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Magic Circle Festival II
09.07.2008, Bad Arolsen, Prinz-Eugen-Kaserne

 


Für MANOWAR-Fans sollte es „das Festival“ werden, denn die legendären ersten sechs Studioalben sollten in zwei Konzerten komplett dargeboten werden. Hinzu kam noch ein Billing auf dem Bands wie WHITESNAKE, DEF LEPPARD, ALICE COOPER, W.A.S.P., DORO und andere standen. Außerdem kostenloses Campen, 20.000 kostenlose Singles zu MANOWARs neuem Stück 'Die With Honor', 20.000 Liter Freibier, unzählige Newcomer, andere Magic-Circle-Bands zu enem Preis von 80 Euro. Da kann man nicht meckern. So fuhr ich dann Donnerstag ins nord-hessische Bad Arolsen, wo das zweite Magic Circle Festival auf dem Gelände der gigantischen ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne stattfand.

Leider erreichte ich das Gelände erst als BENEDICTUM schon auf der Bühne stand. Das kam daher, dass ich erst meine Bändchen und den Pass für das Festival am anderen Ende des Geländes in Empfang nehmen konnte. Dann war ich aber gut gerüstet und konnte mich mitten ins Getümmel stürzen. Nach dem Auftritt von BENEDICTUM wurde dann die Flamme des Metal entzündet.

MSG
Nun sollte mit MSG (MICHAEL SCHENKER GROUP) um 18:30 Uhr das musikalische Programm weitergehen. Doch die Bühne blieb leer und nach einer Ansage, dass Frontmann Michael Schenker noch im Stau stünde und daher etwas später käme, gab es als Entschädigung erst einmal Freibier, was noch öfter der Fall sein wird.

       

25 Minuten später erscheint Schenker dann mit seiner neuen Truppe (Chris Glenn - b, Chris Slade – d und Gitarrist und Keybarder Wayne Findlay) auf der Bühne und beginnt sehr unmotiviert seinen Auftritt mit einem Instrumentalsong. Mehr Kontakt mit dem Publikum hatte dann Sänger Gary Barden, aber Michael Schenker blieb in seinem Gitarrenspiel versunken und schaut das Publikum nur wenige Mal an. Nach 7 Songs ist dann auch schon wieder Schluss. Die Begründung, der Veranstalter möchte den Zeitplan einhalten. Na, wer es glaubt.

TED NUGENT
Über Ted Nugent kann man ja sagen was man will, denn mit seinen politischen Ansichten eckt er doch an vielen Stellen an. Toll fand ich, dass sic die Verantwortlichen des Festivals nicht davor gescheut haben, Ted Nugent, der in den USA immer noch ein absoluter Superstar ist, endlich mal wieder nach Deutschland zu holen. Musik hat eben nichts mit Politik zu tun. Herr Nugent und seine beiden Mitmusiker Wild Mick Brown (Drums) und Greg Smith (Bass) rockten das Haus und versahen den Fans den richtigen Tritt in den Allerwertesten.

       

Mit seiner Songauswahl, die 3 Dekaden seines Schaffens umspannt, hätte er nict besser liegen können, denn durch seine Riffs und Solis klingen alle wie Rock'n'Roll pur. Das wollen die Fans hören! In seinem Redneck-Outfit, mitsamt Cowboy-Hut, Fuchsschwanz, Jeans und Workershirt vollbringt der Meister einen beachtlichen Gig und kein Rocker unter den Besuchern bleibt still stehen. Es auch gar nichts aus, dass der passionierte Jäger nach dem Song 'Spirit Of The Buffalo' mit seinem Bogen beim einem Fangschuss auf seiner "White Buffalo"-Gitarre das Blatt um einige Zentimeter verfehlt. Die ganze Aktion wurde mit indianischem Federschmuck in den deutschen Nationalfarben abgezogen und ich sehe es als Verneigung vor dem Gastgeberland und dies verneigt sich für einen faszinierenden Auftritt.

ALICE COOPER:
Dass Herr Vincent Damon Furnier, alias Alice Cooper, dem noch eins draufsetzen würde, hatte ich erwartet. Mit einer tollen Setlist, die 1973er-Hymne 'No More Mr. Nice Guy'begann eröffnet der Meister den bunt gemischten Reigen von Highlights, in dem Uralt-Klassiker wie 'I'm Eighteen', 'Billion Dollar Babies', 'Killer' und 'School's Out' den Megahits der späten Achtziger und frühen Neunziger wie 'Poison' und 'Feed My Frankenstein' und starken neueren Tracks wie 'Lost In America' die Fans in Ekstase versetzte.

       

Auch  'Welcome To My Nightmare' über 'Dirty Diamonds' ist alles mit dabei und nach 25 Songs gab es noch vom 1973er-Album "Billion Dollar Babies" das Konzert beenden sollte. Aber es kam noch der Song 'Elected', welches das gerade aktuelle US-Wahlkampf-Thema gekonnt aufgreift. Meine Stimme hat Alice sicher. Die Show beinhaltete alle Sachen wie Blut, Säbel, Geldregen und sonstige Schock- und Schmunzeleffekte. Alice Coopers 27jährige Tochter Calico gibt als Tänzerin, Schauspielerin, Krankenschwester, Nonne, Mordopfer und Racheengel eine ebenso beeindruckende Vorstellung ab, wie der Herr Papa.

       

Als Höhepunkt der Show ließ sich Alice Cooper noch erhängen und als Fazit kann man nur sagen, ein toller Auftritt eines immer noch sehr fitten Alice Cooper mit viel gelungener Show und tollen Songs. Das war ein krönender Abschluss an diesem Donnerstag auf der Hauptbühne und stimmte uns auf ein erfreuliches Wochenende ein.

Um halb Drei morgens betrat noch Hallen-Headliner DEATH ANGEL die Bühne, aber leider war ich zu dieser nachtschlafenden Zeit nicht mehr zugegen. Man braucht ja auch seinen Schlaf.

Freitag, 11. Juni 2008

KOBUS
Als erste Band des Freitags war die Südafrikanische Band KOBUS, die vor vielleicht ca. 80 Fans ihren Auftritt starteten. Die Gewinner des South African Music Award performen einige Songs aus ihrem prämierten Album "Swaarmetaal" aus den Boxen, aber irgendwie kann man den Sänger nicht so richtig verstehen, denn er nuschelt sich etwas in den Bart was keiner verstehen konnte.

      

Trotzdem hatten sie Spaß auf der Bühne. Am Ende des Auftritts hatte der Himmel wohl auch genug, denn er öffnete seine Schleusen und die Fans verzogen sich ins Trockene.

STORMWARRIOR
Mit STORMWARRIOR folgt eine deutsche Kultcombo die im Vorjahr auch schon auf dem Billing stand. Die Hanseaten schlugen man sich mit 'Into the Battle', 'Heavy Metal Fire' oder 'Valhalla' durch ihre fast zehnjährige Bandgeschichte, aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen. Mit 'The Axewielder' vom Debütalbum "Stormwarrior" beendet die Band einen guten Gig, aber irgendwie blieb die Eigenständigkeit auf der Strecke, aber den Fans gefiel es und das ist doch die Hauptsache.

BURNING STARR
Seit kurzer Zeit hat auch der ehemalige VIRGIN STEELE-Gitarrenhexer Jack Starr bei Joey DeMaios Label ein neues Zuhause gefunden. Sein Projekt ist eigentlich GUARDIANS OF THE FLAME, aber nun firmierte er sich unter dem alten Namen BURNING STAR. So gab es Klassiker wie 'Go Down Fighting' aus seiner Zeit mit David DeFeis & Co., sowie Achtziger-Highlights aus der BURNING STARR-Schatzkiste wie 'Rock The American Way', 'Fight The Thunder' oder 'Evil Never Sleeps'. Es wurden auch zwei Tracks vom kommenden Album geboten. Das Live-Line-up besteht interessanter Weise zu drei Fünfteln aus den eben von der Bühne verabschiedeten STORMWARRIORs, Jack Starr und einem sehr guten neuen Sänger.

     

Der melodische und hymnische US-Metal mit hohem Gesang inspiriert auch die meisten Anwesenden ganz gut, aber leider sind zu dieser Uhrzeit noch nicht allzu viele Besucher auf dem riesigen Kasernengelände, die eine gute Darbietung einer Legende zu sehen bekamen. Schade das nicht mehr dort waren.

BELOVED ENEMY
Eigentlich hatte man ja BRAZEN ABBOT erwartet, aber stattdessen standen BELOVED ENEMY auf der Bühne und machen Musik. Die Gothic-Rocker um ex-FIDDLERS GREEN-Gitarrist Peter Kafka hatten schon im Vorfeld für überraschtes Kopfschütteln gesorgt und hätten eigentlich am Samstag spielen sollen. So waren auch nur einige hundert Zuschauer vor der Bühne und waren ein wenig überrascht über den ungewohnten Sound, der ihnen da entgegengebracht wurde. BELOVED ENEMY waren zwar etwas deplaziert für viele Fans, aber musikalisch sind sie sehr überzeugend. Schade, aber manche müssen sich noch in Akzeptanz üben.

DORO
Nach kurzer Umbaupause betritt dann DORO PESCH mit ihren Jungs die Bühne. Es sollten 60 Minuten reiner und straighter Heavy Metal folgen, der die tausende von Fans gebührend mitfeierten. Mit ihrem Charme erobert sie sofort das Publikum und durch die Kommunikation mit ihren Fans rasten diese vollkommen aus. Doro beginnt mit Songs ihres Debütalbums "Burning The Witches".

   

Danach folgen Songs aus den frühen WARLOCK-Alben und Highlights wie 'Earthshaker', 'I Rule The Ruins', 'Hellbound', 'True As Steel' und 'Burning The Witches'. Auch Songs aus "Warrior Soul" und "Fight" werden zum Besten gegeben. Natürlich darf die Ballade 'Für Immer' nicht fehlen und diese geht nicht nur den Fans unter die Haut.

 

So endet es nach 60 Minuten mit 'All We Are' und vom ersten Album 'Metal Racer' ein gewaltiger Auftritt, der nur so vor Power strotzte. Freuen kann man sich jetzt auf das Jubiläumskonzert „DORO – 25 Years In Rock“, welches am 13.12.08 im Düsseldorfer ISS Dome stattfindet. So macht Metal Spaß.

W.A.S.P.
Für Blackie Lawless und Konsorten steht der Auftritt irgendwie unter einem schlechten Stern, denn was vorher schon in Gerüchten die Runde machte wurde offiziell bekannt gegeben. Die beiden Headliner für Samstag, WHITESNAKE und DEF LEPPARD ihr Kommen abgesagt hatten. Durch diese Verlautbarung verschob sich der W.A.S.P.-Auftritt ein wenig nach hinten, damit sich die Gemüter wieder beruhigen konnten.

   

So betreten Blackie und seine Mannen mit gehöriger Verzögerung die Bühne und spielen leider auch nur einen recht kurzen Auftritt. Der Gig hatte aber eine Power und die Band rockte was das Zeug hielt. Mit einer Menge Hymnen im Gepäck erzeugen sie ein euphorisch wirkendes Publikum. Jede Menge guter Laune wird durch Songs wie 'On Your Knees', 'L.O.V.E. Machine', 'Chainsaw Charlie', 'Wild Child' und Überflieger 'I Wanna Be Somebody' in die Fanbase gepumpt. Es fällt auch auf, dass die Songs energisch und spontan raus gedroschen werden, so dass dieses Mal nicht der Verdacht aufkommt, dass Playback im Spiel sei. Ein weiteres Highlight des Festivals.

GOTTHARD
Ich hatte mich natürlich auf GOTTHARD gefreut, denn mit ihrer unbekümmerten Art ihre Konzerte zu absolvieren, hatten sie schon viele Die Hard-Fans überzeugen können. So auch dieses Mal, obwohl ich im Vorfeld schon Aussagen gehört hatte, wie: „Was wollen die denn hier.“ Fakt ist, sie zogen während ihres 75-inütigen Auftritts immer mehr Leute in ihrem Bann und es war zu sehen, dass es nicht nur GOTHARD-Fans waren. Textfest wurden Songs wie 'Anytime Anywhere' und 'Hush' mitgesungen. Das geschah auch bei allen anderen Songs, welche die Band ihnen präsentiert.

    

Achtzehn Jahre Bühnenerfahrung merkt man eben, und den Schweizern schien es Spaß zu machen, auf großer Bühne zu spielen. Ein gut aufgelegter Leo Leoni, ein agiler Steve Lee, der mindestens einen Kilometer auf der großen Bühne lief, waren ein gutes Rezept für eine ausgesprochen gute Show. Sie haben das Zeug zu etwas größerem, aber leider sehen das viele ganz anders, denn für mich sind sie einfach nur top. Bei ihrem Auftritt spielte sogar das Wetter mit, denn zum ersten Mal schien an diesem Tag richtig die Sonne.

MANOWAR
Nun war es dann endlich so weit, MANOWAR waren an der Reihe. Vor der Bühne hat sich ein gigantisches Meer aus Fahnen gebildet. Einfach nur ein toller Anblick! Leider glaube ich, dass der Wettergott kein Fan von MANOWAR-Fan ist, denn kurz vor Beginn öffnete er seine Schleusen und es goss in Strömen. Die Fans rannten zu den Bierbuden, aber wir als Fotografen mussten, nass bis auf die Knochen am Bühnenrand warten. Trotz allem machten die Organisatoren das einzig Richtige, sie warteten bis zum Ende der Sintflut.

     

Nachdem die beiden schicken Regenbögen für strahlende Gesichter gesorgt haben und nun sind die Ohren dran. Mit 'Manowar' starten die Amerikaner auf gewohnte Weise ihren Set. In der Folge glänzen die Kings Of Metal mit der chronologischen Abarbeitung ihrer ersten drei Alben. Für viele sind das sowieso die besten Scheiben ihrer langjährigen Karriere. Ungewöhnlich zurückhaltend erweißt sich Joey heute, denn Musik ist heute Trumpf. Nach dem Debütalbum "Battle Hymns" folgt "Into Glory Ride" und für viele jüngere Fans die erste Gelegenheit, Songs wie 'Warlord' oder 'Hatred' live zu erleben.

     

Drei Stunden schwelgte man in Erinnerungen und erlebte einen Sound, der noch in zehn Kilometern Entfernung die Bewohner aus dem Bettchen trieb. Als Bonbon gab es mit 'Warriors Of The World United' und der neuen Single 'Die With Honor' noch zwei aktuelle Stücke geboten. Den Abschluss bildete der schöne Song 'Bridge Of Death' und mit 'The Crown And The Ring' schickt man die Fans entweder zur nächsten Party oder einfach nur ins warme Bettchen. Mal sehen was uns am morgigen Tag noch so alles erwartet.

Samstag, 12. Juni 2008

CASSOCK
Den Samstag durfte dann, entsprechend der Vorankündigung, der Sieger des Hallenevents vom Donnerstag eröffnen. Die norwegischen Rocker CASSOCK hatten sich diesen Opener-Slot redlich verdient. Die Band, die mit einer Truppe von Bikern angereist ist, bot uns einen ausgewogenen Mix aus MOTÖRHEAD, GIRLSCHOOL und CRUCIFIED BARBARA. Die Damen und Herren rockten ganz gut, aber leider waren nur sehr wenige ihrem Ruf gefolgt, denn viele saßen sicher noch schlürfender Weise bei ihrem Kaffee. Trotz allem gehört neben dem geglückten Mainstage-Auftritt auch ein Deal für eine Single auf Magic Circle Music zum ersten Preis beim "Battle Of The Bands"-Wettbewerb, was für eine Band ohne Plattenvertrag sicher eine tolle Sache ist.

SIXTH SENSE
Danach betritt SIXTH SENSE die Bühne. Schon nach den ersten Tönen sah man die Fragezeichen bei den anwesenden Besuchern über dem Kopf. Zur Überraschung der Fans präsentiere die Band um Sänger Alex Grata puren New-Metal. Obwohl sie wirklich einen guten und mit der nötigen Power versehen Gig absolvierten, kamen sie nicht so richtig beim Publikum an.

     

Vielleicht ist die Kluft zwischen Metal und New Metal doch zu groß, aber ich fand SIXTH SENSE doch sehr talentiert, aber nur vor dem falschen Publikum. Einen spaßigen Abschluss des meiner Meinung nach gelungenen Gigs bildet die Coverversion des BONEY M- Hit 'Rasputin'.

MOB RULES
Schon auf dem letztjährigen Magic Circle Festival hatte sic die Norddeutschen MOB RULES sehr gut geschlagen. Ihren rocklassigen Melodic-Metal verbreiten sie schon 5 Alben lang, aber so recht ist ihnen der Durchbruch bis heute noch nicht gelungen. Sie lockten eine recht stattliche Menge Fans vor die Bühne. Diese honorierten den gelungenen Auftritt, die energiegeladene Show und das erstklassige Songmaterial mit viel Applaus.

     

Die Setlist setzte sich aus Stücken vom aktuellen Album "Ethnolution A.D." (z.B. 'Ashes To Ashes') sowie älteren Songs wie 'Wind And Rain' oder 'Hollowed Be Thy Name' zusammen. Ein guter Auftritt und mit Sicherheit konnten sie den Ein oder Anderen MANOWAR-Fan für sic gewinnen.

TITANIUM BLACK
Das neue Signing von Magic Circle Music heißt TITANIUM BLACK. Die New Yorker Band veröffentlichte 2004 mit "Bleed For You" ihr Debütalbum. Das ist zwar für die Band gut, aber ihr Metal klingt trotzdem sehr ereignisreich und Bands dieser Art gibt es schon zur Genüge. Sie können auch das Publikum nicht so recht überzeugen, denn es fehlen einfach die Spannungsbögen. Lediglich der JUDAS PRIEST-Cover 'Victim Of Changes' gegen Ende ihres Auftritts sorgt dafür, dass sich der eine oder andere Kopf im Publikum hebt. Schade, dass ein Coversong Highlight dieses fast einstündigen Auftritts ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Band entwickelt, den das zweite Album soll in Kürze erscheinen. 

KRYPTERIA
Mit KRYPTERIA sprang kurzfristig eine neue Band ein. Nachmittags betritt die Band die Bühne und man sieht so manches Grinsen bei männlichen Fans, hervorgerufen durch die hübsche Sängerin Ji-In. Diese wirbelt energisch über die riesengroße Bühne, aber ihre Mitstreiter, die sehr Hüfsteif sind, ist diese wohl doch eine Nummer zu groß, denn ihre Präsenz ist gleich null. Songs wie 'Scream' oder das abschließende 'I Can't Breathe' zeigen jedoch nicht mehr als solide Female-Fronted-Metal-Hausmannskost. Ihnen fehlt einfach das gewisse Etwas. Ji-In scheint aber zufrieden zu sein, denn sie verabschiedet sich freudestrahlend von den Fans und ich denke nur, dass man sich so etwas hätte sparen können.

HOLY HELL
Mit HOLY HELL folgt eine Band, die bereits bei der letzten MANOWAR-Tour für Furore sorgte. Schon beim letztjährigen Magic Circle Festival überzeugten sie auf ganzer Strecke. Spritzig, energiegeladen und mit jeder Menge starker Melodien im Gepäck zeigen sie Bands wie KRYPTERIA, dass man auch im scheinbar überfüllten Female-Fronted-Genre noch Akzente setzen.

     

Mit 'Resurrection' haben Sängerin Maria Breon und ihre Crew die Fans schon auf ihrer Seite. Das Publikum klebt an ihren Lippen und somit ist der erste Höhepunkt des Nachmittags perfekt. Zwei neue Songs (u. a. 'Prophecy') vom bald erscheinenden Album boten sie auch dem Publikum und diese wurden super von den Fans aufgenommen.

    

Auch die beiden Cover 'Rising Force' sowie 'Holy Diver' verzückt die Masse. Leider müssen wir auf das wunderschöne 'The Phantom Of The Opera' (im Duett mit Eric Adams) verzichten. Bei 'Apocalypse' setzt der Regen ein, aber auch dieser kann einen grandiosen Auftritt nicht verhindern. Nun haben wir aber Lust auf das Album.

MAJESTY / METALFORCE
Nach HOLY HELL sollte es wieder richtig true werden. MAJESTY bzw. METALFORCE wie sie sic nun nennen, bereiten die Fans auf den zweiten MANOWAR Auftritt vor. Das gelingt ihnen auch spielend. Da man sich im selben Fahrwasser wie MANOWAR befindet, setzen sie natürlich auch auf Stahl und Pathos. Das siegt man auch an den dargebotenen Songs wie 'Epic War', 'Metal Law' oder 'Son Of Metal'. Mit Songs wie 'Hail To Majesty', eine echte Live-Granate, läuten sie glanzvoll den Höhepunkt des Abends ein.

MANOWAR
Den zweiten Tag, an welchem mit "Sign Of The Hammer", "Fighting The World" und "Kings Of Metal" die Alben vier bis sechs folgen sollen nahm seinen Anfang und auch wettertechnisch war alles im grünen Bereich. Als Einstieg kommt wie üblich 'Manowar', danach folgt die komplette "Sign Of The Hammer", aber ohne 'Animals', der etwas später folgen sollte.

    

In diesem ersten Drittel der Show gab es auch das absolute Highlight des Tages, 'Guyana'. Super von Eric Adams gesungen und ehrfurchtseinflössend dargeboten einfach spitze. Auch das Album "Fighting The World" wurde sehr souverän dargeboten. Bei 'Black Wind...' kurz die Stimme weg, aber nach einem kurzen Schluck Wasser war alles wieder in Ordnung. Es war ja auch eine Belastung für ihn an zwei Tagen so lange seine Stimme zu strapazieren. Die Strapazen für Eric sind an diesem Wochenende auch enorm und dann kann so etwas auch mal vorkommen.

    

Nach der neuen Single 'Die With Honor' und dem Song 'Warriors Of The World' startete MANOWAR mit dem Album "Kings Of Metal". Die magische Atmosphäre bei Songs wie 'Heart Of Steel', 'Kingdom Come', 'Hail And Kill', 'Blood Of The Kings' oder zum krönenden Abschluss das erstmals LIVE gespielte 'The Crown And The Ring' war schon deutlich spürbar.
Als Fazit des zweiten Magic Circle Festivals bleibt für mir nur zu sagen, dass Eric noch immer der Gott ist, der er schon immer war, dass mit den ganzen Bands ein gutes Festival auf die Beine gestellt wurde und auc die Gegenstimmen werden hoffentlich bald verstummen, denn es ist doc gut wenn ein Wacken Open Air in der Festival-Landschaft ein wenig Konkurrenz bekommt. Laut Joey soll das nächste Festival noch größer, noch toller und noch bombastischer werden und bis dorthin soll das nächste Album fertig soll. Dieses Album wird ein Konzeptalbum, zu welchem der auf der Bühne anwesende deutsche Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein einen zeitgleich erscheinenden Roman veröffentlichen wird, und das zudem in ein Computerspiel und einen Film münden soll. Wir werden sehen.
www.magiccirclefestival.com
www.myspace.com/magiccirclefest
Story + Pics.: Gisela