|
Metropole Ruhr Festival4. April 2010 - Oberhausen (D), Turbinenhalle
Viele Metaller waren schon in der Bochumer Matrix auf Konzerten; jetzt ist Essen Kulturhauptstadt Europas und nicht nur Essen, sondern das Ganze Ruhrgebiet.
Unglücklicherweise wird Metal immer noch als eine neuzeitliche Erscheinung gesehen und nicht als Kultur. Auch wenn das ARD Morgenmagazin zur Eröffnung berichtet hat und Kreator dort einen Song spielen durften, gefolgt
von einem kurzen Interview mit Mille. Besser als gar nichts... Da die Organisation hinter den Veranstaltungen zum Jahr der Kulturhauptstadt den Metal ignoriert, hat die Matrix beschlossen einen entsprechenden Event zu
organisieren - das Metropole Ruhr Festival. Zu den ersten Bands kann ich leider nicht viel sagen, da meine Kollegin
eigentlich entsprechend frühzeitig da sein wollte, krank wurde und ich es einfach nicht früher geschafft habe.Für mich persönlich stellten ANGEL DUST den ersten Höhepunkt des Tages dar und so hatte ich
sicher gestellt, dass ich die Band nicht verpasse. Es ist schon etwas her, das ich ANGEL DUST zuletzt gesehen habe, jetzt ist Sänger Dirk Thurisch zurück und ich war sehr gespannt, wie ANGEL DUST anno 2010 klingen
würden. Die Turbinenhalle war zwar nicht proppenvoll, aber es hatten schon einige Metaller den Weg nach Oberhausen gefunden. Wenn mich meine Erinnerung nicht im Stich gelassen hat, ging's los mit Let Me Live...
Danach schnappte sich Sänger Dirk Thurisch seine Gitarre für Unreal Soul, es waren aber Songs wie Border Of Reality und Nightmare, die die Fans hören wollten und dann auch abfeierten. 
Man hatte den Eindruck, sie spielen schon lange wieder zusammen... Dirk Thurisch war ständig in Action und suchte den Kontakt zum Publikum -
auch wenn er dadurch häufig im Dunkeln stand. Wer immer das Einleuchten übernommen hat, er hat wohl nur den hinteren Bühnenteil im Blick
gehabt... Der Bühnenrand lag im Dunkeln. Die Jungs spielten sogar einen Song der kommenden CD und wenn ich den title richtig verstanden habe, dann heißt der Track Out Of Fantasy
. Allerdings kann ich dafür keine Garantie übernehmen. First In Line folgte Cross Of Hatred bei dem Dirk zum Megafon griff. Leider lief ihnen die Zeit davon und so sollte Bleed
ihr Set beenden. Ich hoffe, man sieht ANGEL DUST schon bald wieder auf der Bühne!
Die Umbaupausen wurden kurz gehalten und dauerten im Allgemeinen nur 20 Minuten. Als nächstes waren SAVAGE GRACE an der Reihe.
SAVAGE GRACE lag lange Jahre auf Eis, aber letztes Jahr hat Chris Logue die Band reaktiviert. Allerdings ist außer Mr. Logue niemand von der
alten Besetzung dabei, so das SAVAGE GRACE heute aus Chris Logue und den Jungs von Roxxcalibur besteht. In den frühen 80er-Jahren haben
SAVAGE GRACE 2 EPs und 2 Alben veröffentlicht, es sollte also eine Art musikalische Zeitreise folgen. Als Opener hatte man Bound To Be Free von Masters Of Disguise
gewählt. Ganz in Schwarz gekleidet betrat Chris Logue die Bühne, er hat die Gitarre an den Nagel gehängt - zumindest live - und konzentriert sich ganz auf den Gesang. 
Mit 2 Gitarristen in der Backingband, braucht er auch nicht mehr selber in die Seiten zu greifen. "Let me hear you Oberhausen!" rief Mr. Savage
Grace - und das Publikum antwortete lautstark. Nach Into The Fire sollte ein weiterer Song von Masters Of Disguise folgen. Einer der Höhepunkte des Sets war der Titelsong Masters Of Disguise,
aber auch We Came, We Saw, We Conquered. Nach The Dominatress war es schon Zeit für die
Herren zum Ende zu kommen und sie überraschten mit einem Cover! "Wir machen was verrücktes, wir spielen jetzt ein Cover! Ich habe den Song
nicht geschrieben, aber ich liebe ihn!" Als die ersten Takte von Judas Priest's Exciter ertönten wurde es laut, und die Fans legten noch nach und sangen den Song komplett mit! Als nächstes sollten EXUMER die Bühne betreten und es schien als wenn mehr Fans im Foyer verharrten als zu vor.... Augenscheinlich waren
EXUMER - aber auch LIVING DEATH - eine der Bands, die die Fans spalteten. Eigentlich sollten die Bands von meiner Kollegin übernommen
werden, da ich bei den Bands einfach nicht im Thema bin. Nach einem Intro mit lateinischen Klängen legten sie los mit Winds Of Death. Exumer
haben Mitte der 80er-Jahre 2 Alben veröffentlicht, mit unterschiedlichen Sängern. 
Jetzt sind beide Sänger in der Band, aber Paul Arakari spielt heute nur noch Gitarre und hat das Mikro Mem von Stein überlassen. Mem von Stein kündigte an "Possessed By Fire, a trip, a journey - a
Journey To Oblivion!" Und sofort bildete sich ein Circle Pit! Mem von Stein forderte zwar alle
anderen zum Mitmachen auf, aber die meisten folgten der Aufforderung nicht. Während EXUMER noch auf der Bühne waren, spekulierten andere
was Living Death wohl für eine Show abliefern würden. Das Gerücht verbreitete sich, dass man nichts von den ersten beiden Scheiben spielen
würde - und dass ihre Performance beim KIT nur mittelmäßig war. Dann waren die Velberter an der Reihe. Den Anfang machte Grippin' A Heart und zum Abschluss spielte man Eisbein (mit Sauerkraut)
. Einige langjährige Fans von LIVING DEATH versammelten sich enttäuscht im Foyer und warteten das Ende des Sets gar nicht erst ab.
Sänger Thorsten 'Toto' Bergmann tat sein Bestes, aber sein Auftritt und seine Gesangsleistung waren nicht überzeugend. Jemand meinte, er sieht
aus, als wenn er eine schlechte Freddie Mercury-Show abliefere... Die Band an sich lieferte einen guten Gig ab, aber ich bezweifele, dass sie
heute neue Fans dazu gewonnen haben. Ich tippe eher darauf, dass sie Einige verloren haben. Sorry.
Die nächsten Bands versprachen dafür einiges! Letzten September haben OMEN auf dem Swordbrothers VIII gespielt - und seitdem noch einige
Male auf der Bühne gestanden. Und so zeigten sich OMEN wieder als eingespielte Einheit und präsentierten gleich nach dem Opener Termination einen ihrer Klassiker: Death Rider
! "How do you feeling tonight?" fragte Mr. Call und die Halle bebte. Es folgten Songs wie Dragon's Breath und Ruby Eyes bevor es mit Die By The Blade einen weiteren Song vom
Battle Cry Album gab. 
Gitarrist Kenny Powell spielte mit einem gebrochenen Finger wie George Call erklärte, war aber nicht davon abzubringen die Show durchzuziehen.
Der Mann lebt den Metal! Er war ständig in Bewegung und schien auch in keiner Weise eingeschränkt in seinem Spiel. Die Band spielte auch einen neuen Song vom kommenden Album, der Titel heißt entweder Blood & Water
oder Blood On Water... Zumindest habe ich das so verstanden. Mit The Axeman gab's einen weiteren Klassiker, den die Fans auch lautstark mitsangen. Songs wie The Curse und Teeth Of The Hydra
klangen frisch und lebendig. Ich kann es kaum erwarten mehr von OMEN zu hören!
Kurz bevor FLOTSAM & JETSAM ihr Set beginnen sollten, kam Martin, einer der Organisatoren, auf die Bühne um zu erklären, warum es
Probleme mit dem Verlassen der Halle gab und das er verstehen würde, wenn einige verärgert seien. Aber beim nächsten Mal würden sie das im Griff haben!
Die Amerikaner hatten am 1. April ihre Tour in Holland gestartet, es war also ihre 4. Show und alles lief wie geschmiert. Okay, für einen Moment
fiel das Mikro aus, aber ansonsten lieferten FLOTSAM & JETSAM eine perfekte Show ab, die sie mit Doomsday For The Deceiver begannen - und
die Fans flippten aus! Wenig später fragte Sänger Eric A.K. die Fans"Did Omen kick some ass? Now some real old stuff!" und man präsentierte N.E. Terror vom No Place For Disgrace
Album, und es sollten weitere Klassiker folgen! Die Jungs lieferten eine klasse Show ab! "Yeeha! Waiting for Exciter tonight? Ready for some FLOTSAM & JETSAM?" Mit Me und Hammerhead
ging's weiter. Eric A.K. schien in seiner eigenen Welt zu sein während er die ganze Bühne nutzte.
Aber Songs wie Escape From Within
und Hard On You waren schlicht super live. "Last time we had a different line-up... on bass Shane Martinez!" erklärte Eric und Shane leitete I Live You Die
ein! Da FLOTSAM & JETSAM nur eine Stunde hatten, mussten einige Songs von der Setlist
gestrichen werden, denn bei ihren Headliner-Shows haben sie einfach Zeit für einige weitere Songs. Und so kamen sie schon bald zum Ende ihres
Sets. "The singer from EXCITER want to hear that one, so check it out" erklärte Eric und sie spielten auf speziellen Wunsch Look In His Eyes vom Dreams Of Death Album. Klasse Songs, besten
Dank an Kenny Winter, der sich den Song gewünscht hat! Es war noch Zeit für einen weiteren Song und da sich der Mosh Pit noch einmal
vergrößerte und es richtig wild wurde, war es mir unmöglich Notizen zu machen. Nachdem Set brauchten die Fans eine Pause, schließlich sollten EXCITER noch die Turbinenhalle rocken!
Ein weiteres Mal kam Martin auf die Bühne und dieses Mal verkündet er, das es auch 2011 ein Metropole Ruhe Festival geben würde! Man könnte
zwar noch keinen Headliner benennen, aber DESASTER aus Koblenz und ACCUSSER wären schon bestätigt! Man würde aber schon bald weitere Bands und einen Headliner bekannt geben.
Die letzte Umbaupause des Tages sollte etwas länger dauern - und dann stürmten die Kanadier die Bühne! Gitarrist John Ricci und die anderen
Jungs hatten ein Set im Gepäck, das Songs aus den 3 Jahrzehnten EXCITER beinhaltete. Drummer Rik Charron trieb sie quasi aus dem
Hintergrund an, während John Ricci und Bassist 'Clammy' eine gute Show ablieferten. Songs wie Metal Crusaders - vom Blood Of Tyrants Album - und In Mortal Fear vom letzten Album
Thrash, Speed, Burn sollte die Fans anfeuern. Nach Victims Of Sacrifice war die Zeit gekommen für die Bandhymne Heavy Metal Maniac! 
Die Stimmung kochte! Ein großer Mosh Pit bildete sich und Crowdsurfers zeigten, das EXCITER genau das boten, was die Fans sehen wollten.
EXCITER ist keine Band, die ständig auf Tour ist, aber ihre Bühnenshow ließ das nicht vermuten. Sänger Kenny Winter suchte den Kontakt zu
den Fans - und stand so die meiste Zeit im Dunkeln. Zwischen den Songs sprach er kurz mit den Fans, verlor aber keine Zeit und so kamen Songs wie The Dark Command, Violator, Massacre Mountain und
Thrash Speed Burn in schneller Folge. 
Mit Reign Of Terror und Long Live The Loud
standen weitere Nackenbrecher auf dem Programm und John Ricci fand Zeit um sein Können mit
einem Solo zu demonstrieren. Zu schnell war es vorbei und die Band verließ die Bühne. Die Fans wollten noch mehr hören von EXCITER und das taten sie auch lautstark kund. Der Vierer kam noch einmal zurück, u.a. um
Pounding Metal zu spielen. Es war schon fast Mitternacht, als die Band endgültig die Bühne verließ und das Metropole Ruhr Festival war zu Ende.
Ein langer Tage voll Thrash Metal endete und ich denke, die meisten Fans verließen zufrieden das MRF - auch wenn es sicher Dinge
gibt, die man verbessern kann. Mal sehen, was MRF 2011 zu bieten hat, aber ich denke, die Meisten werden wohl nächstes Jahr
wiederkommen. Und wenn das Billing entsprechend gut ist, dann werden wohl auch die holländischen und belgischen Fans wieder kommen. Und vielleicht wird sich auch der schwedische Fan wieder auf den Weg machen...
Claudia Ehrhardt |