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DESTRUCTION - D.E.V.O.L.U.T.I.O.N. - Essen Turock 17.12.08.


Nicht nur das Wetter sah an diesem Abend trübe aus, sondern auch die Anzahl der Fans am Anfang des Konzertes, die zur ersten Band vor der Bühne standen. Ob es daran lag das es unter der Woche war und viele Arbeiten mussten am nächsten Tag oder ist der Monat Dezember schon so voll gepackt mit anderen Events (in Köln spielten Cradle of Filth) das einem so langsam aber sicher das liebe Geld ausgeht. Zwar kamen zum Hauptact dann doch ca. 200 Fans in die Halle des Turocks aber man hatte den Laden auch schon mal voller erlebt. Über die Gründe kann man jetzt viel spekulieren aber an dem neuen Album von Destruction kann es nicht gelegen haben. Die ist nämlich überall begeistert aufgenommen worden und das die Thrasher sowieso eine Macht auf der Bühne sind haben sie immer wieder unter Beweis gestellt in den letzen 25 Jahren. 

Gerade mal fast ein dutzend Fans interessierten sich für SCARED TO DEATH als sie in ihren kurzen Set einstiegen. Schnörkelloser melodiöser Old School Thrash Metal zockte das Trio zum frühen Abend und konnte bei den meisten Zuschauern ein wohlwollendes Nicken auslösen. Mir war diese Band bis jetzt völlig unbekannt obwohl sie schon ihre 2. Scheibe rausgebracht haben mit dem Titel "Deathstruction".

    

Musikalisch gab es an ihnen auch nichts zu meckern, sie passten perfekt zur Hauptband und wer schon verdächtige Titel im Programm hat wie "Extrem Aggresion" der weiß was bei SCARED TO DEATH Programm ist. Und wer jetzt denkt der Song wäre ein Cover Song von Kreator der irrte, das war nämlich eine eigene Komposition. Nur an ihren Stage-Acting muss das Trio noch feilen, denn bewegt haben sich die beiden Frontmänner so gut wie gar nicht. So kann man das Publikum nicht mitreißen, da kann die Musik noch so gut sein.

Bei DEBAUCHERY kam dann endlich Schwung ins Turock und auch bei den meisten Anwesenden. Die Schaben groovten sich sofort in die Herzen eine jeden Headbangers und zeigten eindrucksvoll das auch Grooviger Death Metal nicht zwangsweise von Six Feet Under kommen muss. Ich weiß das die Band diese ewigen Vergleiche mit Chris Barnes und Co nicht mehr hören kann, aber seinen wir doch ehrlich, jeder der Debauchery schon mal gehört und gesehen hat wird sofort an die Amerikaner erinnert.

 

Aber ist ja auch im Prinzip völlig egal, Debauchery rocken ohne Unterlass durchs Turock das es eine wahre Freude war und an stillstehen ist auch nicht mehr zudenken. Songs wie "BACK IN BLOOD, BLOOD FOR THE BLOOD GOD" und der letzte Song "DEATH METAL WARMACHINE" sind geile Groove-Dampfwalzen die sofort in die Nacken Muskulatur gehen und das ultratiefe Grunz-Gekotze gepaart mit fiesen Screams von Sänger Thomas sind halt perfektes Death Metal Entertainment. Unterm Strich ein klasse Auftritt der auch viel umjubelt war. Und die Stimmung stieg endlich auf Betriebstemperatur für den Hauptact.

DESTRUCTION , natürlich in vollem Nieten und Kampfoutfit, ließen danach auch nichts anbrennen, legten sich wie immer brutal ins Zeug um zu zeigen wer hier der Platzhirsch ist. "Bestial Invasion" und der Titel des neuen Albums "D.E.V.O.L.U.T.I.O.N"  gefolgt von "Eternal Bang" lösten schon mal ne Menge Bewegung vor und auf der Bühne aus. Schmier weiß einfach wie man das Publikum bei den Eiern packt und mitreißt, auch wenn es etwas müde wirkt. Die Songs taten natürlich auch ihr übriges das die Fans immer mehr mitgingen.

     

Aus einer breiten Auswahl an alten und neuen Songs konnten DESTRUCTION wählen und deckten 25 Jahre Thrash Metal Geschichte ab. "Life without Sense" wurde genauso gefeiert wie "Metal Discarge", die etwas komplexeren Songs "Release from Agony" und "Reject Emotions" laufen genau so brutal in die Gehörgänge wie die alten brachial Nummern wie "Tormentor",  "The Antichrist" und wie sollte es auch anders sein "Der Butcher". Ein Cover von den Plasmatics (The Damned) hatte sich auch in die Set-Liste geschlichen und "Iron Man" von Black Sabbath wurde kurz angespielt. Aber Cover-Versionen, auch wenn sie geil gespielt wurden an diesem Abend haben DESTRUCTION doch gar nicht mehr nötig, lieber aus vollen Rohren ihre eigenen Nummer abfeuern und das Publikum total platt bügeln.

     

Ja, ich muss gestehen ich war extrem begeistert von dem mitreißenden Gig des Trios. Schmier und Mike standen nicht eine Sekunde still, bangten sich den Nacken kaputt und droschen tight wie Arsch ihre mit unter komplizierten Songs runter. Mit einer Menge Herzblut gespielt und zu keiner Zeit aufgesetzt. Und das Publikum feierte mit und ging ordentlich ab vor der Bühne. Da kann man nur sagen das alle die heute zu Hause geblieben sind einen klasse Auftritt einer der besten Deutschen Thrash Bands verpasst hat und das DESTRUCTION immer noch zu den intensivsten Live-Bands gehört die Deutschland zu bieten hat.
So kann man getrost in die Zukunft schauen und sich noch auf ne Menge geiler Gigs von DESTRUCTION freuen. Hat sehr viel Spaß gemacht und man konnte sich zufrieden auf den Heimweg machen.
Story: Carsten