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Special

With Full Force Festival
04.07.08-06.07.08
Flughafen Roitzschjora

 

Das Kult-Festival With Full Force feiert 2008 sein 15 jähriges Jubiläum und man kann es kaum glauben was aus diesem Event nach so langer Zeit geworden ist. Gestartet als kleines ein Tages Festival im Stadtgarten von Werdau mutierte diese Veranstaltung in nur wenigen Jahren zu einem der wichtigsten Metal/Hardcore Festivals in Deutschland sowie in ganz Europa! Es ist die fast einzigartige musikalische Mischung aus heftigen Metal-Bands und angesagten Hardcore und Punk-Acts die den Reiz ausmachen um immer wieder gerne jeden Sommer nach Roitzschjora zu pilgern. Was haben hier schon für namhafte Bands gespielt in den vergangenen Jahren, Motörhead, Iron Maiden, Judas Priest, Slayer, Manowar, Agnostic Front, Sickof it All, Ministry, In Extremo, Anthrax, Kreator, Rammstein um nur einige wenige zu nennen. Das bewährte Konzept aus Hauptbühne (Mainstage) und Zeltbühne (Tentstage) wurde beibehalten, bis auf den Wellenbrecher auf dem Hauptfestivalgelände gab es keine großen Änderungen im Verlauf des Festivals. Und die Organisation verlief einfach blendend. Bis auf die Autokontrollen die jedes Jahr für ordentlich Stau am Donnerstag sorgten. Ansonsten ließen es sich ca. über 30.000 Geburtstagsgäste nicht nehmen dem Geburtstagskind WITH FULL FORCE die Ehre zugeben und ordentlich durchzudrehen an den 3 Festivaltagen!

Freitag 04.07.08

MAINSTAGEainstage
Als Opener auf der Hauptbühne starteten die Deutschen MISERY SPEAK und haben mit Sänger Przemek auch gleich einen neuen Sänger mitgebracht. Ihr Death Metal schwedischer Prägung rüttelte auch die zahlreich erschienenen Fans zur Nachmittagszeit ordentlich durch, sodass man schon mal warm wurde für alle anderen Bands. Wem gehörte eigentlich der Schlüpfer der auf der Bühne landete?

Melodischer Groove-Thrash Metal inspiriert von Pantera und Machine Head zelebrieren  DRONE aus Celle und können sehr viele Fans auf ihre Seite ziehen, die Stimmung steigt ordentlich vor der Bühne und die Fans lassen die Matten kreisen. Schöne Old School Passagen legen die vier Jungs noch unter ihre Groove Granaten und somit werden alle Altersklassen an Fans bestens musikalisch bedient. Leider ist nach 25 Minuten schon wieder Schluss!

Nun wird es massiv, denn die Frickel Extrem Metaller von MESHUGGAH entern die Bühne und zeigen allen Anwesenden wo der Progressive Hammer hängt. Der Sound ist gewaltig und komplexe Groove Geschosse donnern brutal von der Bühne in Richtung Publikum, welche die Schweden auch heftig abfeiern. Mir sind Meshugga manchmal etwas zu kompliziert aber heute und hier funktionieren ihre Songs super und unterstreichen ihre Ausnahmestellung in der Metal-Szene. Break reiht sich an Break aber trotzdem fließen Meshuggas Songs rein wie glühende Lave. Starker Auftritt!

CALIBAN  legen eine beeindruckende Live-Performance aufs Parkett und drehen komplett durch. Was sich auch auf die Zuschauer auswirkt, ein amtlicher Moshpit entsteht und auch die erste Wall of Death setzt sich in Gang! Schwere Breakdowns, schnelle Hardcore Prügel-Parts und atmosphärische Refrains sind die Markenzeichen der Metalcore Band aus dem Ruhrpott, die oft mal belächelt wurden in der Vergangenheit. Aber wie sie hier die Bühne zerlegten ließ auch ewige Nörgler schnell verstummen.

Zu den APOKALYTISCHEN REITERN ist wie immer Party pur angesagt. Ich bin zwar kein großer Fan von der Band aber egal wo und auf welchem Festival ich sie erlebt habe, die Stimmung zieht immer mächtig an im Publikum. Die Band weiß einfach wie man die Zuschauer auf seine Seite ziehen kann. Sänger Fuchs, das wandelnde Brusttoupet ist einfach ein Entertainer durch und durch. Der Mann ist einfach ein Blickfang sondergleichen und seine Hintermannschaft ist bestens aufeinander eingespielt. Jeder Song ist von ihnen ein Hit und zu „Es wird schlimmer“, „Friede sei mit dir“, „We will never die“ und “Seemann" kann man einfach nicht still stehen bleiben. Ein nettes Gimmick wurde zum Ende des Gigs mit der Schaumkanone gestartet. Zwar funktionierte die nicht so prickelnd aber die ersten Reihen wurden schön eingeseift. Ibiza Feeling ohne Techno Beats auf dem With Full Force, eine schöne Sache und sauber wurde man auch! Klasse Gig!

Bei MORBID ANGEL lichteten sich die Reihen vor der Bühne. An Morbid Angels Performance lag es sicherlich nicht. Sänger David Vinncent war bestens aufgelegt und der Rest der Band legte sich auch mächtig ins Zeug und konnte ordentlich Druck erzeugen. Aber vielleicht war ihr technischer Death Metal einfach zu komplex für ein Grossteil des Publikums. Aber Morbid Angel unterstrichen beeindruckend das sie immer noch zur Speerspitze des Florida Death Metals gehören und Klassiker wie „Maze of Torment " sind für jeden Death Metal Fan eh das absolute Evangelium. Somit hatte der Schreiber dieser Zeilen genügend Platz um ordentlich seine Birne zu schütteln und einen neuen Song („Nevermore“) konnte man auch noch genießen. Für mich ein geiles Death Metal Inferno! War halt nur was für Gourmets.

Voll wurde es wieder bei der Hardcore Legende von AGNOSTIC FRONT , die auch schon oft und gerne Gäste waren auf dem With Full Force. In Sachen Old School New York Hardcore sind sie einfach führend und zeigen immer wieder dass sie eine absolute Macht darstellen. Frontmann Roger Miret stellt auch klar, das es in Zukunft noch einiges von Agnostic Front zu hören gibt und das sie nicht zum letzten Mal hier auftreten werden. Zu Hymne „For my Familie" entsteht auch sofort ein Moshpit der bedrohliche Ausmaße annimmt. Als passender Abschluss der Hardcore Song schlechthin, der Mitgröhl-Übersong „Gotta Go" geht das gesamte Publikum steil und zerfleischt sich förmlich vor der Mainstage und Agnostic Front hinterlassen ein durchweg zufriedene ausgelaugte Hardcore Gemeinde! Hardcore in Reinkultur der verdammt viel Spaß macht.

Die Shooting Stars von BULLET FOR MY VALENTINE steigen mit “Scream Aim Fire" in ihren New School Thrash Heavy Metal Gig ein. Sie zeigen dass auch die neue Generation Metal Musiker den Anschluss an die alten Recken nicht verpasst hat. Ihr Sound der an Metallica angelegt ist, funktioniert prächtig und souverän ziehen die vier Briten ihren Energiegeladenen Gig durch. Zwar agieren die Jungs etwas zu selbstverliebt, aber Songs wie „Tears don´t Fall“, „Waking the Demon" zünden sofort und alles ist im Crowd  möglich. Crowsurfing, Circel Pit, Headbangen und eine gepflegte Wall of Death. Nichts wird von Publikum ausgelassen. Beindruckender Auftritt soviel steht fest, obwohl ich glaube, dass ich nie ein großer Fan von Bullet for my Valentine werden werde.

 

Was jetzt folgen wird ist nicht leicht in Worte zufassen. MACHINE HEAD kamen und siegten auf ganzer Linie, so könnte es man simpel ausdrücken. Die Fanreaktionen zu Machine Head waren beängstigend, und euphorisch, aber was schreibe ich hier, kollektiver Wahnsinn beschreibt es besser. Rob Flyn und Co waren schlichtweg beeindruckt von der Stimmung vor der Bühne und das puschte die Band zur Höchstleistung. Ein aggressiver und energiegeladender Auftritt auf höchsten Niveau boten die vier Musiker und unterstrichen, dass sie absolut der Headliner an diesem Freitag waren. Sie spalteten Schädel mit Thrash-Gewalt Ausbrüchen wie ,"Ten Ton Hammer“, „Old“, „Silver“, „Empyrium" eine brachiale Version von "Aesthetic of Hate" und eine Gänsehaut Version von ,"Halo". Der Finale Abschuss kam dann mit „Davidian" und die Textzeile, "Let freedom ring with a shotgun blast" liess das gesamte Gelände erzittern. Auch eine geniale Version von Maidens Klassiker, "Hallowed be thy Name" gaben Machine Head zum Besten und zeigten das Cover-Versionen noch die Stimmung bis zum Siedepunkt anheizen können. Um auf dem Punkt zu kommen, Machine Head bildeten den perfekten Abschluss am Freitag auf der Mainstage. Bin immer noch platt von diesem großartigen Auftritt!

TENTSTAGE -HARD BOWL

Wir waren leider nur mit zwei Leuten vor Ort und konnten somit nicht alle Bands Live erleben. Wir haben hauptsächlich versucht alle Bands auf der Hauptbühne zusehen. Dadurch haben wir einige Bands verpasst auf der Tentstage, wo ja zeitgleich der Hard Bowl stattfand, Europas grösstes Hardcore und Punk Event (laut Veranstalter). Hier nun ein kleiner Einblick auf die Zeltbühne die immer sehr gut besucht war!

WAR FROM A HARLOTS MOUTH
und RADIO DEAD ONES haben wir nicht erleben können .Aber laut Aussage einiger Fans waren erst genannte Band absolut der Kracher und  konnten mit ihrem abgefahrenen Math-Core mit Grindcore und Jazz Elementen absolut überzeugen. Und neu Sänger Nico hätte die Hälfte des Gigs Crowd-Surfend im Publikum verbracht. Die zweite Band kam nicht so gut an mit ihrem Rock´n Roll der Marke Beatsteaks.

10 Jahre JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE gilt es zu Feiern und da ist ein brachialer Gig natürlich das Beste was man veranstalten kann. Die JaKas nehmen diese Steilvorlage dankbar an und blasteten mit ihrem Pop-Grindcore allen Anwesenden im Zelt erstmal die Haare von der Birne. Ihr durchgedrehtes musikalisches Chaos ist schon seit Jahren das Beste was an gepflegtem Krach aus Deutschland kommt. Auch auf dem With Full Force unterstrichen sie, das sie sich ihren Status als intensive Kult-Liveband seit den letzen 10 Jahren schwer und ehrlich erspielt haben. Beide Daumen hoch!

Auch einen Bombenauftritt legen die Schweizer CATARACT hin. Ihren Groove-Metalcore mit Maschine Head-Schlagseite zündet sofort und um ein weiteres Mal hat man Angst das die Tentstage zusammenbricht. Ein schönes Riffgewitter bricht über uns nieder und vor der Bühne geht echt verdammt der Punk ab, wenn man das so sagen darf. Nach dem Auftritt musste man echt seine Gliedmaßen wieder einsammeln .War echt ne klasse Thrash-Dusche.

Genauso brutal geht es mit BORN FROM PAIN weiter. Sofort brach im Circle-Pit die Hölle los und wer nicht schnell genug war, wurde einfach niedergetrampelt. Mit der Durchschlagskraft eines Presslufthammers prügelten Born fom Pain ihren Neo-Metalcore von der Bühne und zeigen jedem Fan wie moderner Thrash zu klingen hat. Fette Riffergüsse, hymnische Refrains und Baller-Knüppel Attacken voll auf die Zwölf. Mit denen ist echt nicht zu Spaßen!!!

Die Punk-Ska-Rocker von BROILER wurden Opfer von Agnostic Front die gleichzeitig auf der Mainstage starteten. Darum haben wir sie nicht gesehen .Aber uns war auch echt nicht so nach melodischen Punk mit ordentlicher Ska Kante. Sorry Guys!

Das heutige Ende des HARD BOWLS markierten die New Yorker Hardcore Haudegen von MADBALL . Es war natürlich wieder Old School Hardcore angesagt. Sie sind wie ihre Brüder von Agnostic Front eine feste Institution auf diesem Festival. Räudige Wutsongs mit fetten Powergrooves lassen noch mal das Zelt erzittern und dutzende Hobbykaratekämpfer springen durch das Zelt als ob es keinen Morgen mehr geben würde. Auch Madball zeigten beeindruckend das sie sich nicht mehr hinter irgendwelchen jungen Bands verstecken müssen, ganz im Gegenteil sie zeigten wo hier der Hardcore-Hammer zuhause ist.

TENTSTAGE - KNÜPPELNACHT

 

Machine Head hatten auf der Mainstage doch um einiges ihre Spielzeit überzogen und als wir zur Knüppelnacht ins Zelt strömten mit tausend anderen Fans, spielten die Griechen ROTTING CHRIST schon ihren letzten Song „Under The Name Of Legion". Na ja man kann eben nicht alles haben.

Mit der Kult-Combo BRUTAL THRUTH um Bassist Danny Liker (Ex-Anthrax, S.O.D, Nuclear Assault) und Schlapphut-Fetischist und Sänger Kevin Sharp ging es mit einer ordentlichen Grindcore Klatsche weiter. Agierte Danny Liker bei der überflüssigen Reunion von Nuclear Assault vor ein paar Jahren noch so lethargisch, als ob er mehr als ein Kilo Grass geraucht hätte, so wirkte er bei Brutal Thruth wie ausgewechselt. Der gute bangte sich die Seele aus dem Leib und auch Sänger Kevin röchelte und kotzte sich um den Verstand das es eine wahre Freude war. So macht grooviger Rotz-Grindcore Spaß.

Nicht wenige Black Metal Fans sehnten den Gig der durchgeknallten MAYHEM fieberhaft entgegen und es lag Spannung in der Luft was sie skandalträchtiges heute auf der Bühne anstellen würden. Aber der einzige Skandal war das Outfit von Sänger Attila und seine rote Armbinde die stark an einer NS-Symbolik angelehnt war. Mit einem weißen Sakko, rotem Hemd mit Schlips, einer dämlichen Sonnenbrille, kahl gescherten Schädel und Galgenstrick in der Hand keifte er sich durch das Black Metal Inferno was Mayhem eigentlich gut darboten. Aber dieses schräge, ja Mambo Kurt ähnliche Outfit zerstörte fast den ganzen Gig. Zuerst dacht ich auch Mayhem hätten Mambo Kurt als Ersatzsänger verpflichtet, denn von weitem sah Sänger Attila wirklich fast so aus. Ich hoffe der gute Mambo hetzt jetzt kein Killerkommando auf mich los. Viele entsetze Black Metaller wendeten sich dann auch sehr irritiert von Mayhem ab! Ich konnte es verstehen! Das war weder evil noch sonst was. Obwohl musikalisch Mayhem durchaus überzeugen konnten und auch der Sound im Zelt bombig war.

Die Brasilianer KRISIUN rückten dann alles wieder ins richtige Licht. Tight wie Sau pflasterten sie ein Death Metal High-Speed Bombenhagel auf die Zeltbühne der sich gewaschen hatte. Gnadenloser und kompromissloser kann man Death Metal nicht mehr spielen wie diese drei Mattekreisenden Südamerikaner. Der neue Song „Southern Storm" reihte sich nahtlos in ihre Setliste ein und harmonierte perfekt mit ihrem älteren Material. Zur späten bzw. frühen Stunde konnten Krisiun die Tentstage noch mal ordentlich voll machen und wer kann nicht besser das Motto der Knüppelnacht musikalisch unterstreichen als Krisiun. Killer Auftritt der mir heute noch Gänsehaut verleiht!

Ein weiteres Highlight dieser Nacht sind die zurzeit wohl tourfreudigste Black Metal Band BELPHEGOR. Sie sind auch meiner Meinung nach zurzeit das Beste was an dunklen Black Metal Combos so unterwegs ist. Ihr Alben sind alles zusammen absolute Killer in Sachen schwarzer Kunst und auch mit ihrem neusten Werk haben sie Maßstäbe gesetzt. Die Reaktionen sind euphorisch und die Band spielt bestens auf und von Müdigkeit ist nicht zuspüren. Ganz im Gegenteil, die Musiker lassen gnadenloses Headbanging vom Stapel, welches das Publikum nur so mitreißt bei, bestem Sound! Wieder einmal haben Belphegor bewiesen das sie zur Spitze der Black Metal Bands in Europa gehören!!!

1349 sollten dann als letzte Band mit frostigen Maschinengewehr-Blackmetal der ultrarohen Sorte die müden Fans noch mal aufrüttelt. Was ihnen leider nicht so richtig gelang, weil sie ziemlich lustlos aufspielten und auch die Sonne so langsam aufging! Das nenne ich mal Spinal Tap. Black Metal mit romantischem Sonnenaufgang im Hintergrund! Aber nach so einem langen Tag hatten nur noch wenige Lust der Band zufolgen und wir wollten dann auch nur noch in Richtung Zelt und ein wenig schlafen.

Samstag 05.07.08

MAINSTAGE
Nach wenigen Stunden Schlaf kriecht man mehr zerstört als ausgeruht aus seinem Zelt um fast noch im Halbschlaf zur Mainstage zu trotten. Hier eröffnen heute die Spasskrawall Gruppe aus Frankfurt, A.O.K.! Man kann zu ihrem Nothing-Core stehen wie man will, aber so richtig über sie lachen kann ich schon lange nicht mehr. Zwar entlocken sie mit ihren schrägen Coverversionen von Slayer bis Rammstein einem doch ab und zu ein grinsen, mehr ist aber wirklich nicht drin. So entwickelt sich der Song "Stromaussfall" zum Absoluten Höhepunkt.

Über die "Eierlosen Nutten" (Zitat von Sänger Bo Summer) ILLDISPOSED kann ich dann aber wieder lachen. Zumindest über die lustigen Ansagen mit schönem dänischen Dialekt. Bo lästerte auch über unsere Niederlage bei der EM gegen die Spanier, "Niemand will zweiter sein außer Hatesphere aus Dänemark" und rief alle Anwesenden auf doch bitte ihre T-Shirts zu kaufen weil sie permanent pleite wären. Polen wo sie gespielt haben bekam auch noch sein Fett weg mit dem Zitat, "Und das hat weh getan und nicht nur im Popo". Mr. Summer ließ auch kein gutes Haar an ihren neuen Gitarristen der den Schluss zu „Dark" total in den Sand setzte und das als "alternatives Ende" des Songs bezeichnete. Aber auch musikalisch konnten die Durchgeknallten Dänen, die ich wohl zum ersten Mal nüchtern auf der Bühne erleben durfte, voll und ganz überzeugen. Es war eine klasse Performance und die Stimmung vor der Mainstage war schön ausgelassen. Groove-Dampfwalzen Death Metal der die Nackenmuskulatur ordentlich sprengte.

Musikalisch abgedrehter Death Metal der komplexen Sorte zelebrieren JOB FOR A COWBOY. Reichlich abgedrehte Passagen und Breaks durchziehen ihren Songs, die klingen wie Morbid Angel und Nile durch den Mixer gedreht. Wirklich kein einfacher Stoff zum konsumieren aber trotzdem sehr beeindruckend vorgetragen. Nach dieser Show dürften die Amis eine Menge neuer Fans dazu gewonnen haben.

Bei der schwedischen Death Metal Legende ENTOMBED ist für meinen Geschmack der Sound etwas zu leise und so fehlt leider etwas die Durchschlagskraft die Death´N Roll dringend nötig hat. Aber trotzdem stimmen einen geile Songs wie, "Crawl“, „When In Sodom“, „ Supposed To Rot" und zum Abschluss ,"Left Hand Path" doch zufrieden und man reißt mit Begeisterung die Pommes Gabel in die Luft.

DEVIDRIVER hatten sich prominente Unterstützung mitgebracht am Bühnenrand. Zumindest sah der muskelbepackte Sonnenbrillenträger so aus wie Kerry King den Sänger Dez Fafara umarmte. Den hatten die Amis aber nicht nötig mit einer aggressiven Performance und brutalen Nu-Death Metal Nummern a la "Clouds over California" punkteten sie auf ganzer Linie. Vor der Bühne ging mächtig die Post ab und die obligatorische Wall of Death funktionierte prima.

Noch größer, noch euphorischer wurde besagte Wall of Death bei HEAVEN SHALL BURN, die hier ein Heimspiel hatten, das merkte man sofort. Es wurde extrem voll vor der Bühne und die Fans drängten sich bis weit hinter den Mischpult-Turm. Mehrere Circle-Pits entstanden an mehreren Stellen vor der Bühne, wobei der größte um den Wellenbrecher stattfand. Jetzt stand kein Mensch mehr still zu Brecher Death Metal Groove Core Songs wie "Voice Of The Voiceless“, „Counterweight“, „Endzeit" und eine brachiale Version von Edge Of Sanitys Klassiker "Black Tears". Die Power und Spielfreude die Heaven Shall Burn rüberbrachten ließ niemanden kalt und so viele Crowd Surfer hat das ganze Festival noch nicht gesehen. Definitiv war das ein Headliner Aufrtitt, nur Geil!!

Bei SIX FEET UNDER wurde dann die Geschwindigkeit um einiges runter gefahren. Röchelgott Chris Barnes war prima aufgelegt und malträtiere sein extremes Stimmorgan aufs Äußerste. Der Gute röhrt immer noch wie ein Kehlkopfkranker Elch und ihr Dampfwalzen Death Metal lud zum kollektiven Rübe schütteln ein. Zwar habe ich Six Feet Under schon besser gesehen, aber ein solider Auftritt war es dann doch.

 

Es kam ein wenig Wehmut bei MINISTRY auf, stellte dieser Auftritt doch ihre Abschiedstour dar und jedem wurde bewusst, Ministry würden eine riesige Lücke hinterlassen die niemand so schnell ausfüllen kann. Ein bestens aufgelegter Al spielte die absolute Rampensau und die beiden Gitarristen Tommy Victor und Mike Scaccia posten wie die Hölle hinter den Abgrenzungszäunen auf der Bühne und suchten ständig Kontakt zum Publikum. Die Setliste bestand hauptsächlich aus Songs von ihren letzten drei Alben und zum Ende kam dann die Hitoffensive mit "Just one Fix“, „New World Order“, „So What" und "Thieves"! Ministry klingen absolut thight, roh und entfachten ein absolutes Sound-Inferno und bügelten das Gelände total platt. Schade dass die Metalwelt so eine außergewöhnliche Band verliert. R.I.P. Ministry wir werden euch vermissen!!!

IN FLAMES machten wieder mal ihrem Namen alle Ehre. Während ihres Auftritts zerbombten und fackelten die Pyrotechniker regelrecht die Bühne ab. Die Stimmung ist bestens und In Flames agieren routiniert, fast schon zu routiniert und feuern zu der mächtigen Feuershow ein Hit-Festival ab, wo der Schwerpunkt auf ihren letzten drei Alben liegt. Tausend Kehlen singen jede Textzeile mit zu Songs wie "The Quiet Place“, „Take this Life“ und „Alias". Aber auch ältere Fans wie ich werden gut bedient mit Perlen wie "Colony“, „Jester Race“ und „Ordinary Story". Somit war für jeden In Flames Fan etwas dabei mit dem er glücklich werden konnte. Auch ihre Headlinerposition wurden sie mehr als gerecht. Schöner wäre es noch wenn die Jungs mal wieder etwas spontaner ihre Show abliefern würden. Zum Ende von In Flames wurde noch ein fettes Feuerwerk abgefeuert das wohl nicht wenige Euros gekostet hat! Passender Abschluss auf der Mainstage!!!

TENTSTAGE - HARD BOWL

Auf der Mainstage konnten A.O.K . uns nicht so richtig wachrütteln, aber die Deutschen FALL OF SERENITY konnten einem mit modernen Death Metal mit Metalcore Schlagseite den Kater von gestern schön aus dem durchmatschten Schädel  blasen. Auf alle Fälle eine Band die man im Auge behalten sollte.

Der Streetpunk von den Holländern TECH 9 wusste nicht gerade sehr zu überzeugen und so wurde der Moment zur Nahrungsaufnahme genutzt.

THE DESTINY PROGRAM scheinen auch nicht so recht anzukommen, das Zelt ist nur spärlich gefüllt und vor der Bühne ist die Zahl der Fans doch sehr überschaubar. Handwerklich sind die Jungs zwar gut aufeinander eingespielt aber der Funke will einfach nicht überspringen.

Der erste richtige Höhepunkt kommt mit CONVERG aus Boston auf die Zeltbühne. Die vier total zutätowierten Musiker stehen total unter Adrenalin und trümmern ihren massiven Noisecore mit brutaler Aggression über das abgehende Volk. Auf der Bühne und davor steht jetzt keiner mehr still. Ab jetzt wird Krach neu definiert und CONVERG legen einen Triumphzug aufs Parkett!

MAD SIN aus Berlin zelebrieren Psychobilly mit Rock, Punk und Hardcore-Einflüssen und wir stellen fest, dass das so gar nicht unsere Welt ist und konzentrieren uns auf das Geschehen auf der Hauptbühne! Sorry!

Auch LAGWAGON mögen uns nicht so recht munden. Dafür aber kommen sie bei einer Menge Leuten sehr gut an. Zahlreiche Fans machen das Zelt zur einer Party-Tanzfläche und mit ihrem Punk vermischt mit Hardcore und Pop Melodien können auch alle Anwesenden ihre Texte lauthals mitgrölen.

Mit den Hooligans DISCIPLINE aus Holland ist dann aber Schluss mit lustigen Melodien. Das Überfall-Kommando zerdonnert sofort mit einer mächtigen Bühnenpräsens und Oi-Hardcore mit dicker Hose-Attetüde die Zetlbühne. Der Aggresions-Level steigt bis zum Siedepunkt und vor der Bühne zerfleischen sich die Menschenmassen. Das Zelt platzt mittlerweile aus allen Nähten und es wird verdammt heiß und eng. Zwar regiert auf der Bühne Proll-Faktor hoch zehn aber so massiv wurden wir heute an der Zeltbühne noch nicht musikalisch verdroschen! Die brachiale Version von Twister Sisters "We`re not gonna take it" setzt definitiv Masstäbe! Punkt, Satz und Sieg für die Hools.

Die RYKER´S aus Kassel sind in Deutschland eine Hardcore Institution und feiern ihr Comeback. Sie zeigen vehement das sie in Sachen musikalischen „Auf die Fresse hauen" nichts verlernt habe. Sofort wird Vollgas gegeben und wie auch bei Discipline erreicht das Zelt die Grenze ihres Fassungsvermögens. Das ist Hardcore in Reinkultur und man hat das Gefühl das die Ryker´s nie weg gewesen sind.

TENTSTAGE - SATURDAY NIGHT FEVER

Nachdem das geile Feuerwerk nach In Flames erloschen ist, ziehen die Massen schnell zur Tentstage wo DANKO JONES das Saturday Night Fever Motto eröffnen. Musikalisch kann ich mit dem sympathischen Kanadier zwar nichts anfangen, aber unterhaltsam sind schon allein seine witzigen Ansagen und Kommentare. Da das Zelt zum bersten voll ist, schauen wir uns die Show in sicherer Entfernung an. Man kann sagen was man will aber der Gute ist ein totales Publikums-Magnet und ordentlich abrocken kann, auch seine agile Hintermannschaft.

Auch eine ordentliche entspannte Rock´n Roll Klatsche gibt es von PSYCHOPUNCH die noch viele Zuschauer halten können zur späten Stunde. Obwohl man doch merkt das das Publikum ziemlich kaputt ist von 2 Festivaltagen. Das bekommen TURBO A.C.´S und die HARDCORE SUPERSTARS deutlich zuspüren, denn sie spielen noch vor reichlich wenig Leuten und auch uns zieht es zum Zelt. 

Sonntag 06.07.2008

MAINSTAGE
Es ist schon komisch wie schnell auf einem Festival die Zeit vergeht. Aber es ist mal wieder bittere Wahrheit, heute am Sonntag bricht schon der letzte Festivaltag an. Nichts gegen den guten MAMBO KURT , aber ich bin wohl so humorlos, das mir sein Auftritt schlicht und ergreifend am A.... vorbei geht. Ich habe ihn wohl schon zu oft auf etlichen Festivals ertragen müssen mit seiner Orgel. Zwar feiern ihn viele am frühen Nachmittag ordentlich ab, aber wie gesagt ich kann über seine Cover-Versionen von Nirvana oder Slayer nicht mehr lachen!

Auf Desinteresse treffen auch ENEMY OF THE SUN mit ihrer Sound-Kollage aus System of the Down, Thrash-Grooves und Modern Metal, das so gar nicht den Geschmack der wenigen Leute die sich vor die Hauptbühne verirrt haben anspricht. An ihren Instrumenten sind Waldemar und seine Mannschaft zwar absolut Top, aber der berühmte Funke will bei den teils wirren und zerfahrenen Songs einfach nicht rüberspringen.

 

Ein völlig anderes Bild war dann bei den Shooting-Stars von VOLBEAT zu bestaunen. Die Reihen waren dicht gedrängt vor der Bühne und totale Party war angesagt. Bei "Radio Girl" tanzt und bangt fast das ganze Festivalgelände ausgelassen mit und Sänger Michael punktete wie gewohnt mit witzigen Ansagen. Die Partystimmung wurde aber auch zu "Sad Man´s Tongue" zurück gefahren, denn diesen Song widmeten Volbeat dem  kürzlich verstorbenen Vater von Sänger Michael und so bekam dieser starke Auftritt noch einen emotionalen Anstrich. Ihren Ruf als absolute Abräumer wurden Volbeat wie immer absolut gerecht.

Punkgeschichte stand als nächstes auf dem Plan mit der englischen Legende von THE EXPLOITED. Die Band um das rotzende Lama und Sänger Wattie mit frisch gestylten rosa Irokesenschnitt, bretterten sofort ihre alten Klassiker auf die hungrige Meute und seien wir mal ehrlich, Punk Perlen wie "Fuck the System“, „Punks not Dead“, „Troops of tomorrow" sind einfach zeitlose Strassenhymnen wie sie kaum eine andere Band auf die Reihe bekommt. Aber auch Hits neueren Datums („Fuck the USA“, „Beat The Bastard“) verfehlen nicht ihre Wirkung und Wattie lässt die Punker-Rampensau raus hängen. Nach diesem starken Auftritt fragt man sich aber schon wie lange man noch auf eine neue Scheibe von THE EXPLOITED warten muss, denn ihre letzte Scheibe hat ja auch schon verdammt viele Jahre auf dem Pukel.

Fun-Bands haben auf dem With Full Force eine lange Tradition und auch die Rosa Armee Fraktion J.B.O . sind hier schon zum sechsten Mal zu Gast. Natürlich ist gute Laune angesagt bei den Jungs aus dem Frankenland und allerlei blödsinnige Ansagen gehören wie immer auch zum Standard von der rosa Spassfront. Welche Band verbindet so smart Slayer mit den Weather Girls wie der bunte Haufen auf der Bühne. Jeder Song ist ein Joke und Texttafeln, damit man auch sicher alles fehlerfrei mitgröhlen kann, werden auch in die Höhe gehalten. Ich bin zwar kein Fan von Komik-Bands aber J.B.O. sind durchaus zu ertragen mit entsprechender Promillezahl im Blut!

LIFE OF AGONY starten mit technischen Problemen in ihren Set. Aber das kann die Spielfreude, die die New Yorker Crossover-Hardcore Helden an den Tag legen, nicht schmälern. Mini Sänger Keith Caputo singt wehleidig und emotional wie ein Gott und seine Hintermanschaft, allen voran Gitarrist Joey Z, legen einen Mördergroove-Teppich darüber und die Menschenmasse vor der Bühne hüpft im Kollektiv bis zu dem Wellenbrecher. Natürlich machen LIFE OF AGONY einen Trip in die Vergangenheit und graben Klassiker wie "Other Side Of The River“, „Seasons“,  „Lost At 22“, „Underground“ und „This Time" aus, die selbstverständlich Begeisterung beim Publikum auslösen. Aber auch die neuern Songs (z.B. „Love To Let You Down“) werden dankbar angenommen. Nach diesem Triumphzug kann man mit Recht behaupten, LIFE OF AGONY haben an ihre Glanzzeiten Mitte der 90er wieder Anschluss gefunden.

AVENGED SEVENFOLD spalten das Publikum ein bisschen in jung und etwas älter. Bei den jungen kommt die bunt gestylte Band mit überflüssigen Sonnenbrillen auf der Nase gut an. Bei den älteren Metallern stößt die gecastet anmutende modisch aufgepimpte Gruppe kaum auf Gegenliebe. Zwar ist auf der Bühne mächtig Action angesagt und die Musiker verdienen sich Kilometergeld, aber ihr überhebliches unnahbares Gehabe kann ich nicht leiden. Musikalisch bietet man einen frischen Cocktail aus Hardcore, Glam, Downbeats und melodischen Solis, alles ganz nett aber mehr auch nicht.

Zum 20 Jährigen-Bandjubiläum von New Yorks Hardcore Hüpf-Groove-Legende BIOHAZARD kommt man im Original Line Up zurück zum With Full Force, wo die Band schon in der Vergangenheit ordentlich für Alarm sorgen konnte. Als ob sie nie weg gewesen wären kommen, die Vier aus Brooklyn auf die Bühne und feuern einen Best Of-Gig ab der es in sich hat. Mit ordentlich Spaß inne Backen springen und rennen Sänger/Bassist Evan Seinfeld, Gitarrist/Sänger Billy Graziadei und Gitarrist Bobby Hambel wie die Flummies über die bebende Bühne und lösen sofort einen mega Circle-Pit aus. Billy spielt sogar zeitweise auf den Schultern der Fans Gitarre und nimmt ein Bad in der hüpfenden Menge. Groove-Geschosse wie "Tales From The Hard Side“, „State of The World Address“, „Shades Of Grey" sowie das Finale "Punishment" mit Keith Caputo als Gast, sind aber auch nur Dampfwalzengranaten vor dem Herrn, zu denen man einfach in der Masse mit springen muss. Damit kann man nur noch sagen, eine sehr geglückte Reunion, zumindest auf der Bühne. Mal sehen was die Herren musikalisch noch auf die Reihe bekommen wenn sie wirklich noch eine Scheibe machen wollen.

Die Calvalera Brüder Max und Igor zelebrieren so was wie die kleine Sepultura Reunion und treffen dabei den Nerv des Publikums sofort und natürlich vor allem mich als beinharter Sepultura Fan! Die Brüder bringen natürlich eine Reihe Songs von ihrem geilen Werk "Inflikt", zugleich auch Set-Opener, aber wenn alte Sepultura Songs zum Besten gegeben werden, zieht die Stimmung doch gleich noch mal um einiges an in den ersten Reihen vor der Bühne. Um die Familienzusammenführung noch zusätzlich zu unterstreichen, greifen auch jüngere Mitglieder des Calvalera-Clans mit ins Geschehen ein. Zu "Black Ark" darf Stiefsohn Richie von Max mit grunzen und bei "Troops of Doom" drischt der kleine Sohn von Igor in die Felle und legt eine klasse und tighte Performance, hinter dem für ihn schon fast zu großen Drum-Kit hin. Igor ist stolz und Max grinst übers ganze Gesicht. Die CALVALERA CONSPIRACY hat aber noch andere Asse im Ärmel, natürlich zu einem das "Best Of" Programm mit Songs von Sepultura wie "Territory“, „Refust/Resist“. „Arise“, „Desperate Cry“ oder „Propaganda" natürlich die neuen Songs von ihrem aktuellen Album und ein Song aus der Nailbomb Ära, das Side-Projekt von Max in den 90ern.Als "Roots Bloddy Roots" mit Biohazard Sänger Evan Seinfeld als Gast das Publikum zu Hüpf-Wellen animiert, hoffen die meisten Fans und auch ich vielleicht doch irgendwann die große Sepultura-Reunion zusehen. Ohne aber das der jetzige Sänger gefeuert wird, denn der macht seine Sache seit VIELEN Jahren sehr gut und hat einen Rauswurf bei Sepultura verdammt noch mal nicht verdient!!!Ein schöner Abschluss auf der Hauptbühne und auch die Mannschaft die Igor und Max begleiteten haben Respekt für ihren Auftritt verdient ! 
 
TENTSTAGE - HARD BOWL

H2O
begeistern eine gut gefüllte Tentstage mit Hymnen und melodiösen Hardcore mit viel Punk Appeal. Die New Yorker, mittlerweile auch schon 14 Jahre am Start, sind der beste Beweis dafür das man auch mit eingängigen Songs megafett daherkommen kann ohne als Pop-Punk durchzugehen. Der erste Circle-Pit zündet ordentlich und textsicher werden die Popcore Songs mitgejohlt.

Ohne Melodien und sonstigen Krempel bolzt sich die Bollo-Metalcore Bande von DEATH BEFORE DISHONOR durch ihrem Set. Hier ist definitiv Schluss mit lustig und es herrscht die rohe Brutalität die ultra Metalcore zu bieten hat. Rasiermesser-Riffing, Downbeats from Hell und ein angepisster Bullterrier der sich Sänger bzw. Shouter nennt, sind die stumpfen aber effektvollen Zutaten von den Jungs aus Boston. Entweder man zieht den Kopf ein oder man lässt ihn sich abschlagen! Fetter Auftritt kann ich da nur sagen, nichts für zarte Gemüter.

DEATH BY STEREO sind da schon etwas anders und stellen schon so etwas wie eine Crossover-Band dar. Ihre Mischung aus Hardcore, Punk, und ordentlich viel Metal stößt bei vielen auf Gegenliebe, obwohl man sich schon etwas mehr mit ihrer Musik befassen muss als wie bei DEATH BEFORE DISHONOR . Man nehme ein bisschen Motörhead, In Flames und Bad Religion und schon hat man einen ungewöhnlichen Musik-Cocktail der für ein Scheuklappenfreies Publikum gemacht ist.

Der Assi-Punk von PÖBEL UND GESOCKS lädt dann alle zum Party und Pogo machen ein. Die Ruhrpöttler legen das verbale Niveau gleich unter die Gürtellinie und machen ihrem Image alle Ehre. Musikalisch und auch optisch sind sie so wie man sich deutschen Strassen-Punk halt vorstellt. Nicht ganz so meine Welt aber zum kurz verweilen ganz lustig anzuschauen und anhören!

 

Die Bostoner Old School Institution SLAPSHOT feiern auf dem With Full Force ihre Reunion und macht sofort klar das hier trendfreier fiesester Hardcore zelebriert wird! Das Zelt ist prall gefüllt als eine Gewalt Hardcoreorgie über den abgehenden Mosh-Pit nieder geprügelt wird. Der Aggressions-Level wird auch um einiges in die Höhe geschraubt und man hat echt ein bisschen Angst das sich irgend jemand verletzt im Circle Pit. Aber SLAPSHOT machen definitiv Spaß und zeigt das simpler "In your Face" Hardcore immer noch die beste Vollbedienung ist in Sachen Aggro-Mucke! Als absoluter Höhepunkt kommt der Klassiker "Olde Tyme Hardcore" und beendet einen würdigen Headliner Auftritt und eine Reunion die Lust auf mehr macht.

TENTSTAGE - THE LAST SUPPER

PRIMORDIAL
fangen ihren Gig an als die Calvalera Conspiracy noch "Roots Bloody Roots" spielen und so verpassen wir die Häfte des Sets der Isländischen Folk Black Metal Band. Mit viel Hingabe und einer Menge Pathos spielen die Düstermetaller sich durch ihre überlangen Songs und gehen dabei sehr energisch vor. Alles ist eigentlich perfekt, der Sound ist großartig, Frontmann Alan ist super bei Stimme und gibt den dunklen Hymnen den nötigen Tiefgang und die beklemmende Atmosphäre der Songs kommen super rüber. Auch das Stageacting lässt keine Wünsche offen. Nur das Publikum reagiert sehr verhalten. Na ja, ist halt keine Party Mucke die PRIMORDIAL zum Besten geben.

Seltsamerweise steigt die Stimmung wieder um einiges als MOONSPELL die Bühne entern und mit den beiden Songs von ihrem neuen  Album "At Tragic Heights" und "Night Eternal" anfangen. Bis in die Haarspitzen motiviert spielen die Portugiesen sich fast in einen Rausch und lassen einen fast vergessen das sie in der Vergangenheit einige extrem langweilige Alben veröffentlicht haben. Aber seit den letzten beiden Scheiben sind sie musikalisch, wie auch an der Livefront wieder eine starke Band geworden. Keine popigen Schnulzen werden geboten, sondern das ganze Moonspell Düsterprogramm mit Hits wie das sehr früh gespielte "Opium" und „Vampyria". Starke Leistung vor der ich echt den Hut (Kappe) ziehe. Damit für mich die Überraschung dieses Festivals!

Freunde des Pagen und Viking Metals kommen nun bei ENSIFERUM voll auf ihre Kosten und man höre und staune das Zelt ist noch zur später Stunde sehr voll. Die Masse feiert lauthals die finsteren Paganhymnen ab und alle mobilisieren ihre letzten Kräfte zu den Überlangen Songs wie "Ahti“, „Iron“ und „Victory Song".

Das Schlusslicht heute um 2 Uhr morgens bestreiten SUBWAY TO SALLY mit einer beeindruckenden Feuer und Pyroshow sodass etlichen müden Fans sofort die Augen wieder hochklappen. Trotz der Uhrzeit legen sich alle Mitglieder von SUBWAY TO SALLY noch mächtig ins Zeug und können einen wahren Triumphzug hinlegen und ich bin echt platt das noch einige Tausend Leute sich diesen genialen Abschlußgig anschauen wollen. Ich bin zwar kein Fan von der Musik aber das war großes Entertainment und ein mehr als würdiger Abschluss für dieses Festival.
Somit endet meine Berichterstattung für dieses Jahr und im nächsten Jahr geht es wieder weiter.
Story + Pics.: Carsten