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Samstag Dank
Sauna im Zelt kommt man kaum richtig zum schlafen. Die Glühbirne am Himmel verwandelt wirklich alles zu einem riesigen Bratschlauch. Heute steht das Force unter dem Einfluss von Gevatter Fußball und man merkt das bis
auf ganz wenige Leute fast alle auf dem Gelände dem Viertelfinal Spiel Deutschland gegen Argentinien entgegenfiebern. Das Force Team hat dafür auch auf den Platz vor der Zeltbühne einen großen Bildschirm aufgebaut wo
dann später alle zum Rudelgucken Platz haben. Treffenderweise nennen die Veranstalter das nicht Public Viewing sondern Service am Fan. Wir erleben auch zum ersten Mal das ein ganzes Festival wegen einem Länderspiel fast
komplett stillsteht und extra die Bands die um diese Uhrzeit spielen ihr Gigs verschieben und später auftreten. In der Vergangenheit wurden hier schon WM/EM-Spiele übertragen aber das Programm auf den beiden Bühnen
wurde deshalb aber nicht verschoben. Aber die meisten finden das durchaus (wir auch) sehr gut und so konnte der Samstag beginnen.
Mainstage Keine Ahnung warum gerade die Spaßbands nicht mein Geschmack sind. Auch ELSTERGLANZ
können mir nicht ein müdes Lächeln entzaubern auch wenn sie so einiges an Gimmicks auf die Bühne bringen, z.b. eine Bahnschranke, ein Kiosk unter dem Drum-Kit und ein Backofen, dazu noch ein Einkaufswagen voll mit Bier der ferngesteuert ist (vermute ich) und etliche dämliche Kostüme konnte man betrachten. Nein, man kann mich humorlos nennen, aber selbst die Mucke machte keinen Spaß. Das sehen aber sehr viele Fans total anders und feiern
ELSTERGLANZ ab als ob sie Headliner wären. (Ich brauche wohl mehr Bier für sowas, VIEL MEHR)
Bei BORN FROM PAIN
aus den Niederlanden kommt das Grinsen schnell ins Gesicht zurück. Fetter und brutal vorgetragener Aggro-Core der stumpfen Sorte zocken die fünf aus unserem Nachbarland und planieren mit ihren schweren Riffwalzen gleich das Gelände platt. Auch vom Publikum wird diese herrliche Bolzerei die mit kleinen melodischen hymnischen Refrains ausgestattet ist dankbar entgegen genommen.

BORN FROM PAIN
versohlen einem so richtig den Allerwertesten und zeigen dass man auch im modernen Metal/Hardcore keine verweichlichen
Cleangesang braucht, sondern das einfach nur die nackte Aggression und Gewalt zählt. Shouter Rob Franssen überzeugte mit deutschen
Ansagen und wünschte sich Deutschland im Endspiel gegen die Niederlande. (Daraus wurde ja leider nichts) Wirklich fetter Auftritt und durch die
Massenbewegung stieg auch eine beachtliche Staubwolke vor der Bühne in die Luft!
Die Überflieger GRAND MAGUS
sind dann die Band die die Auswirkungen des Fußballspiels zu spüren bekommen. Die Massen ziehen nach BORN FROM PAIN vor den Bildschirm an der Tentstage und geschätze 150 Leute verfolgen GRAND MAGUS
die trotz dieses Umstandes ihren Humor nicht verlieren. Sie spielen wacker ihren Set durch und werden von den wenigen die da sind aber umso frenetischer gefeiert. Als die
Schweden die Bühne verlassen wird auch das Fußballspiel auf dem Bildschirm an der Mainstage übertragen und so kann man auf EXODUS
warten und den Sieg der deutschen Mannschaft genießen. Mit langem Soundcheck! 4:0 Was für ein Spaß!!!
EXODUS
nehmen diese Steilvorlage natürlich auf und Sänger Rob Dukes rennt wie eine tollwütige Wildsau auf die Bühne und schwenkt
begeistert eine Deutschland Fahne. Mit "Bonded By Blood" im Gepäck sind auch schnell die Fans wieder vor der Hauptbühne und gehen vom
Sieg sichtlich elektrisiert total ab. Jawohl, brutal Thrash und Fußball das passt ja super zusammen. 
Gary Holt und Lee Altus feuern Thrash-Killer-Riffs am Fließband ab und grinsen um die Wette. Ein Circle- Pit der die Breite der Bühne einnimmt
bricht bei "Black List" los und auch zu Klassikern wie "The Toxic Walz", "Strike of The Beast" stehen die durchdrehenden Fans nicht eine
Sekunde still, trotz der brütenden Hitze. Somit können auch EXODUS ihren Auftritt als souveränen Sieg verbuchen. Ganz, ganz starke Nummer
trotz dass sie ja schon etwas älter sind!!! Ja, Ja desto älter der Wein desto... aber lassen wir das. EXODUS sind und bleiben eine Macht! EKTOMORF 
Bei EKTOMORF
wird dann im Kollektiv gehüpft zu "Stronger Than All", "Show Your Fist", "Who Can I Trust" und als Abschied "Fuck You All".
Auch wenn sie von allen Seiten immer noch als Soulfly-Kopie verschrien sind ist ihr Auftritt sehr unterhaltsam und geht mächtig in die Beine! Der
Meute vor der Bühne ist es egal und Zoltan und seine Hintermannschaft werden mit viel Applaus in den Feierabend geschickt.
CANNIBAL CORPSE
liefern wie immer brutal Death Metal pur ab und Corpsegrinder Fisher würgt, gurgelt und kotzt sich die Seele aus dem Leib.
Dazu geht sein Kopf in einen Propeller über und der Gute ernennt sich selber zum Headbang-King! Das Publikum geht zwar nicht ganz so doll ab
wie es sich der Frontmann wünscht aber Songs der Marke "Devoured By Vermin", "Scatterd Remains“, „Splattered Brains“ und natürlich "Hammer Smashed Face" sorgen für viel Applaus. 
Auch das CANNIBAL CORPSE
ein Song wieder allen Frauen widmen kennt man aber das ist wie immer das Wohlfühlprogramm eines jeden Death Metal Fans. Könnte ich mir stundenlang ansehen und anhören.
Die eigentlichen Headliner an diesem Samstag sind eigentlich HEAVEN SHALL BURN die hier auch ein Heimspiel haben. Der Platz vor der
großen Bühne scheint aus allen Nähten zu platzen und das futuristische Bühnendesign ist beeindruckend. Die Band spielt auf und die Massen
verknoteten sich zu einem Mega- Menschenmassengeschnetzelten. Jetzt gibt es wirklich kein Halten mehr und die größte Wall of Death des gesamten Festivals entsteht zu "Voice Of The Voiceless". 
Auch die Aufforderung den mächtigsten Circle Pit zu veranstalten den das Festival je gesehen hat kommen die Fans sofort nach und tausende
setzen sich in Bewegung und laufen mehrmals um den Soundturm herum, und das bei der Hitze!!!. Mit dem Ergebnis das minutenlang man kaum
was sehen kann vor lauter Staub der aufgewirbelt wird! Auch die La Ola-Welle funktioniert prima. Egal was sie heute raushauen (Iconoclast, Forlon Skies, Behind The Wall of Silence) jeder Song ist der absolute Kracher. 
"Black Tears" von Edge Of Sanity wurde allen Ost-Frauen gewidmet und mit mega Rauchsäulen die in den Himmels schossen und Konfettieregen verabschieden sich HEAVEN SHALL BURN
. Grandios kann ich da nur sagen!!!
Leider haben die meisten kein Interesse an den ehemaligen Black Metal Göttern VENOM. Ein Großteil des Publikums wandert ab zur Zeltbühne um WALLS OF JERICHO
zu sehen! Von der Legende ist ja leider nur noch Sänger/Basser Cronos übrig geblieben und der schafft es leider nicht
ganz mit seiner neuen Hintermannschaft die jungen Fans zu überzeugen. Auch wenn der Fronthüne noch dasselbe Posing drauf hat wie in den mighty 80er Jahren! Mir als absoluten Fan der Anfangszeit von VENOM
tut es fast schon leid zu sehen, das die einst so große Band auf der mächtigen Bühne ungewohnt klein wirkt. 
Trotz viel Feuer, lauten Explosionen und einer klasse Lightshow, vor der Bühne hat man viel Platz. Dennoch der Sound ist verdammt laut und fett
und bringt ihre Klassiker "Black Metal", "Welcome To Hell", "Bloodlust" (extrem geil), "Countess Bathory" und "Live Like An Angel" eigentlich
super rüber. Liegt vielleicht daran das die Briten nicht mehr so kultig rüberkommen wie in der Original Besetzung mit Mantas und Abaddon. Die
zwei neuen sind wirklich nicht schlecht bleiben aber insgesamt blass. Denn Schlusspunkt setzen das selten gespielte "Clam Before The Storm",
"At War With Satan/Rib Ride" und das mächtig schnell gespielte "Metal Black". Danach folgte ein schönes Feuerwerk und Schluss war auf der Hauptbühne.
Tentstage/Hardbowl
TOXPACK
aus Berlin heizten das eh schön warme Zelt noch ein paar Grad höher ein mit fiesen Streetcore und können schon zu "früher" Stunde die Leute zum Sport animieren. NEAERA
sorgen mit Metalcore und melodiösem Death Metal und ein Schuss Black Metal für gute Stimmung und zeigen das es nach HEAVEN SHALL BURN und MAROON
noch mehr Bands gibt, die mitreisenden modernen Deathcore spielen. Das Bühnenacting stimmt und der Mob ist mehr als zufrieden und feiern die Band - Circle Pit inklusive!
WAR FROM A HARLOTS MOUTH sind echt zu anstrengend mit dem Mix aus Grindcore, Jazz und total vertrackten Songstrukturen. Aua, nach 2
Songs nehme ich die Beine in die Hand und ergreife die Flucht, bloß weg. Aber den Leuten im Zelt hat es mächtig gut gefallen. Sachen gibt´s! Nun wird das Fußballspiel übertragen und FREI. WILD
sollen später aufspielen. BLEEDING THROUGH sind in ihrer Heimat Amerika wohl größere Bühnen gewohnt, aber das soll jetzt nicht heißen, dass das Zelt leer ist, ganz
im Gegenteil. Die Amis werden abgefeiert sodass man den Eindruck bekommt man wolle sie auf der Hauptbühne das nächste Mal sehen. Die
Band baut mächtig viel Duck auf und kann sehr überzeugen. Nur musikalisch ist es doch alles sehr vorhersehbar. Der typische Metalcore halt mit vielen Melodien ein bisschen Black Metal und fette Grooves. YUPPICIDE fällt der Nahrungsaufnahme zum Opfer. Das war aber so geplant. Musikalisch gibt einem die Band nämlich nicht viel. Auch DEADLINE
mit Party Pop Punk konnte uns nicht im Zelt halten und da tapern wir lieber zur Hauptbühne. FREI. WILD
werden für mich immer sowas wie die kleinen Onkelz aus Südtirol bleiben. Ihre Songs sind in der fast gleichen Machart gestaltet und
auch die Texte sind für jeden sofort zum mitgröhlen geeignet! Das Zelt platzt auf alle Fälle aus allen Nähten als sie aufspielen und ein Mega-Chor schallt durch die Kuppel. Auch wenn HEAVEN SHALL BURN
gerade die Hauptbühne planieren verlässt kaum jemand den Ort des Geschehens und feiert mit FREI. WILD ein große Sause. Auch WALLS OF JERICHO
können jetzt ihren Gig nachholen der ja eigentlich auf der Hauptbühne stattfinden sollte. Aber dank Fußball sollen
sie wiedermal das Zelt zum kochen bringen. Viele Leute meinen auch, dass die Band viel besser hier aufgehoben wäre. Energiebündel und
Shouterin Candace schafft es auch leicht die ausgelaugten Fans noch einmal zum Laufsport zu animieren und legt auch auf der Bühne etliche
Kilometer zurück. Verdammt hat die Frau eine Power sowie auch der Rest der Band. Ein Schlag in die Fresse folgt dem nächsten und als
Schluss ist sieht man nicht wenige total erschöpfte Leute aus dem Zelt taumeln. Ganz großes Tennis was die Band hier abzog. Beide Daumen hoch!
SATURDAY NIGHT FEVER Die BONES
eröffnen den letzten Teil für heute im Zelt und geben total Vollgas mit Party-Gröhl-Punk mit viel Rotz and Roll. Da ist gute Stimmung
vorprogrammiert und es geht noch mal richtig ab vor der Bühne. Die catchy Refrains laden zum mitsingen ein und das Tanzbein kann man auch
noch mitschwingen lassen. Ok, das tanzen überlassen wir den anderen und erfreuen uns an der guten Stimmung. SKINDRED fallen aus und THE MAHONES
treffen auch nicht so unsern Nerv. Das letzte Kunstblutbad gepaart mit Aliensperma und Gummieingeweiden bieten dann noch die durchgeknallten Scumdogs Of The Universe GWAR
. Mich interessiert nur die Show, die ist wie immer ein rumgematsche erster Güte und die Mucke von GWAR für mich eigentlich zur
Nebensache macht. Den Leuten gefällt es sich in den ersten Reihen komplett mit Blut und andern seltsamen Flüssigkeiten durchzunässen,
danach suchen etliche gutgelaunt eine Dusche auf oder legen sich gleich so dreckig in ihre Zelte zum pennen.
Gute Nacht. |