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With Full Force Festival02.-04.07.2010 ROITZSCHJORA, Flugplatz
Das 17. WITH FULL FORCE entwickelte
sich diesmal zu einer wahren Hitzeschlacht, denn der Wettergott meine es besonders gut und brannte uns förmlich das Gehirn an den vier Tagen die wir da waren auf Erbsengrösse. Die Sanitäter vor Ort hatten auf alle Fälle
dieses Jahr mit einer Menge Hitzeopfern zu kämpfen. Dafür wurde der nahe liegende Baggersee zur beliebten Pilgerstätte wo man sich gut abkühlen konnte. Aber trotz dieses Umstandes ließen sich ca. 30.000 Metalheads,
Hardcore-Fans und Punk-Liebhaber nicht davon abhalten ihre Bands abzufeiern und kräftig mit ganzem Körpereinsatz zu unterstützen. Somit wurde auch wieder dieses WITH FULL FORCE ein Highlight der laufenden
Festival-Saison! Denn sein wir mal ehrlich: Sonne ist immer besser als Regen und Schlamm!!!
Freitag: Hauptbühne Nach dem wir uns am Donnerstag durch unzählige Staus auf der Autobahn gequält hatten
mussten wir noch den obligatorischen Anreise- Stau vor dem Festivalgelände überstehen und konnten dann entspannt die nächtliche Open-Air Disco genießen und uns schon mal auf die nächsten drei Tage einstellen.
Der Freitag startete auf der Hauptbühne mit den Technik-Deathern von THE FACELESS
aus Kalifornien die ja eigentlich solche Temperaturen gewohnt sein müssten die hier herrschten. Auf alle Fälle metzelten die 5 Amis ein Feuerwerk aus komplexen Songs runter die nicht immer einfach zu verdauen waren aber für den Anfang machten
THE FACELESS einen guten Job. BLOODWORK 
Die Paderborner von BLOODWORK gaben sich danach sehr fanfreundlich und verteilten während ihre Gigs fleißig T-Shirts und Sänger David
zeigte richtige Entertainer- Qualitäten. Der Mann schaffte es die überschaubare Menge zu ihrem Melodic-Death Metal zum mitklatschen und
sogar zum Pirouetten drehen zu animieren. Das fand ich zwar etwas grenzwertig aber die Band sprühte nur so vor Spielfreude die echt
ansteckend war. Die Fans spendeten viel Applaus und hatten sichtlich ihre Freude an der Band. JOB FOR A COWBOY 
JOB FOR A COWBOY
badeten im reinen Aggressionswahn. Sehr brutal zockten sie ihre durch geknallten Modern-Death Metal Songs runter und
standen zu keiner Sekunde still auf der großen Bühne. Ich finde ihre Musik zwar sehr anstrengend aber die Leute drehten ordentlich durch zu
Vollgas- Geballer, gefühlten 100 Breaks und Tempowechseln pro Song. Irgendwie blieb mir bei diesem Sound der zwischen Madcore und Death
Metal liegt nicht viel hängen. Aber was soll´s, den Fans gefällt es gut und die Stimmung steigt, nicht nur die Hitze. Durch die rumrennenden Fans
wir auch die erste Staubwolke aufgewirbelt und Dreck schlucken ist angesagt. CROWBAR 
Jetzt geht es erst mal runter mit der Geschwindigkeit und die legendären CROWBAR mit Urvieh Kirk Windstein zelebrieren regelrecht Lava-Doom
Metal und tonnenschwere Riffwände. Jetzt kann man gemächlich die Matte kreisen lassen und sich zermalmen durch die schwerfälligen
Sludge-Brecher Songs. Kirk leidet und grunzt leidenschaftlich ins Mikro und CROWBAR beweisen das man absolute Härte nicht durch Geschwindigkeit definieren muss. Kultiger Auftritt kann ich da nur sagen.
STUCK MOJO sind eingesprungen für THROWDOWN und die Band hatte vor etlichen Jahren (da war das Festival noch in Zwickau beheimatet)
hier große Erfolge gefeiert. Zwar hat die Band an die neue Fan-Generation zwar irgendwie den Anschluss verpasst aber eine mitreißende
Live-Band sind sie immer noch. Vor der Bühne ist zwar erschreckend wenig los für diese Band aber die die da sind gehen steil und hüpfen sich
die Seele aus dem Leib zu ihrem Rap-Shouthern-Metal. Ist musikalisch nicht mein Ding aber der Band nur zu zusehen macht Laune denn bei den
Jungs ist immer mächtig Alarm auf der Bühne und die älteren Jungs rennen und hüpfen sich förmlich den Arsch auf.
Die Rückkehr von Dino Cazares zu FEAR FACTORY
wurde für die Band schon fast wie eine Frisch-Zellenkur. Was das megastarke Album
"Mechanize" ja auch beweist. Nun gilt es Live wieder zu überzeugen und das taten Fear Factory auf (fast) ganzer Linie. Mit dem Titelsong vom
neuen Album und "Shock" kamen die vier mit Drumm-Gott Gene Holgan sehr gut aus den Startlöchern und legten auch eine beeindruckende
Spielfreude an den Tag. Dino und auch Sänger Burton grinsten nur so um die Wette. 
Vor der Bühne wurde es richtig voll und die Masse feierte Songs ab wie "Edgecrusher" und der Doppelschlag "Powershifter" und "Christploitation"
als Rausschmeißer noch "Replica" und man war restlos zufrieden von dem Auftritt. Leider war es mal wieder Sänger Burton der stimmlich nicht
mit der Band mithalten konnte. Wann nimmt der endlich Gesangsunterricht damit ihm nicht dauern beim Brüllen die Puste ausgeht und auch die melodischen Parts versiebte er oft.
CALIBAN
sind auf dem Force richtige Publikumsmagneten und als sie mit "Love Song" einsteigen ist das Gelände sehr gut gefüllt und die Menge
gibt Fersengeld. Ja, fast schon euphorisch könnte man die Stimmung bezeichnen und die Band lässt sich auch nicht lumpen und legt eine energische Performance an den Tag. 
Sänger Andy begibt sich persönlich ins Publikum und bricht eine Mega Wall of Death vom Zaun. Das Gimmick einen weiblichen Fan in einer
aufblasbaren Gummi-Palmeninsel über die Masse tragen zu lassen geht aber schief und die Gute fällt sofort aus ihrem Untersatz. Zu "I Never Let You Down" schießen Feuersäulen in den Himmel und CALIBAN
hinterlassen eine durchdrehende Fangemeinde. Starker Auftritt!
Nächstes Highlight ist dann die Hardcore-Legende SICK OF IT ALL. Die älteren Herren sind auch schon sowas wie Stammgäste auf den
FORCE, aber immer wieder sind sie gern gesehene Gäste. Was die Hardcore Institution immer noch auf die Bühne zaubert ist jedes Mal noch
extrem beeindruckend und seit über 20 Jahren kann ihnen immer noch keine junge Band das Wasser reichen. Eine energiegeladene Show ballern die vier ab die nur so vor Adrenalin und Power strotzt. 
Zu "Step Down" durfte auch der befreundete Sänger von WISDOM IN CHAINS
mit Shouten und der haute dabei einen ungebetenen Gastsänger der auf die Bühne wollte gleich eine aufs Maul. Ja, Leute das ist ja mal so richtig Hardcore! Aber davon abgesehen gab es das gewohnte Bild. SICK OF IT ALL
sprangen wie die jungen Hüpfer über die Bühne und die abgehende Meute feierte lauthals ihre Hardcore Klassiker-Songs ab die sie sich ja haufenweise aus den Ärmeln schüttelten. Jawohl, ganz großes Kino!!!
Auch wenn es mit KILLSWITCH ENGAGE jetzt melodischer und auch etwa moderneren Metalcore Sound gibt bleibt es vor der Hauptbühne sehr
voll und Zappelphillip Adam Dutkiewicz und seine Mitstreiter können den Headlinerstatus sehr gerecht werden. Die Band ist ständig in Bewegung
und Sänger Howard Jones bestens bei Stimme. Der Mann zaubert bei seinen melodischen Parts allen eine wohlige Gänsehaut auf den Körper und überzeugt genauso bei seinen Brüll- Einlagen.
Die Lightshow kommt endlich zur vollen Entfaltung und unterstützt den starken Auftritt noch zusätzlich. Wirklich fesselnder Aufritt von der Band
das wusste auch das Publikum zu würdigen mit lauten Sprechchören und viel Massenbewegung. Dem verstorbenen Dio wurde auch noch die Ehre erwiesen und damit war für heute erstmal auf der Hauptbühne Schluss. Tentstage
Da wir nur mit zwei Leuten auf dem WITH FULL FORCE zu Gast waren, lag unser Hauptinteresse an der großen Mainstage aber den
HARDBOWL, auf der Zeltbühne sollte und darf man nicht unerwähnt lassen. Hier nur eine kleine Auswahl an Bands die wir mitbekommen haben.
Selbst mit zwei Leuten war es sehr schwierig alle (!) Bands zusehen, wenn ich sehe mit wie vielen Leuten so andere Magazine hier unterwegs sind kann man nur neidisch werden. Aber genug gejammert.
Der Startschuss auf der Zeltbühne fällt mit den Holländern ALL FOR NOTHING. Besonders fällt der Blick natürlich auf Frontshouterin Cindy die
wie von der Tarantel gestochen wütend ins volle Zelt brüllt und so einige Kilometer abreißt auf der Bühne, der Moshcore geht ordentlich in die
Beine und die Gruppe sollte man sich merken denn die Gruppe macht echt Spaß. HORSE THE BAND und Die Spaß-Band WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER
stehen nicht in unserer Gunst und so bekommen wir nur am Rande mit das es bei WE BUTTER... mächtig voll wird im Zelt und die Band von den meisten jüngeren im Publikum groß abgefeiert werden. Geschmacksache!
ARKANDEL zerpflügen dann das Zelt mit schweren Bollo-Core mit leichtem Hang zum Death Metal. Meistens im Midtempo wird geprügelt was
das Zeug hält und die schweren Jungs machen mächtig einen auf dicke Hose. Schön auch das es hier total Trendfrei zu Sache geht. MAXIMUM PENALTY
kochten dann die Fans warm mit Old School Mucke die zwischen fetten Grooves und jeder Menge Gangshoute pendelte
und mit metalischen Riffs punktete. Fans feierten ausgiebig und die Musiker sprangen wie die Flummies durch die Gegend. Die aus Pennsylvania stammende Combo WISDOM IN CHAINS
holten mit einer mächtigen Old School Hardcore Klatsche aus und trafen bei der Meute im Zelt genau ins Schwarze. Dreckiger Hardcore Sound mit vielen Gangshouts, breiten Mosh-Parts und ein rüdes Auftreten waren die
Garantie dafür, dass es im Zelt mächtig abging. DOWN BY LAW vielen Caliban zum Opfer und zum Schluss des HARDBOWLS gab es noch eine Dosis Old School Punk von den unkaputtbaren
THE EXPLOITED. 
Die Schotten um Frontlama Wattie zogen ihr übliches Punkfeuerwerk ab mit allen ihren Klassikern (Beat This Bastard, Troops of Tomorrow,
Punks Not Dead usw.) das man schon seit etlichen Jahren kennt. Ich finde sie zwar immer noch richtig gut aber so langsam könnten die Punks
auch mal neue Scheiben veröffentlichen. Das Zelt war zwar gut besucht aber man hat schon mehr Leute bei ihnen abgehen sehen.
Knüppelnacht
Bei den Frickel-Deathern von NILE
ist wie immer großes Staunen angesagt was die drei Musiker so alles aus ihren Instrumenten rausholen. Im
Zelt wird es gut voll und die Band begeistert mit langen Death Metal Übersongs wie „Ithephalic“, „Papyrus Containing the Spell to Preserve Its
Possessor Against Attacks from He Who Is in the Water“ oder „Black seeds of vengeance“ bei besten Sound und Licht. 
Komplett durchdrehen kann man zwar zu ihren extrem komplexen Songs nicht immer aber was hier zählt ist einfach die total überirdische
Technik die das Trio an den Tag (Nacht) legt. Geiler Auftritt und trotz aller Technik können NILE bei ihren Blast-Parts einen doch ordentlich den Arsch versohlen.
UNLEASHED
gehen da schon einfacher in die Gehörgänge und direkt in die Nackenmuskulatur. Die Schweden legten los als ob es keinen
Morgen mehr geben würde und zelebrierten ein Old School Death Metal Orkan der Extra Klasse. Am Anfang störte da noch ein bisschen der schlechte Sound aber das legt sich auch mit der Zeit.
UNLEASHED
schossen einen Kracher nach den anderen Richtung Fans und die bangten sich die Seele aus den Leib zu Krachern wie "World Of
Lies" als Einstieg und es folgten " This is our world "," Shadows in the deep" und "Hammer battalion unleashed". Vom neuen Album gab es "As
Ygdrassil rembles" und als erster Höhepunkt "Wir kapitulieren niemals" als Mitgröhl-Hymne. Und nach "Into Glory Ride" gab es den finalen Abschuss mit "Death Metal Victory".
Die erste Black Metal Combo dieser Nacht waren die deutschen DARKENDED NOCTURN SLAUGHTERCULT mit Frontkreischerin Onielar mit großem umgedrehten Kreuz und Pentergramm als Bühnendeko. 
Die Band spielte sehr intensiv und brutal auf und unter den männlichen Musikern war Propellerbanging angesagt. Freunde von True Black Metal
kamen sehr auf ihre Kosten und alle anderen starrten nur verduzt zur Bühne oder verließen gleich den Ort des Geschehens. Die Band und auch
ihre Musik ist nun mal Geschmacksache, aber das was sie musikalisch zelebrieren fand ich verdammt gut.
Die nächste Black Metal Klatsche kam dann auch mit MARDUK
und die feuerten mal wieder aus allen Rohren was die Instrumente hergaben. Die Schweden machen keine Gefangenen und die Fans bäumten sich nochmal gegen die Müdigkeit auf und feierten MARDUK ab. Absolute Raserei
war hier das Gesetz der Stunde und man hatte schon längst vergessen das MARDUK für DEICIDE eingesprungen waren, die mal wieder durch Abwesenheit glänzten. Da war MARDUK
wirklich die bessere Wahl. Nach MARDUK beschließen wir hier unseren Bericht denn die Müdigkeit siegt echt nach diesem fetten Auftritt der Black Metal
Institution aus Schweden. Und LAY DOWN ROTTEN und KEEP OF KALESSIN, auch wenn beide klasse Bands sind hatten wir keine
Lust bei Sonnenaufgang zusehen. Ist zwar irgendwie Schade aber es ging nicht mehr. Ende für Heute |