hören bekamen. Die Band um Sänger Koefte deVille hatte es jedenfalls drauf
die Meute mitzureißen. Sie hatten auch wohl, so hatte es den Anschein, ihr eigenes Publikum mitgebracht. Durch ihre „Andersartigkeit“ passten sie sehr gut ins Billing Hell StageDie Zeit war gekommen das AGNOSTIC FRONT
die die lebende Legende des New York Hardcores enterte die Hell Stage. Fast 30 Jahre hat die Band
nun schon im Business auf dem Buckel, aber von Altersschwäche ist bei dieser Band nichts zu spüren. Vinnie Stigma und Roger Miret wirken zwar
etwas behäbiger, aber trotz allem geht es richtig ab bei Klassikern wie z.B. 'Crucified'. 
In diesem Alter noch so über die Bühne zu fegen, meine Hochachtung! Sie kamen gut an und die Fans brüllten aus Leibeskräften ihre Songs mit.
AGNOSTIC FRONT sind einfach nicht totzukriegen und das ist auch gut so. Ist zwar nicht ganz so meine Richtung, aber Hut ab vor diesem explosiven Auftritt. Devil StageSNAPCASE
war mir eigentlich kein so großer Begriff und das Outifit der Band aus Buffalo, New York war eher schlicht gehalten. SNAPCASE
veröffentlichten ihre erste Single “Comatose” im Jahre 1991, also schon “alte Hasen” im Geschäft. Das schlug sich leider nicht auf die Anzahl der Fans aus, welche den Auftritt sehen wollten. Die kamen eher spärlich. 
Schade, denn SNAPCASE
, die mit ihrem straighten Hardcore in der Manier von Tool oder Deftones, wirklich eine gute Show ablieferten. Das sprach
sich wohl rum, denn zum Abschluss ihres Auftritts hatte sich die Zahl des Publikums vervielfacht. Das lag wohl sicher in erster Linie an dem
sympathischen Auftreten und einem Set, der sehr abwechslungsreich war. So wie sich die Band gab hat die Wiedervereinigung wirklich Sinn. Hell Stage
Jetzt sollte der Metal für einige Zeit auf der Hell Stage regieren. Den Anfang machten FEAR FACTORY. Die Band, die sich 1989 unter dem Namen
ULCERATION formierte veröffentlichte in diesem Jahr ihr neues Album „Mechanize“. Die wieder zueinandergefundenen Bell und Cazares wurden auch sofort vom Publikum enthusiastisch abgefeiert. 
Sie liefern, trotz der Sonne die ihnen voll ins Gesicht scheint, einen energiereichen Auftritt ab. Vor allem Songs wie 'Shock' oder 'Edgecrusher' kommen
fett rüber, nur ein kleiner Schönheitsfleck gibt es zu erwähnen – die cleanen Vocals sollte man besser einem Gastsänger überlassen, denn Burton C.
Bell müht sich zwar ab, aber die irgendwie passt es nicht zum Gesamtbild. Den Fans ist dies aber egal, denn sie moshen was das Zeug hält und feiern FEAR FACTORY ab.
Devil Stage
Auf der Devil Stage gab es dann wieder Kontrastprogramm pur. ZEBRAHEAD, die in Zeiten des Crossovers in den 90iger Jahren sehr angesagt war.
Sänger Matty Lewis hatte von Anfang an das Publikum im Griff. Es war schon interessant anzuschauen, wie er das Publikum aufforderte in die Hocke zu gehen und auf seinem Ruf alle gleichzeitig aufzuspringen. 
Was soll ich euch sagen, bis auf einige wenige Ausnahmen folgten sie seiner Aufforderung. Sehr angetan war die jugendliche Meute vor der Buhne, von
diesem springenden und dem Sprechgesang frönenden Band auf der Bühne War vollkommen in Ordnung, obwohl es sicher nicht jedermanns Sache
war. Danach sollte es wieder zurück zur Hell Stage gehen, denn dort erwartete uns ein Highlight – OVERKILL . Hell StageOVERKILL
präsentierte sich im wahrsten Sinne des Wortes in einem guten Licht. Das kam daher, dass die Sonne gerade bei ihrem Auftritt voll auf die
Musiker traf. Das war der Meute, die vor die Bühne gepilgert war und der Band natürlich vollkommen egal. Die Nackenmuskeln wurden bei dem herrlich altmodischen Set von OVERKILL mächtig beansprucht.

Das ist ja auch bei Songs wie „Rotten To The Core“, „Hello From The Gutter“ oder „Coma“ kein Wunder. Es ist immer wieder erfrischen OVERKILL auf
der Bühne zu erleben und das schon seit langer Zeit. Ich kann da nur eins bestätigen, was für eine Hammer-Show. Das war auch die Meinung der Fans, was will man mehr Devil StageAuf den nächsten Act war ich mehr als gespannt, denn man lobt
DANKO JONES über alle Maße. Zuerst muss ich anmerken, dass für 3 Musiker, die
sich auch noch in den entlegensten Ecken positioniert hatten, einfach zu groß war. Man hätte ja ruhig ein wenig aneinanderrücken können. Die Musiker
haben ja alle ihr Handwerk gelernt und deswegen verstehe ich nicht, warum man in einer 45-minütigen Spielzeit 15 Minuten mit Ansagen verplempern muss. 
Hinzu kommt auch noch die Aufforderung zu einem Circle-Pit. Hallo bei einer solchen Musik! Das ist aber nur meine Meinung, denn den Leuten hat es doch irgendwie gefallen, denn sie gingen auf das ein, was DANKO JONES
wollte. Ich würde die Band aber gerne noch mal ansehen, denn wie gesagt musikalisch sind sie mit ihrem melodiösem Metal wirklich nicht schlecht. Schade! Hell StageNach der starken Metal-Fraktion von FEAR FACTORY und
OVERKILL, war wohl die Aufgabe von NEW MODEL ARMY die Fans wieder ein wenig
runterzuholen. Die Band um Sänger Justin Sullivan sind auch nach 30 Jahren immer noch eine Bank. Das bewiesen sie mit Songs wie „51st State“, „I Love The World“ oder “Here Comes The War”. 
Obwohl die Sonne immer noch voll auf die Bühne strahlte, boten sie einem energiegeladenen Set, womit ich eigentlich nicht gerechnet hatte. Sie waren
für mich die absolute Überraschung auf diesem Festival. Sie leiteten jedenfalls einen fulminanten Endspurt auf der Hell Stage ein, auf der ja nur noch SICK OF IT ALL zu erwarten war.
Devil Stage
Die nächste Band auf der Devil Stage zog die Menge wieder in Scharen an. Die Rede ist von AMON AMARTH. Sehr lobenswert war die Begrüßung der Fans von Sänger Johan Hegg in deutscher Sprache. 
Die Schweden wissen wie sie mit ihrem Deathmetal die Fans verzaubern können, denn mit Songs wie „Twilight Of The Thunder God“, „Guardians Of
Asgaard“ oder „The Pursuit Of Vikings“ hatten sie leichtes Spiel bei der Meute. Bei ihnen passte alles, angefangen vom Sound über die Spielfreude der
Band bis hin zum Stageacting, alles war im Einklang. Die Fans belohnten diesen Einsatz auch mit viel Beifall und Zugabe-Rufen. Nach DANKO JONES eine wahre Erfrischung.
Hell Stage
Auf der Hell Stage wurde es dann Zeit für den Headliner des Tages. Neben der lebenden Legende aus New York AGNOSTIC FRONT, sind SICK OF IT ALL
in Sachen Hardcore das Maß aller Dinge. Von Beginn an machten sie Tempo und die Action auf der Bühne war unbeschreiblich. 
Mittlerweile funktionierte auch endlich die Lightshow, denn die Sonne hatte sich endlich verzogen. Craig Ahead, Armand Majidi und Lou und Pete Koller
verausgaben sich vollkommen auf der Bühne. Dieser Funke springt auch auf das Publikum über. Sie boten einen Querschnitt aus ihren Werken, bei
dem Klassiker „Scratch The Surface“ ebenso gefielen wie „Watch It Burn“ vom neuen Album. Dieser Auftritt war wirklich der eines Headliners würdig, tolle Performance. Devil Stage
Der Ansturm auf die Devil Stage war groß und somit konnte auch auf dieser Bühne der Headliner mit seiner Show beginnen. Ich war ja sehr gespannt auf AIRBOURNE
, denn mit so vielen Vorschusslorbeeren ist schon länger keine Band mehr bedacht worden. Ist es nur ein Hype oder steckt wirklich
was dahinter? Zu allererst gibt es mal einen dicken Minuspunkt für die Lautstärke. Die Fans in den ersten Reihen wurden regelrecht von den Bassdrums erschlagen und es vibrierte alle – kein wirklicher Genuss! 
Auch das was AIRBOURNE
auf der Bühne vollbrachte hatte ich auch schon besser gesehen. Mit Stücken wie „Raise The Flag“, „Hellfire“ oder
„'Runnin`Wild“ versuchte man die Leute zu überzeugen, aber das gelang ihnen nicht wirklich. Schon nach der Hälfte vom Konzert hatte sich der Campus um mehr als die Hälfte geleert. Bleibt abzuwarten ob es sich bei
AIRBOURNE nur um eine zeitweilige Erscheinung handelt. Mir sind jedenfalls die originalen AC/DC lieber.
Fazit: Die Mängel vom letzten Jahr wie langes Warten auf Getränke und Essen hatte man wunderbar im Griff. Man hätte bei den letzten
Bands ruhig den Lautstärkeregler ein wenig zurücknehmen können. Dafür muss lobend erwähnt werden, dass die Toilettenfrage mit
genügend Dixies super gelöst wurde. So kann man weitermachen und dann bin ich sicher, sehen wir uns wieder 2011 auf dem Campus in Essen. Gisela Schmitz |