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Special

Schon zum 9. Mal lud das Schloss Broich in Mülheim zum traditionellen Castle Rock. In diesem Jahr hatten die Veranstalter mit sehr großer Konkurrenz kämpfen denn gleichzeitig gab es mit dem Bochum total und dem Blackfield Festival in Gelsenkirchen zwei parallel laufende Events. Aber auch in diesem Jahr war das Konzert, bis auf einige Restkarten wieder sehr gut besucht. Das lag sicher wieder an einem guten Billing, das sich aus ROSENKRANTZ, DIABLO SWING ORCHESTRA, STAUBKIND, JESUS ON EXTASY, CREMATORY, UNHEILIG und ATROCITY mit dem „Werk 80 II zusammen setzte. Genug der Vorrede und kommen wir doch lieber gleich zum Konzert.

Da ich leider ein wenig zu spät kam, verpasste ich die Band ROSENKRANTZ. Sie müssen aber einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben, denn nach Aussage von einem Medienkollegen haben sie die Leute sehr zufrieden gestellt.
So war mein Einstieg das DIABLO SWING ORCHESTRA. Die Band aus Schweden spielte sofort fetzig auf und die Leute gingen auch richtig mit. Was ich persönlich als sehr störend empfand war die sehr hohe und dann auch noch sehr eintönige Stimme ihrer Sängerin. Sie zerstörte eigentlich nach meiner Meinung teilweise den heavy Sound.

     

Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich am Anfang sehr stark mit Kopfschmerzen zu kämpfen hatte und jeder hohe Ton von ihr mir noch mehr Schmerzen bereitete. Trotz allem kamen sie bei den Leuten gut an. Dann hat es wohl an mir gelegen.

De nächste Band STAUBKIND hatte ich noch nie live gesehen, aber schon ihr flotter Beginn ging sofort ins Blut. Mit ihren tanzbaren Songs gewannen sie auch sofort die Herzen des Publikums. Auch bei den balladesken Parts konnten sie punkten, denn sie Stimme des Sängers setzte sich sofort im Ohr fest.

     

Die unkonventionelle Art, mit der sie ihren Gig absolvierten, wurde tanzend, klatschend und vor allem mitsingend aufgenommen. Ich war richtig überrascht mit STAUBKIND eine solch gute Liveband zu sehen. Das war schon ein kleines Highlight, aber es sollten ja noch einige Bands folgen.

Die kamen dann auch und zuerst waren die Lokalmatadoren von JESUS ON EXTASY an der Reihe. Sie waren ja in den vergangenen Jahren mit sehr vielen Vorschusslorbeeren ausgestattet worden und hatten auch immer energiegeladene Live-Shows zelebriert. Das konnten sie aber in Mülheim nicht so ganz umsetzen.

     

Bei ihrer Performance sprang der Funke einfach nicht zum Publikum über. Nach Ende eines jeden Liedes spendeten die Zuschauer nur verhalten Applaus. Trotz allem gaben sie sich Mühe, aber so richtig konnten sie dieses Mal nicht punkten. Mir persönlich fehlte der druckvolle Sound, den sie ja im Vorfeld in ihrem Industriell-Sound eingebettet hatten gänzlich. Bleibt zu hoffen dass sie nur einen schlechten Tag hatten

Mit CREMATORY folgte eine Band, die in den 90iger Jahren für großes Aufsehen sorgte. Irgendwann war Schluss, aber zum Glück hat man sich noch einmal zusammen gerauft und da weiter gemacht, wo man damals aufgehört hat. Ihr Düstersound fand auch sofort Anklang bei den Fans und sie tanzten oder bangten munter mit.

     

Die Band kam mir vor, als hätte es nie eine Pause gegeben, denn sie agierten so, wie noch vor einigen Jahren – Wild, unbekümmert und sehr präzise. Mit ihren neuen und auch älteren Songs konnten sie die Besucher des Castle-Rocks voll überzeugen. Gut das sie wieder da sind!

Von UNHEILIG hatte ich im Vorfeld zwar schon gehört, konnte mir aber kein Bild von der Band machen. Im Mittelpunkt von UNHEILIG steh Sänger Graf, der mit seiner durchdringenden Stimme sich sofort in die Gehörgänge festsetzte. Die Songs, alle tanzbar, rockig oder aber auch sehr nachdenklich, kamen sehr gut beim Publikum an.

     

Durch die tolle Darbietung von Sänger Graf bekamen die Songs einen tollen Glanz verliehen. Die Leute vor der Bühne konnten von seinem Auftritt nicht genug bekommen und als nach ca. 1 Stunde leider wieder alles vorbei zu sein schien, forderten sie lautstark nach einer Zugabe. Dieser Wunsch wurde ihnen auch erfüllt und nach der Zugabe hinterließ UNHEILIG ein Publikum, die im Grunde eigentlich ihren Headliner schon gesehen hatten.

Nach einer Umbaupause mussten wir feststellen, dieses Mal war alles richtig pünktlich. Keine Verzögerung durch Stromausfall oder dergleichen, wie es in den letzten Jahren eigentlich immer so war. So ging denn auch der Headliner des Abends ATROCITY pünktlich auf die Bühne und begannen mit ihrer Show. Im Vorfeld muss ich schon gestehen, sie hatten es nicht einfach, denn nach UNHEILIG hatten schon einige Leute den Innenhof des Schlosses verlassen.

     

Die restlich verbliebenen Zuschauer wurden aber durch einen sehr guten Auftritt von ATROCITY, die ihren zweiten teil des legendären Albums „Werk 80“ darboten entschädigt. Ich finde die Songs einfach nur toll. Sehr gut wurden sie auch durch Tänzerinnen und der tollen Stimme von Liv Christine untermalt. Stücke wie „Relax“, „Tainted Love“ oder „The Great Commandment“ klingen einfach gut im Metalgewand. Jede Band hat es schwer, wenn sie versuchen muss die Stimmung zu steigern, wenn eine solch starke Band wie UNHEILIG vor ihnen gespielt hat. Trotzdem haben sie sich wacker geschlagen und ein dickes Lob von meiner Seite.
So ging auch dieses Konzert vorbei und auch in diesem Jahr waren die Besucher sehr zufrieden. Kann man auch, denn in einer solchen Location macht es Spaß ein Konzert anzuschauen. Somit freuen wir uns auf das nächste Jahr, wenn das Festival seinen 10. Geburtstag feiert.
Story + Pics: Gisela