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Im Juli bin ich durch Zufall auf die letzte Tour von der spanischen Band HEROES DEL SILENCIO gestoßen. Lange habe ich darauf gewartet, denn beim letzten Interview, welches ich mit Sänger
Enrique Bunbury in Hamm führte, erzählte er mir, dass die Band nun erst mal eine Pause von ca. 2 Jahren machen würde. Leider ist etwas mehr daraus geworden, aber sie haben doch Wort gehalten, woran ich eigentlich nicht
mehr geglaubt habe. Ich buchte sofort einen Flug nach Valencia und durch Hilfe meiner Kusine, die auf Mallorca wohnt, konnte ich auch noch ein Ticket käuflich erwerben. Zwar war es nur ein „Tarjeta General“, was nicht
zum Eintritt in den Innenraum berechtigte, aber egal, Hauptsache die Band noch einmal live sehen, war die Devise.
So reiste ich also am Freitag schon an und nach einer geruhsamen Nacht, in der man sich noch
ein wenig ausruhen konnte, stand ich am Samstag früh auf, denn irgendwie musste ich ja zum Circuito Ricardo Tormo in Cheste. Pablo von der Band UZZHUAIA (könnt ihr unter Interviews nachlesen), mit dem ich am Abend zuvor
noch ein Interview gemacht hatte, erzählte mir, dass ein Shuttle-Service eingerichtet wurde. So begab ich mich also zum beschriebenen Punkt in der Nähe des Bahnhofes „Estacion del Oeste“, aber leider konnte mir keiner
weiterhelfen. Na ja wird schon irgendwie klappen, dachte ich mir und erkundete erst einmal ein wenig die Stadt. Nachdem ich mich dann später im Hotel auf alles, aber nicht auf Regen, vorbereitet hatte, ging es um 14.00
Uhr in Richtung Shuttle-Bus auf den Weg. Dort war auch schon reges treiben und die Busfahrt klappte auch reibungslos. Am Ort des Geschehens angekommen, musste man erst noch einen kleinen Fußmarsch zurücklegen um dann
nach zweimaligem passieren einer Kontrolle endlich auf dem Vorplatz des riesigen Innenraums stand. Dieser war leider noch gesperrt, klar, denn es war ja gerade mal 16.00 Uhr und das Konzert sollte ja erst um 21.00 Uhr
beginnen. Gegen 17.00 Uhr wurde dann der Einlass zum Innenraum freigegeben und alle versuchten natürlich einen guten Platz zu bekommen. Es ging sehr ruhig vonstatten. Bei uns hier hätte es schon die wildesten
Rempeleien gegeben, nicht so bei diesem Event. Jetzt hieß es 4 lange Stunden totzuschlagen. Aber auch die gingen vorbei, denn man kam natürlich sehr schnell mit den spanischen Nachbarn ins Gespräch und so wurde es doch
noch eine sehr kurzweilige Angelegenheit. Kurz vor 21.00 Uhr stieg dann die Stimmung immer mehr an, denn ein Raunen ging durch das Publikum als die an einem Kran befestigte Videokamera einen Überblick von den Leuten
gab, die sich bis zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Gelände befanden.
Es war schon gänsehauterregend, denn der Ort des Geschehens war wirklich rappelvoll, bis zu den letzten Tribünen. Auch da wo ich mich
befand ging gar nichts mehr, aber ich muss immer wieder betonen, alles sehr gesittet und keiner rempelte irgendwie herum.
Um 21.10 Uhr wurde dann endlich das Licht gelöscht und die Video-Leinwände, die auf der Bühne standen und auf denn schon den ganzen
Abend das Heroes Del Silencio-Logo abgebildet war, wurde beleuchtet und man konnte und dahinter standen scherenschnittmäßig Enrique
und Juan. Nach diesem Intro konnte die Party beginnen. Nach „El Estanque“ folgten Songs wie "Deshacer el mundo", "Mar adentro", "La
Carta", “Agosto”, "Sirena variada" und "Opio".
Dann wurde die Location gewechselt, denn an der Bühne mit den Ausmaßen 56 m breit, 22 m hoch und einer Tiefe von 16 m schloss sich
ein Catwalk an und an seinem Ende befand sich eine kleine, runde Bühne. Dort wurde es dann ziemlich intim und die Nähe zu den Fans wurde mit tosenden Beifällen bekundet.
In dieser intimen Stimmung wurden dann die folgenden Songs, "La Herida", "Despertar", "Apuesta Por El Rock And Roll", "Héroe De
Leyenda", "Con Nombre De Guerra" und "No Más Lágrimas", den Fans in unter die Haut gehende Art präsentiert. Eine tolle Sache war
auch, dass selbst das Publikum im den hinteren Teil des Areals noch alles gut verfolgen konnte, denn alles wurde auf Videoleinwände
übertragen. Überhaupt unterlag das komplette Konzert einer tollen Produktion, denn wenn man auf der Bühne nicht alles mitbekam, auf den
Leinwänden sah man die Band immer in Großformat. Hinzu kam noch eine imposante Lichtshow, mit einer Gesamtkapazität von über
552.000 Watt und einem Sound von 500.000 Watt schon enorm war. Zudem hingen über und direkt neben der Bühne 6 Leinwände, auf
denen immer andere Videos, Diashows oder einfach nur Ornamente zur Stimulation projiziert wurden.
Jetzt aber wieder zum Konzert selber. Nach dieser etwas ruhigeren und intimeren Passage wurde es aber wieder lebhaft auf der Bühne,
denn es folgten Songs wie „Nuestros Nombres“, „El Mar No Cesa“, „Entre Dos Tierras“, „Maldito Duende“, „Iberia Sumergida“ und zum
Abschluss „Avalancha“. Die Stimmung während des Konzertes war einfach nur toll und ich muss wirklich zugeben, obwohl ich doch schon
wirklich sehr viel gesehen habe, ein solches Konzert habe ich in meiner ganzen Zeit noch nicht gesehen. Manches mal hatte ich das Gefühl,
als wenn das Publikum Enrique mit seinen Gesängen überbieten wollte. Totales Gänsehaut-Feeling überkam einem bei jedem dargebotenen Songs.
Nach einer kleinen Verschnaufpause und lauten „Zugabe“-Rufen kamen HEROES DEL SILENCIO aber wieder auf die Bühne, sehr zur
Freude des Publikums. Sie boten in der ersten Zugabe folgende Songs „Bendecida“, „Tumbas De Sal“ und „Oración“ zum Besten, die
natürlich auch wieder lautstark mitgesungen wurden. Überhaupt muss ich an dieser stelle noch bemerken, obwohl alles rappelvoll war,
keiner drängte sich vor oder rempelte jemanden an. Es war einfach eine tolle Party, die aber leider einen traurigen Anlass hatte, nämlich das
definitiv letzte Konzert der Band. Nach dieser Zugabe verließ die Band wiederum die Bühne, aber das Publikum ließ nicht locker und sie kamen wieder.
Nachdem Enrique sich mehrfach beim Publikum bedankt hatte stimmte die Band den Song “Tesoro” an. Dem folgte dann “Fuente
Esperanza” und nach Aussage von Enrique der letzte Song des Abends “La Chispa Adecuada”. Zuvor bedankte er sich aber noch vielmals
beim Publikum für die Treue die sie in den ganzen Jahren seit ihrer Gründung erfahren durften. Ehrlich gesagt, ging es sehr zu Herzen wie
man Enrique und die Band auf der Bühne sah und ich bin mir sicher, dass die eine oder andere Träne bei Enrique in den Augen war, denn das verriet sein Gesichtsausdruck. Wieder verließ die Band die Bühne.
Ich war eigentlich der Meinung, dies war nun doch das Ende vom Konzert, aber das Publikum ließ keine Ruhe. Es dauerte eine ganze Weile
aber die Band kam wirklich noch mal zurück. Nach den Songs „Malas Intenciones” und “En Brazos De La Fiebre” war aber dann leider wirklich Schluss.
Den krönenden Abschluss für ein Konzert was mit Sicherheit in die Geschichte eingeht bildete ein Feuerwerk und wirklich alle Zuschauer verharrten auf ihren Platzen. Ein toller Anblick!
Danach hieß es, den ort des Geschehens zu verlassen. 80000 Zuschauer setzten sich zur gleichen Zeit in Bewegung, um
entweder zu ihren Autos zu gehen oder mit Shuttle-Bussen wieder nach Valencia zu fahren. Für mich als persönliches Fazit
kann ich nur sagen, ich habe schon viele Konzerte in der Vergangenheit erlebt, aber dieses Abschiedskonzert übertraf alle.
Angefangen von den Zuschauern, die enthusiastischer nicht hätten sein können, über die komplette Produktion, bis hin zu
einem Konzert, welches mit 2 Stunden und 40 Minuten jeden Rahmen sprengte. Hervorzuheben ist aber auch noch Disziplin
der Zuschauer, die ich von solchen Konzerten anders in Erinnerung habe. Kein Gemecker, sondern alles nur zufriedene Fans begaben sich auf den Heimweg. Danke HEROES DEL SILENCIO für diesen unvergesslichen Abend!
El fin del camino – Setliste Cheste (Valencia) El Estanque Deshacer El Mundo Mar Adentro La Carta Agosto Sirena Varada Opio
Herida Despertar
Apuesta Por El Rock'n'Roll Héroe De Leyenda Con Nombre De Guerra No Más Lágrimas
Nuestros Nombres El Mar No Cesa Entre Dos Tierras Maldito Duende Iberia Sumergida Avalancha
Zugabe 1 Bendecida Tumbas De Sal Oración Zugabe 2 Tesoro Fuente Esperanza La Chispa Adecuada
Zugabe 3 Malas Intenciones En Brazos De La Fiebre
Story: Gisela |