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Rock Hard Festival 2008, Pfingsten, Dortmund - Amphitheater

Rock Hard Festival 2008 Pfingsten Amphitheater Gelsenkirchen
Das Rock Hard Magazin feiert sein 25 Jähriges Bestehen das nicht nur mit einer Mega-Ausgabe ihres Heftes gewürdigt wurde, sondern auch das Festival, was sie schon zum 6. mal durchführten wurde mit in die Feierlichkeiten einbezogen. Was sich ja natürlich anbot wenn man schon erfolgreich ein kleines gemütliches, familiäres und überschaubares Festival auf der Festival-Landschaft etabliert hat. Dieses Jahr wurde die Kritik seitens vieler Fans angenommen, das man doch etwas zuwenig härtere Bands aufgeboten hatte 2007 und so konnte man sich auf ein etwas heftigeres Billing freuen als im letzten Jahr. Trotzdem war die Band-Auswahl sehr abwechslungsreich und fast jede Musikrichtung im Metal-Bereich war hier zumindest mit einer Band vertreten. Das man es niemals schaffen würde jeden einzelnen Fan zufrieden zustellen dürfte bei der breiten Bandmasse die im Rock Hard Magazin vorkommt ja wohl klar sein. Somit feierte die Rock Hard Crew gemeinsam mit ca. 7000 begeisterten Fans schon ein frühes und heisses Festival Highlight des Jahres.

Freitag

Ein paar Minuten zu früh begrüßte Götz Kühnemund die noch spärlich anwesenden Fans im Rund des Amphitheaters, aber die Zuschauer ließen nicht lange auf sich warten und stetig strömten die musikhungrigen Fans in die kleine Kampfarena ein.

Mit THE CLAYMORE setzen die Veranstalter auf die  Lokalmatardore aus dem benachbarten Castrop Rauxel. Ihre Rolle als Anheizer wurden die 5 sympathischen Jungs sofort gerecht. Ihr melodischer Power Metal mit Maiden Einflüssen zündete bei den ersten Anwesenden vor der Bühne gleich und es wurde geklatscht und mitgesungen.

      

Eine Coverversion von In Flames´s „Trigger"  heizte zusätzlich die Stimmung noch an. Somit war ein guter Einstieg ins Festival auf der Hauptbühne schon mal gelungen.

Mit den Nordlichtern von STORMWARRIOR ging es mit True Metal der Marke ältere Gamma Ray, Sinner und Helloween weiter. STORMWARRIOR wurden ja in der Vergangenheit von Gamma Ray´s Kai Hansen unterstützt und begleitet und nicht wenige halten sie für so eine Art Gamma Ray-Klone, aber dieses mal wurde besagter Kai nicht auf der Bühne gesichtet und stimmungsmäßig konnten die Jungs trotzdem punkten. Ihre Songs sind halt headbangerfreundlich geschrieben und funktionieren bei jedem Teutonen Metal Fan. Sie legten sich mehr als ins Zeug und man kann ihnen nicht absprechen das sie etliche Hymnen auf Lager haben. Man nehme nur den Song „Valhalla" und schon weiß man was Sache ist.

Mit den schwedischen Düster-Metallern LAKE OF TEARS wurden jetzt deutlich mehrere Gänge runter geschaltet. Ich finde ihre Depri-Mucke funktioniert bei grellen, heißen Sonnenschein und auf einer großen Bühne nicht! Ihr Stage-Acting ließ auch zu wünschen übrig und so sind LAKE OF TEARS in kleinen Clubs besser untergebracht, damit auch die dunkle Stimmung richtig rüberkommt. Aber das ist auch ihr Manko, sie spielen sehr, sehr selten live. Damit war es auch zu erklären, das sich viele Lake of Tears Fans vor der Bühne versammelten und ihren Klängen lauschten.

Jetzt standen fast 35 Jahre Rock-Geschichte auf dem Programm und wenn man jetzt denkt das wäre nur was für das Angegraute Publikum interessant der irrte. Viele jüngere Fans machten mit als Y&T die Bretter betraten und wuchtig ihren Blues geschwängerten Rock zelebrierten. Relaxt wurde da gejamt und mit Up-Tempo Nummern nach vorne gerockt und viele waren sich einig, von ihrem alten Glanz haben Y&T nichts verloren. Das man auch mit weniger metalischer Musik auf dem Rock Hard Festival bestehen kann, haben die Veteranen beeindruckend bewiesen.

Wer als Konzertveranstalter die APOKOLYPTISCHEN REITER auf dem Programm stehen hat, weiß dass die Stimmung bei den Fans noch mal durchs Dach schießt. Die Reiter-Manie zieht den vollen Amphie-Kessel voll in ihren Bann und es wird ein paar gefühlte Grad heißer als eh schon ist. Das Publikum dreht sofort durch zu den ersten Tönen von „Friede sei mit dir" und man sah überall, sei es auf den Rängen oder im Mosh Pit, fröhlich feiernde und mitgröhlende Fans.

       

Die neue Gitarren-Lady fügte sich angenehm in das neue Bandgefüge ein und der Rest der Reiter tat was sie immer tun. Keyboarder Doktor Pest poste im SM-Outfit und Sänger Fuchs spiele den absoluten Entertainer und das Volk fraß ihm aus der Hand. Das bekannte Gummiebootrennen zu „Seemannsfrauen" wurde auch wieder veranstaltet. Schnell zwei Reiter-Fans in zwei Schlauchbotte gesetzt und von der Bühne auf die Zuschauermenge gebettet und schon wurden die Boote auf Händen von der Bühne bis auf die oberen Ränge getragen und wieder zurück. Bei der Mitsing-Hymne „Metal never Dies" wurde dann noch der Gänsehautfaktor auf 100 gedreht und eine Mega-Party-Auftritt ging zu Ende!

Zu TESTAMENT , die für Celtic Frost eingesprungen sind, strömten wie auch zu den Reitern die Massen ein ins Amphitheater und Spannung lag in der Luft. Ihr neues Album ist in den Gazetten der Metal-Welt durchweg eingeschlagen wie eine Bombe und man versprach, laut Chuck Billy, puren Thrash Metal ohne Balladen. Leider fehlte Gitarren-Genie Alex Skolnick, der es nicht nach Gelsenkirchen geschafft hatte und so legten Testament mit 4 Mann Besetzung los und bescherten den abgehenden Fans eine gehörige Trash Metal Klatsche ältere Schule. Die Songauswahl war zur Freude aller auf die ersten Alben der Band ausgerichtet und „Over the Wall" als Opener zu benutzen war schon mal mehr als geil.

       

Trotz das sie nicht in voller Stärke auf der Bühne standen, merkte man aber TESTAMENT die Spielfreude sofort an und die Fans gingen kollektiv steil zu Brechern wie „Into the Pit“ , „Souls of Black“ , „The Preacher“ , „Reign of Terror“ , „Disciples of the Watch" und der Mitbrüllnummer „Alone in the Dark". Chuck Billys angeblicher Lieblingssong „Low" wurde auch in den wabbernden Mosh-Pit gebrüllt, sowie eine Nummer vom neuen Album „The Formation of Damnation". Schmunzeln musste man dann auch als die gestandenen Musiker den Anfang von „The Curse the Legion of Death" dermaßen verhauten das sie den Song abbrechen und neu starten mussten.

 

Alle nahmen es mit Humor und feierten weiter. Es wäre wohl ein absoluter genialer Auftritt geworden, wenn nicht dieser matschige undifferenzierte Sound gewesen wäre, der leider den Auftritt um einiges versaut hat. An TESTAMENT lag es sicher nicht! Die spielten sich echt den Arsch rund und so war es doch ein versöhnlicher Auftritt einer Band die nicht mehr 9 Jahre ins Land gehen lassen sollte bis sie ein neues Album fertig stellt!!!
Somit ist leider der erste Tag um kurz nach 23 Uhr auf der Bühne schon wieder vorbei. Leider wurde dem Rock Hard Team in der Planung zum Festival von der Stadt Gelsenkirchen etliche Auflagen verpasst. Weil sich in der Vergangenheit wohl viele Anwohner über den angeblichen Krach beschwert hatten wurde die Auflage erteilt das ab 23 Uhr Schluss ist auf der Hauptbühne. Da konnte man dann nur noch ins Partyzelt gehen und noch bei (gedämpfter) Konserven-Mucke abfeiern bis in die Morgenstunden. Aber durch solche überflüssigen Schikanen ließ sich kaum jemand die Stimmung versauen. Einen dicken Mittelfinger an alle die unser Festival abschießen wollen!!!


Samstag

Leider ist die Nacht viel zu kurz. Zum einem hat man verdammt viel gefeiert mit allem was dazu gehört und zum anderem ist es Vormittags in meinem Zelt schon so saunamässig heiß, das man nur noch an die Luft flüchtet um festzustellen das es draußen auch nicht viel kühler ist. Aber ich will mich nicht beschweren, so ein Wetter ist mir lieber als Kälte und Regen. Der andere Faktor ist noch das die erste Band schon sehr früh um 12.45 Uhr beginnt den Samstag zu eröffnen. Da haben wir wieder die Auswirkungen der Auflagen der Stadt Gelsenkirchen, weil ja bekanntlich um 23 Uhr Schluss sein muss auf der Hauptbühne muss das Programm auch früher starten als die Jahre davor. Sonst müsste man ja allen Bands die Spielzeit kürzen und das will ja niemand. Damit beschließe ich dieses leidige Thema und wir wenden uns dem Hauptprogramm zu. Ok, für einige spaßigen Gesellen ist es das Saufen, aber wir wollen doch Musik sehen und fühlen!!!(und dabei trinken!)

THE SORROW
aus Österreich sind zur frühen Stunde die einzigen Vertreten des Modernen Thrash Core und ziehen doch viele Fans in das Rund des Amphitheaters. Die Jungs ziehen sofort alle Register ihres Könnens um auch die ewigen Nörgler gegen Metal Core zu überzeugen. Bei ihren Anhängern klappt das sofort und eine amtliche Horde moshender und bangender Maniacs dankte es ihnen. Erfreulich ist das die Ösis auf schnulzigen Firlefanz verzichten und pur in die Fresse drauf los dreschen. So verlassen THE SORROW unter viel Zuspruch und Applaus die Bühne. Somit dürften auch die meisten wach für den Tag sein!

Frostiger Pagan-Viking-Metal der dunklen Sorte steht bei MOONSORROW auf dem Programm. Zuerst funktioniert ihr Sound im hellen und heißen Sonnenlicht nicht so richtig, aber die Finnen lassen sich dadurch nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil, die vorerst verhaltende Reaktion des Publikums scheint sie noch zu motivieren wild ihre Matten kreisen zu lassen und unbeirrt die Fans anzustacheln.

       

Das gelingt ihnen auch mit einiger Spieldauer, mit dunklen Hymnen a la „Kivenkantaja“ und „Sudun Uni" und finnisch gegrölten Texten und beeindruckendem Stage-Acting. Am Ende ist allen klar: Epischer Viking Metal funktioniert auch bei hellen Sonnenschein wenn die Musik ehrlich und authentisch rüber gebracht wird und man im Stande ist verhaltene Fans mitzureißen.

Eine Reunion kann funktionieren oder leider auch den Ruf einer Band total vernichten. Das Original Line-Up von HELSTAR zur ihren „Remnats of War" Zeiten, gehört spätesten seit diesem Festival zur erst genannten Kategorie. Bis in die Haarspitzen motiviert, oder was davon übrig geblieben ist, fegen James Rivera und seine Mannen über die Bühne, die für sie echt zu klein erscheint. Natürlich donnern sie ihren progressiv angehauchten Power Metal über die begeistert abgehenden Fans und die feiern natürlich jeden ihrer Klassiker lauthals ab. Aber auch die neuen Nummern „Carress of Death" und „Tormentor" werden super aufgenommen. Zudem verfügen HELSTAR mit James Rivera auch über einen Frontmann der das Publikum immer jeder Zeit im Griff hat.

Die Norweger ENSLAVED kommen gut gelaunt auf die Bühne und wollten eigentlich eine frische Brise in das aufgeheizte Amphitheater zaubern aber hier verhält es sich wie bei einigen andern dunklen Pagan Black Metal Gruppen, ihre Wirkung verpufft im Sonnenschein und brütenden Temperaturen. ENSLAVED können nur wenige Fans von ihren komplexen Songs überzeugen, der Rest steht fast regungslos auf den Rängen und bohrt buchstäblich in der Nase. ENSLAVED entfalten ihre volle Wirkung besser in Clubs und bei Dunkelheit.

EXCITER haben schon Speed-Metal zelebriert als Metallica noch in ihrer Demo Phase waren und somit stehen jetzt echte Veteranen auf der Bühne die schon sehr lange aktiv unterwegs sind, aber über einen Kultstatus nicht so richtig hinaus kamen. Vor der Bühne wird es richtig voll und die vielen Fans brüllten voller Inbrunst die Texte ihrer alten Songs jeder Zeit mit.

     

Der neue Frontmann Kenny Winter wirbelte wie eine angestochene Wildsau (das ist jetzt nicht abwertend gemeint) über die Bühne und holte alles raus seinem extrem hohen Gesang. Der Mann hat echt Volumen in seiner Stimme, kein Wunder bei dem Resonanzkörper (siehe erste Klammerbemerkung). Seine Freude zum ersten Mal in Deutschland zu sein gab er auch lauthals kund und er versprühte Spielfreude pur. Selbst einige Temposchwankungen könnten diesen Gute Laune Auftritt nicht schmälern, und bei „Heavy Metal Maniac" war kollektives Headbanging angesagt.

Würden AMORPHIS dasselbe Schicksal ereilen wie ENSLAVED? Ihre Musikstile unterscheiden sich zwar gewaltig voneinander aber auch sie haben sich nicht gerade Gute-Laune Mucke auf ihre Fahne geschrieben und das die Sonne auch ihren Auftritt schmälern würde lag durchaus auf der Hand. Aber es kam zur Freude aller Beteiligten doch anders. Der Gig wurde zu einem Triumphzug für die 5 Finnen. Was vor allem an ihren nicht mehr ganz so neuen Sänger lag. Der Mann mit den Mega-Dreedlocks begeisterte nicht nur mit seiner variablen Stimme die zwischen Growls und Clean Gesang stetig hin und herpendelte, sondern mit einer Performance die alle mitriss.

       

Der Sänger konnte nicht nur den Pit vor der Bühne aufstacheln sondern auch die Leute auf den Rängen gingen ordentlich mit. Ein weiterer Pluspunkt war die Songauswahl. In ihrer Vergangenheit entwickelten sich AMORPHIS ja zur einer musizierenden Schlaftablette und auf Platte wussten sie mit langweiligen Songs nicht zu überzeugen, aber seitdem der neue Sänger Tomi Joutsen mit dabei ist kehrten wieder harte Gitarren in den Sound zurück und auch die altbekannten Growls erhielten wieder mehr Freiraum, was der Truppe merklich gut tat. AMORPHIS räumten auf alle Fälle ordentlich ab und die Sonne konnte ihrem Auftritt nichts anhaben. Für mich, obwohl ich seit Jahren AMORPHIS aus dem Weg gehe, die Überraschung des Festivals.

Die wahren Thrash Metal Götter EXODUS erleben momentan ihren gefühlten 100. Frühling! Sie waren laut Rock Hard der Wunschkandidat der Leserschaft für dieses Festival. Was jetzt von der Bühne über die hungrige Masse hereinbrach war ein Inferno sondergleichen. Sofort stiegen sie mit „Bondet by Blood" in ihren Set ein, der nur so von Killersongs ihrer Frühphase besetzt war. Die unbändige Energie die die fünf „älteren Herren" entfachten ließ allen nur so die Kinnlade runterklappen, was schreibe ich hier,

     

EXODUS spalteten definitiv alle Schädel. Brutaler Sound, entfesselte Stageacting und ein Sänger der so angepisst aggressiv rüberkam wie eine tollwütiger Pitbull der sich gerade durch deine Eingeweide beisst. Denn Mann möchte man echt nicht zum Feind haben. Rob Dukes brüllte und schrie sich durch Agro Stuff wie „A Lesson in Violence“, „Impaler“, „Toxic Walz“, „Pirahna“, „And than there were none" und die Fans explodierten förmlich im Amphitheater, was jetzt der Kulisse des Colloseums gleich kam. Die Gladiatoren zerfetzen sich vor der Bühne. Es wurde sich in Extase gebangt, Crow-Surfer ohne Ende, ein bedrohlich wilder Mosh Pit und zu „War is my Sheppert" wurde eine Wall of Death entfacht. „Black List" wurde zur Mitgröhl- und Hüpf-Orgie und Gary Holt grinste immer wieder breit ins Publikum.

     

Leider fand dieser famose Gig ein unschönes Ende, denn beim letzten Song „Strike of the Beast" wurden EXODUS abrupt der Strom abgedreht. Vermutlich hatten die 5 Thrasher ihre Spielzeit überzogen. Rob Dukes rammte vor Wut sein Mikro durch den Bühnenboden und rannte wild gestikulierend und brüllend hinter die Bühne. Ich hoffe die sind da alle in Deckung gegangen. Ob es Tote gegeben hat weiß ich nicht.
Kurze Zeit später kam Frank Albrecht auf die Bühne und entschuldigte sich für den Abbruch und erklärte dass EXODUS liebend gerne noch weiter gespielt hätten und sie nicht extra den Gig abgebrochen haben.

Endlich war die Dunkelheit über das immer noch aufgeheizte Ampihteater herein gebrochen. Ob es noch an EXODUS lag oder das die Sonne den ganzen Tag ohne Gnade geschienen hatte lasse ich mal offen! Es wurde auch so brechend voll wie bei EXODUS und wieder mal lag Spannung in der Luft wie sich die reformierte Black Metal Legende IMMORTAL schlagen würde. IMMORTAL ließen nichts anbrennen (außer ne Menge Pyros und eine Feuerspuckeinlage) und schossen aus allen Rohren. Die Stimmung erreichte wieder mal den absoluten Siedepunkt und ein bestens aufgelegter Abbath zog alle Register seines Könnens (bis auf ein paar kleine Verspieler und Temposchwankungen). Der Mann hat halt alle Posen drauf von Venom bis Kiss und aus seiner Performance konnte man seine Vorbilder immer wieder entdecken. Die Fans drehten komplett durch das einem Angst und Bange wurde.

     

Frostige Black Metal Perlen wie „Solafall“, „Demonium“ und der Übersong „Tyrants" gehen aber auch wie Chirurgenstahl unter die Haut das hier die musikalische Apokalypse zelebriert wurde. Die klasse Lightshow und der wabbernde Nebel unterstrichen noch die klirrende Kälte der Songs und Gänsehaut kam auf als „At the Heart of Winter“, „One by one“, „Damned in Black" ins Publikum geschossen wurde. Ältere Songs der Marke „Sons of the Nothern Darkness“, „Battle in North“ und das lang erwartet „Blashyrk (Mighty Ravendark)" durften natürlich auch nicht fehlen. Abbath war auch bei seinen Ansagen Cool as Fuck und bewies sogar sarkastischen Humor gegenüber ein paar Fans die dauernd ein paar Stofftier Panda-Bären herum wedelten. „A, the Pandas of Nothern Darkness" war sein lockerer Kommentar. Mit einem ohrenzerstörenden Knall waren IMMORTAL nach gefühlten 20 Minuten wieder von der Bühne verschwunden. Das war perfekt großes METAL KINO!!!!
Somit endet der 2. Tag der verdammt viele Höhepunkte zu bieten hatte. Die feierwütigen Fans machten noch lange Zeit die Nacht zum Tage.


Sonntag

12.00 Uhr ist einfach zu früh, verdammt früh wenn man erst in den Morgenstunden ins Bett gekommen ist. Leider haben wir aus diesen Umständen die neue Band von Waldemar Sorychta ENEMY OF THE SUN verpasst. Sorry Guys

SIEGES EVEN
sind wohl die einzige Prog-Band auf dem Billding und haben somit eigentlich schon Exotenstatus zwischen all den anderen Bands. Dementsprechend unbekümmert trat die Band auch auf und wartet ab was so passiert. Von Song zu Song kamen mehr Leute in den Amphi-Kessel und feiern Prog-Hits der Marke „Tidal“, „A Sense of Change“ und „When Alpha and Omega Collide" lauthals ab. Was man noch erwähnen muss ist, dass die Musiker unglaubliches an ihren Instrumenten leisteten und so einige Nachwuchsmusiker aus dem Staunen kaum raus kamen. Der ein oder andere hat mit Sicherheit sein Instrument an den Nagel gehängt. Echt beeindruckend was da so auf den Instrumenten gezaubert wurde!

Auf dem Party-San Festival 2007 feierten die holländische Death Metal Legende ASPHYX als Co-Headliner ein großartiges Comeback. Ich vermeide mal das Wort Re-Union den es sind nur noch 2 Urmitglieder mit dabei. Das Wichtigste ist, das Sänger Martin van Drunen wieder zur Band zurückgekehrt ist, denn ohne seinen einzigartiges Grunz-Röchel Geshoute würden ASPHYX zwar immer noch klasse Mucke machen, aber es würde der Punkt auf dem i fehlen. Auch wenn ASPHYX schon recht früh auf die Bretter geschickt wurden und keinen Headliner-Status innehatten, legte das holländische Schlachtschiff mit voller Brachalität los!

      

Fans und auch die Musiker waren bis in die Haarspitzen motiviert und es folgte eine Headbangorgie sondergleichen. Die Stimmung heizte Mr. van Drunen immer wieder mit sympathischen und lustigen Ansagen an im perfekten Deutsch. Die Groove-Kracher ihrer Frühphase von den Alben „The Rack“ und „Last one on the Earth" donnerten wie ein Bombenhagel durch das Rund des Ampitheaters und alle Anwesenden wurde ein perfekter Death Metal Gig geboten. Hoffentlich folgt bald in dieser Besetzung ein neues Album und die Death Metal-Gemeinde ist restlos glücklich. Hammer-Auftritt der nicht wenige Kalt ließ, weiter so!

Ich muss zugeben bei dem darauf folgenden JORN ergreife ich normalerweise die Flucht. Musikalisch wie Stimmlich ist das die Musik die man spielen sollte wenn man mich loswerden will (Ein Tip an alle meine Feinde). Aber ich muss fair bleiben, denn singen kann dieser Mann ja nun wirklich und er ist nicht zu unrecht einer der besten Sänger im Melodic Metal Bereich.

       

Die Publikumsreaktionen sprachen auch für Jorn und seine Mitstreiter und einen kleinen Triumphzug konnte er hier in Gelsenkirchen verbuchen. Vor der Bühne wurde fleißig mitgeklatscht und auch Textsicher mitgesungen. Viele schwärmten auch noch nach seinem Auftritt wie geil die Stimme von Jorn rüberkam und er doch in einer Liga mit Dio, Whitesnake und Deep Purple mit spielen kann.

Nach soviel Melodie kam dann endlich wieder Krach vom Feinsten in Form von NAPALM DEATH. Die englischen Grind Core Pioniere haben nach über 25 Jahren noch in keinster Weise Rost angesetzt, ganz im Gegenteil, was die vier hier von der Bühne blasteten was zerstörerischer als jeder Orkan.

     

Wie unter Strom rannte Barney Greenway über die Bühne und brüllte seine Sozialkritischen Texte über den abgehenden und angestachelten Circle Pit. Mitch Harris bangte sich die Seele aus dem Leib und der erotische Mittelscheitel-Glatzen Träger Shane Embury (nein ich bin nicht in den Mann verliebt) malträtierte ohne unterlass seinen Bass. Danny Herrera rührte fiese Blast Beats aus seinem Schlagzeug das es eine wahre Freude war ihn zu beobachten.

       

Soweit man Zeit dazu hatte, denn Crow Surfer schlugen ständig im Sekundentakt über die ersten Zuschauerreihen vor der Bühne ein. NAPALM DEATH boten ein kleinen Überblick ihres musikalischen Schaffens von der „Scum" Scheibe bis hin zu „Code Red" würde Früh- bis Spätphase ihres Back-Kataloges in ihre Set Liste integriert. Auch das schon zur Pflicht gewordende „Nazi Punks Fuck off" läutete das Ende eines schönen Geschwindigkeitsrausches ein. Die vier sympathischen Engländer sind schon seit Jahren in bestechender Form und somit gehören sie noch lange nicht zu alten Grind Core Eisen. Ganz im Gegenteil mit dieser Leistung blasen sie noch jede junge Band an die Wand.

Mit den Senkrechtstarten VOLBEAT sollte die Party ihren zweiten Siedepunkt erreichen. Wenn Elvis Metal gespielt hätte würde der King wohl genauso klingen wie die dänischen Superstars. Ihr Mix aus Folk, Country, Hardcore und ordentlich Metal funktioniert auf jeder Bühne und auch vor fast jedem Publikum. Ihre schmissigen Songs lösten sofort ein heftig buntes Treiben vor und auf den Rängen aus, jetzt gab es definitiv kein halten mehr. Egal was Sänger Poulsen auch ins Publikum brüllte es wurde immer lauthals aus tausenden Kehlen zurück gegröhlt. Es war eigentlich egal was VOLBEAT abfeuerten aus ihrer Setliste, es wurde zur Mega-Mosh Party und der Kessel vom Amphitheater drohte förmlich überzukochen. Songs wie „Radio Girl“, „Danny and Lucy“, „Booze Booza“ und „Rebel Monster“ haben einfach Partyfaktor hoch zehn. So dermaßen wild würde es nicht mehr werden an diesem Sonntagnachmittag soviel kann man schon jetzt sagen. Auch wenn ich musikalisch mit VOLBEAT nicht so viel anfangen kann sind sie live aber immer ein Garant für Mega ausgelassene Stimmung und verdammt viel Action auf der Bühne. Eigentlich war das hier schon ein Headliner Auftritt!!!

Eigentlich ist es nicht mein Ding eine Band zu zerreißen, aber wenn eine Band einen großen Namen inne hat und auch ein ganzes Genre mitbegründet hat und so dermaßen schlecht und LUSTLOS ihre alten Klassiker versaut, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. PARADISE LOST sind und waren nie eine klasse Live-Band, aber was sie hier boten war an Langeweile kaum zu überbieten. Eine Frechheit wie sie ihren eigentlich besten Song „As I die" total entstellten und auch die neuere Songs „The Enemy“, „One Second“ oder „Requiem" wurden völlig lasch und drucklos dargeboten. Auch das sie viele Songs ihrer Frühphase spielten („Gothic“, „Pity the Sadness“, „Say just words“) zog diesen langweiligen Auftritt nicht mehr aus den Dreck. Die Entschuldigung, dass es zu hell und zu warm für Düster-Mucke war, lasse ich nicht gelten. Dazu wie gesagt agierten die fünf Briten einfach zu schlaftablettenhaft. Der Kommentar „Die klingen wie langweilige Depeche Mode mit leisen Gitarren" passte dann auch wie die Faust aufs Augen. Sorry, das ich das Wort Langeweile hier überstrapaziere aber was anderes fällt mir echt nicht ein zu diesem Auftritt!!!

Nun sollten also die Gewinner des Karaoke-Wettbewerbes , der Freitag und Samstag auf der Biergartenbühne statt gefunden hatte, ihren grossen Auftritt erhalten.

       

Jeweils ein weiblicher und männlicher Gewinner gaben ihre Version von Dio´s „Holy Diver“ und AC/DC´s „Highway to Hell“ zum Besten. Beide Gewinner legten eine klasse Performance aufs Parkett und wussten zu überzeugen. Wobei der männliche Gewinner den Text von AC/DC umgestaltete in „ROCK HARD FESTIVAL“, was ihm natürlich viele Sympathien einbrachte. Begleitet wurden beide von der Hintergrundband Rocken wie auch der darauf folgende ALL STAR JAM!

       

Hier coverten Schmier und Jorn Priests „Breaking the Law", Jorn Gitarrist Tore Moren verging sie an Metallicas „Enter Sandman" und James Rivera und Kenny Winter schrien sie zu „Painkiller" die Stimmbänder wund. Man kann jetzt darüber streiten ob die Aktion überflüssig war oder das es eine unterhaltsame Abwechslung zum Hauptprogramm war, aber meiner Meinung nach hätte man sich das alles sparen können und lieber eine weiter Band spielen lassen sollen!

Kurz vor dem Headliner hielt Götz Kühnemund noch seine Dankes- und Abschiedsrede und lobte, zu Recht, die super Arbeit die alle Beteiligten geleistet hatten um dieses Festival Stressfrei über die Bühne zubringen. Auch dass er die Security besonders lobte war wirklich angebracht. Die hatten wieder einmal sehr gute Arbeit geleistet und soweit es ging jeden respektvoll und freundlich behandelt!
Der verlorene Sohn kehrt in den Schoss seiner Band zurück. So könnte man den Auftritt von ICED EARTH beschreiben!

 

Das zahlreich erschienene Publikum begrüßte Matt Balow mit lauten „Matt,Matt" Rufen und die sichtlich gerührte Band, allen voran Mat, legten auch fulminant los mit „Dark Saga". Auch John Schaffer wirkte wie von einer Last befreit und bangte für seine Verhältnisse wie ein Wahnsinniger! Ja, man muss es sagen, der wahre Frontmann von ICED EARTH ist einfach Matt, so leid es mir auch für den Ripper tut. Matt hat einfach mehr Ausstrahlung und die perfekte Stimmer für den rauen Power Metal den ICED EARTH zelebrieren. Die Frühwerke aus der Iced Earth-Phase bis hin zum Erfolgsalbum „Something Wicked“ wurden alle gehuldigt und für eingefleischten Iced Earth-Fans ging hier bei zunehmender Dunkelheit noch mal die Sonne auf!

       

Ich bin eigentlich kein Fan von Power Metal aber Songs wie „Vengeance is mine“, „Burning Time“, „Violate“, „Dracula“, „Questions of Heaven“ ...lassen auch mich nicht ganz kalt! Auch bei den Power Balladen „Watching over me“ und „Melancholy" läuft auch bei mir ein Schauer über den Rücken, obwohl ich Balladen zutiefst hasse!!! Den Abschluss diese würdigen Headliner-Gigs bildeten dann „My own Savior“ und „Iced Earth" und alle Fans waren Restlos begeistert! Klasse Auftritt und man kann nur hoffen das Matt die Band nicht wieder verlässt, denn ohne ihn funktionieren ICED EARTH nicht so berauschend!
Somit endet das Rock Hard Festival das wohl fast allen Anwesenden begeisterte. Die Bandauswahl stimmte, die Organisation lief reibungslos und die Stimmung war überall genial. Kleine Sachen gibt es zwar immer zu kritisieren – Toiletten und Müllprobleme, aber unterm Strich war es einfach klasse. Wie gesagt, allen kann man es nicht recht machen. Wir freuen und schon auf 2009 und lassen uns überraschen was nächstes Jahr auf uns zukommt.
Mein persönlicher Dank gilt allen die uns unterstützt haben und bewusst und auch unbewusst geholfen haben. Hier ein paar Namen ihr wisst wen ich meine. Danke an Dani, Vanessa, Sven, Jan, Andreas, Fabian und auch für den sinnlosen Spaß am Feiglingstand mit Holger, Adam, Simon, Reggie, Chris, Jörg und allen die ich vergessen habe. Ohne euch hätte ich diesen Bericht nicht fertigstellen können. Danke auch an Gisela für die Bereitstellung einer vernünftigen Kamera! Salute an alle!!
The End!
Story + Pics: Carsten